EU Harmonisierung digitaler Warensendungsdokumente (Einzelsendung)

Der Postmarkt der Europäischen Union (Kurier-, Express-, Paket- und Postzustellung) wird weiter harmonisiert. Aufgebaut wird auf früheren Arbeiten im Bereich elektronische fortgeschrittene Daten (EAD) für Transportsicherheit und Zoll im globalen Postnetz des Weltpostvereins, sowie den Arbeiten in der EU für die Mehrwertsteuergesetzgebung im E-Commerce und die Transportsicherheit (s.g. Import Control System 2 / ICS2).

Immer wenn B2C-Lieferungen eingesammelt, für Fracht und Transport konsolidiert, zur Sortierung entgegengenommen und zur Endlieferung, gemäß der Präferenzen des Endempfängers versandt werden, werden elektronische Datenelemente zu jeder Warensendung im grenzüberschreitenden Verkehr ausgetauscht. Diese Daten folgen stellen nach dem „Global Data Model“ des Weltpostvereins; als Teil des  EU-Zolldatenmodells; oder nach der „Preloading Advance Cargo Information“ (PLACI) der IATA Mindestanforderungen dar. Die genannten Datenaustauschmodelle stellen den Ausgangspunkt für eine zukünftige Harmonisierung dar.

Das zweistellige Wachstum des B2C-Liefervolumens, das sich voraussichtlich, nach einem Ukrainebedingten Einbruch, in den nächsten 5 Jahren fort. Zunehmend stellt sich der Einzelhandel auf ein vernetztes und datengestütztes Datenmodel um, dass einen Vorabdatenaustausch entlang der Warenwirtschaftskette über den Inhalt von Sendungen sowie die Zustellmittel bedingt.

Zusätzlich zu den, bereits heute obligatorischen Mindestanforderungen an Datenelemente in grenzüberschreitenden Datenaustausch umfasst dies:

  • Eindeutige Beschreibung und Deklaration der Einzelhandelsware auf Einzelpositionsebene:
    • Konformitätserklärungen von Versendern/Herstellern, oder
    • Erklärung zur Einhaltung nationaler und harmonisierter regionaler Vorschriften und Gesetze
    • Zuordnung der korrekten Zölle und Gebühren
  • Eindeutige Transportidentifikation: Ein eindeutiger Barcode (auch bei mehreren Zustelldiensten), der es Behörden oder Logistikdienstleistern ermöglicht, bei Bedarf auf Daten auf Einzelebene zuzugreifen
  • Auf Einzelsendungsebene zugeordnete CO²- und Treibhausgasemissionen, um zu ermöglichen:
    • Messung und Berichterstattung auf Einzelsendungsebene
    • Zuweisung zusätzlicher Kosten (oder damit verbundener Entschädigungen)
  • Art, Größe und Wiederverwendbarkeit von Verpackungen, die sowohl für die Einzelhandelsware, als auch für den Behälter in jeder B2C-Lieferung verwendet werden.

Die Digitalisierung von Warensendungsdokumenten ist ein neuer Arbeitsauftrag an das Europäische Komitee für Normung (CEN). Es fördert die Interoperabilität zwischen nationalen Netzen und unterstützt einen effizienten postalischen Universaldienst in Europa. Es ist die Grundlage für die obligatorische digitale Ende-zu-Ende Dienstleistungserbringung auf Einzelsendungsebene (von der Abholung/Übergabe an die ersten Logistiker bis zur endgültigen Zustellung beim Endempfänger). Ziel ist es, die Transportsicherheit, Produktsicherheit und umweltfreundliche Lieferung von B2C-Zustellungen zu gewährleisten, die für einen voll funktionsfähigen digitalen Binnenmarkt erforderlich sind.

Wer weitere Details über das Thema erfahren möchte oder aktiv an der Ausgestaltung der Zukunft mitarbeiten möchte, sollte logistic-nativ werden und wendet sich bitte an Florian.Seikel@logistic-natives.com oder an Walter.Trezek@logistic-natives.com.

 

LOGISTIK express Journal 4/2022

LogiMAT: Innovationen für das Codieren, Erfassen und Vernetzen

Eine Vielzahl von Premieren und innovativen Neuentwicklungen in allen Auto-ID-Technologiebereichen sowie einem ergänzenden Expertenforum zur weiterführenden Informationsvermittlung machen die LogiMAT 2022, Internationale Fachmesse für Intralogistik-Lösungen und Prozessmanagement, zur umfassenden Leistungsschau der Auto-ID-Branche.

Zuverlässige Kennzeichnung von Bauteilen für die Produktion, von Behältern im Lager- und Kommissioniersystem oder der Flurförderzeuge im Logistikzentrum – ohne Auto-ID, die Automatische Identifikation und Datenerfassung, geht in der Produktion und Logistik gar nichts. Kennzeichnung & Identifikation, Tracking & Tracing, Bestandsmanagement und Kommissionierung, Echtzeitortung, Condition Monitoring und Predictive Maintenance: Auto-ID-Technologien und ihre Kombination mit komplementären Technologiefeldern unterstützen die Automatisierung von Prozessen sowie eine zunehmend autonome Gestaltung, bei der Objekte jeglicher Art sich wechselseitig einander identifizieren und verifizieren. Für den AIM, Industrieverband für Automatische Datenerfassung, Identifikation (Auto-ID) und Mobile IT-Systeme, sind die Ident-Technologien „Enabling Technologies“ für die digitale Transformation von Supply Chain und Logistik, für die Steuerung, Automatisierung und Optimierung von Unternehmensprozessen und die intelligente Vernetzung von Informationen aus Produktion und Logistik, Transport und Verkehr. Denn Auto-ID-Technologien von der optischen Kennzeichnung und Identifikation über RFID- und RTLS-Lösungen bis hin zu Sensorik, Bluetooth und Vision Systemen ermöglichen alle Anwendungsbereiche, in denen Daten erhoben und ausgewertet werden.

Mit der kontinuierlichen Einbindung technologischer Neuerungen und entsprechender Weiterentwicklung der Produkt- und Lösungsangebote erschließen die Auto-ID-Lösungen Effizienzsteigerungen, steigern Prozesstransparenz und Optimierungspotenziale und unterstützen den technologischen Wandel sowie Entwicklung neuer Geschäftsfelder in den Unternehmen. Vor diesem Hintergrund blicken die Hersteller und Anbieter dieses diversifizierten Branchenspektrums durchweg positiv in die Zukunft. Dem letzten Branchen-Barometer des AIM zufolge erwarten nahezu 85 Prozent der befragten Unternehmen eine bessere oder zumindest gleichbleibende Marktentwicklung. Im zweistelligen Prozentbereich konstatieren die Unternehmen aller Technologiebereiche zudem eine verstärkte Nachfrage – von Unternehmen mit RFID-Lösungen erwarten dies 72 Prozent. Welche Innovationskraft und Lösungskompetenz der Auto-ID-Branche dabei zugrunde liegt, zeigen die internationalen Aussteller vom 31. Mai bis 2. Juni auf der LogiMAT 2022 in den Hallen 4 und 6 auf der Südachse des Stuttgarter Messegeländes. „Die Auto-ID-Branche kommt in diesem Jahr mit so vielen Neuheiten und Premieren zur LogiMAT wie nie zuvor“, sagt Messeleiter Michael Ruchty, EUROEXPO Messe- und Kongress-GmbH München. „In allen Technologiebereichen, von den ORM mit neuen Sicherheitsetiketten, Druckern und Lesegeräten über neue Wearables für RFID- und neue Sensorik für RTLS-Lösungen und Transportüberwachung bis hin zu dynamischen Frachtvermessungslösungen präsentiert die Auto-ID-Branche auf der LogiMAT ein breites Spektrum an Neuentwicklungen für das Codieren, Erfassen und Vernetzen von Informationen.“

 

Digital geführte Kommissionierung mit geographischen Informationen.
Im Bereich der Etiketten stellt die Securikett Ulrich & Horn GmbH (Halle 4, Stand F81) als einen „positiven Beitrag zur Kreislaufwirtschaft“, so das Unternehmen, ihre um neuartige, papierbasierte Sicherheitsetiketten erweiterte Produktpalette vor. Die Plöckl Media Group GmbH (Halle 4, Stand C07) legt den Fokus bei ihren Exponaten neben verschiedenen Kennzeichnungslösungen insbesondere auf die Produktinnovation „InMould on Roll“, bei der die klassische Stapelverarbeitung ihrer patentierten InMould Etiketten durch eine kosten- und zeiteffiziente Lösung auf Rolle erneuert wurde. Für effizienten Etikettendruck „on the fly“ präsentiert die Toko Etikettier- und Drucksysteme GmbH & Co. KG (Halle 4, Stand B05) erstmals die Epson C6000 Serie. Der Inkjet-Drucker mit Etiketten-Spendefunktion (C6000Pe/C6500Pe) ermöglicht in vollautomatisierten Etikettieranlagen mehrfarbigen „just-in-time“-Etikettendruck. Dabei lassen sich fotorealistische Etikettenlayouts mit einer Druckauflösung von bis zu 1200 x 1200 dpi und Druckbreiten von vier und acht Zoll realisieren.

Die Optimierung von Durchlaufzeiten im Prozess bei gleichzeitiger Reduzierung der Fehlerpotenziale im Kommissioniervorgang verspricht die Applikation Digitalpicker, die im Rahmen der LogiMAT 2022 erstmals auf einer Messe gezeigt wird. Bei der Lösung der Indutrax GmbH (Halle 6, Stand D74) ist der Name Programm: Die Applikation ermöglicht eine papierlose und digital geführte Kommissionierung unter Verwendung von geographischen Informationen, eLabel, Pick-to-Light, Wearable-Barcode-Scanner und Tablets. Diese neuartige Form der Prozessunterstützung leitet Kommissionierende einfach und effizient durch die Bearbeitung ihrer Aufträge.

Tablets stehen auch beim Messeauftritt der Advantech Service-IoT GmbH (Halle 8, Stand F10) im Mittelpunkt. Als Produktneuheiten zeigt das Unternehmen das Fahrzeugterminal DLT-V7215 P+ mit unterbrechungsfreier Stromversorgung und Smart Sensor sowie das Industrietablet AIM-75S mit austauschbarem Akku. Das robuste 8“-Tablet ist für den Innen- und Außenbereich geeignete. Zusätzlich zu den WLAN-/LTE-Funktionen, die mobiles Computing ermöglichen, kann das GMS-zertifizierte AIM-75S optional mit Peripheriegeräten wie einem 1D/2D-Barcodescanner, LAN+COM, UHF-RFID und MSR-Modulen ausgestattet werden.

 

Datenerfassung mit Cloud-Anwendungen und KI-Applikationen.
Neue Systeme für effiziente Datenerfassung und -vernetzung stellen unter anderem die Mettler-Toledo GmbH (Halle 6, Stand F27), das Wäge- und Messtechnik-Unternehmen DEW – Waagen & Systeme (Halle 3, Stand D58), die Kaptura GmbH (Halle 6, Stand F68) und die Swiss Sort GmbH (Halle 5, Stand F47) auf der LogiMAT erstmals vor. Mettler-Toledo kommt mit dem neuen Messystem „TLD970“ nach Stuttgart. Das Messystem wird an der Hallendecke montiert und kann die Maße von Paletten messen, die von Gabelstaplern transportiert werden, die sich mit einer Fahrgeschwindigkeit von bis zu 15 km/h bewegen. Kombiniert mit einer am Gabelträger montierten Waage „TLF820“ von Mettler-Toledo und einem Handscannersystem entsteht eine dynamische Messlösung für Volumen, Gewicht und ID. Ein optionaler Touch-Screen-PC im Führerhaus des Gabelstaplers führt den Fahrer durch den Messprozess und überträgt den Datensatz per WLAN an das übergeordnete IT-System des Anwenders.

DEW – Waagen & Systeme zeigt als Premiere ein neu entwickeltes Volumen-Messsystem. Das System kombiniert Volumenmessung, Gewichtsmessung und das Abscannen von Artikeldaten, beispielsweise von Etiketten. Die DEW-Waagenanzeige „D 125“ mit Touchbildschirm führt alle erfassten Daten in einem Datensatz zusammen. Im Anschluss wird das Datenpaket in Echtzeit direkt in die Unternehmens-IT übertragen und automatisiert gespeichert, wobei die entsprechenden Datenfelder der Bildschirm-Maske automatisiert befüllt werden.

Die 3D-Laserscanner-Lösung „IMS360“ von Kaptura zielt auf automatisierte Artikelstammdatenerfassung. Dabei ermöglicht die Einbindung von 360°-Produktfotografie eine schnelle Datenerfassung und Wiedererkennung von Artikeln. Swiss Sort stellt mit „Procap“ ein komplettes Soft- und Hardwarekonzept für Sendungserfassung (OCR Maschinen- und Handschrift), Tracking (BCR), Redressbearbeitung und die Irrläuferbearbeitung vor. „Procap“ sorgt nach Herstellerangabe mit Live-Erfassungswerte von bis zu 600 Sendungen pro Stunde für deutliche Arbeitserleichterungen, Zeit- und Kostenersparnisse in der innerbetrieblichen Logistik.

Datenerfassung mit Cloud-Anwendungen und KI-Applikationen präsentieren unter anderem die Denso Wave Europe GmbH (Halle 4, Stand D65) mit komplexen und Cloud-basierten IoT-Datenmanagementsystemen sowie die Panasonic Marketing Europe GmbH (Halle 6, Stand A71). Panasonic kommt mit einer Visual Sort Assist (VSA) Lösung für automatisierte Objekterkennung zur LogiMAT 2022. Das System scannt bei der Warenanlieferung Barcodes oder Lieferantenadressen und projiziert Namen der Lieferanten, Priorität in der Fertigung oder Lagerplatz auf Pakete, die dann auf der Fördertechnik weitergeleitet werden. Parallel erfolgt ein Abgleich der erfassten Anlieferungsdaten mit den im ERP-System oder WMS hinterlegten Informationen. Darüber hinaus ist auf dem Panasonic-Messestand die Tochtergesellschaft Blue Yonder vertreten. Sie präsentiert mit ihrem „Luminate“-Portfolio KI-gesteuerte Supply-Chain-Lösungen aus der Cloud.

 

Neue Transponder für zuverlässige RFID-Anwendungen.
Jüngste Entwicklungen im RFID-Segment werden bei der Neosid GmbH & Co. KG (Halle 4, Stand D05) und bei der Bito-Lagertechnik Bittmann GmbH (Halle 6, Stand C31) gezeigt. Neosid präsentiert mit „NeoTAG“ einen neuen, kleinen Transponder mit hoher Reichweite für zuverlässige RFID-Auslesung selbst in Metallumgebungen. Der gesamte HF-Transponder ist in der Standardausführung als Inlay (ohne Gehäuse) auf einer Größe von 2,6 mm x 2,6 mm x 2,4 mm untergebracht. Zudem werden Versionen als Plug (im Einpressgehäuse), als Flag (zur Befestigung etwa mit Kabelbindern) oder in kundenspezifischen Bauformen angeboten. Bito kommt mit den Startups Tec4Med, TeDaLos und Qbing nach Stuttgart. Gemeinsam mit Bito-Lagertechnik stellen sie auf der LogiMAT 2022 die neuesten Entwicklungen und spannende Innovationen rund um das Thema Intralogistik vor. Entwickelte Lösungen wie intelligente Pharmatransportbehälter, die Möglichkeit zur digitalen Bestandsüberwachung in Kleinteilebehältern oder RFID-basierte Bestandüberwachung am Regal sind Features, die Bito-Lösungen weiter digitalisieren.

Abgerundet wird die Leistungsschau der Auto-ID-Branche auf der LogiMAT 2022 am dritten Messetag durch das Expertenforum „Digital Supply Chain – Gestaltung und Optimierung: AutoID-Technologien als Enabling Technologies“ in der LogiMAT-Arena im Atrium, Eingang Ost, das gemeinsam von der Fachzeitschrift ident und dem Fachverband AIM-D e.V. Das behandelte Themenspektrum für ergänzende Informationsvermittlung stellt die RFID-basierte Automatisierung sowie Transparenz und Digitalisierung der Lieferkette auf Basis von Echtzeitdaten in den Mittelpunkt. Zudem zeigen und erklären die Experten im Zuge des Forums effiziente und nachhaltige Nutzungs- und Businessmodelle mit Mehrwegbehälterlogistik. Ziel ist es, den Fachbesuchern Leistungsvermögen und Einsatzpotenziale der unterschiedlichen AutoID-Technologien für die Digitalisierung von Supply Chain, Logistik und Produktion aufzuzeigen.

„Die Identtechnik ist die unentbehrliche Grundlage für effiziente Lieferketten und Datenvernetzung wie auch für die zukunftsfähige Ausrichtung von Logistik und Produktion“, resümiert Messeleiter Michael Ruchty. „Mit den Exponaten der Aussteller und der fachkompetenten Informationsvermittlung im Expertenforum bietet die LogiMAT 2022 einen kompakten und gleichwohl vollumfänglichen Überblick über den aktuellen Stand der technologischen Entwicklungen im Bereich der Auto-ID und den Mehrwert, den sie im Rahmen der digitalen Transformation bieten. Wer darüber im Bilde sein will, darf einen Messebesuch in Stuttgart nicht versäumen.“

 

Veranstalter: EUROEXPO Messe- und Kongress-GmbH
Joseph-Dollinger-Bogen 7, 80807 München
Tel.: +49 (0)89 32391-259 | Fax: +49 (0)89 32391-246
www.logimat-messe.de | www.logimat.digital

 


Quelle: LOGISTIK express Journal 2/2022

Aus dem richtigen Holz geschnitzt

Fast 33 Milliarden Liter Milch wurden dem Milch Industrie Verband (MIV) zufolge 2018 in Deutschland verarbeitet. Ein Großteil, nämlich 44 Prozent der gesamten Rohmilch, floss dabei in die Produktion von Käse.

Beitrag: Redaktion.

Deutschland ist Retouren-Europameister. Jeder zweite Online-Kunde hat im vergangenen Jahr mindestens eine Bestellung zurückgeschickt – insgesamt über 500 Millionen Produkte. Ein hoher Retourenanteil im Endkundengeschäft stellt auch die HABA-Firmenfamilie vor Herausforderungen. Auf der Suche nach einer Lösung mit hohem Automatisierungsgrad für sein großes Distributionszentrum in Bad Rodach wurde der Spielwarenhersteller bei Dematic fündig.

Mit dem modularen und skalierbaren Dematic Taschensortiersystem bietet der Intralogistik-Spezialist eine flexible Lösung, mit der sich verschiedenste Arten von Gütern lagern, sortieren, sequenzieren und zwischenpuffern lassen. Damit ist das System ideal für den Einsatz im E-Commerce und Omni-Channel-Fulfillment und insbesondere für die Retourenbearbeitung geeignet.

Die HABA-Firmenfamilie hat ihre Wurzeln in der Spielwarenherstellung und ist dort bis heute einer der führenden Anbieter in Deutschland. Seit mehr als 80 Jahren vertreibt das fränkische Unternehmen Holzspielzeug. Neben Bauklötzen und Kugelbahnen aus nachhaltiger Forstwirtschaft zählen heute aber auch diverse Puppen, Brett- und Kartenspiele, Bücher sowie Einrichtungen für Bildungskonzepte und Bekleidung zum Angebot. Neben der Belieferung ausgewählter Fachhändler und Bildungseinrichtungen bietet das Unternehmen unter den Marken HABA, JAKO-O, FIT-Z, Qiéro! und Wehrfritz einen Großteil seiner Produkte online B2C an. Mindestens 700 Sendungen verlassen pro Stunde das Distributionszentrum in Bad Rodach.

Effizientes Retourenmanagement.
Wie so oft im E-Commerce kommen aber auch zahlreiche Pakete auf gleichem Wege wieder zurück. Die Gründe sind unterschiedlich: Nur selten sind die Waren beschädigt. Viele Kunden ordern von vornherein mehrere Alternativen und schicken die nicht ausgewählten zurück. In anderen Fällen entsprechen die Bestellungen nicht exakt den Erwartungen der Käufer. „Ein Großteil dieser Waren sind sogenannte A-Retouren, also einwandfreie Produkte, die sofort wiederverkauft werden können“, sagt Torsten Kreußel, Leiter Prozessmanagement, Produktion und Logistik bei der HABA-Firmenfamilie.

Genau hier stieß die Intralogistik bei der HABA-Firmenfamilie vor zwei Jahren an ihre Grenzen. Denn viele Arbeitsschritte liefen noch manuell ab. Aufgrund der Vielzahl an Retouren vergingen mitunter Tage, bis die Produkte wieder zum Verkauf bereitstanden. „In Hochphasen erreichen unseren
Wareneingang bis zu 1.500 Artikel pro Stunde. Unser Retourenmanagement war den Dynamiken des heutigen E-Commerce schlicht nicht mehr gewachsen“, erinnert sich Kreußel.

Flexibel wie eine Kugelbahn.
Eine automatisierte Lösung sollte her, um die Retourenabwicklung nahtlos in den Fulfillment-Prozess zu integrieren und die Zugriffszeiten somit zu verkürzen. Zur besonderen Herausforderung wurde der Wunsch nach einem System, dass sich auf begrenztem Raum in die bestehenden Anlagen integrieren ließ – und das alles bei laufenden Betrieb. Im Auswahlverfahren stieß die HABA-Firmenfamilie schnell auf das Taschensortiersystem von Dematic. „Die Idee, den bis dato ungenutzten Luftraum unserer Logistikflächen für einen flexiblen Taschensorter zu nutzen, hat uns sofort zugesagt“, erklärt Kreußel.

Das Dematic Taschensortiersystem ist eine ganzheitliche Lösung und unterstützt sowohl den reinen E-Commerce als auch den Omni-Channel-Versand. Für den Warentransport verwendet das System Taschen, die platzsparend an Rollen aufgehängt sind und in einer Überkopfschiene laufen. Dank des modularen Aufbaus und variabler Kettenlänge kann der Taschensorter kompakt in nahezu jeder Anwendungsumgebung verbaut werden. In den Taschen können verschiedenste Produktformen und -größen mit einem Gewicht bis zu drei Kilogramm transportiert, sortiert und sequenziert werden. „Da wir über ein sehr breites Produktsortiment verfügen, waren Flexibilität und Skalierbarkeit notwendige Voraussetzungen“, sagt Kreußel.

Vollautomatische Taschenbeladung.
Bei der HABA-Firmenfamilie findet die automatische Taschenbeladung direkt nach der Retourenbearbeitung im Erdgeschoss statt. Dazu hat Dematic eine Gurtschleife für Leerbeutel sowie ein zusätzliches Förderband entlang der Arbeitsplätze in die bestehende Technik integriert, das die Waren zur Induktionsstation transportiert. „Das System belädt bis zu 1.200 Taschen pro Stunde mit jeweils einem Packstück, das sich per RFID-Tag und Barcode identifizieren lässt. Somit können wir jederzeit im System erkennen, wo sich welcher Artikel befindet“, so Kreußel. Anschließend werden die Behälter über einen Steilförderer in das dynamische Taschenlager im zweiten Obergeschoss transportiert. Dort befinden sich in zwei übereinanderliegenden Ebenen 18 Pufferkreisel mit jeweils 128 Metern Länge, in denen knapp 40.000 Taschen Platz finden und dort zirkulieren, bis sie erneut einer Bestellung zugewiesen werden. „Die Retouren sind damit nach nur 30 bis 45 Minuten wieder verkaufsfertig“, erläutert Kreußel. Nicht lesbare Artikel oder Überbestände werden aus dem Kreislauf ausgeschleust und zurück ins Erdgeschoss befördert, wo die Taschen am Housekeeping wiederum automatisch entladen werden. Dazu hat Dematic eine Rutsche installiert, die den Arbeitsplatz mit der bestehenden Anlage verbindet.

Reibungslose und fehlerfreie Kommissionierung.
Die Zusammenstellung neuer Aufträge erfolgt im zweiten Obergeschoss mittels Batch-Kommissionierung aus dem Dynamikpuffer. Die benötigten Waren werden dafür zunächst aus dem dynamischen Puffer zum Taschensammler transportiert. Dabei handelt es sich um einen Sortierbereich mit 17 parallelen Stangen, auf denen die Produkte ihrer jeweiligen Batch zugeordnet werden. Bis zu 2.000 Artikel können pro Stunde über den Sammler ausgegeben werden. Ist ein Batch mit bis zu 60 Sendungen komplett, fahren die vorsortierten Taschen weiter zu den beiden Umpackstationen.

Für die Taschenentladung wurde bauseits eine neue Bühne inklusive Anbindung an die Bestandsfördertechnik errichtet. Damit sie exakt den Vorgaben des Taschensortiersystems entsprach, übernahm Dematic die technische Planung. Nach dem automatischen Öffnen der Taschen gelangen die Artikel über ein Förderband zu zwei manuellen Arbeitsplätzen. Mitarbeiter etikettieren sie dort und legen sie in Behälter, die vorab aus dem Kreislauf für Leerbehälter ausgeschleust wurden. Damit die Mitarbeiter die Waren beim Auszeichnen nicht vertauschen, ist der Gurtförderer sensorgesteuert. „Die nächste Tasche wird erst entladen, wenn das vorherige Produkt vom Band genommen wurde“, erklärt Kreußel.

Wieder zurück auf Anfang.
Die Behälter eines Batches (circa 60 Aufträge) verbleiben so lange am Arbeitsplatz, bis sie komplett sind und per Knopfdruck der Weitertransport ausgelöst wird. Anschließend gelangen sie über ein Transferelement zurück auf die bestehende Förderanlage und werden zum vorhandenen Wannenpuffer transportiert. Erst hier erfolgt die Konsolidierung der Gesamt-Batches mit den Waren aus dem Fachbodenlager. „Da wir Bestellungen nur in Ausnahmefällen komplett aus Retouren und dem dynamischen Puffer im Obergeschoss zusammenstellen können, war eine vollständige und reibungslose Integration des Taschensorters in die bestehende Anlage entscheidend“, betont Kreußel.

Die endgültige Konsolidierung der Aufträge.
erfolgt im Anschluss über die Putwalls der Bestandsanlage. Die entladenen Taschen werden automatisch wieder verschlossen und gelangen  anschließend über den Förderschacht zurück ins Erdgeschoss, wo sie bis zu ihrem nächsten Einsatz in der Leertaschenstrecke zirkulieren. Bis zu 750 leere Beutel können so pro Stunde und Arbeitsplatz für die Beladung bereitgestellt werden.

Noch immer Luft nach oben.
Durch die Dematic-Lösung hat sich der Retourenprozess bei der HABA-Firmenfamilie erheblich vereinfacht, resümiert Kreußel: „Die Wiederverfügbarkeit eines Artikels hat früher mehrere Tage in Anspruch genommen. Mit dem Taschensortiersystem dauert es jetzt weniger als eine Stunde. Das spart uns nicht nur Zeit und Arbeitskräfte für die Rücksortierung der Ware ins Fachbodenregal, sondern auch Geld und sorgt durch kürzere Lieferzeiten und somit für noch höhere Kundenzufriedenheit.“

Dabei hat der Taschensorter seinen vollen Leistungsumfang noch gar nicht erreicht. Denn dank des modularen Aufbaus lässt sich das Taschensortiersystem im Nachhinein noch erweitern. Darauf hat Dematic auch bei der HABA-Firmenfamilie geachtet und die potenzielle Erweiterung bei der Planung der Anlage berücksichtigt. „Durch fünf weitere Abgaben im Taschensammler sowie einen dritten Umpack-Arbeitsplatz können wir die Kapazität zukünftig noch ohne großen Aufwand ausbauen“, so Kreußel. Damit ist die HABA-Firmenfamilie auch für die wachsenden Anforderungen des E-Commerce gewappnet. (RED)

QUELLE: LOGISTIK express Ausgabe 3/2021

Dematic: Käseproduktion von Vorarlberg Milch automatisiert

Fast 33 Milliarden Liter Milch wurden dem Milch Industrie Verband (MIV) zufolge 2018 in Deutschland verarbeitet. Ein Großteil, nämlich 44 Prozent der gesamten Rohmilch, floss dabei in die Produktion von Käse.

Beitrag: Redaktion.

Die konstant hohe Nachfrage hat zur Folge, dass traditionelle manuelle Produktionsprozesse in der Milchindustrie inzwischen selten sind. Steigende Hygiene-, Qualitäts- und Geschwindigkeitsanforderungen sowie der digitale Wandel haben die Automatisierung in Produktion, Lagerung und Distribution zusätzlich forciert. Auch bei Vorarlberg Milch eGen, einer der größten österreichischen Molkereien, kommt Automatisierungstechnik zum Einsatz.

Die Genossenschaft setzt auf die innovativen Lösungen aus dem Hause Dematic. Im Zuge der Standorterweiterung im österreichischen Feldkirch hat der Intralogistikspezialist dort ein maßgeschneidertes Fahrerloses Transportsystem (FTS) installiert. Vier Fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF) übernehmen dort nun alle Transportbewegungen zwischen Reiferäumen und Pflegeanlage. Manövriert werden sie dabei von der integrierten Dematic-Navigationssoftware.

Das „Ländle“, zwischen Arlberg und Bodensee gelegen, ist traditionell von Landwirtschaft geprägt und vor allem für seine Alpenmilch bekannt. Knapp 60 Prozent aller Milchprodukte der Region stellt Vorarlberg Milch her. Insgesamt verarbeitet die vor mehr als 70 Jahren gegründete Genossenschaft heute knapp 66 Millionen Liter Milch pro Jahr. Hierfür wird die österreichische Molkerei täglich von über 500 regionalen Landwirten am Produktionsstandort in Feldkirch mit frischer Milch beliefert. Dort wird der Rohstoff dann unter strengen Hygiene- und Qualitätsrichtlinien verarbeitet. Besonders bekannt ist der Vorarlberger Bergkäse – eine treibende Kraft der gesamten Wirtschaftsregion. Zu den größten Herausforderungen in der Herstellung zählt es, stets gleichbleibend hohe Qualität zu gewährleisten.

Die traditionelle Schichtarbeit früherer Tage hatte diesbezüglich häufig Schwankungen zur Folge. Heute sind moderne Produktionen oftmals automatisiert. So hat auch Vorarlberg Milch im Zuge einer Standorterweiterung kürzlich ein Fahrerloses Transportsystem von Dematic installiert. „Wir versprechen uns davon eine höhere Produktivität sowie qualitativ hochwertige Endprodukte. Für uns gilt: Je weniger manueller Einsatz desto geringer die Fehlerquote“, erklärt Johannes Wehinger, Technischer Leiter der Vorarlberg Milch eGen.

Zum Lieferumfang von Dematic gehörten vier Fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF) des Typs FLV 3317/CMM, die den Käse selbständig zwischen der Auf- und Abbrettlanlage, den Reiferäumen sowie der Pflegeanlage transportieren. Ebenfalls im Automatisierungspaket enthalten sind eine E’nsor® Steuerungseinheit und die Leitsystem-Steuerungssoftware E‘tricc® zur Transport- und Verkehrskontrolle.

Automatische Rezeptur-und Lagerverwaltung.
Käse ist nicht gleich Käse. Jede Sorte hat ihre eigene Rezeptur und unterliegt unterschiedlichen Lager-, Kühl- und Pflegeprozessen. Bei Voralberg Milch wandern die Laibe nach einer bis zu achtmonatigen Reifung zunächst in ein Salzbad und dann zum Abtropfen auf eine Aufbrett- oder Abbrettlanlage. Von dort aus befördern sie die FTF mit einer Tragfähigkeit von 1,7 Tonnen und einer Hubhöhe von 3.300 Millimetern auf ein Reifegestell. Anschließend werden diese mit einem Barcode versehen. So lassen sie sich sowohl vom Barcode-Leser auf dem automatischen Fahrzeug, als auch mithilfe eines mobilen Scanners identifizieren.

Die Informationen können dann problemlos in die Leitsystem-Steuerungssoftware E‘tricc® übertragen werden. „Hier laufen alle informationstechnischen Fäden zusammen, damit sämtliche Funktionen wie gewünscht durchgeführt werden können“, erklärt Wehinger. Denn die Software übernimmt nicht nur die Steuerung der Fahrzeuge, sondern verwaltet auch die Lagerplätze in den acht Reiferäumen sowie die dortigen Abläufe.

Die Rezepturverwaltung findet ebenfalls in E‘tricc® statt. Hierzu müssen zunächst die einzelnen Käse-Rezepturen in die Software importiert werden. Die Rezepte bestehen aus einer Anzahl vordefinierter Behandlungen, die während der Produktion des Käses durchgeführt werden müssen. So sind zum Beispiel die Dauer der Reifungsphasen oder die Pflegemaßnahmen wie Bürsten, Brettwenden oder Käsewenden festgelegt. Sobald ein Käsegestell in einem der Reiferäume eingelagert ist, stößt die Software alle erforderlichen Transportabläufe zwischen den Reiferäumen und den Pflegemaschinen an. Sobald die Behandlung abgeschlossen ist, sorgt sie dafür, dass ein FTF die Produkte zu der im Rezept definierten Zielposition befördert. So bedienen die autonomen Fahrzeuge das Kühl- und das Reifelager und übernehmen auch den Zu- und Abtransport der Reifegestelle an der Käsepflegeanlage. Je nach Anforderung transportiert ein FTF den Käse aus den Reiferäumen zur Käsepflegeanlage.

Das Entstapeln auf die dort installierte Fördertechnik und das erneute Aufeinanderstapeln der Gestelle nach der Pflege erledigt das FTF ebenfalls. „Das Fahrerlose Transportsystem von Dematic sorgt dafür, die jeweiligen Abläufe en détail einzuhalten. Dadurch schaffen wir 50 Verladungen pro Stunde“, sagt Wehinger. Die Anlage wird an sieben Tagen pro Woche in jeweils drei Schichten betrieben.

Lückenlose Rückverfolgung der hergestellten Käse.
Darüber hinaus visualisiert E‘tricc das gesamte Lager inklusive der Fördertechnik und der Pflegeanlagen. So wird dem Bediener zum Beispiel der Zeitpunkt der im Rezept hinterlegten nächsten Behandlung angezeigt. Ebenfalls signalisieren unterschiedliche Farben dem Mitarbeiter die Zustände der Chargen oder ob die Pflegeanlage belegt und aktiv ist. Zudem werden die Gestelle sowie die Fahrzeugzustände dynamisch visualisiert.

„Für uns bedeutet das eine enorme Erleichterung, was die exakte Rückverfolgbarkeit aller Fahrzeuge und der Käseleibe von der Einlagerung bis zur Auslagerung betrifft“, fasst Wehinger zusammen. Manövriert werden die FTF mit der integrierten Dematic-Navigationssoftware E’nsor® über ein vordefiniertes Layout. Die Software benutzt hierfür Sensoren und ein Ortungs- beziehungsweise Positionierungsmodul, um die Fahrzeuge durch das Layout zu steuern. Hierzu sind auf dem FTF alle Fahrrouten gespeichert, sodass es vollautomatisch Ladungen transportieren und Aktionen ausführen kann. „Dabei sind die Dematic-Fahrzeuge nicht auf eine Spur festgelegt, sondern können je nach Auftrag verschiedene Wege und Lagerplätze anfahren. Abweichungen der festgelegten Routen werden verhindert“, sagt Wehinger. Aktualisierungen des Layouts sind über E‘tricc möglich. Die Software sorgt außerdem für einen optimierten Materialfluss, indem sie bestimmt, welches Fahrzeug welchen Auftrag übernimmt und dafür die schnellste Route errechnet. Über eine Schnittstelle ist die Dematic-Lösung außerdem an die hauseigene Software von Vorarlberg Milch angebunden.

Reibungslose Inbetriebnahme.
Die Auftragsvergabe an Dematic begründet Vorarlberg Milch einerseits mit der nachgewiesenen Expertise des Intralogistikspezialisten. Andererseits überzeugte dessen hohe Kundenorientierung. „Im Bereich der Automatisierung der Käseproduktion gehört Dematic zweifelsohne zu den Vorreitern und hat in den vergangenen Jahrzehnten eine hohe fachliche Kompetenz nachgewiesen“, sagt Wehinger. Während der Projektphase habe man sich intensiv über die Eigenschafen einer für Vorarlberg Milch optimalen Lösung ausgetauscht. Die Inbetriebnahme der Fahrzeuge und die Installation der Software liefen daraufhin reibungslos. „Seitdem arbeiten wir deutlich effizienter“, resümiert Wehinger. (RED)

Quelle: LOGISTIK express Ausgabe 2/2021

ProGlove: Logistikprozesse schützen Mitarbeiter

Mit seiner jetzt erweiterten Analyseplattform erlaubt ProGlove Anwendern einen unverstellten Blick auf die Arbeitsabläufe in ihren Werks- und Lagerhallen. Durch die neuen Funktionen kommt es zu einer Weiterentwicklung des Human-Digital-Twin-Konzepts, das unter anderem auch neue Maßstäbe im Arbeitsschutz setzen soll.

Beitrag: Redaktion.

ProGlove Insight heißt die neue Analyseplattform. Sie zielt insbesondere auch auf die Logistik. ProGlove bietet Unternehmen damit ein ganzes Ökosystem an Lösungen zur Effizienzsteigerung in der Werkshalle und stärkt damit die Rolle der menschlichen Arbeiter. Die Lösung sammelt mithilfe der smarten MARK-Handschuhscanner Daten, die weit über einen einfachen Barcode hinausgehen. So ist MARK in der Lage, über die zahlreichen Sensoren auch Bilder, Metadaten und Informationen zu verarbeiten. Die gesammelten Daten geben Einblicke in die Funktionsweise der Barcode-Symboliken, Gerätekonfigurationen, Zeitstempel, Temperaturwerte, Batteriezustand und vieles mehr.

Das liefert Unternehmen wertvolle Erkenntnisse zur Verbesserung der Arbeitsabläufe. ProGlove Insight erfasst somit Prozesse an ihrem Ursprung und trägt die gewonnenen Informationen bis in die Managementebene des Unternehmens. Dies ermöglicht einen Überblick über die gesamten Lagerprozesse der Organisation und unterstützt somit die  datengesteuerte Entscheidungsfindung. ProGlove Insight wird bereits an über 100 Kundenstandorten genutzt, um Arbeitsabläufe zu optimieren und die Effizienz im eigenen Betrieb zu steigern, darunter renommierte Unternehmen wie DPD und Horsch.

Neue Funktionen transformieren den Mitarbeiter in den Human Digital Twin.
Human Digital Twin ist die Vision von ProGlove. Dabei soll es nicht nur um einen einzelnen Menschen gehen, sondern um eine Kumulierung an relevanten Daten, die über die Handschuh-Scanner der Mitarbeiter erfasst und in ProGlove Insight ausgewertet werden. Die Analyseplattform ermöglicht Time-Motion-Analysen für die zugewiesenen Aufgaben. Die Anzahl der Scans lässt sich mit der Anzahl der Arbeitsschritte korrelieren, um die Arbeitsbelastung für jeden Mitarbeiter zu bestimmen. Auf diese Weise können Unternehmen beurteilen, ob die Anzahl der zugewiesenen Mitarbeiter pro Arbeitsstation angepasst werden muss. Das System liefert zudem Einblicke in die Verarbeitungszeit von Scans und unterstützt bei der Identifikation wiederkehrenden Fehler aufgrund von mangelhafter Barcodequalität. Zusätzlich helfen akustische, visuelle und haptische Warnungen bei den eingesetzten Geräten, um Unfälle und Verletzungen der Mitarbeiter zu vermeiden. Gleichzeitig können Social-Distancing-Vorgaben verträglich umgesetzt werden.

ProGlove Insight ermöglicht außerdem die Visualierung von Aktivitäten und den Vergleich von Prozessen. So können Unternehmen Arbeitsbereiche oder andere Infrastrukturkomponenten auf Basis der neuen Daten optimieren. Die Software ermöglicht eine Überwachung aller Scans und eine Erweiterung der Informationen um relevante Metadaten wie Aufträge, Prozesse und Arbeitsaufwand zu verstehen, sie mit früheren Tätigkeiten zu vergleichen und wenn nötig anzupassen. Dies gibt Aufschluss über laufende Prozesse und bietet die Möglichkeit, den ROI bei neuen Abläufen genau zu messen.Software- und Konfigurationsupdates lassen sich von einer einzigen Schnittstelle auf alle Endgeräte übernehmen. Zusätzlich ermöglicht ProGlove Insight die Identifikation individueller Geräteinformationen. So erkennt die Software, wann ein Gerät ausgetauscht werden muss. Sogar bevor dessen Akkulaufzeit endet, um einen reibungslosen Betrieb zu ermöglichen.

ProGlove Insight ist ein Ökosystem von Lösungen.
Die neue Plattform ist API-First und stützt sich auf ein ganzes Ökosystem von Lösungen: Im Zentrum des Systems stehen die smarten MARK-Barcodescanner. Das Insight-Webportal ergänzt diese und ermöglicht eine Plug & Play-Visualisierung der oben beschriebenen Prozesse. Über eine Reihe von APIs können Unternehmen die Insight-Daten auch über ihr ERP- oder Business-Analyse-Systeme nutzen und so die Daten, die bereits in diesen Systemen verfügbar sind, erweitern. Außerdem ermöglicht die ProGlove Insight Mobile-App zusammen mit dem ProGlove Gateway einen einfachen Zugriff auf Produktions- und Arbeitsstätten. Zudem bieten sie die Möglichkeit, Benachrichtigungen an Mitarbeiter direkt in Aktion zu senden. „Die Paketlogistik ist ein Spiel mit geringen Gewinnspannen und einem hohen Anteil an manueller Arbeit”, so Ville Heimgartner, Smart Urban Logistics Consultant bei DPD. „Wir müssen sicherstellen, dass wir die richtige Anzahl von Personen zur richtigen Zeit an den richtigen Stellen in unseren Depots zur Verfügung haben. Die Anzahl der Scans, wo diese stattfinden und wie schnell sie verarbeitet werden können, sind Schlüsselindikatoren, die unsere Geschäftseffizienz und Produktivität bestimmen. ProGlove Insight bietet uns die Möglichkeit, unsere Mitarbeiter bestmöglich zu unterstützen, entsprechende Vorkehrungen zu treffen und so ein nachhaltiges Wachstum zu ermöglichen.“

Wertschöpfung findet in der Fertigung und Logistik statt „Man kann davon ausgehen, dass 70 Prozent der Wertschöpfung in der Fertigung und Logistik von Menschen geschaffen werden”, sagt Andreas König, CEO von ProGlove. „Genau deshalb brauchen wir Möglichkeiten, die Prozesse zu optimieren und gleichzeitig die Rolle des menschlichen Arbeiters zu stärken.“ ProGlove Insight ist eine Mischung aus Device Management, fortschrittlicher und zukunftsweisender Analyse und Human Digital Twin – immer mit dem Ziel das richtige Gleichgewicht zwischen Geschäftsanforderungen und Wohlbefinden der Mitarbeiter herzustellen. (RED)

Quelle: LOGISTIK express Ausgabe 2/2021