LOGISTIK express Journal 5/2022

Wir steigern das Bruttosozialprodukt…
Ein turbulentes Jahr neigt sich dem Ende zu und mit großen Schritten gehen wir dem Jahr 2023 entgegen, das sich nicht wohlwollender präsentieren wird. Denn die Inflation ist gekommen, um zu bleiben. Lesen Sie jetzt unsere 5. LOGISTIK express Ausgabe und holen Sie sich Ihre News & Zeitschriften App – MJR MEDIA WORLD für Ihren Informationsvorsprung.

LE 5/2022

03  Inhalt / Editorial / Impressum
04  Kann wirklich Interventionismus die Rettung sein?
08  Rohstoffnachfrage: Verfügbarkeit steht über allem
12  Krise beschleunigt Digitalisierung und Omnichannel-Integration
16  Omnichannel als Chance für den lokalen Handel
20 Die erste eCommerce-Landkarte für Österreich
24 TECH DAY 2022: Gipfeltreffen der heimischen Retail-Tech-Szene
28 eCommerce boomt, aber Österreich hat (fast) nichts davon
32 Wie viel Energie uns Kaufentscheidungen kosten und wie KI helfen kann
36 KNAPP ist Technologie-Partner für effiziente E-Commerce-Logistik
40 Pick-Buddies – die neue Welt der kollaborativen Lager-Roboter
44 Cyber Days – Effizientes Omnichannel Fulfillment auch in Peak-Zeiten
48 Von Anfang an richtig: Ganzheitliche Fabriksplanung
52 IDIH Logistikreise unterstützt durch die logistic-natives ein voller Erfolg
56 Auf die Terminals kommt es an
60 In allen Häfen war Österreich
64 Zentralverband Spedition & Logistik setzt auf Kontinuität
66 Großteil der Deutschen blickt düster in die Zukunft
68 Energie- und Rohstoffpreise für einige Unternehmen ein Betriebsrisiko
70 Taiwan-Konflikt: 6 Maßnahmen gegen Lieferengpässe bei Mikrochips
72 Vielfältige Krisen machen Österreichs Finanzvorständen zu schaffen
74 Kapitalmarktausblick 2023: Zwischen Resilienz und Rezession
78 Digitale Diktatur – Digitalisierung der Währungen
82 Vielen Dank für Ihr Interesse an unseren Leistungen & Services

Ökologisierung und CO² Neutralität in der Paketzustellung

Über vier Milliarden Kurier-, Express- und Paketsendungen (KEP) wurden im Jahr 2020 in Deutschland verschickt, rund elf Prozent mehr als im Jahr davor.

Gastbeitrag: Florian Seikel.

Über vier Milliarden Kurier-, Express- und Paketsendungen (KEP) wurden im Jahr 2020 in Deutschland verschickt, rund elf Prozent mehr als im Jahr davor: Eine große Herausforderung für die Logistikbranche, denn auch das Bewusstsein der Kund*innen für die Gefahren des Klimawandels ist gewachsen. Sie fordern Nachhaltigkeit beim Transport ihrer Sendungen. Die Methodiken zur Berechnung und Ausweisung von Treibhausgas-Emissionen und Luftschadstoffen bei der Paketbeförderung sind dabei eine wichtige Grundlage zur Umsetzung und zum Nachweis des Einhaltens der Klimaschutzziele.

Wie lassen sich die Digitalisierung im modernen Handel, das Wachstum des Onlinehandels und die damit verbundenen steigenden Paketmengen in Einklang mit den ehrgeizigen internationalen Klimaschutzzielen bringen? Und welchen Beitrag können Standardisierungsprojekte dazu leisten?

Digitalisierung des Einzelhandels ermöglicht Ökologisierung.
Der digital gestützte Einzelhandel (Ecommerce) mit seinen Konsument*innen und dessen Zustellung in Form von Paketsendungen ermöglicht die Ökologisierung. Daten zu jedem Paket, zu dessen Inhalt sowie Verpackung werden digital gesammelt und verknüpft mit Informationen zu Annahme, Transport, Fracht, Lager, Depots sowie Abgabe der Paketsendungen. Zudem haben internationale Organisationen, wie der Weltpostverein, sektorspezifisches Mess- und Berichtswesen des ökologischen Fußabdrucks entwickelt. OSCAR (Online Solution for Carbon Analysis and Reporting) ist eine interaktive Online-Plattform. Postunternehmen in den Mitgliedsländern des Weltpostvereins, darunter auch Deutschland, können damit ihre Treibhausgasemissionen analysieren und melden, sowie Möglichkeiten zur Verringerung der Treibhausgasemissionen identifizieren. So findet eine Ende-zu-Ende Messung auf Einzelsendungsebene statt: lokal, regional und weltweit

Zuordnung von CO2– & Treibhausgas- Emissionen zu einzelnen Paketen.
Harmonisierte europäische und globale Regeln und Normen zur Quantifizierung, Zuordnung und Berichterstattung der Umweltauswirkungen von Paketlogistik-Zustelldiensten auf Einzelpaketebene sind unerlässlich. Nur so kann man das Ziel „Netto-Null-Emissionen“ von Treibhausgasen (THG) und anderen indirekten/direkten Luftschadstoffen erreichen.

Immer wenn einzelne B2C-Lieferungen (Einzelpakete mit Gütern/Waren) eingesammelt und vom ersten Paketdienst entgegengenommen werden (d. h. Lagerung und Erfüllung), für Fracht und Transport (d. h. globale multimodale Lieferketten) konsolidiert, zur Endsortierung empfangen und gemäß Präferenzen des Endempfängers zugestellt werden, sind obligatorisch vorgeschriebene und im Voraus elektronisch auszutauschende Datenelemente verfügbar (z. B. nach dem globalen Datenmodell des Weltpostvereins; nach dem Zolldatenmodell der EU, oder auch nach den Vorgaben der IATA nach „Preloading Advance Cargo Information (PLACI). Selbst wenn es sich um einen vereinfachten Datensatz handelt, sind die heute verpflichtenden Datenelemente dazu angelegt durch Daten ergänzt zu werden, um Umweltauswirkungen der Paketlogistik und der Zustellvorgänge auf Artikelebene zuordnen, quantifizieren und melden zu können.

Abbildung 1     Unterschiedliche Ansätze um eine „saubere (CO² neutrale) Produktion in der Zustellung von Warensendungen (Paketen, Warenbriefen) zu erreichen am Beispiel der Deutschen Post DHL Gruppe

Neue Kraftstoffe – energieeffizienter Betrieb – Routenoptimierung – wieder verwendbare Verpackungen.
Die Einführung neuer Kraftstofftechnologien, energieeffiziente Zustellung, Routenoptimierung, Verpackungsklassifizierung, Einbindung der Lieferanten und viele andere Maßnahmen müssen angepasst werden, um die Umweltauswirkungen der gesamten Wertschöpfungskette in der Paketzustellung, Ende-zu-Ende, zu messen.

Solide Überwachungsmethoden, Daten zu jeder Sendung, standardisierte Berechnungsmethoden und Berichterstattung sind unerlässlich, um die effektivste Strategie zur Reduktion der Emissionen auszuwählen, mit dem Ziel die Umweltauswirkungen in der Paketlogistik und in der Zustellung von Lieferdiensten vollständig offenzulegen.

Normung als Grundlage der Geschäftstätigkeit.
Nachhaltigkeitsberichte und Nachweise folgen dabei gesetzlichen und normativen Vorgaben. So basiert OSCAR auf der Messmethodik des „Greenhouse Gas-Protocol“ und ist ebenso mit der internationalen Norm ISO 14001 für Umweltmanagementsysteme sowie der „Global Reporting Initiative“ abgestimmt. Normen ermöglichen dabei Zertifizierungen und Audits, aber auch politische Lenkungsmaßnahmen, wie z. B. Förderungen, Quotenregistrierung und Re-finanzierung.

„Leuchtturmbeispiel“ von Normung für Konsumenten.
„Mit verbindlichen, postsektorspezifischen Messnormen zum ökologischen Fußabdruck in der Paketzustellung kann die CO²- oder THG- Belastung pro Paketsendung dargestellt werden und wird auch im Wettbewerb Berücksichtigung finden. Auch die EU-Kommission hat die Bedeutung des Post- und KEP Paketzustellmarktes erkannt. Im Oktober 2022 wird, in Umsetzung der Postdienste-Richtlinie, ein fünftes Mandat an die europäische Normungsorganisation CEN, mit entsprechenden Vorgaben vergeben.

Als Grundlage hierfür wurde die Europäischen Norm DIN EN 17837 “Ökologischer Fußabdruck der Paketzustellung – Methodik zur Berechnung und Deklaration von THG-Emissionen und Luftschadstoffen von Paketlogistik-Zustelldiensten” erarbeitet. Nach Erscheinen wird die Norm nach den Vorgaben des Unionsrechts im Amtsblatt der EU-Kommission als „Stand der Technik“ für den Postmarkt der EU veröffentlicht.

Damit wird die Methodik zur Berechnung und Deklaration von THG-Emissionen und Luftschadstoffen von Paketzustelldiensten an bestehende und weltweit geltende Normen angeglichen. (ISO/DIS 14083; EN 16258 – beide speziell für den Transport (Fracht / B2B)). Mit der Erarbeitung der ökologischen Fußabdrucknorm in der Paketzustellung (EN 17837) wird den speziellen Anforderungen der Paketzustellung für den digitalen Einzelhandel Rechnung getragen. Die gesamte Wertschöpfungskette der Paketzustellung von der Abholung bis zur endgültigen Zustellung beim Endkonsumenten wird abdeckt.

Weltpostverein hat eine eigene Plattform zu CO² / THG Emissionsmessung aufgebaut.
Die 192 Mitgliedsstaaten des Weltpostvereins haben eine eigene Plattform einrichtet. Es gilt als höchstwahrscheinlich, dass der WPV Kohlenstoffbilanzierung über seine OSCAR Plattform durchführen wird. Das internationale Bureau des WPV unterstützt die CO²-Bilanzierung durch OSCAR – die Online-Lösung für CO²-Analyse und Berichterstattung. OSCAR steht allen WPV Mitgliedern kostenlos zur Verfügung. Benutzer können die THG-Emissionen den postalischen Zustellkettenbereichen 1, 2 und 3 mit Hilfe der OSCAR-Plattform abschätzen. Die erste umfassende Datenkampagne für 2021 wurde am 13. Juni 2022 gestartet. Die Kampagne endet am 1. November 2022.

 

Abbildung 2     Quelle Weltpostverein – OSCAR (Online Solution for Carbon Analysis and Reporting) ein Werkzeug des WPV zur Messung und Analyse des CO² Fußabdrucks im Postmarkt

Als internationales Netzwerk arbeitet der logistic-natives e.V. an dieser Thematik aktiv mit und hat sich diesbezüglich effektiv und pragmatisch positioniert. Wer Interesse an der Thematik oder weiteren marktrelevanten Gestaltungsmöglichkeiten hat, ist herzlich willkommen und meldet sich bitte bei Florian.Seikel@logistic-natives.com oder bei Walter.Trezek@logistic-natives.com.

 

LOGISTIK express Journal 4/2022

EU Harmonisierung digitaler Warensendungsdokumente (Einzelsendung)

Der Postmarkt der Europäischen Union (Kurier-, Express-, Paket- und Postzustellung) wird weiter harmonisiert. Aufgebaut wird auf früheren Arbeiten im Bereich elektronische fortgeschrittene Daten (EAD) für Transportsicherheit und Zoll im globalen Postnetz des Weltpostvereins, sowie den Arbeiten in der EU für die Mehrwertsteuergesetzgebung im E-Commerce und die Transportsicherheit (s.g. Import Control System 2 / ICS2).

Immer wenn B2C-Lieferungen eingesammelt, für Fracht und Transport konsolidiert, zur Sortierung entgegengenommen und zur Endlieferung, gemäß der Präferenzen des Endempfängers versandt werden, werden elektronische Datenelemente zu jeder Warensendung im grenzüberschreitenden Verkehr ausgetauscht. Diese Daten folgen stellen nach dem „Global Data Model“ des Weltpostvereins; als Teil des  EU-Zolldatenmodells; oder nach der „Preloading Advance Cargo Information“ (PLACI) der IATA Mindestanforderungen dar. Die genannten Datenaustauschmodelle stellen den Ausgangspunkt für eine zukünftige Harmonisierung dar.

Das zweistellige Wachstum des B2C-Liefervolumens, das sich voraussichtlich, nach einem Ukrainebedingten Einbruch, in den nächsten 5 Jahren fort. Zunehmend stellt sich der Einzelhandel auf ein vernetztes und datengestütztes Datenmodel um, dass einen Vorabdatenaustausch entlang der Warenwirtschaftskette über den Inhalt von Sendungen sowie die Zustellmittel bedingt.

Zusätzlich zu den, bereits heute obligatorischen Mindestanforderungen an Datenelemente in grenzüberschreitenden Datenaustausch umfasst dies:

  • Eindeutige Beschreibung und Deklaration der Einzelhandelsware auf Einzelpositionsebene:
    • Konformitätserklärungen von Versendern/Herstellern, oder
    • Erklärung zur Einhaltung nationaler und harmonisierter regionaler Vorschriften und Gesetze
    • Zuordnung der korrekten Zölle und Gebühren
  • Eindeutige Transportidentifikation: Ein eindeutiger Barcode (auch bei mehreren Zustelldiensten), der es Behörden oder Logistikdienstleistern ermöglicht, bei Bedarf auf Daten auf Einzelebene zuzugreifen
  • Auf Einzelsendungsebene zugeordnete CO²- und Treibhausgasemissionen, um zu ermöglichen:
    • Messung und Berichterstattung auf Einzelsendungsebene
    • Zuweisung zusätzlicher Kosten (oder damit verbundener Entschädigungen)
  • Art, Größe und Wiederverwendbarkeit von Verpackungen, die sowohl für die Einzelhandelsware, als auch für den Behälter in jeder B2C-Lieferung verwendet werden.

Die Digitalisierung von Warensendungsdokumenten ist ein neuer Arbeitsauftrag an das Europäische Komitee für Normung (CEN). Es fördert die Interoperabilität zwischen nationalen Netzen und unterstützt einen effizienten postalischen Universaldienst in Europa. Es ist die Grundlage für die obligatorische digitale Ende-zu-Ende Dienstleistungserbringung auf Einzelsendungsebene (von der Abholung/Übergabe an die ersten Logistiker bis zur endgültigen Zustellung beim Endempfänger). Ziel ist es, die Transportsicherheit, Produktsicherheit und umweltfreundliche Lieferung von B2C-Zustellungen zu gewährleisten, die für einen voll funktionsfähigen digitalen Binnenmarkt erforderlich sind.

Wer weitere Details über das Thema erfahren möchte oder aktiv an der Ausgestaltung der Zukunft mitarbeiten möchte, sollte logistic-nativ werden und wendet sich bitte an Florian.Seikel@logistic-natives.com oder an Walter.Trezek@logistic-natives.com.

 

LOGISTIK express Journal 4/2022

Onlinehändler ASOS setzt auf volle Datentransparenz mit KiSoft Analytics

Wer ernsthaft E-Commerce betreiben will, braucht Daten. KiSoft Analytics liefert uns alle wichtigen Daten auf einen Blick. Mit dieser smarten Datenbasis können wir aktuelle Anforderungen wie den Black Friday, aber auch zukünftige Anforderungen des E-Commerce meistern.

Beitrag: Redaktion.

Daten haben in unserer modernen Welt einen hohen Stellenwert: Natürlich auch in der Logistik und bei der Gestaltung von Supply-Chain-Netzwerken, die einerseits die Wünsche der Kunden erfüllen und andererseits Retailer dabei unterstützen, erfolgreich zu wirtschaften. Damit aus der ungeordneten Datenflut qualitativ hochwertige Informationen entstehen, die als Grundlage für operative und strategische Entscheidungen dienen, helfen intelligente Analyse-Tools wie KiSoft Analytics. Der führende Onlinehändler für Mode, Beauty und Lifestyle ASOS nutzt KiSoft Analytics, um Herausforderungen wie den Black Friday mit der Macht der intelligenten Daten zu meistern.

Topmodernes E-Com Fulfillment im Eurohub 2.
Die Herausforderungen an Onlinehändler sind heute groß: Kunden erwarten schnelle Lieferung, eine große Anzahl an Retouren muss effizient bearbeitet werden und Peaks wie der Black Friday oder der Singles‘ Day sind zu meistern. Dazu kommt ein ständig wachsendes Warensortiment und vor allem im Fashion-Bereich ständig wechselnde Kollektionen. Herausforderungen wie diesen stand auch der erfolgreiche Onlinehändler ASOS gegenüber: Um sein Logistik-Netzwerk zu stärken und optimal auf zukünftiges Wachstum ausrichten, entschied sich ASOS sein Distributionszentrum Eurohub 2 in der Nähe von Berlin mit intelligenten Automatisierungslösung inklusive umfassender Software-Suite von KNAPP auszustatten. „Als wir unser Eurohub 2 geplant haben, war sehr früh klar, dass wir eine sehr hohe Lagerdichte und sehr viele SKUs mit einem kurzen Produktlebenszyklus haben werden. Nicht jede Logistiklösung ist dafür geeignet.
KNAPP erschien uns von Anfang an wie ein starker und zuverlässiger Partner. Wir sind über die Jahre miteinander gewachsen und haben Eurohub 2 von einem einfachen manuellen Lager zu einem zukunftsfähigen automatisierten Fulfillment Center weiterentwickelt“, erklärt Oliver Kraftsik, Supply Chain Director für Europa bei ASOS. Mit Hilfe des automatisierten Lagersystems kann ASOS rund 3 Millionen Stück pro Woche bearbeiten und an Kunden in 40 Länder versenden.

Erfolg am Black Friday mit strukturierten Daten.
Mit der integrierten Automatisierungslösung steht ASOS das Beste aus beiden Welten zur Verfügung: Erprobte Automatisierungstechnologie sowie eine maßgeschneiderte Software-Lösung, die alle Prozesse von ASOS abbildet. Ein Teil der umfassenden KiSoft-Suite ist das intelligente Analyse-Tool KiSoft Analytics. Mithilfe von KiSoft Analytics kann ASOS Daten aus allen logistischen Prozessen optimal nutzen, bewerten und als Grundlage für kurzfristige oder auch langfristige Entscheidungen heranziehen. „Uns war besonders wichtig, dass wir granulare Daten unserer Prozesse erhalten, denn damit können wir unsere Prozesse überwachen und optimieren.

Dafür ist KiSoft Analytics für uns genau das richtige Tool. Wir können tief in Echtzeit-Daten einsteigen und die Daten sind optisch ansprechend aufbereitet. KiSoft Analytics hilft uns dabei, rasch und datenbasiert die richtigen Entscheidungen zu treffen“, hebt Oliver Kraftsik die Vorzüge von KiSoft Analytics hervor. Beispielsweise nutzt das ASOS-Team KiSoft Analytics, um sich optimal auf den Black Friday vorzubereiten und kann aus den historischen Daten auch wichtige Maßnahmen für zukünftige Peaks ableiten. „Daten sind elementarer Bestandteil für jeden, der ernsthaften E-Commerce betreiben will. Gerade für die Herausforderungen, die der ganzen Branche bevorstehen, sind Tools wie KiSoft Analytics in Kombination mit soliden Logistiklösungen wesentlich“, ist sich Oliver Kraftsik sicher. (RED)

 

LOGISTIK express Journal 4/2022

Es braut sich ein Sturm zusammen

Der 7. eCommerce Logistik-Day widmete sich erneut der Zukunft des Online-Handels und bot neben spannenden Diskussionen konkrete Lösungsansätze für die Bereiche Intralogistik und den Paketversand. Als Hybrid-Event war die Veranstaltung nur für einen exklusiven Teilnehmerkreis in den Räumen des Österreichischen Handelsverbandes live erlebbar. Sämtliche Vorträge und Podiumsdiskussionen wurden jedoch aufgezeichnet und sind – wie schon im Vorjahr – in voller Länge abrufbar.

Redaktion: Marcus Walter.

7.ECOMLOG22 – „Als wir vor sieben Jahren den 1. eCommerce Logistik-Day durchführten, hatten wir im Vergleich zur Gegenwart eigentlich gar keine Probleme.“ Mit diesem Rückblick eröffnete Moderator und Mitorganisator Bernd Kratz am 8. September die bereits siebte Auflage der renommierten Fachveranstaltung für den Onlinehandel. „Im Gegensatz zu damals haben wir mittlerweile sechs Krisen“, betonte Kratz. Der geschäftsführende Gesellschafter der Management-Beratung EMA ist zugleich Mitgesellschafter des Instituts des Interaktiven Handels IDIH, einem der eComLog-Kooperationspartner.

40 Schiffe vor der Deutschen Bucht.
Zur Coronakrise sei als zweite Krise die Unzuverlässigkeit im Schiffsverkehr hinzugekommen. Als Beispiele nannte er den Unfall im Suezkanal und den derzeitigen Stau von bis zu 40 Containerschiffen in der Deutschen Bucht, die seit längerem auf ihre Löschung warten. Aber das sei laut Kratz erst der Anfang. „Denn es gibt noch viele weitere Schiffe, die jetzt noch in China liegen. Wenn die dort freikommen, dann haben wir sechs bis acht Wochen später eine Flut von Schiffen, die in Deutschland gelöscht werden müssen.“ Unternehmen wie Lidl hätten bereits auf diese Krise reagiert und in eigene Schiffskapazitäten investiert. Die dritte Krise sei die Invasion Russlands in der Ukraine und die vierte Krise die Klimakrise. Der ausbleibende Regen hat bei den Flüssen zu niedrigen Pegelständen geführt, so dass sie die Binnenschiffe zum Teil nur noch mit geringer Auslastung befahren können. „Das heißt, das wir die Ware nicht mehr ins Hinterland befördern können, ohne verstärkt auf den LKW umzusteigen“, stellte Kratz fest. Als fünfte Krise nannte er den Fachkräftemangel im gewerblichen Bereich. Diese sei unter anderem dafür verantwortlich, dass Schiffe nicht mehr in gewohntem Tempo entladen werden können. Die sechste Krise sei schließlich die Energiekrise in Folge der EU-Boykottmaßnahmen gegenüber Russland. „Heute wollen wir diskutieren, welche Folgen die genannten Krisen auf den elektronischen Handel haben“, so Kratz

Lager bietet hohes Automatisierungspotenzial.
Joachim Kieninger, Director Strategic Business Development von Element Logic, griff in seinem Vortrag die genannten Krisen auf. „Die Politik soll zunächst die selbstgemachten Krisen lösen. Wir kümmern uns dann um den Rest,“ lautete sein Credo. Durch die Corona-Pandemie habe der Personalmangel in bestimmten Branchen weiter zugenommen. In dieser Situation sei das Automatisieren von Prozessen im Lager eine passende Antwort. „Die Prozesse im Lager bieten ein hohes Potenzial für Automatisierung“. Hier kämen vor allem die Ware-zur-Person-Kommissionierung in Frage. Diese könne zudem mit der Roboterkommissionierung von Einzelteilen und automatische Kartonaufrichter ergänzt werden. „Das Eliminieren der Wegezeiten bei der Ware-zur-Person-Kommissionierung durch ein AutoStore-Lager ist ein riesiger Hebel“, hob Kieninger hervor, der anschließend noch einige bereits realisierte Kundenlösungen vorstellte.

Bei den Installationen komme es vor allem auf Zuverlässigkeit, Skalierbarkeit und eine optimale Nutzung der vorhandenen Flächen an.
Andreas Miller, Principal Strategic Project Manager bei der Knapp AG, stellte in seinem anschließenden Vortrag Alternativen zur skandinavischen AutoStore-Lösung vor. Mit dem Open Shuttle Store bieten die Österreicher eine pragmatische und leicht skalierbare Automatisierung für bestehende Behälterlager mit herkömmlichen Lagergängen. Die Shuttles fahren autonom und können den Einsatz von manuell betriebenen Flurförderzeugen ersetzen. Diesbezügliche Projekte seien einfach und schnell umzusetzen.

Stammdaten sind oft das Problem.
Auf der Plattform „Digital2go“ hat Knapp zudem eine Reihe intelligenter Produkte versammelt wie zum Beispiel den KHT MultiScan. Dabei handelt es sich um einen mobilen Tisch, der das Erfassen von Stammdaten inklusive der Maße und Gewichte erleichtert. „Je besser die verfügbaren Daten über meine Produkte sind, desto besser kann ich damit arbeiten“, ist Miller überzeugt. „Stammdaten sind der erste Schritt für eine Automatisierung und genau hier liegt oft das Problem.“

Als dritter Referent erläuterte Thomas Hagen, Head of AutoStore & Automatisation bei der österreichischen Post AG, wie sein Unternehmen als Fulfillment-Dienstleister auf die gestiegenen Anforderungen und Erwartungen an die Paketlogistik reagiert. Im Spannungsfeld zwischen Echtzeitdaten, Retouren und Personalengpässen habe sich die Post für den Bau einer AutoStore-Anlage entschieden. Mit der Investition werden die bestehenden Prozesse im benachbarten Hochregallager ergänzt.

Flexibel durch Outsourcing.
Der Vortrag von Petra Dobrocka, Chief Commercial Officer und Gründerin der byrd Technologies GmbH, beschäftigte sich mit Strategien für Onlinehändler, um flexibel auf Umsatzschwankungen reagieren zu können. Das österreichische Startup byrd ist ein Dienstleister für derzeit rund 350 eCommerce-Unternehmen und übernimmt für diese die Bereiche Lagerung sowie das Verpacken und Versenden der Aufträge. Durch den Einsatz eines externen Logistikdienstleisters minimieren die Händler ihre Fixkosten, wodurch sich auch Nachfragerückgänge und Wirtschaftskrisen gut verkraften lassen. Zugleich könne man sich durch das Outsourcing auf die Kernbereiche wie zum Beispiel das Optimieren des Sortiments oder des Shopsystems konzentrieren. Rainer Will, Geschäftsführer vom Handelsverband Österreich, versorgte die Teilnehmer wieder mit einem Feuerwerk an Zahlen und Fakten zum derzeitigen Zustand der Branche. „Ich würde gerne Zuversicht verbreiten, aber die Zahlen sprechen eine andere Sprache“, so Will. Vor allem die Energiepreise würden dem Handel stark zu schaffen machen.

Strom um 1.400 Prozent teurer.
Die Großhandelspreise für Strom seien im Vergleich zum Sommer 2021 um 1.400 Prozent gestiegen. Nicht zuletzt deshalb befinde sich das Konsumvertrauen der Verbraucher auf Talfahrt. „Wer einen großen Teil seines Einkommens für Energie ausgeben muss, kann weniger konsumieren“, stellte Will fest. Es sei demnach nicht verwunderlich, dass der Handel in Österreich insgesamt einen Umsatzrückgang von 3,3 Prozent verzeichnet. Mit einem Minus von 17,3 Prozent ist der Kfz-Handel besonders stark betroffen. Auch der Personalmangel spiele dabei eine Rolle: Gegenwärtig könne die Branche 19.000 Stellen nicht besetzen. Vor diesem Hintergrund richtet der Handelsverband klare Forderungen an die Politik: Der Arbeitsmarkt müsse umfassend reformiert werden und es müsse einen Energiekostenzuschuss für alle Handelsbetriebe geben. Außerdem empfiehlt der Verband eine Abgaben- und Gebührenreform sowie eine weitere substanzielle Senkung der Lohnnebenkosten. Schließlich würde auch die Einführung einer globalen Mindeststeuer für eine Verbesserung der Lage sorgen.

Unglaubliche Auswirkungen.
Von der Politik zurück zur Versandlogistik beförderte anschließend der Vortrag von Walter Trezek, der Vorsitzende des beratenden Komitees des Weltpostvereins. Weltweit sei ein weiter anhaltendes starkes Wachstum der Paketlogistik zu erwarten, wobei China zu den Treibern dieser Entwicklung gehöre. „In China werden mittlerweile 52,8 Prozent des Einzelhandels digital abgewickelt,“ berichtete Trezek. Dies habe „unglaubliche Auswirkungen auf die Infrastruktur“. Wer wissen möchte, wie unsere Infrastruktur in sechs bis sieben Jahren aussieht, muss nur nach China schauen“, empfiehlt Trezek. Mit Blick auf andere Kontinente betonte Trezek, dass sich in der Branche derzeit „ein Sturm zusammenbraut“. In Europa würden wir davon zur Zeit am stärksten getroffen. In Folge der steigenden Energie- und Nahrungsmittelpreise sowie der Finanzkrise gehe das verfügbare Einkommen der Konsumenten zurück. Trezek hielt seinen Vortrag gemeinsam mit Florian Seikel, Geschäftsführer der Logistic Natives. Seikel wies darauf hin, dass in jeder Krise auch eine Chance stecke. „Wer sich jetzt als Händler komplett digitalisiert, hat in der Zukunft einen Wettbewerbsvorteil“, so Seikel.

Realismus statt Ideologie.
Das Überwinden von Krisen thematisierte auch Oliver Wagner, Geschäftsführer des Zentralverbands Spedition & Logistik. „Die österreichische Logistikbranche hat die Coronakrise hervorragend gemeistert und die Bedeutung der Logistik verstärkt in das öffentlich Bewusstsein gerückt“, so der Verbandschef. Während des Lockdowns sei eine sehr sachorientierte Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungsträgern möglich gewesen – ein Zustand, den sich Wagner auch für andere Zeiten wünschen würde. Was die Dekarbonisierung und den Klimaschutz angehe, seien sich die Spediteure ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst. Man brauche jedoch realistische Rahmenbedingungen anstelle praxisferner Ideologien. Selbst im Jahr 2040 werde der Straßengüterverkehr noch der beherrschende Verkehrsträger sein.

Fehlende Vorbildfunktion.
Auch Wolfgang Kubesch, Geschäftsführer der Bundesvereinigung Logistik Österreich, ging in seinem sehr kurzweiligen Vortrag mit der Politik streng ins Gericht. Trotz einseitiger Abhängigkeit von Gas und Öl aus Russland habe die Regierung bislang kaum etwas unternommen, um dieses Ungleichgewicht abzubauen. Außerdem vermisse Kubesch die Vorbildfunktion des Staates und der Entscheidungsträger beim Energiesparen. Zudem konstatierte er, dass die bisherige Politik westlicher Industriestaaten des „Wandels durch den Handel“ offenbar gescheitert ist. Die Zahl autokratisch geführter Staaten sei nicht zurückgegangen, sondern weiter gestiegen, während die Demokratie auf dem Rückzug sei.

Ergänzt und vertieft wurden die Vorträge durch zwei von Bernd Kratz moderierte Podiumsdiskussionen. Während der ersten Runde ging Kratz der Frage nach, welche konkreten Erfahrungen Produzenten und Lieferanten im Rahmen der Krise gemacht haben. In der zweiten Podiumsdiskussion standen die Erfahrungen des Handels im Vordergrund. Bei Interesse können beide Podiumsdiskussionen und sämtliche Vorträge des 7. eCommerce Logistik-Days in vollständiger Länge auf www.logistik-express.com und unter https://logfair.online abgerufen werden. (MW)

 

LOGISTIK express Journal 4/2022

Vom Kataloggeschäft zum Platzhirsch im E-Commerce

Die Otto Group bietet Amazon die Stirn: mit mehr als 400 Millionen Euro Jahresumsatz allein am österreichischen Markt zeigt das Unternehmen, wie man mit vielfältigem Portfolio global erfolgreich sein kann.

Beitrag: Redaktion.

Es ist die Zeit, in der der Vertrag von Maastricht den Weg für eine einheitliche europäische Währung ebnet. Die Zeit, in der erstmals seit zwei Jahrzehnten bei einer großen internationalen Konferenz in einem globalen Rahmen Umweltfragen diskutiert werden. Und es ist auch die Zeit, in der die Otto Group in den österreichischen Markt eintritt: mit der Übernahme des Versandhauses „Moden Müller“ Anfang der 1990er-Jahre, aus dem 1992 OTTO Österreich hervorgehen wird.

Seit drei Jahrzehnten steht die Marke nun auf wirtschaftlich soliden Beinen. Und das trotz der kompletten Änderung des Geschäftsmodells vom Katalogversender zum Onlinehändler: Verzeichnet man beim Onlineumsatz seit 1998 doch ein durchschnittliches Wachstum pro Jahr von 24 Prozent [1]. Im abgelaufenen Geschäftsjahr (1. März 2021 bis 28. Februar 2022) erwirtschaftet man einen Gesamtumsatz von 100 Millionen Euro (IFRS 15).

OTTO Österreich ist aber nur eines von vielen Beispielen, bei denen die Otto Group den Weg in die Welt hinaus ging. Prof. Dr. Michael Otto, Vorsitzender des Konzern-Aufsichtsrats, über den Beweggrund, aus dem familiengeführten Einzelunternehmen mit Sitz in Hamburg eine global agierende Unternehmensgruppe zu machen: „Wir haben bereits in den 1980ern begonnen, uns zu internationalisieren und zu diversifizieren. So können konjunkturelle und sektorspezifische Schwankungen besser aufgefangen werden.“ Und so ist man heute eine Handels- und Dienstleistungsgruppe, zu der die beiden großen Online-Plattformen OTTO und About You genauso zählen wie Markenkonzepte (Bonprix, Crate and Barrel, Witt) undHandelskonzepte (Baur, Freemans Grattan, Limango). Im stationären Bereich ist man mit Frankonia, Mytoys und Manufactum vertreten. Dazu kommen Services wie von Hermes, Finanzdienstleistungen von EOS und Hunderte von Beteiligungen an Start-ups. Mit 43.000 Mitarbeitenden ist die Otto Group in rund 30 Ländern aktiv und erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr (1. März 2021 bis 28. Februar 2022) einen Umsatz von 16,1 Milliarden Euro (IFRS 15), davon 12,1 Milliarden Euro reinen Onlinehandelsumsatz.

In Österreich gehen die Aktivitäten des Konzerns weit über jene der UNITO-Marken OTTO Österreich, UNIVERSAL, QUELLE und LASCANA hinaus. „Wir sind hier auch mit About You, Bonprix, Frankonia, Mytoys, Witt und Hermes vertreten – und wir sind seit vier Jahren mit dem Warenhaus Manufactum Am Hof in Wien auch stationär präsent. Wir erwirtschaften einen Umsatz von 431 Millionen Euro [2] und haben damit eine gewisse Bedeutung auf dem österreichischen Handelsmarkt“, stellt Prof. Dr. Michael Otto fest. Dass es den einstigen Kataloghändler OTTO im Jahr 2022 noch gibt, hat mit der unternehmerischen Diversität zu tun – aber auch mit der Tatsache, technisch stets am Puls der Zeit gewesen zu sein. Schon in den 1990ern setzte man auf E-Commerce, 1995 brachte man das gesamte Sortiment ins Internet – in einer Zeit, in der in Österreich etwa gerade einmal neun Prozent der Bevölkerung [3] Zugang zum
Internet hatten.

Prof. Dr. Michael Otto dazu: „Von den früheren großen Katalogversendern ist die Otto Group mit ihren Marken der letzte, der überlebt hat. Ich bin als CEO mit meinem jeweiligen Technikvorstand ab den 1980ern regelmäßig in die USA gereist, um zu sehen, an welchen technologischen Entwicklungen gearbeitet wird. Zentral für unseren Erfolg ist, dass wir Technologie zu einem frühen Zeitpunkt für den Nutzen der Kundinnen und Kunden eingesetzt haben.“

Die Otto Group war und ist aber nicht nur technisch stets am Puls der Zeit, in Bezug auf Nachhaltigkeit war sie der Zeit mitunter sogar voraus. Prof. Dr. Michael Otto, der vielen als Vorreiter unternehmerischer Nachhaltigkeit gilt: „Der erste Bericht des Internationalen Club of Rome, in dem ich heute Mitglied bin, hat mich berührt. Das hat mich zum Nachdenken gebracht und ich habe gesagt: Jede Bürgerin, jeder Bürger, jede Unternehmerin, jeder Unternehmer muss erst einmal bei sich anfangen und einen Beitrag leisten.“ Und das tat und tut die Otto Group seit damals: Ab Mitte der 1980er-Jahre wurden konzernweit nachhaltige Prozesse und Produkte eingeführt. So konnten etwa die CO2-Emissionen in den vergangenen Jahren halbiert werden. Aber auch für die Zukunft sind die Ziele hochgesteckte:

Bis 2030 strebt man Klimaneutralität an.
OTTO Österreich, das seit Anfang 2021 alle Sendungen CO2-neutral zustellt, ist seit 1. Juli 2022 klimaneutral. „Wir agieren nach dem Grundprinzip Vermeidung, Reduzierung, Kompensation. Sind alle Möglichkeiten, schädliche Klimagase zu vermeiden und zu reduzieren, ausgeschöpft, kompensieren wir unvermeidbare Emissionen mit Projekten höchsten Qualitätsstandards – und das zu zehn Prozent mehr als wir an Emissionen verursachen“, erklärt Mag. Harald Gutschi, Sprecher der Geschäftsführung der UNITO-Gruppe.

Der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Lage begegnet man im gesamten Konzern mit Respekt. Prof. Dr. Michael Otto dazu: „Ich habe in meinen weit mehr als 50 Berufsjahren manche Herausforderung erlebt – aber diese ist eine besondere. Aus der Corona-Pandemie haben wir es noch immer mit Störungen auf der Beschaffungsseite zu tun, die sich durch den Krieg in der Ukraine und die drohenden Auseinandersetzungen mit China erheblich verschärft haben. Der Krieg, die Inflation, die Ängste der Bürgerinnen und Bürger und die Energiekrise verschärfen die Absatzprobleme. Das alles führt in vielen Ländern Europas zu einer erheblichen, in Deutschland einmalig großen Nachfrageunlust.“ Man sei derzeit aber digital, kund*innenmäßig sowie finanziell sehr gut aufgestellt und halte am Kurs der Investition in Digitales, Logistik und neue Geschäftsfelder fest. Spuren hinterlassen werde die Krise aber dennoch – beim Umsatz und insbesondere beim Ertrag, da man in dieser angespannten Situation höhere Einstandskosten nicht zur Gänze an Kund*innen weitergeben könne.

2023 werde laut Mag. Harald Gutschi auf jeden Fall noch herausfordernd, bei OTTO
Österreich plane man mit einem vorsichtigen Wachstum von fünf bis zehn Prozent statt der ursprünglich anvisierten zehn Prozent. Generell sieht der Sprecher der Geschäftsführung der UNITO-Gruppe das Unternehmen aber in einer privilegierten Lage: „Mit unserem Geschäftsmodell ist alles weitestgehend organisierbar. Wir können etwa rasch über Werbekosten entscheiden – diese runterfahren, wenn das nötig ist, und genauso schnell wieder hochfahren, wenn sich die Lage entspannt. Da geht es uns viel besser als anderen Unternehmen.“ (RED)

[1] Betrachtung Onlineumsatz Kalenderjahttps://www.unito.at/presse/hr 1998 (Gründung des Onlineshops ottoversand.at) bis Kalenderjahr 2021

[2] Betrachtung Geschäftsjahr 2021 (1. März 2021 bis 28. Februar 2022), ohne Umsatzangaben der Onlineplattform About You

[3] Quelle: Statista-Dossier, veröffentlicht am 2. März 2022; Basis österreichische Bevölkerung ab 14 Jahre

 

LOGISTIK express Journal 4/2022

Inflation und Kaufkraftverlust lassen Handelsumsätze einbrechen

Im zweiten Quartal sind die Verkaufszahlen in Österreich real um 3,3 Prozent zurückgegangen. Der KfZ-Handel verliert mit 17,3 Prozent massiv. Starke Verluste müssen auch die Lebensmittel-, Möbel- und Elektrohändler verkraften. Selbst der eCommerce-Boom ist vorläufig vorbei.

Beitrag: Rainer Will.

Der österreichische Handel musste im zweiten Quartal 2022 laut Statistik Austria einen inflationsbereinigten Umsatzrückgang von 3,3 Prozent verkraften. Im Lebensmitteleinzelhandel liegt das Minus bei 5,1 Prozent, im KfZ-Handel sogar bei 17,3 Prozent. Der preisbereinigte Halbjahresvergleich für 2022 zeigt für den gesamten Handel keine Umsatzveränderung. Allerdings hatten die heimischen (Non-Food-)Handelsbetriebe im ersten Halbjahr 2021 noch bis zu 8 Lockdown-Wochen geschlossen. Daher wird hier tatsächlich ein dickes Minus verzeichnet.

Situation im KfZ-Handel dramatisch.
Summa summarum verzeichnete der Handel heuer im zweiten Quartal in fast allen Warengruppen deutliche Verluste aufgrund der multiplen Krisen, die einen massiven Kaufkraftrückgang ausgelöst haben. Das dickste Minus verzeichnet der Autohandel, bei dem die Umsätze in Q2 im Vergleich zum Vorjahr um fast ein Fünftel eingebrochen sind. Für die Branche ist das ein Kahlschlag sondergleichen. Im Lebensmitteleinzelhandel zeigt das Minus deutlich, dass sich drei Viertel aller Menschen inflationsbedingt auf den Kauf günstiger Lebensmittel beschränken müssen.

Die neuesten Zahlen der Statistik Austria und das jüngste Konsumbarometer des Handelsverbandes bestätigen die dramatische Lage im Handel, auf die der Handelsverband schon seit Monaten hinweist. 83 Prozent der Bevölkerung bereitet die Teuerung große Sorgen. Bereits ein Viertel der Menschen hat Konsumschulden, ein Fünftel muss sich auf den Kauf lebensnotwendiger Güter beschränken. Die Verdoppelung der Insolvenzen ist ein erstes Resultat dieser Effekte. Wenn die Politik nicht rasch gegensteuert, droht 6.000 Handelsbetrieben bis Jahresende die Schließung.

Onlinehandel: Boom vorbei.
Bereits jetzt ist klar, dass viele Geschäfte des nicht-lebensnotwendigen österreichischen Handels im vierten Quartal einen Überlebenskampf führen werden. Der Flächenschwund im Non-Food-Handel – minus 500.000 Quadratmeter in 2021 – wird sich heuer wegen der Energiekrise und der Teuerungswelle eklatant beschleunigen. Laut einer bundesweiten Befragung des Handelsverbandes wird im Gesamtjahr 2022 fast die Hälfte der österreichischen Händler aufgrund der explodierenden Kosten für Strom und Gas einen Verlust erwirtschaften, wobei insbesondere KMU-Betriebe betroffen sind. 60 Prozent der kleinen und mittelgroßen Handelsbetriebe haben bereits mit einem Investitionsstopp reagiert.

Hinzu kommt: Selbst der Onlinehandel, Wachstumskaiser in der letzten Dekade und gallisches Dorf während des ersten Coronapandemie-Jahres, kommt inflationsbedingt ins Straucheln. Im zweiten Quartal 2022 sind die Umsätze hierzulande um 4,8 Prozent eingebrochen. Der eCommerce-Boom ist bis auf weiteres vorbei. Der Handelsverband Österreichs fordert Energiekostenzuschuss für alle Händler.

Fazit: Die Energie-Krise, der Ukraine-Krieg, die höchste Inflationsrate seit 1975, der schwache Euro und die pandemiebedingten Kapazitätseinschränkungen in Asien stellen für den österreichischen Handel, der in Österreich 600.000 Mitarbeiter beschäftigt, eine existenzielle Bedrohung dar. Die Herausforderungen werden sich 2023 noch verstärken, wenn die Energiepreiserhöhungen bei den Konsumenten und Unternehmen voll schlagend werden und die verfügbare Kaufkraft weiter sinkt. 6.000 Händler geben an bis Jahresende zu schließen, daher braucht es eine zeitnahe politische Reaktion auf diese Ausnahmesituation, auch um Stadt- und Ortskerne zu erhalten.

Der Handelsverband fordert erstens einen Energiekostenzuschuss für alle Handelsbetriebe, zweitens eine umfassende Arbeitsmarktreform, um dem Personalmangel entgegenzuwirken, drittens eine durchgängige Abgaben- und Gebührenreform, insbesondere die Abschaffung der Mietvertragsgebühr, und viertens eine weitere substanzielle Senkung der Lohnnebenkosten zur Entlastung der österreichischen Unternehmen. (RED)

LOGISTIK express Journal 4/2022

LOGISTIK express Journal 4/2022

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LE 4/2022, Inhalte: 

03 Inhalt / Editorial / Impressum
04 Einmal hin, einmal her, rundherum das ist nicht schwer
08 Aktuelle Herausforderungen – vier Krisen belasten die Wirtschaft
10  Was tun, wenn nichts mehr geht? Blackout-Vorsorge-Ratgeber
14  Inflation und Kaufkraftverlust lassen Handelsumsätze einbrechen
16  Onlinehändler-Studie: Steigende Kosten und Lieferschwierigkeiten
18  Wie der Computer zum intelligenten Wesen wird
22  Mehr Effizienz in der Logistik dank Künstlicher Intelligenz
26  Wie wird Künstliche Intelligenz das Geschäftsleben beeinflussen?
30  EU Harmonisierung digitaler Warensendungsdokumente
32  Ökologisierung und CO² Neutralität in der Paketzustellung
36  Vom Kataloggeschäft zum Platzhirsch im E-Commerce
40  ECOMLOG22 – Es braut sich ein Sturm zusammen
46  AWS unterstützt Deutschland bei seinem digitalen Wandel
50  Hadolt-Gruppe managt digitale Logistik im LKH-Univ.-Klinikum Graz
52  Herausforderungen und Hindernisse in der Industrielogistik
56  Strategie und Planung als Basis erfolgreicher Logistik
60  Onlinehändler ASOS setzt auf volle Datentransparenz mit KiSoft
62  Am Puls der Zeit mit dematic
66  Langfristige Investitionssicherheit mit AutoStore von Element Logic
70  China Lieferketten -Dürre im Land der Mitte
74  Hafen Wien feiert runden 60er
76  Yabba Dabba Doo! Wir bei den Flintstones
80  ÖBB und Hafen Triest bringen Impulse für Standort Kärnten
84  Ein Land im Niedergang: Deindustrialisierung schreitet voran
90  Krisen sind wichtig! Krisen sind Chancen!
94  Nur 20 Prozent der Jobanzeigen werben mit mehr Geld
96  Menschen in Bewegung
98  Vielen Dank für Ihr Interesse an unseren Leistungen & Services

 

LOGISTIK express Journal 4/2022

Wenn’s wirklich wichtig ist… Post investiert in e-fulfilment

Der Onlinehandel boomt unbestritten. Als Paketversanddienstleister Nr. 1 in Österreich bietet die Post eine umfangreiche Servicepalette fürs E-Commerce-Business. Um an der Spitze zu bleiben, ist Automation das Zauberwort. Logistik express im Gespräch mit Wolfgang Einer, Executive Vice President, Österreichische Post AG.

Beitrag: Angelika Gabor.

Die Volatilität bei der Nachfrage bedingt flexible, skalierbare Intralogistiksysteme. Welche Lösung ist hier die beste?
Es gibt keine one-fits-all-Lösung. Wir haben uns für eine AutoStore-Anlage entschieden, ein automatisiertes Lager- und Kommissionierungssystem. Denn selbst im Drei-Schicht-Betrieb konnten wir die Mengen manuell nicht mehr bewältigen. Derzeit wird in Enzersdorf an der Fischa die mehr als 800 m² große Anlage aufgebaut, kommendes Jahr soll sie in Betrieb gehen. Mit dieser modularen Gesamtlösung – der größten Investition in der Geschichte der Post Systemlogistik – sind wir für die Zukunft gerüstet und können die gesamte Kette für den e-Commerce in der DACH-Region anbieten.

Wie hat sich die Pandemie ausgewirkt?
Covid hat definitiv das Mengenwachstum beschleunigt, und das Onlinehandelsvolumen wird auch nicht mehr auf das Vor-Pandemieniveau zurückgehen. Wir haben 2-3 Jahre in der Entwicklung übersprungen.

Welche ist die beste Herangehensweise zur Automatisierung eines Logistikstandortes?
Wir haben den Markt ausgiebig sondiert und aus der Fülle der Anbieter auf ein paar für uns passende eingegrenzt. Früher war es leicht, gab es vor 20 Jahren ein neues System am Markt, dann war das die fixe Lösung für alle für die nächsten 15 Jahre. Aber heute sind Angebot und Auswahl schier unendlich. Die Herausforderung ist es, ein System zu finden, das einen auch in Zukunft nicht limitiert.

In welchen Bereichen gibt es noch das meiste Optimierungspotential?
Österreich ist in der Entwicklung leider noch etwas hinten, wir müssen einen Schritt zurückgehen, um die Schwachstellen zu sehen: wir müssen etwa genau überlegen, wie das Order-Management im jeweiligen Betrieb funktioniert. Die technische und physische Logistik entscheiden über Erfolg oder Misserfolg eines Shops. Hier ist es nötig, sich die Zeit zu nehmen und wirklich zu analysieren. Denn eine Homepage mit Versand allein macht noch lange keinen erfolgreichen Webshop. Der Kunde möchte die Ware zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort erhalten, und die Automatisierung hilft uns dabei.

Welche Branchen sind Ihrer Meinung nach die Automatisierungskaiser, und warum?
Unternehmen mit kleinteiligem Sortiment haben es naturgemäß immer leichter, Branchen wie etwa die Pharmaindustrie. Auch hängend transportierte Kleidung war ein Renner, geht jetzt aber zurück. Sperrige Artikel hingegen lassen sich kaum automatisieren, die erforderlichen Geräte wären zu schwer und zu groß. Keiner wird beispielsweise Fitnessgeräte automatisiert kommissionieren. Automatisierungslösungen helfen dabei, eine bestimmte Performance zu schaffen. Gleichzeitig werden Logistikflächen rarer. Jeder Kunde möchte möglichst schnell seine Ware, aber keiner möchte den dazugehörigen LKW sehen.

Stichwort Retourenhandling: wie sehen Ihre cleversten Lösungen für die unterschiedlichen Branchen aus? (Vorteile/Nachteile)
Wir von der Post sind davon überzeugt, dass sich die Retourenabwicklung in einer Transformation befindet. Früher konnte man Waren immer kostenlos zurückschicken, aber hier findet ein Umdenken statt – auch aus Gründen der Nachhaltigkeit. Es kam durchaus häufig vor, dass Kunden sich im Internet verschiedene Größen und Farben eines Modells bestellten, einen Artikel behielten und den Rest retournierten. Das hat sich in letzter Zeit geändert. Es ist ein politischer Konsens nötig, dass diese Bepreisung wichtig und richtig ist. Ich bin auch der Meinung, dass das System der Retourenabwicklung grundlegend geändert werden sollte. Ob Retouren zurück ins Versandlager gehen, oder in ein Extra-Lager, oder in eine Aufbereitung (beispielsweise waschen), oder gar in den stationären Handel. Im Idealfall ist kein weiter Transport nötig.

Gibt es eine Grenze für Automatisierung, die man nicht überschreiten sollte? (zB hinsichtlich der Komplexität)
Prinzipiell nein. Aber nicht jedes Produkt ist für eine Automatisierung geeignet. Trotzdem sind wir heute noch sehr weit von den Grenzen der Automatisierung entfernt.

Intralogistik im Jahr 2040: was erwartet uns? Was wird es Ihrer Meinung nach nicht mehr geben?
Solch eine Prognose ist unmöglich, dazu ist unsere Zeit viel zu schnelllebig. Jeder, der das behauptet, macht nur Schabernack. (AG)

Quelle: LOGISTIK express Journal 3/2022


 

Digitalisierung macht die Lieferketten fit: Planungssicherheit als Schlüssel zum Erfolg

Kaum ein Tag der letzten zwei Jahre verging ohne Störungen in der Lieferkette, aktuelle Entwicklungen lassen darauf schließen, dass das noch länger so bleibt. Unter dem neuen Motto #bringiton möchte Dematic den Kunden signalisieren, dass sie Lösungen für die intralogistischen Herausforderungen parat hat – um die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen zu sichern.

Redaktion: Angelika Gabor.

Der Markt und das Verbraucherverhalten haben sich grundlegend verändert. Ginge es nach dem Ideal der Onlineshopper, würde schon wenige Sekunden nach dem Klick der Postbote klingeln. Das ist natürlich utopisch, aber same-day-delivery ist durchaus bereits ein Thema. Die Grundlage dafür bietet eine Hochleistungslogistik: intelligente Logistiksoftware, präzise Intralogistik und skalierbare Systeme von Dematic unterstützen dabei, Kundenbedürfnisse zu antizipieren und so die Voraussetzungen dafür zu schaffen, auf was es wirklich ankommt: ein zufriedenstellendes Kundenerlebnis. Das umfasst beispielsweise auch einfache Rücksendemöglichkeiten und – ganz wichtig – fehlerfreie Lieferungen zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Skalierbarkeit für Nachfrageschwankungen
Oftmals ist es schwer, exakte Prognosen für den Erfolg eines Produktes zu erstellen. In Zeiten von Social Media und Influencern kann beispielsweise ein Kleidungsstück oder Dekorationsartikel plötzlich extreme Popularität erlangen. Die intelligente Managementsoftware von Dematic erlaubt die rasche und präzise Auftragsbearbeitung. Die Systeme erkennen, wie stark verschiedene Artikel nachgefragt werden. Dementsprechend lassen sich die Lager-Stellplätze dynamisch vergeben, um die vorhandene Infrastruktur stets optimal auszulasten.

Die skalierbaren Systeme wie der Dematic Pouch Sorter ermöglichen maximale Flexibilität und Präzision. Die intelligente Software bietet Echtzeit-Information über den jeweiligen Produktstandort, damit die Kunden so schnell wie möglich beliefert werden können. Darüber hinaus ist natürlich auch ein effektives Retourenmanagement möglich.

Digitalisierungspotential voll ausschöpfen.
Um ein tieferes Verständnis für die Marktbedürfnisse zu bekommen, hat Dematic umfangreiche Befragungen und Analysen durchgeführt. „Die Digitalisierung birgt enormes Potenzial für unsere Kundinnen und Kunden, vor allem daten- und cloudbasierter Lösungen gewinnen an Wichtigkeit. Unser Ziel ist es, die Lieferketten durch intelligente Software und transparente Datenpunkte zukunftsfit zu machen“, erklärt Bernard Biolchini, Executive Vice President EMEA bei Dematic. „Datentransparenz ist zudem der Schlüssel zu einer weiteren Gelegenheit: dem Einhalten von Lieferfristen durch das Schaffen robuster Lieferketten. Zu wissen, welche Bestellung sich wo befindet, und das zu jedem Zeitpunkt, ist ein zentraler Baustein erfolgreicher Unternehmen im E-Commerce.“

Durch die Verbindung aller Punkte in der Lieferkette wird das digitale Umfeld optimiert. Mit Hilfe von Softwarelösungen werden Daten sichtbar, transparent und agil gemacht. Das Ergebnis: ein vollständiges Bild über die Lieferketten bei gleichzeitig steter Kontrolle über alle Prozesse. „Nur mithilfe der perfekten Nutzung der Digitalisierung und Konnektivität lassen sich E-Commerce und Online-Shopping in der von den Kundinnen und Kunden erwarteten Art und Weise realisieren“, weiß Biolchini.

Durch eine nahtlose Verflechtung der Lieferketten kann ein konsistentes Kundenerlebnis erreicht werden. Parallel zu den Wünschen der Kunden müssen auch Agilität und Datenqualität steigen. Informationen über Bestellgewohnheiten sind ebenso wichtige Faktoren wie das Feedback der Kunden. „Unsere Softwarelösungen sind in der Lage, genau das zu tun – indem sie alle Punkte Ihres Ökosystems miteinander verbinden. Somit werden die Teile Ihrer Lieferketten zu einer perfekt synchronisierten Symphonie mit einem allwissenden Dirigenten zusammengeführt“ so Biolchini. Dematic Insights hilft bei der Auswertung und Nutzung des vorliegenden Datenschatzes, um Potenziale zu erkennen. Dematic stellt alle nötigen Werkzeuge zur Verfügung, um Trends frühzeitig zu erkennen und Prognosen zu erstellen.

Maximale Investitionssicherheit.
Ein volatiles Umfeld, steigende Kosten und die Nachwehen der Pandemie sind nur ein paar der Gründe, warum langfristige Investitionssicherheit eine extrem wichtige Rolle bei der Planung von Intralogistikprojekten spielt. Darum setzt Dematic zur Ausarbeitung dieser Lösungen auf ein breit gefächertes Portfolio aus Intralogistik-Hard- und –Software zur Stabilisierung der Supply Chain, um damit eine tragfähige Grundlage für die Abwicklung der Geschäfte zu schaffen – gerade, wenn volatile Märkte wenig Spielraum für Fehler lassen.

Dank ihrer Skalierbarkeit bieten die zuverlässigen Lösungen von Dematic hohe Investitionssicherheit. Die Systeme sind allesamt so konzipiert, dass man die Abläufe nie aus den Augen verliert und trotzdem bei den Gesamtbetriebskosten spart. Dabei helfen auch Energierückgewinnungssysteme und umfassende Stand-by-Modi, wichtige Punkte im Bereich Nachhaltigkeit. Ebenso relevant: mit umfassenden After-Sales-Angebot begleitet Dematic den Anlagenbetreiber über die gesamte Lebensdauer der Lösung – bei voller Kostenkontrolle.

Automatisierung gegen Arbeitskräfte- und Platzmangel.
Ob man es möchte oder nicht, angesichts immer mehr offener Stellen im Lager- und Logistikbereich kommt man um das Thema Automatisierung nicht herum. Saisonale Spitzen tun dann ihr übriges, die Prozesse im Lager unter Druck zu setzen. Die unterschiedlichen Hard- und Softwarelösungen von Dematic helfen dabei, die Möglichkeiten gegebener Logistikinfrastrukturen besser auszuschöpfen. Ein nahtloser, sich selbst erhaltender Prozess bietet eine zuverlässige Basis für den Betrieb. Mittels Automatisierung werden im Optimalfall alle arbeitsintensiven, zeitaufwändigen manuellen Prozesse eliminiert, die Effizienz verbessert. Nicht zu vergessen: auch das Platzangebot kann maximal ausgenutzt werden. Dies ist besonders bei Projekten im Bereich City-Logistik relevant, denn bei Urban Warehouses und Micro-Hubs bedeutet jeder Zentimeter mehr auch höhere Betriebskosten. Die aufeinander abgestimmten Hard- und Softwarelösungen von Dematic lassen sich in bestehende Systeme integrieren. Micro-Fulfillment-Lösungen, wie etwa das automatische Kleinteilelager- und Kommissioniersystem Autostore (Dematic ist hier Distributionspartner) maximieren die Effizienz durch ihre hohe Lagerdichte.

Mit AMR, FTS und automatischen Kommissionierstationen schafft man die Voraussetzungen für einen vollautomatischen Materialfluss – der in wenigen Wochen geplant und umgesetzt werden kann. Biolchini: „Eine State-of-the-Art-Automatisierungslösung ist heutzutage kein Mittel zum Selbstzweck. Vielmehr bietet sie das Potenzial, die mit der Geschäftstätigkeit verbundenen Aufgaben noch besser zu erledigen. Ein Potenzial, das darauf wartet, erschlossen zu werden; quasi der verborgene Schatz der operativen Exzellenz.“

Drohnentechnologie auf dem Vormarsch.
Auf der LogiMAT 2022 präsentierte Dematic einen neuen Service zur visuellen Inspektion intralogistischer Anlagen der Öffentlichkeit: Dematic Drone Inspection Services. Durch den Einsatz von Drohnen werden der Zeit- und Arbeitsaufwand für die Wartung stark reduziert – und das ganz ohne Qualitätsverlust. Die regelmäßigen Sicherheitsüberprüfungen und Sichtkontrollen können so bequem und gefahrlos vom Boden aus durchgeführt werden. Die Drohnen verfügen über hochauflösende Kameras und LED-Scheinwerfer, der Servicetechniker kann daher alles genau überprüfen – live oder im Nachhinein. Bonus: die Standzeit der Anlage wird deutlich reduziert. (AG)

 

Quelle: LOGISTIK express Journal 3/2022