Langfristige Investitionssicherheit mit AutoStore von Element Logic

Multichannel-Unternehmen Greendonkey schafft Platz und automatisiert mit einer AutoStore-Anlage von Element Logic. Das automatisierte Lager- und Kommissioniersystem ist mit dem Lagerverwaltungssystem eManager optimal in die IT-Architektur von Greendonkey mit dem ERP-System Tricoma eingebunden und sorgt für zuverlässige Kommissionierung und schnelle Versandbereitstellung.

Beitrag: Redaktion.

In Nagold, 25 Kilometer südwestlich von Stuttgart, hat sich mit der Greendonkey GmbH in den vergangenen zehn Jahren eines der am schnellsten wachsenden MultiChannel-Unternehmen der Fahrradbranche etabliert. Greendonkey ist die Dachmarke für das Radzentrum Nagold und dessen Online-Handel. In einem ehemaligen Autohaus bietet das Ladengeschäft auf mehr als 1.500 Quadratmetern Verkaufs- und Ausstellungsfläche alles, was Fahrradfahrer benötigen. Neben 800 vorrätigen Fahrrädern und hochwertigen E-Bikes führender Hersteller zählen dazu unter anderem Fahrradhelme, Fahrradteile und -zubehör, Sets, Werkstattverpackungen und Fahrradbekleidung sowie Fahrradträger, Kinderfahrradanhänger und sonstiges Zubehör. Parallel wurden im Internet eigene Online-Shops eingerichtet.

Inzwischen betreuen die 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Radzentrums 14.000 feste Kunden. Zudem verzeichnet die Adressdatenbank von Greendonkey mehr als 700.000 Online-Kunden. Insgesamt schreibt das 2011 gegründete Unternehmen zweistellige Millionen-Umsätze. „Mit unseren verschiedenen Vertriebskanälen decken wir vom Endkunden bis zum B2B Kunden alles ab“, erklärt Unternehmensgründer und Geschäftsführer Falko Borkhart das rapide Wachstum. „Als 2020 die Pandemie begann, war der Online-Handel für uns noch weit weg. Dann haben wir unser ganzes Personal im Online-Handel eingesetzt. Im August hatten wir schon 800 Sendungen verschickt. Heute schreiben wir 70 Prozent unseres Umsatzes mit dem Online-Handel, die Hälfte davon über den eigenen Webshop. Und wir sind technisch so aufgestellt, dass wir weiteres Wachstum stemmen können.“

Digitalisierung und Automatisierung der Geschäftsprozesse.
Die rasant positive Unternehmensentwicklung brachte Greendonkey allerdings zunehmend an die Grenze seiner Lagerkapazitäten. Vor diesem Hintergrund vertiefte Borkhart die Digitalisierung und Automatisierung der Geschäftsprozesse. Als übergeordnetes ERP-System wurde bereits 2013 das Warenwirtschaftssystem „Tricoma“ implementiert. „Tricoma ist schnell einsetzbar und bietet verschiedene Schnittstellen, sowohl zu den Handelsplattformen im Netz als auch zu intralogistisch Automatisierungssystemen“, erklärt Borkhart. „Nebenbei nehmen uns die Automatismen viel Arbeit ab.“ Diese Erfahrungen wurden mit einer im Januar 2022 in Betrieb genommene AutoStore-Anlage auch auf die Intralogistikprozesse der Lagerung und Kommissionierung behälterfähiger Artikel übertragen. Den Auftrag für Anlagenlayout und Projektrealisierung erhielt der Systemintegrator Element Logic, der erste offizielle AutoStore-Integrator.

Greendonkey-Unternehmensgründer und Geschäftsführer Falko Borkhart: „Die Entscheidung für die AutoStore-Anlage fiel hinsichtlich Effizienz und Flexibilität mit Blick auf unsere Bestandsimmobilie und die Skalierbarkeit der Anlage nach einem Vergleich mehrerer Automatisierungsoptionen“

Das automatisierte Kleinteilelager- und Kommissioniersystem AutoStore zählt zu den markantesten Erfolgsgeschichten der Intralogistik in den vergangenen 20 Jahren. Weltweit sind inzwischen annähernd tausend der robotergestützten Anlagen installiert. Allein Element Logic, weltweit erfolgreichster AutoStore-Distributor des Jahres 2020 und 2021, hat inzwischen mehr als 200 AutoStore-Lösungen realisiert. Die Kombination aus Automatisierung der Intralogistik-Prozesse, Flexibilität einer durchgängig skalierbaren Komplettlösung und kompakter, energieeffizienter Anlagentechnik gelten als Erfolgsfaktoren des Systemkonzeptes. Anders als in herkömmlichen Automatisierten Kleintelelagern (AKL) werden die Behälter in den modular konzipierten AutoStore-Anlagen zur Kleinteilelagerung in Schächten übereinandergestapelt und von kleinen Robotern, sogenannten Robots, ein-, um- und ausgelagert. Die Behälterstapel werden in einem standardisierten, bis zu 6,20 Meter hohen Aluminium-Raster, dem sogenannten Grid, gelagert. Auf dessen Oberfläche arbeiten die Robots, heben die Behälter mit den gewünschten Waren an, übergeben sie an integrierte Arbeitsstationen, den sogenannten Ports, und stapeln die Behälter nach der Kommissionierung wieder in der Anlage ein.

Als Füll- und Kommissionierstationen sind Karussell-Ports für höhere Lagerdurchsätze, Conveyor-Ports für geringere Durchsätze und Relay-Ports für maximale Durchsätze verfügbar. Mit einer um 60 bis 70 Prozent verbesserten Raumausnutzung gegenüber herkömmlichen AKL-Lösungen erzielen AutoStore-Anlagen bei minimalem Flächenbedarf so die höchste Lagerdichte. Dabei lässt sich das Anlagenlayout exakt auf jedwede bauliche Gegebenheit angepassen – und es ist bei wachsendem Leistungs- oder Kapazitätsbedarf durch zusätzliche Robots, Ports oder Behälter-Schächte mühelos skalierbar. „Hoch verdichtete Lagerung, minimaler Flächenbedarf und eine schnelle, fehlerfreie Kommissionierung ohne Laufwege“, fasst Joachim Kieninger, Director Strategic Business Development Element Logic Deutschland, zusammen. „Bei einem Energiebedarf von durchschnittlich 100 Watt je Robot pro Stunde weisen AutoStore-Anlagen zudem den geringsten Energieverbrauch unter den AKL-Lösungen auf.“ Faktoren, die mit den wachsenden Anforderungen an Reaktionszeiten und Prozesseffizienz durch den stark wachsenden Online-Handel und die Pandemie die Nachfrage nach AutoStore-Anlagen in den vergangenen Jahren weiter gefördert haben.

Schnelle Projektrealisierung.
So auch bei Greendonkey. Angepasst an die Rahmenbedingungen der niedrigen Raumhöhe von lediglich 3,30 Metern in der Bestandsimmobilie konzipierte Element Logic für den Omnichannel-Händler eine exakt zugeschnittene automatisierten AutoStore-Anlage. „Nachdem Lagergröße und Dynamik der Anlage definiert waren, haben wir Layout und Konzeption festgelegt und bereits nach wenigen Wochen mit der Installation begonnen“, veranschaulicht Kieninger. „Durch die modularen Komponenten und unsere Plug-and-Play-Software eManager war die Projektrealisierung schnell abgeschlossen.“

Greendonkey-Unternehmensgründer und Geschäftsführer Falko Borkhart: „Die kompakte Anlage bietet uns auf minimaler Grundfläche ein Maximum an Lagerkapazität und die automatisierten Prozesse entlasten die Mitarbeiter bei gesteigerter Performance.“

Auf einer Grundfläche von lediglich 105 Quadratmetern bietet die AutoStore-Anlage bei Greendonkey 2.125 Behälterstellplätze zur Kleinteilelagerung. Achtfach übereinander stehen die 330 Millimeter hohen Behälter in dem Schächten des Aluminium-Rasters. Auf der Grid-Oberfläche sorgen sechs Robots der R5-Serie für koordinierten, auftragsgerechten Zugriff auf die Behälter. Die Behälter aus der Anlage präsentieren die Roboter an drei integrierten Arbeitsplatz-Modulen. Diese sind platzsparend als Conveyer-Ports ausgeführt.

Schnittstelle für koordinierte Prozessabfolgen.
Die Einbindung der AutoStore-Anlage in die Logistikprozesse des Online-Shops, des stationären Geschäftes und der angeschlossenen Fahrradwerkstatt erfolgte in enger Zusammenarbeit von Element Logic mit Greendonkey und den ERP-Spezialisten von Tricoma. Über eine standardisierte Schnittstelle wurde das Tricoma-Warenwirtschaftssystem (WMS) mit dem eManager von Element Logic verbunden.

Das Lagerverwaltungssystem von Element Logic ist speziell auf die Bedürfnisse der Autostore-Technologie zugeschnitten. Für besondere Aufgaben wie etwa Express-Sendungen oder Multi-Aufträge aus unterschiedlichen Lagerbereichen wurden im WMS die individuellen Prozesse für die Anlagensteuerung definiert. Nach wenigen Testläufen konnte die Bestückung der Anlage erfolgen. Innerhalb von sechs Woche waren alle entsprechenden Produkte eingelagert. „Im Zusammenspiel von WMS und eManager hat sich die Anlage schnell bewährt“, urteilt Kieninger.

So unterstützen die optimierten Prozesse der AutoStore-Anlage bei Greendonkey nicht allein die schnelle, fehlerfreie Auftragsfertigung im weiter wachsenden Online-Handel. Die Anlage dient auch zur Verarbeitung auftragsbezogener Großhandelsbestellungen. Die entsprechenden Artikellieferungen kommen in Mischpaletten und Mischkartons in Nagold an. An den Ports der Anlage werden die Artikel in Behälter umgepackt, chaotisch eingelagert und umgehend auftragsbezogen wieder kommissioniert und an den Versand übergeben.

Joachim Kieninger, Director Strategic Business Development Element Logic Deutschland: „Die AutoStore-Anlage kommt sowohl als Lager- und Kommissioniersystem wie auch als Auftragspuffer und Sortiermaschine zum Einsatz.“

Inzwischen verlassen jeden Monat rund 50.000 Sendungen das Greendonkey-Zentrallager am Standort Nagold. „Zuverlässige Kommissionierung und schneller Versand zählen zu den Schlüsselfaktoren unseres Online-Handels“, resümiert Greendonkey-Geschäftsführer Borkhart. „Mit der AutoStore-Anlage von Element Logic unterstützt uns dabei ein effizientes Automationssystem. Seine Skalierbarkeit und Flexibilität bietet uns langfristige Investitionssicherheit bei weiterem Unternehmenswachstum. Wir sind mit dem Projektverlauf und den Ergebnissen sehr zufrieden.“

SoMe-Zeilen: 
Multichannel-Unternehmen Greendonkey automatisiert Auftragsfertigung mit einer AutoStore-Anlage von Element Logic. Das automatisierte Lager- und Kommissioniersystem bietet auf 105 m2 und einer Deckenhöhe von lediglich 3,3 m Platz für 2.125 Behälter und sorgt mit sechs Robots und drei Ports für zuverlässige Kommissionierung und schnelle Versandbereitstellung. (RED)

Gakten und Zahlen: Greendonkey

  • Gründungsjahr 2011
  • eines der am schnellsten wachsenden MultiChannel-Unternehmen der Fahrradbranche
  • mehr als 1.500 Quadratmetern Verkaufs- und Ausstellungsfläche in Nagold
  • 14.000 feste Kunden des Radzentrums
  • mehr als 700.000 Online-Kunden
  • AutoStore-Anlage:
  • Grundfläche 105 qm
  • 2.125 Behälterstellplätze
  • 330 mm Höhe
  • achtfach gestapelte Behälter
  • 6 AutoStore-Robots R5
  • 3 Conveyor-Ports
  • Lagerverwaltungssystem eManager von Element Logic mit Schnittstellenanbindung zum WMS

 

LOGISTIK express Journal 4/2022

Am Puls der Zeit mit Dematic

Die Handtmann Group setzt auf ein schlagkräftiges Logistikzentrum mit Automatisierungslösungen von Dematic.

Beitrag: Redaktion.

Die Handtmann Gruppe beschloss das bestehende Logistikzentrum durch einen umfangreichen Neubau massiv zu erweitern. Nach einem intensiven Auswahlprozess wurde der Anbieter für Automatisierungstechnik Dematic mit der Konzeption und Umsetzung des Großprojekts betraut. Dematic realisierte eine Komplettlösung bestehend aus seinem Multishuttle-System, Behälterfördertechnik, einem Hochregal mit drei SR-U/1200 Regalbediengeräten und angeschlossener Palettenfördertechnik sowie einem umfassendem Software-Paket für das Warehouse Management System (WMS). Qualität und Präzision sind seit den Anfangsjahren feste Zutaten im Erfolgsrezept der Handtmann Unternehmensgruppe. Denn die Kundschaft ist anspruchsvoll und erwartet einwandfreie Anlagen von dem Biberacher Unternehmen.

Handtmann erweiterte im Laufe der Jahre sein Programm, verfügt über eine breite Diversifikation und ist heute ein Global Player mit Niederlassungen und Produktionsstätten auf der ganzen Welt. Was sich indes nicht geändert hat: Der Anspruch an die eigene Leistung ist gestern wie heute extrem hoch. Darum entschied man sich in Biberach auch erst nach sorgfältigen Abwägungen für die exakt passende Lösung, als es darum ging, das Logistikzentrum am Stammsitz der Handtmann Maschinenfabrik den gestiegenen Kapazitäten anzupassen.

Vor fast 150 Jahren als Messinggießerei gegründet, hat sich die Firmengruppe Handtmann im Laufe der Zeit zu einem weltweit agierenden System- und Anlagenbauer entwickelt. Heute erwirtschaftet die Gruppe mit knapp 4.000 Mitarbeitenden an 30 Standorten weltweit einen jährlichen Umsatz in Höhe von 820 Millionen Euro. Im Geschäftsbereich der Füll- und Portioniersysteme entwickelt und produziert die Albert Handtmann Maschinenfabrik zukunftsorientierte Anwendungslösungen für die Lebensmittelverarbeitung. Dabei nimmt sie eine internationale Spitzenstellung ein. Zu ihren Kunden zählen sowohl Handwerksbetriebe und Start-ups, als auch mittelständische Betriebe und industrielle Konzerne auf der ganzen Welt.

Die große Produktvielfalt des Maschinenbauers, stellt zugleich besondere Anforderungen an die Lagertechnik. Hinzu kommt, dass in den vergangenen Jahren die Volumina und der Durchsatz im Lager in Biberach an der Riß deutlich gewachsen sind. Um der Auftragslage und den gestiegenen Ansprüchen Rechnung zu tragen, war es notwendig geworden, das bestehende Palettenlager und das automatische Kleinteilelager (AKL) zu ersetzen, wie Georg Briegel, Bereichsleiter Produktion bei der Handtmann Maschinenfabrik GmbH, berichtet: „Unser Ziel war zum einen der Ausbau unserer Lagerkapazität. Zum anderen galt es, Prozesse zu
optimieren.“
.
Implementierung im laufenden Betrieb.
Auf der Suche nach einer modernen Lösung entschied sich das Unternehmen für Dematic. Gemeinsam wurde ein neues Logistikzentrum auf einer Fläche von 6.000 Quadratmetern mit direktem Anschluss an die bestehende Produktionshalle neu konzipiert und angebaut. Dematic präsentierte daraufhin ein ganzheitliches Layout, bestehend aus einem Multishuttle-System und einem Hochregallager mit drei Regalbediengeräten sowie diverser Fördertechnik, die durch eine hauseigene Software-Lösung von Dematic gesteuert werden sollte. Die alte Anlage wurde nach der Fertigstellung des neuen Dematic Systems zurückgebaut. Das neue Intralogistiksystem wurde an der Schnittstelle des Neubaus in dem Bestandsgebäude fortgeführt und integriert, um nahtlos die reibungslose und effiziente Materialversorgung der Produktion von Handtmann zu gewährleisten.

Eine der größten Herausforderungen bei der Installation der Anlagen war die Vorgabe, die Lösungen während des laufenden Betriebs zu implementieren. Nach einer Planungs- und Bauzeit von insgesamt 30 Monaten war das neue Lager vollständig einsatzfähig. Zu Beginn ersetzte Dematic zunächst das vorhandene Palettenlager durch ein Hochregallager (HRL) und ergänzte dieses anschließend um ein großes Multishuttlelager, welches auf einer neu errichteten bauseitigen Stahlbetonbühne installiert wurde. Erneuert wurden zudem die Paletten- und Behälterfördertechnik sowie die Arbeitsplätze im Wareneingang, der Kommissionierung, der Qualitätskontrolle, des Ersatzteilversands und im Bereich der Produktionsversorgung. „Dadurch sind wir nun in der Lage, schnell auf Veränderungen zu reagieren und unseren innerbetrieblichen Materialfluss zu verbessern“, sagt Briegel. Im Vergleich zum vorherigen System erfolgt zum Beispiel die Ersatzteilversorgung bei Handtmann jetzt um ein Vielfaches schneller und erlaubt bis zu 3.800 Picks pro Tag.

Flexibel auf Anforderungen reagieren.
Das installierte HRL bietet nun Platz für 7.200 Paletten, die auf 25 Lagerebenen einfachtief in drei Gassen gelagert werden können. Durch die automatisierte Palettenlagerung sind bis zu 129 kombinierte Ein- und Auslagerungen– sogenannte FEM-Doppelspiele – möglich. Darüber hinaus fasst das neue, zweigassige Multishuttlelager rund 64.000 Behälter, die sich mit einem Gewicht von bis zu 30 Kilogramm auf 41 Lagerebenen verteilen. Dort sind 550 Doppelspiele möglich. Nach dem Eingang der Waren werden diese zunächst auf Behälter verteilt, die sodann automatisch zum Kleinteilelager transportiert und eingelagert werden. Um sicherzustellen, dass das zulässige Maximalgewicht von 30 Kilogramm je Behälter nicht überschritten wird, erfolgt eine automatische Gewichtskontrolle. Komplettiert wird das neue Logistikzentrum in Biberach an der Riß von vier Ware-zur-Person-Kommissionierplätzen, die mit einem Pick-by-Light-System ausgestattet sind. Hinzu kommen fünf Arbeitsplätze für den Wareneingang, sieben Arbeitsplätze für den Warenausgang, acht Plätze für die Qualitätsprüfung sowie einem für Rücksendungen und vier für interne Ein- und Auslagerungen. Verbindendes Element zwischen den Lagern ist das Dematic Modular Conveyor System (MCS), das die Güter automatisch transportiert. Bereits während der Planung wurde berücksichtigt, das Logistikzentrum bei Bedarf mühelos adaptieren zu können. In diesem Punkt bietet die Dematic Fördertechnik einen weiteren Vorteil: Dank seines modularen Aufbaus kann das System bei Bedarf in der Zukunft entsprechend erweitert werden.

Dematic Software für reibungslosen Warenfluss.
Die Steuerung und Bedienung der neuen Anlage erfolgt über die hauseigene Software von Dematic, wodurch die vorhandenen Lagerressourcen bestmöglich genutzt werden können. Die Lösung optimiert die Abläufe durch den Einsatz fortschrittlicher Analysemethoden und Algorithmen. Hierzu werden relevante Lager- und Unternehmensdaten in Echtzeit erfasst und mittels anwenderfreundlicher Dashboard-Übersichten auf PC, Laptop oder mobilem Endgerät angezeigt und in das vorhandene WMS eingespeist. Dadurch wird ein reibungsloserer Warenfluss innerhalb des Logistikzentrums sichergestellt. Briegel betont: „Dematic hat den Auftrag zu unserer vollsten Zufriedenheit erfüllt. Über den gesamten Prozess hinweg war die Zusammenarbeit kollegial und auf Augenhöhe. Aber das Wichtigste ist: Seitdem wir das neue Logistikzentrum in Betrieb genommen haben, sind wir deutlich effizienter und flexibler.“

LOGISTIK express Journal 4/2022

Es braut sich ein Sturm zusammen

Der 7. eCommerce Logistik-Day widmete sich erneut der Zukunft des Online-Handels und bot neben spannenden Diskussionen konkrete Lösungsansätze für die Bereiche Intralogistik und den Paketversand. Als Hybrid-Event war die Veranstaltung nur für einen exklusiven Teilnehmerkreis in den Räumen des Österreichischen Handelsverbandes live erlebbar. Sämtliche Vorträge und Podiumsdiskussionen wurden jedoch aufgezeichnet und sind – wie schon im Vorjahr – in voller Länge abrufbar.

Redaktion: Marcus Walter.

7.ECOMLOG22 – „Als wir vor sieben Jahren den 1. eCommerce Logistik-Day durchführten, hatten wir im Vergleich zur Gegenwart eigentlich gar keine Probleme.“ Mit diesem Rückblick eröffnete Moderator und Mitorganisator Bernd Kratz am 8. September die bereits siebte Auflage der renommierten Fachveranstaltung für den Onlinehandel. „Im Gegensatz zu damals haben wir mittlerweile sechs Krisen“, betonte Kratz. Der geschäftsführende Gesellschafter der Management-Beratung EMA ist zugleich Mitgesellschafter des Instituts des Interaktiven Handels IDIH, einem der eComLog-Kooperationspartner.

40 Schiffe vor der Deutschen Bucht.
Zur Coronakrise sei als zweite Krise die Unzuverlässigkeit im Schiffsverkehr hinzugekommen. Als Beispiele nannte er den Unfall im Suezkanal und den derzeitigen Stau von bis zu 40 Containerschiffen in der Deutschen Bucht, die seit längerem auf ihre Löschung warten. Aber das sei laut Kratz erst der Anfang. „Denn es gibt noch viele weitere Schiffe, die jetzt noch in China liegen. Wenn die dort freikommen, dann haben wir sechs bis acht Wochen später eine Flut von Schiffen, die in Deutschland gelöscht werden müssen.“ Unternehmen wie Lidl hätten bereits auf diese Krise reagiert und in eigene Schiffskapazitäten investiert. Die dritte Krise sei die Invasion Russlands in der Ukraine und die vierte Krise die Klimakrise. Der ausbleibende Regen hat bei den Flüssen zu niedrigen Pegelständen geführt, so dass sie die Binnenschiffe zum Teil nur noch mit geringer Auslastung befahren können. „Das heißt, das wir die Ware nicht mehr ins Hinterland befördern können, ohne verstärkt auf den LKW umzusteigen“, stellte Kratz fest. Als fünfte Krise nannte er den Fachkräftemangel im gewerblichen Bereich. Diese sei unter anderem dafür verantwortlich, dass Schiffe nicht mehr in gewohntem Tempo entladen werden können. Die sechste Krise sei schließlich die Energiekrise in Folge der EU-Boykottmaßnahmen gegenüber Russland. „Heute wollen wir diskutieren, welche Folgen die genannten Krisen auf den elektronischen Handel haben“, so Kratz

Lager bietet hohes Automatisierungspotenzial.
Joachim Kieninger, Director Strategic Business Development von Element Logic, griff in seinem Vortrag die genannten Krisen auf. „Die Politik soll zunächst die selbstgemachten Krisen lösen. Wir kümmern uns dann um den Rest,“ lautete sein Credo. Durch die Corona-Pandemie habe der Personalmangel in bestimmten Branchen weiter zugenommen. In dieser Situation sei das Automatisieren von Prozessen im Lager eine passende Antwort. „Die Prozesse im Lager bieten ein hohes Potenzial für Automatisierung“. Hier kämen vor allem die Ware-zur-Person-Kommissionierung in Frage. Diese könne zudem mit der Roboterkommissionierung von Einzelteilen und automatische Kartonaufrichter ergänzt werden. „Das Eliminieren der Wegezeiten bei der Ware-zur-Person-Kommissionierung durch ein AutoStore-Lager ist ein riesiger Hebel“, hob Kieninger hervor, der anschließend noch einige bereits realisierte Kundenlösungen vorstellte.

Bei den Installationen komme es vor allem auf Zuverlässigkeit, Skalierbarkeit und eine optimale Nutzung der vorhandenen Flächen an.
Andreas Miller, Principal Strategic Project Manager bei der Knapp AG, stellte in seinem anschließenden Vortrag Alternativen zur skandinavischen AutoStore-Lösung vor. Mit dem Open Shuttle Store bieten die Österreicher eine pragmatische und leicht skalierbare Automatisierung für bestehende Behälterlager mit herkömmlichen Lagergängen. Die Shuttles fahren autonom und können den Einsatz von manuell betriebenen Flurförderzeugen ersetzen. Diesbezügliche Projekte seien einfach und schnell umzusetzen.

Stammdaten sind oft das Problem.
Auf der Plattform „Digital2go“ hat Knapp zudem eine Reihe intelligenter Produkte versammelt wie zum Beispiel den KHT MultiScan. Dabei handelt es sich um einen mobilen Tisch, der das Erfassen von Stammdaten inklusive der Maße und Gewichte erleichtert. „Je besser die verfügbaren Daten über meine Produkte sind, desto besser kann ich damit arbeiten“, ist Miller überzeugt. „Stammdaten sind der erste Schritt für eine Automatisierung und genau hier liegt oft das Problem.“

Als dritter Referent erläuterte Thomas Hagen, Head of AutoStore & Automatisation bei der österreichischen Post AG, wie sein Unternehmen als Fulfillment-Dienstleister auf die gestiegenen Anforderungen und Erwartungen an die Paketlogistik reagiert. Im Spannungsfeld zwischen Echtzeitdaten, Retouren und Personalengpässen habe sich die Post für den Bau einer AutoStore-Anlage entschieden. Mit der Investition werden die bestehenden Prozesse im benachbarten Hochregallager ergänzt.

Flexibel durch Outsourcing.
Der Vortrag von Petra Dobrocka, Chief Commercial Officer und Gründerin der byrd Technologies GmbH, beschäftigte sich mit Strategien für Onlinehändler, um flexibel auf Umsatzschwankungen reagieren zu können. Das österreichische Startup byrd ist ein Dienstleister für derzeit rund 350 eCommerce-Unternehmen und übernimmt für diese die Bereiche Lagerung sowie das Verpacken und Versenden der Aufträge. Durch den Einsatz eines externen Logistikdienstleisters minimieren die Händler ihre Fixkosten, wodurch sich auch Nachfragerückgänge und Wirtschaftskrisen gut verkraften lassen. Zugleich könne man sich durch das Outsourcing auf die Kernbereiche wie zum Beispiel das Optimieren des Sortiments oder des Shopsystems konzentrieren. Rainer Will, Geschäftsführer vom Handelsverband Österreich, versorgte die Teilnehmer wieder mit einem Feuerwerk an Zahlen und Fakten zum derzeitigen Zustand der Branche. „Ich würde gerne Zuversicht verbreiten, aber die Zahlen sprechen eine andere Sprache“, so Will. Vor allem die Energiepreise würden dem Handel stark zu schaffen machen.

Strom um 1.400 Prozent teurer.
Die Großhandelspreise für Strom seien im Vergleich zum Sommer 2021 um 1.400 Prozent gestiegen. Nicht zuletzt deshalb befinde sich das Konsumvertrauen der Verbraucher auf Talfahrt. „Wer einen großen Teil seines Einkommens für Energie ausgeben muss, kann weniger konsumieren“, stellte Will fest. Es sei demnach nicht verwunderlich, dass der Handel in Österreich insgesamt einen Umsatzrückgang von 3,3 Prozent verzeichnet. Mit einem Minus von 17,3 Prozent ist der Kfz-Handel besonders stark betroffen. Auch der Personalmangel spiele dabei eine Rolle: Gegenwärtig könne die Branche 19.000 Stellen nicht besetzen. Vor diesem Hintergrund richtet der Handelsverband klare Forderungen an die Politik: Der Arbeitsmarkt müsse umfassend reformiert werden und es müsse einen Energiekostenzuschuss für alle Handelsbetriebe geben. Außerdem empfiehlt der Verband eine Abgaben- und Gebührenreform sowie eine weitere substanzielle Senkung der Lohnnebenkosten. Schließlich würde auch die Einführung einer globalen Mindeststeuer für eine Verbesserung der Lage sorgen.

Unglaubliche Auswirkungen.
Von der Politik zurück zur Versandlogistik beförderte anschließend der Vortrag von Walter Trezek, der Vorsitzende des beratenden Komitees des Weltpostvereins. Weltweit sei ein weiter anhaltendes starkes Wachstum der Paketlogistik zu erwarten, wobei China zu den Treibern dieser Entwicklung gehöre. „In China werden mittlerweile 52,8 Prozent des Einzelhandels digital abgewickelt,“ berichtete Trezek. Dies habe „unglaubliche Auswirkungen auf die Infrastruktur“. Wer wissen möchte, wie unsere Infrastruktur in sechs bis sieben Jahren aussieht, muss nur nach China schauen“, empfiehlt Trezek. Mit Blick auf andere Kontinente betonte Trezek, dass sich in der Branche derzeit „ein Sturm zusammenbraut“. In Europa würden wir davon zur Zeit am stärksten getroffen. In Folge der steigenden Energie- und Nahrungsmittelpreise sowie der Finanzkrise gehe das verfügbare Einkommen der Konsumenten zurück. Trezek hielt seinen Vortrag gemeinsam mit Florian Seikel, Geschäftsführer der Logistic Natives. Seikel wies darauf hin, dass in jeder Krise auch eine Chance stecke. „Wer sich jetzt als Händler komplett digitalisiert, hat in der Zukunft einen Wettbewerbsvorteil“, so Seikel.

Realismus statt Ideologie.
Das Überwinden von Krisen thematisierte auch Oliver Wagner, Geschäftsführer des Zentralverbands Spedition & Logistik. „Die österreichische Logistikbranche hat die Coronakrise hervorragend gemeistert und die Bedeutung der Logistik verstärkt in das öffentlich Bewusstsein gerückt“, so der Verbandschef. Während des Lockdowns sei eine sehr sachorientierte Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungsträgern möglich gewesen – ein Zustand, den sich Wagner auch für andere Zeiten wünschen würde. Was die Dekarbonisierung und den Klimaschutz angehe, seien sich die Spediteure ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst. Man brauche jedoch realistische Rahmenbedingungen anstelle praxisferner Ideologien. Selbst im Jahr 2040 werde der Straßengüterverkehr noch der beherrschende Verkehrsträger sein.

Fehlende Vorbildfunktion.
Auch Wolfgang Kubesch, Geschäftsführer der Bundesvereinigung Logistik Österreich, ging in seinem sehr kurzweiligen Vortrag mit der Politik streng ins Gericht. Trotz einseitiger Abhängigkeit von Gas und Öl aus Russland habe die Regierung bislang kaum etwas unternommen, um dieses Ungleichgewicht abzubauen. Außerdem vermisse Kubesch die Vorbildfunktion des Staates und der Entscheidungsträger beim Energiesparen. Zudem konstatierte er, dass die bisherige Politik westlicher Industriestaaten des „Wandels durch den Handel“ offenbar gescheitert ist. Die Zahl autokratisch geführter Staaten sei nicht zurückgegangen, sondern weiter gestiegen, während die Demokratie auf dem Rückzug sei.

Ergänzt und vertieft wurden die Vorträge durch zwei von Bernd Kratz moderierte Podiumsdiskussionen. Während der ersten Runde ging Kratz der Frage nach, welche konkreten Erfahrungen Produzenten und Lieferanten im Rahmen der Krise gemacht haben. In der zweiten Podiumsdiskussion standen die Erfahrungen des Handels im Vordergrund. Bei Interesse können beide Podiumsdiskussionen und sämtliche Vorträge des 7. eCommerce Logistik-Days in vollständiger Länge auf www.logistik-express.com und unter https://logfair.online abgerufen werden. (MW)

 

LOGISTIK express Journal 4/2022

SmartWatch: Die Hands-free Lösung fürs Lager

Gut funktionierende Lagerprozesse sind die Grundlage einer effizienten Lagerverwaltung. Mit der SmartWatch werden die Kommissionier- und Lagerungsprozesse beschleunigt, die Fehler reduziert und die Mitarbeiter schneller eingearbeitet. Die Hands-free Abläufe steigern die Effizienz der Lagerverwaltung und die Zufriedenheit der Lagermitarbeiter.

Beitrag: Sebastian Keilhacker.

Der Alltag beim Kommissionieren sieht häufig so aus: Der Lagermitarbeiter nimmt einen Scanner in die Hand, scannt den Platz und das Material, legt den Scanner aus der Hand, legt das Material in den Kommissionierwagen, nimmt den Scanner in die Hand, scannt den Wagen, legt den Scanner weg, bringt den Wagen zum nächsten Platz. Für das nächste Produkt muss der Scanner wieder in die Hand genommen werden. Diese Zeiten summieren sich und werden am Ende des Tages zu Stunden. Das Kommissionieren mit Papier gestaltet sich noch langsamer und aufwändiger. Das muss nicht sein. State-of-the-Art ist handfreies Scannen. Das spart Zeit und steigert die Effizienz der Scanprozesse und damit die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens.

Was handfreies Scannen ist.
Unter handfreien Scanprozessen werden Scanvorgänge mit einem Handrückenscanner – oder SmartWatch – verstanden. Diese werden am Handrücken befestigt und müssen nach dem Scannen nicht aus der Hand gelegt werden. Die Vorteile dieser Lösung liegen auf der Hand: Die Effizienz im Lager steigt, die Geräte werden immer ergonomischer, die Anwender sind zufrieden.

Das handfreie Scannen vereinfacht Logistikprozesse, was zu schnelleren Abläufen führt: Bei einer Kommissionierung beträgt die Zeitersparnis bis zu 40 %. Auch bei anderen Prozessen wie beispielweise der Ad-Hoc-Inventur profitiert der Mitarbeiter von der Hands-free-Lösung: Nach dem Scannen des Lagerplatzes kann er direkt mit dem Zählen beginnen ohne den Scanner zur Seite legen zu müssen. Die SmartWatch wird am Handrücken an eine Stulpe befestigt und muss nach dem Scanvorgang nicht zur Seite gelegt werden, damit der Mitarbeiter ein Produkt in die Hand nehmen, eine Handling Unit verpacken oder den Stapler bedienen kann. Beide Hände bleiben also durchgehend frei.

Die Lösung heißt SmartWatch.
Am Handrücken befestigt, ist der Scanner immer dabei. Kein Weglegen, kein Hantieren mit einer Hand mehr. Auch dem Arbeitsschutz werden die Geräte gerecht: Die Scanner wiegen maximal 50 Gramm und sind so groß wie eine Streichholzschachtel. Eine Ermüdung des Handgelenks ist damit ausgeschlossen und ein optimaler Tragekomfort ist auch gewährleistet. Ein Touchdisplay bildet einfache und übersichtliche Dialoge ab und lässt sich über die gut sichtbaren und großen Eingabefelder einfach bedienen. Der Scanvorgang wird durch das Betätigen des sogenannten Triggers ausgelöst: Das ist ein Knopf, der sich an der Stulpe zwischen dem Daumen und dem Zeigefinger befindet. Das Equipment ist sowohl für Rechts- als auch Linkshänder vorhanden. Die Handrückenscanner eignen sich durch die individuelle Konfiguration für viele Logistikprozesse. Am häufigsten werden sie in der Kommissionierung, Montage, Inventur und Versand eingesetzt.

Die Scandialoge basieren beispielsweise auf Dialogen des Standard ITS Mobile und sind an die Abläufe auf einer SmartWatch angepasst: So sind die Dialoge übersichtlicher gestaltet, um das Lesekomfort auf einem kleinen Bildschirm zu gewährleisten. Abhängig von den Prozessen sind die Dialoge entweder über die Scanfunktion abgebildet oder lassen Eingaben über das Touch Display zu. Die Workflows werden den Mitarbeitern Schritt für Schritt angezeigt. Mitarbeiter werden interaktiv durch den Arbeitsprozess geführt. Was angezeigt wird, hängt von den eigenen Prozessen ab: Dialoge können frei gestaltet werden.

Anbindung:
Die Kommunikation der SmartWatch mit PC, Staplerterminal oder mobilen Endgerät (Android) erfolgt über Bluetooth. Die Daten werden direkt an das System übertragen, daher wird kein externer Speicher benötigt. Die Verbindung erfolgt über das Scannen des Connection Codes auf dem Bildschirm des Terminals. Die Akkulaufzeit beträgt in der Regel über 8 Stunden, so dass der Mitarbeiter eine ganze Schicht mit einem Gerät abdecken kann.

Highlights der Lösung:

  • Zeitersparnis beim Kommissionieren, Verladen, Ein- / Auslagerung und Inventur
  • Simple und übersichtliche Abläufe der Prozessdialoge
  • Zufriedene Mitarbeiter dank Ergonomie und hohem Tragekomfort der SmartWatch
  • Scann- und Eingabefunktion der SmartWatch
  • An das Unternehmen anpassbare Prozessdialoge
  • Fehlerreduzierung durch einfache Prozessabläufe

Der Implementierungsaufwand für das Freehandscanning ist üblicherweise überschaubar. Die Umstellung auf die SmartWatch wird oft genutzt, um eigene Lagerprozessdialoge zu optimieren. Die intuitive Bedienoberfläche reduziert die Einarbeitungszeit der neuen Mitarbeiter und minimiert die Fehlerquote. (RED)

 

Quelle: LOGISTIK express Journal 3/2022


 

KNAPP präsentiert sich als Technologiepartner für intelligente Wertschöpfungsketten

Auf der Intralogistik-Leitmesse LogiMAT 2022, von 31. Mai bis 2. Juni in Stuttgart, zeigt KNAPP neueste Technologien für die Automatisierung und Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette. Messe-Highlights: Neueste Roboter-Technologie und Software Cloud-Services, die Besucher in Halle 3 auf Stand B05 live erleben können.

KNAPP-Lösungen sind auf den jeweiligen Bedarf maßgeschneidert und basieren auf innovativen Technologien und modernster Software. Damit hilft KNAPP ihren Kunden, Wettbewerbsvorteile zu generieren und auszubauen. KNAPP versteht sich als Technologiepartner und bietet für jeden Schritt in der Wertschöpfungskette die richtige Automatisierung, Informationen und Serviceleistungen.

Innovative Roboter und Software-Tools.
KNAPP zeigt die neueste Generation seines mit künstlicher Intelligenz ausgestatteten Kommissionier-Roboters Pick-it-Easy Robot, Neuheiten rund um die autonomen mobilen Roboter Open Shuttles und das völlig neuartige Taschensorter-System AutoPocket, das erstmals in der Öffentlichkeit präsentiert wird. KNAPP-Software, die die Technologien zu intelligenten Systemen verbindet, und innovative Software-Tools zur Analyse und Optimierung des Anlagenbetriebs runden den Messeauftritt ab.

Pick-it-Easy Robot: Einer der alles kann Pick-it-Easy Robot bietet nicht nur die automatische Einzelstück-Kommissionierung, sondern auch das Umpacken vorkommissionierter Artikel aus Batch-Behältern in Hängefördertechnik- und Sorter-Systeme. Verschiedene Greifer kombiniert mit auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierter Objekterkennung und Greifpunktbestimmung machen eine zuverlässige Handhabung von Artikeln mit unterschiedlichen Eigenschaften möglich. Höchstleistung im Team mit dem Taschensorter-System: Pick-it-Easy Robot übernimmt die vollautomatische Befüllung von Sortertaschen und eröffnet neue Möglichkeiten zur Gestaltung von intralogistischen Prozessen. Aus der Kombination von KI-gesteuertem Roboter, schneller Sortertasche und effizienten Lagersystem entsteht eine innovative Automatisierungslösung für E-Commerce- und Omnichannel-Anwendungen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Breites Artikelspektrum und automatische Artikelcode-Identifikation, hohe Leistung und das 24/7, sowie Kosteneffizienz und geringe Fehlerkosten.

AutoPocket: Taschensorter System für Hochleistungsbetrieb.
Das neue Taschensorter-System kann an jeder beliebigen Stelle im Lager Waren automatisch und punktgenau abgeben, ohne dabei die Geschwindigkeit zu reduzieren oder anzuhalten. RFID-Technoloige ermöglicht eine 100-prozentige Verfolgbarkeit, eindeutige Identifizierung und jederzeit Zugriff auf jeden Artikel im System. Im Zusammenspiel mit dem vollautomatischen Kommissionier-Roboter Pick-it-Easy Robot bietet AutoPocket intelligentes Zero-Touch-Handling für Hochleistungsanwendungen.

Open Shuttle: autonome mobile Roboter für mehr Flexibilität im Lager Open Shuttles sind autonome mobile Roboter (AMR), die Unternehmensbereiche schnell und einfach miteinander verbinden und mit Waren, Rohstoffen und Komponenten versorgen. Die VDA 5050-fähigen Open Shuttles transportieren unterschiedlichste Ladungsträger. Dabei werden Aufträge intelligent auf die Flotte verteilt. Neu im Produktportfolio ist das Open Shuttle Fork, ein Transportroboter für den automatisierten Paletten-Transport.

Dank der speziellen Kinematik des Fahrzeugs ist ein besonders platzsparender Einsatz möglich. Open Shuttle Fork kann einfach in bestehenden und auch herstellunabhängigen Mischflotten eingesetzt werden. Eine weitere Neuheit aus diesem Bereich ist der Open Shuttle Store. Open Shuttle Store ist ein besonders flexibles und schnell einsetzbares automatisches Lagersystem mit mobilen Robotern. Durch das intelligente Systemdesign und die Modul-Bauweise ist das Lagersystem jederzeit in Bezug auf Stellplätze oder Leistung skalierbar, anpassbar und erweiterbar. Es ist schnell einsetzbar und kann einfach in Betrieb genommen werden. Gesteuert werden die autonomen mobilen Roboter mit dem intelligenten Flottenkontrollsystem KiSoft FCS. Mit dem Digital Twin können Anpassungen und Anwendungen vorab einfach simuliert und per Mausklick ins Echtsystem übertragen werden.

KiSoft Cloud: Cloud-basierte Serviceplattform für Big Data-Anwendungen.
Mit KiSoft Cloud bietet KNAPP eine umfassende Serviceplattform für einen zukunftsweisenden Logistikbetrieb. Sie stellt Kunden alle Daten und ausgewählte Services in nur einer Infrastruktur gebündelt zur Verfügung. So sind alle Betriebsdaten einer oder mehrerer Anlagen zentral gespeichert und jederzeit bereit für die Weiterverarbeitung. Daten können für unterschiedlichste Anwendungen einfach genutzt werden. Zudem unterstützt KiSoft Cloud vielfältige KI-Anwendungen wie maschinelles Lernen, insbesondere Deep Learning zum Trainieren von neuronalen Netzen. Hardware- und Software-Support, IT-Security, Datensicherheit sowie Schnittstellen zwischen Anwendungen sind out oft the box sichergestellt, unabhängig vom Anbieter der Software oder der Automatisierung.

KiSoft Analytics: Mit smarter Software die richtigen Entscheidungen für Lager und Supply Chain treffen.
KiSoft Analytics ist ein strategisches Tool zur Analyse und Visualisierung von Daten in der Supply Chain. Langzeitstatistiken, Prognosen und Benchmarkings helfen, gezielte Entscheidungen bei komplexen Abläufen zu treffen, Veränderungen im Business früh zu erkennen oder die Supply Chain zu optimieren. Die Logistik-App für Smartphone und Desktop eignet sich ideal für Executives, Logistik Manager, Supply Chain Manager oder Operations Teams.

redPILOT: Effizientes Ressourcen-Management.
Die redPILOT Operational Excellence Solution ist eine modulare Software-Lösung, die Logistikbetreiber dabei unterstützt, ihre Logistiksysteme zu jeder Betriebsstunde am optimalen Limit zu betreiben. Der Einsatz zum nachhaltigen Ressourcen-Management ist vielseitig – einerseits unterstützt das Software-Modul CMMS (kurz für Operational Maintenance Modul) die strukturierte und planmäßige Durchführung von Instandhaltungsmaßnahmen im technischen Anlagenbetrieb. Andererseits optimieren die weiteren Module den operativen Betrieb der Logistikanlage, unter anderem durch die automatisierte Mitarbeitereinsatzplanung und Optimierung basierend auf dynamischer Engpasserkennung. (RED)

Quelle: LOGISTIK express Journal 3/2022


LogiMAT: Anschluss an frühere Erfolge

Am 2. Juni endete die mit Spannung erwartete Intralogistikmesse LogiMAT, die nahtlos an „alte Zeiten“ anknüpfen konnte. Auch im dritten und letzten Teil der Serie präsentiert Logistik Express interessante Exponate aus zentralen Ausstellungsbereichen.

Redaktion: Markus Walter.

Für die 1.571 Aussteller und den Veranstalter war es spannend bis zuletzt: Niemand wusste, wie viele Menschen die erste LogiMAT nach Ausbruch der Corona-Pandemie besuchen würden. Doch die Ängste vor einem Flop mit leeren Hallen waren unbegründet. Am Ende des Events konnte Messechef Michael Ruchty solide Zahlen verkünden, die fast auf dem Rekord-Niveau von 2019 lagen. „Bereinigt um die pandemiebedingten Einschränkungen kann man dieses Ergebnis in allen Kategorien als Fortsetzung der LogiMAT-Erfolgsstory bezeichnen“, erklärte Ruchty,

In Zahlen ausgedrückt: Mit einer Ausstellungsfläche von mehr als 125.000 Quadratmetern in allen zehn Hallen war das Stuttgarter Messegelände komplett ausgebucht. Die weltweit größte Intralogistik-Messe zog wieder rund 50.000 Besucher an und erwies sich erneut als Publikums-Magnet. Das lag zu einem Großteil an den zahlreichen Produktpremieren und Weltneuheiten – darunter zwei neuartige automatische Kleinteilelager, die AutoStore die Stirn bieten wollen. Diese waren mit sehr unterschiedlichen Lösungsansätzen bei Jungheinrich und Körber zu finden.

Die von Jungheinrich entwickelte Alternative zu AutoStore heißt PowerCube. Damit wollen die Hamburger „neue Maßstäbe im Bereich der automatisierten Lagersysteme“ setzen. Der PowerCube ist ein automatisiertes Behälter-Kompaktlager für die besonders kompakte Lagerung und Kommissionierung von Kleinteilen und Stückgut. Die Behälter werden in dem modularen Regalsystem des PowerCubes in vertikalen Kanälen bis zu 12 m hoch übereinandergestapelt. Diese Systemhöhe ermöglicht eine besonders platzeffiziente Behälterlagerung auf kleinster Fläche.

Das Ein- und Auslagern der Behälter übernehmen speziell entwickelte PowerCube-Shuttles, die sich automatisch unterhalb des Regalsystems bewegen. Durch dieses Prinzip bietet der PowerCube gegenüber anderen Behälter-Kompaktlagern den entscheidenden Vorteil, dass das Lager nach oben flexibel aufgebaut werden kann und auch an individuelle Dachformen anpassbar ist. Das automatische Behälter-Kompaktlager kann auf normalen Industriefußböden ohne aufwendiges Überarbeiten, wie Überfräsen und Schleifen, errichtet werden und lässt sich deshalb problemlos in bestehende Lagerhallen integrieren.

Die PowerCube-Shuttles bewegen sich mit einer maximalen Geschwindigkeit von 4 m/s und einer Beschleunigung von bis zu 2 m/s². Sie können gleichzeitig zwei Behälter mit jeweils 50 kg Ladung innerhalb des PowerCubes transportieren. Durch die skalierbare Anzahl an Shuttles kann der Durchsatz des PowerCubes bei steigender Nachfrage oder einer Sortimentserweiterung flexibel angepasst werden.

Dank ihrer Hochleistungs-Lithium-Ionen-Batterien, die während des Betriebs jeweils an den Arbeitsstationen zwischengeladen werden, sind die Shuttles ohne Stillstandzeiten 24 Stunden am Tag einsatzbereit. Da die Shuttles zu Wartungsarbeiten aus dem PowerCube auf Bodenniveau entnommen werden können, ist keine Wartungsbühne nötig. Auch der internationale Technologiekonzern Körber bietet mit Attabotics eine neuartige Lagerlösung für Kleinbehälter, die bei einer Stapelhöhe von bis zu 10 Metern eine extrem hohe Speicherdichte mit einem schnellen und direkten Zugriff ermöglicht.

Die Attabotics-Lösung basiert auf einer vertikalen, sehr platzsparenden Gitterstruktur. Produkte werden in quadratischen Behältern mit einem Innenmaß von 571 x 571 mm gelagert. Die „Attabots“ genannten Roboter können auf dem Gitter, unter dem Gitter und vertikal durch die Abwärtsschächte fahren, um Behälter einzulagern oder zu entnehmen und zu den integrierten Entnahmeöffnungen zu transportieren.

Attabottics ermöglicht damit auf einer extrem verdichteten Lagerfläche eine effiziente Kommissionierung, einschließlich Sequenzierung und Pufferung. In den USA und Kanada wurde die Technologie bereits bei zahlreichen Unternehmen der E-Commerce-Branche implementiert. Im Rahmen einer exklusiven Partnerschaft vertritt das Körber Geschäftsfeld Supply Chain Automation das kanadische Robotikunternehmen Attabotics in fast allen europäischen Ländern und in weiten Teilen Asiens.

Das Startup Rocketsolution zeigte sich erstmals auf der LogiMAT und stellte dort sein Shuttle-System RSX1 vor. Das hochverdichtende Kleinteilelagersystem RSX1 für Ladegüter bis zu 50 Kilogramm bietet maximale Verdichtung der Lagerplätze, flexible Skalierbarkeit sowie einfache Integrationsfähigkeit. Verglichen mit herkömmlichen Shuttle-Systemen reduziert das RSX1 den benötigten Raum deutlich und sorgt für Effizienz- und Rentabilitätssteigerung in der Kleinteillagerung. Mit einer Höhe von bis zu 30 Meter nutzt das RSX1 auch den Luftraum optimal. Selbst sehr flache Güter lassen sich innerhalb des RSX1 hochverdichtet lagern, bereits ab einer Behälterhöhe von 100 Millimeter arbeitet das RSX1 ohne jeglichen Raumverlust in der Höhe.

Die Automatisierung spielte auch an vielen anderen Ständen der Messe eine wichtige Rolle. Die Pixel Robotics GmbH präsentierte als Mitaussteller der Logivations GmbH erstmalig Roboter, die von Künstlicher Intelligenz gesteuert werden. Pixel Robotics kombinierte hierfür KI, Computer Vision und Robotik, um innerbetriebliche Palettentransporte zu automatisieren. Der von Grund auf neu entwickelte Roboter PIXEL PT arbeitet kooperativ mit den menschlichen Kollegen zusammen und passt sich dynamisch an bestehende Prozesse in der Intralogistik an. Die Roboter sind modular und robust konstruiert, sodass sie für raue Logistikumgebungen geeignet sein sollen. Der Hersteller verspricht zudem eine Amortisationszeit von unter 1,5 Jahren.

Ein weiteres Highlight präsentierte das Technologieunternehmen TeamViewer: Gezeigt wurde die mehrfach ausgezeichnete Vision-Picking-Lösung xPick. Die Augmented-Reality-Lösung, die seit der Übernahme des Wearable-Computing-Unternehmens Ubimax Teil des TeamViewer Portfolios ist, ermöglicht Kunden ein hocheffizientes und nahezu fehlerfreies Kommissionieren. Neu sind Gamification-Elemente, die für eine höhere Einsatzbereitschaft und eine gesteigerte Produktivität der Mitarbeitenden sorgen und gleichzeitig monotone Kommissionierprozesse auflockern.

Bei Unternehmen wie DHL, Schnellecke Logistics und Coca-Cola HBC ist TeamViewer xPick etablierter Standard und bei vielzähligen Großkunden bereits seit Jahren im Einsatz. Durch die Verwendung von Wearables wie Smart Glasses lässt sich die Lösung ohne großen Aufwand leicht in bestehende Infrastrukturen von Unternehmen integrieren. Dies unterstützt die einfache Skalierbarkeit der Lösung – auch standortübergreifend.

Neben Hardware sah man auf der LogiMAT wieder jede Menge Software: Zum Beispiel die neue Logistikplattform CargoON der Technologiefirma Trans.eu Group. Diese vereint verschiedene Funktionen, um neben Auftragsverwaltung und Frachtmonitoring beispielsweise auch die Rampenbelegung digital zu steuern und so die Prozesseffizienz zu erhöhen. Durch die Anbindung an das europaweite Trans.eu-Netzwerk mit über 30.000 Logistikdienstleistern wird zudem die flexible Beschaffung von Transportressourcen gewährleistet.

Die größte ausländische Ausstellergruppe kam übrigens aus Italien, vertreten durch Unternehmen wie Ubiquicom. Die Firma wurde 2021 als einziges italienisches Unternehmen in den „Magic Quadrant for Indoor Location Services, Global“ von Gartner, Inc.* aufgenommen und präsentierte auf der LogiMAT die Prozesssteuerungs-Lösung Synchro. Durch die Standorterfassung der Flurförderzeuge in Echtzeit werden ihre Einsätze auf optimale Art und Weise organisiert. Dabei wird die RTLS-Technologie (Real-Time Locating System) mit Algorithmen künstlicher Intelligenz kombiniert.

Die in diesem Artikel und den beiden vorausgegangenen Vorberichten genannten Neuheiten bilden natürlich nur die Spitze des Eisbergs und können einen Besuch der realen Messe nicht ersetzen. Apropos: Die nächste LogiMAT findet statt vom 25. bis 27. April 2023. Eine Rückkehr in den gewohnten Messe-Rhythmus mit einem Termin im Februar erschien dem Veranstalter EuroExpo noch zu früh. Die Zeitspanne zwischen den beiden LogiMAT-Events hätte dann nur acht Monate betragen. Außerdem birgt Corona nach wie vor große Sprengkraft. Der Winter könnte neue Beschränkungen bringen. Einziger Schönheitsfehler am April-Termin ist jedoch die große Nähe zur transport logistic, die 2023 vom 9. bis 12. Mai im Kalender steht. Da wird sich mancher Aussteller entscheiden müssen. Wir werden sehen. (MW)

 

Quelle: LOGISTIK express Journal 3/2022


LogiMAT 2022 Fachmesse mit Vorlauf: Intralogistik aus erster Hand

Nur noch wenige Wochen trennen uns vom Start der Intralogistikmesse LogiMAT, die vom 31. Mai bis zum 2. Juni in Stuttgart stattfindet. Auch im zweiten Teil der dreiteiligen Serie präsentiert Logistik Express vorab die interessantesten Exponate aus zentralen Ausstellungsbereichen.

Die langjährigen Besucher der LogiMAT werden in diesem Jahr feststellen, dass sich der Charakter des Branchen-Events leicht verändert hat. Anders als früher finden die beliebten Foren nicht mehr in den Hallen, sondern ausschließlich im Eingangsbereich statt. Diese Corona-Schutzmaßnahme hat zur Folge, dass die Zahl der Fachvorträge während der drei Messetage deutlich gesunken ist.

Aus dieser Not machte der Veranstalter, die Münchner Euroexpo GmbH, eine Tugend.
Etliche Vorträge finden nun im Vorfeld der LogiMAT auf der digitalen Plattform LogiMAT.digital statt, die damit spürbar an Attraktivität gewonnen hat. Am 5. April stand zum Beispiel der LogPR-Thementag auf dem Programm. Hier ging es in zwölf moderierten Vorträgen um die Themen Automatisierung, Warehousemanagement und Disposition. Für potenzielle Besucher war das eine von vielen Möglichkeiten, sich gezielt auf die Messe vorzubereiten und einige der Top-Lösungen im Vorfeld zu betrachten. Apropos Top-Lösungen: Auch im zweiten Teil des Vorberichts stellen wir einige der herausragenden Exponate vor.

Handheld Germany stellt den neuen SP500X ScanPrinter vor. Die tragbare Scan-und-Druck-Lösung vereint 2D-Imaging, Tintenstrahldruck und drahtlose Kommunikation in einem Gerät. Der SP500X wurde für Logistikanwendungen mit hohen Volumina entwickelt, bei denen bei der Sortierung von Paketen manuell gescannt und etikettiert wird. Mit dem integrierten Drucker und Wi-Fi ist der SP500X echt mobil. Der SP500X verwendet eine patentierte Technologie von HP und druckt direkt auf Pakete und andere Oberflächen. Der leichte SP500X kann über 1.250 Scans und Ausdrucke pro Stunde erstellen. Er hat eine Lithium-Ionen-Batterie, die bis zu 5.000 Scans und Ausdrucke pro Ladung schafft. Die Druckerpatronen reichen für Tausende Ausdrucke. Die Batterie kann im laufenden Betrieb gewechselt werden, sodass Ausfallzeiten minimiert werden können. Durch die Wi-Fi-Kompatibilität lässt sich der SP500X ScanPrinter nahtlos in bestehende IT-Umgebungen integrieren und kommuniziert direkt mit den vorhandenen Back-End-System.

Das Supply Chain Technologieunternehmen Zetes präsentiert auf der LogiMAT in Halle 8, Stand A41 Innovationen für eine digitalisierte, vernetzte Lieferkette. Messebesucher erleben anhand von praxisnahen Anwendungsszenarien Supply Chain Management 4.0 zum Anfassen. So wird die Logistic Execution-Lösung ZetesMedea zur Digitalisierung von Lagerprozessen inklusive Voice-Kommissionierung und das RFID-/ImageID-Gate für eine kamerabasierte Palettenprüfung des Wareinein- und ausgangs zu sehen sein. Darüber hinaus sind Live-Demos des druckluftfreien Hochleistungs-Applikators MD 5000E zum ein-, zwei- oder dreiseitigen Etikettieren von Paletten in Kombination mit dem Packaging Execution System (PES) ZetesAtlas, des IND-Staplerterminals sowie der topaktuellen Mobilcomputer und Wearables führender Hersteller geplant.

Der Pick-by-Light-Spezialist KBS Industrieelektronik GmbH präsentiert ein neu entwickeltes Modul für die elektronische Füllstandüberwachung. Damit werden die Einsatzmöglichkeiten des KBS Systems um die elektronische Nachfüllsteuerung von Bereitstellregalen (e-Kanban) erweitert. Um die elektronische Nachschubermittlung zu erleichtern hat KBS einen Sensor entwickelt, der eine automatische Füllstanderfassung nahtlos in bestehende oder neue Pick-by-Light-Systeme integrieren kann. Die hierbei eingesetzte Technologie ermöglicht es, dass nur noch ein Sensor je Durchlaufkanal zur Füllstanderfassung erforderlich ist und Kabelführungen innerhalb des Durchlaufkanals entfallen. Der Behälter-Füllstand wird dabei durch den Sensor kontinuierlich berührungslos überwacht. Sobald sich nur noch eine definierbare Mindestanzahl an Behältern im Regal befindet, meldet dies der Sensor an die Nachschubsteuerung. In Kombination mit einem Put-to-Light-Modul kann der aktuelle Status angezeigt und der Nachfüllprozess optimiert werden, indem die leucht-
starke Blickfangleuchte visuell unterstützt und so den Nachfüllprozess beschleunigt und
Beschickungsfehlern vorbeugt.

Das Schweizer Familienunternehmen Kern AG hat sich dem leidigen Thema der übergroßen Pakete und dem Füllmaterial aus Plastik im Onlinehandel gewidmet und ein umweltschonendes Verpackungssystem entwickelt: PackOnTime 2box stellt maßgeschneiderte Pakete her, die ganz ohne Verpackungsmaterial auskommen. In einem vollautomatisierten Prozess wird die Ware ausgemessen und die Daten weitergeleitet. Aus recycelter Wellpappe stellt die Maschine ein passendes Paket her – und das im Sieben-Sekunden-Takt. Der nachhaltige Nutzen liegt auf der Hand: kleinere Pakete, weniger Volumen, weniger Lastwagen auf der Straße.

Das Robotikunternehmen Magazino zeigt erstmals öffentlich die serienreife Version des mobilen Roboters SOTO. Der vollständig autonom arbeitende Roboter automatisiert die Materialversorgung in der produzierenden Industrie und bringt Kleinladungsträger (KLT) vom Lager bis zur Montagelinie – ganz ohne manuelle Zwischenschritte. Der Roboter ist bereits in mehreren Pilotprojekten im Einsatz. SOTO kombiniert die elementaren Prozessschritte in einer einzigen, vollständig autonomen Lösung: die Aufnahme von unterschiedlich großen KLT, der autonome Transport von mehreren KLT von Quelle zu Senke sowie die Abgabe in Durchlaufregale auf unterschiedlichen Höhen. Das Einsammeln von Leergut sowie die Rotation von Kleinladungsträgern um 90° bis 180° gehören ebenfalls zum Fähigkeiten-Repertoire des neuen Roboters.

Mettler Toledo stellt erstmalig in Deutschland die Lösung TLD970 vor, mit der während der Fahrt die Abmaße von Paletten am Gabelstapler gemessen werden können. In Kombination mit der Waage TLF820, welche am Gabelstapler angebaut wird, entsteht so eine dynamische Messlösung für Volumen, Gewicht und ID. Damit können Spediteure ohne Zeitverlust während der Lagerumschlags prüfen, ob die vom Kunden angegebenen Maße und Gewichte stimmen. Denn mit jeder Palette, die ohne Kontrolle transportiert wird, können Umsatzverluste entstehen. Selbst kleinste Übermaße von Paletten können bei der Beladung von LKWs große Probleme hervorrufen und die gesamte Lade- und Routenplanung gefährden.

Das TLD970 von Mettler Toledo ist ein an der Hallendecke montiertes Messystem, dass die Abmaße von Paletten am Gabelstapler mit einer Fahrgeschwindigkeit von bis zu 15 km/h messen kann. Die Lösung ist so unauffällig integriert, dass man sie kaum bemerkt. Eine am Gabelträger montierte Waage vom Typ TLF820 und das Handscannersystem liefern zur Vervollständigung des Datensatzes das Gewicht und die ID der Palette. Ein optionales Staplerterminal führt den Fahrer durch den Messprozess und überträgt den Datensatz per WLAN an das übergeordnete IT-System des Anwenders.

Der Pick-by-Vision-Spezialist Picavi stellt den Lager-Mitarbeiter in den Fokus. Kernthema am Messestand ist neben neuen Funktionalitäten im Picavi-Ökosystem die Entwicklung einer intelligenten Analytik mit Hilfe neuronaler Netze zur Echtzeit-Optimierung im Lager. Die Lösung basiert auf einer Echtzeit-Datenerfassung mittels Datenbrille und der Nutzung dieser Daten zur Optimierung von Lagerprozessen und der Arbeitsplatzergonomie der Mitarbeiter. Picavi führt die Auswertung mit neuronalen Netzen durch. Auf dieser Basis erkennt das System eigenständig Optimierungspotenziale und schlägt konkrete Maßnahmen zur Verbesserung vor. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Erfassung von Bewegungsmustern und deren Optimierung für eine bessere Ergonomie im Lager. So können beispielsweise wiederkehrende Bewegungen, wie z.B. häufiges Bücken, erkannt und anschließend Maßnahmen zur gesundheitsfördernden Optimierung ergriffen werden.

Die KNAPP AG (Halle 3 auf Stand B05) zeigt neueste Technologien für die Automatisierung und Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette. KNAPP-Lösungen sind auf den jeweiligen Bedarf maßgeschneidert und basieren auf innovativen Technologien und modernster Software. Damit hilft KNAPP ihren Kunden, Wettbewerbsvorteile zu generieren und auszubauen. KNAPP versteht sich als Technologiepartner und bietet für jeden Schritt in der Wertschöpfungskette die richtige Automatisierung, Informationen und Serviceleistungen. Innovative Roboter und Software-Tools: KNAPP zeigt die neueste Generation seines mit künstlicher Intelligenz ausgestatteten Kommissionier-Roboters Pick-it-Easy Robot, Neuheiten rund um die autonomen mobilen Roboter Open Shuttles und das völlig neuartige Taschensorter-System AutoPocket, das erstmals in der Öffentlichkeit präsentiert wird. KNAPP-Software, die die Technologien zu intelligenten Systemen verbindet, und innovative Software-Tools zur Analyse und Optimierung des Anlagenbetriebs runden den Messeauftritt ab.

Seit September 2021 trägt BITO-Lagertechnik (Halle 6 / Stand C31) die TÜV-Zertifizierung „Klimaneutralen Unternehmen“ und stellt auf der LogiMAT ihre hohen Grundsätze hinsichtlich Umweltschutz bzw. nachhaltiger Ressourcenschonung vor. Mit dem Fahrerlosen Behältertransporter LEO Locative ermöglicht BITO-Lagertechnik den Anwendern, den innerbetrieblichen Transport von Behältern oder Waren auf ganz einfache Art und Weise zu automatisieren, ohne dafür die komplette Infrastruktur verändern zu müssen. Die LEO-Produktfamilie wächst und passt sich den verschiedenen Marktrends an. LEO custom beispielsweise eignet sich als variable FTS-Lösung für die einfache Automatisierung des Materialtransports in der Produktion und lässt sich je nach Einsatz um individuelle Aufbauten ergänzen. Das LEO-System ist in allen Ausführungen ein unkomplizierter Schritt in Richtung Industrie 4.0. Es funktioniert ohne W-LAN und IT und kann vom Nutzer problemlos selbst installiert und in Betrieb genommen werden. Auf der LogiMAT 2022 stellt BITO-Lagertechnik die neuesten Weiterentwicklungen der LEO-Familie vor und zeigt, wie sich das System unkompliziert in unterschiedliche Prozesse einbinden lässt.

Die TGW Logistics Group (Halle 5 / Stand C13) hat sich für das digitale Zeitalter mit modernen Technologien aufgestellt und zeigt als Systemintegrator das Spektrum seiner digitalen Services. Es umfasst den gesamten Lebenszyklus einer Anlage: von der Planung über die Realisierung bis zum laufenden Betrieb. Dabei stehen Innovationen im Fokus, die Unternehmen helfen, wettbewerbsfähiger zu werden.Der TGW-Stand setzt auf ein offenes Kommunikationskonzept. Neben Modulen, Systemen und Lösungen rücken auch Referenzprojekte mit namhaften Kunden in den Fokus, bspw. Coop, PUMA, Fource, Engelbert Strauss.

SSI Schäfer deckt diese komplexe Bandbreite ab und präsentiert auf der LogiMAT 2022, wie seine Kunden mit zukunftsfähiger Intralogistik einen Wettbewerbsvorteil erzielen. Auf dem Messestand in Halle 1 zeigt SSI Schäfer, wie kleinere und mittelständische Unternehmen Abläufe teilautomatisieren können – auf einfache Weise im Sinne von „Plug & Play“ und zu attraktiven Kosten. Im Ergebnis werden die Lager-, Transport- und Kommissionierprozesse beschleunigt, der vorhandene Raum effektiver genutzt und ergonomische Arbeitsabläufe garantiert. Bausteine dieser Lösungen sind unter anderem Fahrerlose Transportsysteme, Verschieberegalsysteme, Kanallager- Applikationen mit dem SSI ORBITER® und der Lagerlift SSI LOGIMAT®, die auf der Messe ausgestellt werden. Ein besonderes Highlight auf dem Messestand ist das Exponat zur Vertical Farming Lösung, die SSI Schäfer (Halle 1 D21) als offizieller Partner des Konsortiums des Deutschen Pavillons gerade erst auf der Expo 2020 in Dubai vorstellte. Die innovative wie nachhaltige Lösung wurde in Zusammenarbeit mit Infarm, dem schnell wachsenden Urban Farming Unternehmen mit weltweiter Präsenz, entwickelt und wird nun in Europa präsentiert.

Innovation ist nicht länger eine Option. Es ist eine Notwendigkeit, BEYOND zu gehen. Wir als Dematic freuen uns Ihnen mitteilen zu können, dass wir auch in diesem Jahr wieder an der führenden EMEA-Messe Logimat 2022 teilnehmen werden, die vom 1. März bis zum 2. Juni in Stuttgart, Deutschland, stattfindet. Zusammen mit einem neuen Standkonzept und spannenden Showcases werden wir in Halle 1, Stand 1B37 zu finden sein. Als Unternehmen mit einem starken sustainable und sehr digitalen Mind-Set, werden wir uns im Jahr 2022 auf den ganzheitlichen Ansatz unserer Lösungen > Services > Software konzentrieren, um die Zukunftsmärkte F&B, Grocery, General Merchandise, e-Com/e-Grocery und Durable Manufacturing fokussieren.

Seit 2003 ist Element Logic (Halle 1, Stand 1H21) AutoStore-Partner. Als weltweit erster offizieller AutoStore-Integrator hat Element Logic seither mehr als 150 AutoStore-Lager installiert und ist europaweit Marktführer für AutoStore-Lösungen in Europa. Element Logic, der weltweit erfolgreichste AutoStore-Distributor des vergangenen Jahres, präsentiert innovative Neuentwicklungen auf Basis bewährter Standards mit individuellem Zuschnitt. Das in Stuttgart vorgestellte Produkt- und Leistungsspektrum reicht ausgehend von einer kompletten AutoStore-Anlage mit automatisierter Behälterandienung über integrierte Einzelstückkommissionierung per Roboter bis hin zu Peripheriegeräten, Lagerverwaltungs- und Steuerungssoftware sowie umfassenden After-Sales-Services.

Das Unternehmen AM Logistic Solutions GmbH (Halle 1 / Stand B31) konzipiert und realisiert als Generalunternehmer Logistikprojekte, die sämtliche am Markt verfügbaren Intralogistiksysteme integrieren: Automatische Kleinteilelager (AKL), AutoStore, Co-Bots, autonome mobile Roboter (AMR), Regalbediengeräte und Shuttle. Fördertechnik, IT-Lösungen, Retrofit-Sanierungen sowie 24/7-Anlagenservice und Wartung runden das Leistungsportfolio ab. Die AM Logistic Solutions ist ein Tochterunternehmen der niederländischen Royal Reesink Gruppe und Teil der Reesink Logistic Solutions Division.

Wir bei Vanderlande kennen die Lagerautomatisierung in- und auswendig. Unser Fachwissen und unsere Erfahrung, die wir in den letzten 70 Jahren gesammelt haben, sind schlichtweg unübertroffen. Und all dieses Know-how steht Ihnen zur Verfügung. Lassen Sie sich von unseren Ingenieuren auf der LogiMAT von unseren Robotik- und autonomen Fahrzeuglösungen inspirieren und finden Sie heraus, warum wir der Meinung sind, dass diese innovative Technologie nicht isoliert funktionieren sollte, sondern wirklich in den Lagerfluss eingebettet werden muss. Entdecken Sie die neuesten Erkenntnisse über die einzigartige ADAPTO-Shuttle-Technologie von Vanderlande – unser automatisches 3D-Ein-/Auslagersystem mit integrierten Sortier- und Sequenzierungsfunktionen. Oder erfahren Sie, warum unsere adaptiven Taschensysteme, wie AIRPICK, die beste Lösung für Ihre Anforderungen sein könnten.

Die Fluxus Solutions GmbH (Halle 5, Stand C01) präsentiert auf der LogiMat 2022 zum ersten mal Lösungen und Dienstleistungen rund um die Themen Intralogisitk und Materialfluss. Zum Produktportfolio gehören das Paletten-Durchlaufregalsystem FXS Dynamics PFS, Paletten-Einschubregalsysteme FXS Dynamics PPS & FXS Dynamics TSS, Gefällerollenbahnen FXS Dynamics GRC, Karton-Durchlaufregalsystem FXS Dynamics CFS sowie das Shuttleregalsystem FXS Automation GRC und ein automatisches Palettenregalsystem FXS Automation APS.

Die IGZ Ingenieurgesellschaft für logistische Informationssysteme mbH untermauern ihre Intralogistik-Kompetenz für hochautomatisierte SAP-gesteuerte Intralogistik-Anlagen. So beteiligt sich IGZ an dem „LogiMAT Digital“-Event am 12. Mai mit dem Vortrag „Logistikplanung mit SAP Fokus“. Ebenso sind die SAP Ingenieure in Stuttgart vertreten in Halle 1 (Stand B25) und Halle 8 (Stand B47).  (RED)

 


Quelle: LOGISTIK express Journal 2/2022

LogiMAT: Innovationen für Automatisierung und die digitale Transformation

Auf der LogiMAT 2022 belegen die internationalen Aussteller im Bereich Anlagen- und Fördertechnik dreieinhalb von insgesamt zehn Hallen auf dem Stuttgarter Messegelände und präsentieren ein umfassendes Lösungsspektrum für die zunehmenden Anforderungen von Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Damit bietet die Internationale Fachmesse für Intralogistik-Lösungen und Prozessmanagement den Fachbesuchern einen weitreichenden Überblick und entscheidende Orientierungshilfen zur zukunftsfähigen Ausrichtung ihrer Intralogistik.

Der andauernde Fachkräftemangel bei gleichzeitig wachsendem Volumen des Onlinehandels prägen gegenwärtig die Nachfrage und die Entwicklungstrends im Segment der Anlagen- und Fördertechnik. Die aktuellen Lösungsangebote für die Intralogistik, das unterstreichen die Hersteller und Systemintegratoren mit ihren Exponaten auf der LogiMAT 2022, zielen daher auf weitere Automatisierung der Intralogistik-Prozesse, Digitalisierung der Daten und Datenströme sowie Flexibilität durch mitwachsende Lösungen. Hinzu kommt unter dem Stichwort „Green Logistics“ der Trend zu nachhaltigen Lösungen und ressourcenoptimierten Prozessen. Dementsprechend fokussieren die Materialfluss- und Anlagenkonzepte für die Intralogistik kompakte, energieeffiziente Anlagentechnik sowie – mit Blick auf volatile Nachfragesituationen – weitgehende Flexibilität bei Gestaltung und Skalierbarkeit von Systemen und Lösungen. „Die vornehmlichen Treiber für die Weiterentwicklung im Bereich der Anlagentechnik sind bereits aus den vergangenen Jahren bekannt,“, erklärt Messeleiter Michael Ruchty vom LogiMAT-Veranstalter EUROEXPO Messe- und Kongress-GmbH, München. „Die Pandemie hat sie allerdings noch einmal verstärkt und ihre Auswirkungen auf die Anforderungen an Intralogistik sowie auf Hersteller und Anbieter deutlich forciert. Welches aktuelle Lösungsspektrum die internationalen Fördertechnik-, System- und Anlagenbauer für Automatisierung, Digitalisierung und Flexibilität in der Intralogistik bieten, präsentieren sie Interessenten und dem Fachpublikum vom 31. Mai bis 2. Juni auf der LogiMAT 2022 in dreieinhalb Hallen auf dem Stuttgarter Messegelände.“

In den Hallen 1 – nebst Galerie –, 3 und 5 sowie weiten Teilen der Halle 7 veranschaulichen die Exponate der Hersteller und Systemintegratoren eine vermehrte Integration modernster Technologien wie Robotik, Bilderfassung und Minimalisierung bei den System- und Steuerungselementen. Parallel dazu werden zunehmend die Prozesse einer installierten Regal- und Fördertechnik mit mobilen Komponenten wie etwa automatisierten Staplern oder Fahrerlose Transport Fahrzeuge (FTF) vernetzt und miteinander koordiniert. So stellen die Maschinen- und Anlagenbauer, Systemanbieter und -integratoren als stärkste Ausstellergruppe auf der LogiMAT 2022 in Stuttgart unter anderem neue Shuttlesysteme, Carry-Robots, autonom arbeitende Pickroboter und platzsparende Sortierlösungen vor. Sie präsentieren innovative Kommissionierautomaten und Fördertechnik-Komponenten sowie neuartige Taschensorter und Cobots für Picking und Palettierung. Mehrere Systemintegratoren sind zudem mit AutoStore-Anlagen vor Ort und zeigen die jüngsten Komponenten und Ergänzungen für das automatisierte Lagersystem. Weitere Exponate fokussieren IT-gestützte Leistungsoptimierungen durch System- und Datenvernetzung für durchgängigen Datentransfer und umfassende -analysen.

Insbesondere bei Prozesssteuerung, Analysen, Wartung und Services werden dabei immer öfter Methoden und Verfahren der Künstlichen Intelligenz (KI) eingebunden. „Vernetzte Intralogistiksysteme, die lernfähig sind und sich selbst optimieren können, werden schon in naher Zukunft eine große Rolle spielen“, betont Johann Steinkellner, CEO Central Europe bei TGW Logistics Group (Halle 5, Stand C13). Der österreichische Systemintegrator präsentiert auf der LogiMAT 2022 neben aktuellen Entwicklungen bei Modulen, Systemen und Lösungen für automatisierte Anlagen Software-Modelle für die Systemvernetzung. Dabei werden Daten von sämtlichen Anwendungen, Produkten und Lösungen gesammelt und in einem einheitlichen System ausgewertet, visualisiert und für weitere Optimierungen genutzt.

 

Repräsentativer Querschnitt durch das aktuelle Lösungsspektrum.
Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen investieren viele Unternehmen in die Modernisierung ihrer Intralogistik-Ausstattung und die Optimierung ihrer Prozesse. Entsprechend zeigen sich die Auftragsbücher der Maschinen- und Anlagenbauer gegenwärtig prall gefüllt. Binnen Jahresfrist, so die Zahlen des Branchenverbands VDMA, hat die Branche in Deutschland 2021 einen Auftragszuwachs von real 32 Prozent erzielt. In das laufende Jahr sind die Unternehmen mit einem überdurchschnittlich hohen Auftragsbestand von 10,9 Monaten gestartet – sind also schon zu Jahresbeginn bis November ausgebucht gewesen. Gleichwohl wollen sie dem internationalen Fachpublikum ihre aktuellen Produktentwicklungen präsentieren und weitere Vertragsabschlüsse erzielen. „Wir freuen uns, 2022 endlich wieder live interessante Produktinnovationen zeigen zu können“, so Sebastian Krayenborg, Geschäftsführer Karl-H. Bartels GmbH (Halle 1, Stand B69). Dafür bietet die LogiMAT als bewährte Präsentations-, Informations- und Kommunikationsplattform mit dem Charakter einer Arbeitsmesse das optimale Umfeld.

Die von den Unternehmen auf der LogiMAT gezeigten neuen Einzelkomponenten und jüngst entwickelten vollautomatisierten Anlagen bilden einen repräsentativen Querschnitt durch das aktuelle Lösungsspektrum für effiziente Intralogistik in Industrie und Handel. So kommt etwa die Rocketsolution GmbH (Halle 1, Galerie, Stand OG71) mit ihrem neuen Shuttle-System „RSX1“ nach Stuttgart. Die Technologie-Neuheit zielt auf maximale Verdichtung bei größtmöglicher Leistung automatisierter Lagersysteme. Die Körber Supply Chain Automation GmbH (Halle 1, Stand C34) zeigt in Stuttgart verschiedene Automatisierungs- und Materialtransportlösungen, darunter ein neues Shuttle-System sowie die KI-gestützte „Operator-Eye“-Technologie zur Fehlerbehebung und -vermeidung bei vollautomatisierter Lagenkommissionierung.

Stock Solutions und Streicher Maschinenbau GmbH & Co. KG präsentieren im Eingang Ost, Stand E080, mit ihrem Kooperationsprojekt „iQS“ ein flexibles Shuttle für Standard-Regale sowie Klein- und Großladungsträger. Mit der hoch performanten Lösung sollen sich auch bereits installierte automatische Kleinteilelager nachrüsten lassen. Die Extor GmbH (Halle 5, Stand G69) stellt das kompakte Lagersystem „RoverLog“ aus. Das System stapelt Ladungsträger per Hubtisch in die Höhe, kommt bei der Lagerung mittelgroßer Artikel komplett ohne Stapler, Fördertechnik, Paletten oder Sorter-Anlagen aus und soll manuelle Kommissionierprozesse ebenso wie die Lauf-, Stapler- und Hochkommissionierung im Schmalgang automatisieren oder ersetzen.

 

Roboter für gesteigerte Dynamik.
Neue Lösungen zur Steigerung von Prozesseffizienz und Genauigkeit bei Lagerung und Kommissionierung stellen unter anderem der Cube Storage Pionier AutoStore (Halle 1, Stand B61) und die Element Logic GmbH (Halle 1, Stand H21) sowie die AMI Förder- und Lagertechnik GmbH (Halle 1, Stand C03), die Knapp AG (Halle 3, Stand B05) und der niederländische Systemintegrator Inther Group (Halle 5, Stand B50) auf der LogiMAT vor. AutoStore kündigt neben einem neuen, integrierbaren CarouselPort für die Anlagen unter anderem die Vorstellung verschiedener Branchenlösungen an. Element Logic präsentiert als einer von mehreren Ausstellern mit AutoStore-Anlagen auf der LogiMAT 2022 weitere innovative Neuentwicklungen des kompakten, automatisierten Lager- und Kommissioniersystems. Dazu zählen die neuen „R5+-Robots“ von AutoStore, neue Systembehälter mit bis zu 425 Millimetern Höhe und der AutoStore „Bin-Lift2“, ein neuer robuster Vertikallift für mehrstöckige Lager. Weitere Peripheriegeräte für AutoStore-Anlagen zeigen unter anderem die Picavi GmbH (Halle 7, Stand D08) mit einer assistierenden Pick-by-vision-Lösung zur visuellen Führung und weiteren Steigerung der Kommissionierqualität und die AM Logistic Solutions GmbH (Halle 1, Stand B31) mit dem neuen „RiCO-bot“. Der mit einem Knickarm ausgestattete RiCO-bot orientiert sich über 3D-Optik selbstständig, kann Kleinteile autonom erkennen und handhaben und ist als Ergänzung zu automatisierten Lagersystemen wie AutoStore konzipiert, um deren Systemleistung auf die automatisierten Prozesse in Wareneingang und Versand auszuweiten.

Gesteigerte Dynamik bei Lagerung und Kommissionierung versprechen neben der Einbindung von Roboter-Technologie systemische Neuentwicklungen wie etwa das automatische Lager- und Kommissioniersystem „Smart-Flexdepot“ der AMI Förder- und Lagertechnik GmbH (Halle 1, Stand C03). Nach Aussage des Herstellers bietet der Kommissionierautomat kontinuierlichen Bestandsabgleich mit dem Warenwirtschaftssystem, den „aktuellen Höchstwert für das Lager-Nutzvolumen und damit maximale Verfügbarkeit“. Die Knapp AG (Halle 3, Stand B05) zeigt auf der LogiMAT gleich mehrere Neuheiten. Erstmals präsentiert das Unternehmen mit „AutoPocket“ dem Fachpublikum ein völlig neuartiges Taschensorter-System. Zudem werden Neuheiten rund um die autonomen mobilen Roboter „Open Shuttles“ sowie die neueste Generation des mit künstlicher Intelligenz ausgestatteten Kommissionier-Roboters „Pick-it-Easy Robot“ gezeigt.

 

FTF als barrierefreie Alternative zur fest installierten Fördertechnik.
Als einer von weltweit lediglich drei Herstellern der A-Frame-Technologie präsentiert der niederländische Systemintegrator Inther Group auf der LogiMAT 2022 (Halle 5, Stand B50) erstmals das jüngste Modell aus diesem Technologie-Segment für effiziente Intralogistik. Mit der von Inther perfektionierten Technologie bietet der Systemintegrator eine hocheffiziente Lösung mit 1.200 Zugriffen pro Stunde bei der vollautomatisierten Artikelkommissionierung großvolumiger Aufträge im Kleinteilesegment. Als weitere spezielle Produktvorstellung steht der stationäre Einzelstück-Pickroboter „Gripp“ (Gantry Robotic Intelligent Piece Picker) im Fokus.

Weitere Optionen für die Einbindung von Robotern in die Kommissionierprozesse sind bei der J. Schmalz GmbH (Halle 7, Stand C05) zu sehen. Zwei Demozellen mit Cobots für Picking und Palettieren zeigen Anwendungsbeispiele aus dem Bereich Bin Picking und Palettieren/Depalettieren. Eine Neuheit dabei: das Vakuum-Lagengreifsystem „ZLW“ für lageweises Anheben von Paketen, Gläsern oder anderen Werkstücken. In der zweiten Demozelle wird eine kamerabasierte Vision & Handling-Lösung mit Bildverarbeitung für den Griff in die Kiste vorgestellt. Das End-of-Arm-Ecosystem „Match“ ermöglicht dabei schnellen, automatisierten Greiferwechsel. Ebenfalls ausgelegt auf das roboterbasierte Handling von Gebinden sind die neuen Robotersysteme, die die Premium Robotics GmbH (Halle 7, Stand C30) auf der LogiMAT erstmals präsentiert. Die Roboter mit Bildverarbeitung, Sensorik und einem Greifsystem arbeiten ohne Lagen-Depalettierer, Shuttle-Zwischenlager oder Fördertechnik und können beispielsweise instabile Gebinde aus der Konsumgüterindustrie ganz direkt von einer Lagerpalette auf eine Lieferpalette umsetzen.

Neben der Konzentration von Neuentwicklungen im Bereich der Automated Guided Vehicle (AGV) in Halle 2 auf dem Stuttgarter Messegelände stellen auch mehrere Flurförderzeuge-Hersteller sowie zahlreiche Maschinen- und Anlagenbauer ihre Lösungen in den Bereichen autonome mobile Roboter (AMR), Carrybots und Fahrerlose Transport Fahrzeuge (FTF) als barrierefreie Transportalternative zur fest installierten Fördertechnik vor. So präsentiert etwa die Geekplus Europe GmbH (Halle 7, Stand D51) mit dem „RoboShuttle“ ein AMR-System, das durch den Einsatz von Robotern eine deutliche Lagerverdichtung verspricht. Schlüsselkomponente des RoboShuttle-Systems ist der „RS8-DA“, nach Einschätzung des Herstellers der höchste AMR im Markt, der Regale mit einer Höhe von mehr als acht Metern bedienen kann. Die Carrybots GmbH (Halle 5, Stand B67) zeigt in Stuttgart erstmals ihr fahrerloses Transportsystem „Herbie“ im neuen Design. Das FTF mit modular erweiterbarem Systemaufbau wurde als kosteneffiziente Startlösungen speziell für den Transport von Kleinladungsträgern und ähnlichen Transportgütern entwickelt.

 

Einstiegslösungen für durchgängige Prozessautomatisierung und Vernetzung.
Auch im Bereich der stationären Fördertechnik unterstreichen die internationalen Aussteller auf der LogiMAT 2022 mit zahlreichen Exponaten die Innovationskraft und Lösungskompetenz der Maschinen- und Anlagenbauer. Die Gebhardt Intralogistics Group (Halle 5, Stand B71) etwa kommt neben FTF „Karis“ und Shuttlesystem „StoreBiter MLS“ mit der Premierenpräsentation einer neuen Sortiertechnologie speziell für kompakte Lager nach Stuttgart. Die platzsparende „SpeedSorter line“ ist vertikal aufgebaut und bietet an beiden Sorterseiten eine variable Anzahl von Endstellen für hohe Sortierleistung und Flexibilität auf kleinstem Raum. Mit einer neu entwickelten, eigenständigen Behälterfördertechnik, die auf der LogiMAT 2022 erstmals zu sehen ist, stellt die Dambach Lagersysteme GmbH & Co. KG (Halle 1, Stand F41) eine Lösung für den Warenfluss in Vorzonen automatisierter Lagersysteme vor. Die Fördertechnikkomponente, die speziell für Dambach-Anlagen entwickelt wurde, soll künftig mit weiteren Innovationen als systemunabhängige Einzelkomponente angeboten werden.

Mit einer „Revolution unter den Palettenmagazinen“, so Bartels-Geschäftsführer Sebastian Krayenborg, kommt die Karl-H. Bartels GmbH (Halle 1, Stand B69) nach Stuttgart. Neben Treppensteigern zeigt das Unternehmen erstmals das Palettenmagazin „DStacker“. Es ist auf sehr hohen Palettenumschlag in einem Kommissionierlager ausgelegt und gibt alle 10 Sekunden eine von bis zu 55 Paletten aus. Zudem, ein deutlich nachhaltiger Aspekt, kommt der „DStacker“ komplett ohne Stromanschluss, Pneumatik oder Hydraulik aus. Die Schmale Logtec GmbH (Halle 3, Stand C53) präsentiert neben der neu entwickelten Produktlinie „AGV Connect“ als Live-Exponat eine ganzheitlich konzipierte Übergabestation für das Be- und Entladen Fahrerloser Transportsysteme (FTS), die neben Effizienzvorteilen einen komfortablen Einstieg in durchgängige Prozessautomatisierung und Vernetzung bieten soll.

Die internationalen Aussteller aus dem Bereich des Anlagen- und Maschinenbaus, das zeigt diese willkürliche Auswahl von Neuheiten auf der LogiMAT 2022, halten für das Fachpublikum eine Vielzahl an Innovationen und Lösungsoptionen für effiziente Warehousing-Prozesse bereit. Die Systementwickler und Anbieter präsentieren mit kompakten, flexibel skalierbaren Lager- und Kommissioniersystemen einerseits die neusten Komponenten, Geräte und Einzelsysteme in den Bereichen der stationären und fest installierten automatisierten Anlagen- und Fördertechnik. Andererseits stellen sie mit Fahrerlosen Transportfahrzeugen und jüngsten Shuttle-Lösungen mobile Alternativen für die innerbetrieblichen Transporte, für die Produktionsversorgung und eine automatisierte Bedienung von Regalsystemen vor. „Ein umfassender Querschnitt und Überblick über die jüngsten Innovationen und Lösungsangebote, die die Maschinen- und Anlagenbauer, Systemanbieter und -integratoren gegenwärtig für eine zukunftsfähige Ausrichtung der Intralogistik anbieten“, fasst Messeleiter Ruchty zusammen. „Auf der LogiMAT können die Fachbesucher diese Neuheiten und zahlreiche Produktpremieren endlich wieder direkt in Augenschein nehmen, sie miteinander vergleichen und für fachkundige Informationen und Abstimmungen mit den Anbietern vis-a-vis ins Gespräch kommen. Ein Nutzwert von derartiger Quantität und Qualität wird Interessenten und Fachpublikum nirgendwo sonst geboten.“

Veranstalter: EUROEXPO Messe- und Kongress-GmbH
Joseph-Dollinger-Bogen 7, 80807 München
Tel.: +49 (0)89 32391-259 | Fax: +49 (0)89 32391-246
www.logimat-messe.de | www.logimat.digital


Quelle: LOGISTIK express Journal 2/2022

LogiMAT: Innovationen für das Codieren, Erfassen und Vernetzen

Eine Vielzahl von Premieren und innovativen Neuentwicklungen in allen Auto-ID-Technologiebereichen sowie einem ergänzenden Expertenforum zur weiterführenden Informationsvermittlung machen die LogiMAT 2022, Internationale Fachmesse für Intralogistik-Lösungen und Prozessmanagement, zur umfassenden Leistungsschau der Auto-ID-Branche.

Zuverlässige Kennzeichnung von Bauteilen für die Produktion, von Behältern im Lager- und Kommissioniersystem oder der Flurförderzeuge im Logistikzentrum – ohne Auto-ID, die Automatische Identifikation und Datenerfassung, geht in der Produktion und Logistik gar nichts. Kennzeichnung & Identifikation, Tracking & Tracing, Bestandsmanagement und Kommissionierung, Echtzeitortung, Condition Monitoring und Predictive Maintenance: Auto-ID-Technologien und ihre Kombination mit komplementären Technologiefeldern unterstützen die Automatisierung von Prozessen sowie eine zunehmend autonome Gestaltung, bei der Objekte jeglicher Art sich wechselseitig einander identifizieren und verifizieren. Für den AIM, Industrieverband für Automatische Datenerfassung, Identifikation (Auto-ID) und Mobile IT-Systeme, sind die Ident-Technologien „Enabling Technologies“ für die digitale Transformation von Supply Chain und Logistik, für die Steuerung, Automatisierung und Optimierung von Unternehmensprozessen und die intelligente Vernetzung von Informationen aus Produktion und Logistik, Transport und Verkehr. Denn Auto-ID-Technologien von der optischen Kennzeichnung und Identifikation über RFID- und RTLS-Lösungen bis hin zu Sensorik, Bluetooth und Vision Systemen ermöglichen alle Anwendungsbereiche, in denen Daten erhoben und ausgewertet werden.

Mit der kontinuierlichen Einbindung technologischer Neuerungen und entsprechender Weiterentwicklung der Produkt- und Lösungsangebote erschließen die Auto-ID-Lösungen Effizienzsteigerungen, steigern Prozesstransparenz und Optimierungspotenziale und unterstützen den technologischen Wandel sowie Entwicklung neuer Geschäftsfelder in den Unternehmen. Vor diesem Hintergrund blicken die Hersteller und Anbieter dieses diversifizierten Branchenspektrums durchweg positiv in die Zukunft. Dem letzten Branchen-Barometer des AIM zufolge erwarten nahezu 85 Prozent der befragten Unternehmen eine bessere oder zumindest gleichbleibende Marktentwicklung. Im zweistelligen Prozentbereich konstatieren die Unternehmen aller Technologiebereiche zudem eine verstärkte Nachfrage – von Unternehmen mit RFID-Lösungen erwarten dies 72 Prozent. Welche Innovationskraft und Lösungskompetenz der Auto-ID-Branche dabei zugrunde liegt, zeigen die internationalen Aussteller vom 31. Mai bis 2. Juni auf der LogiMAT 2022 in den Hallen 4 und 6 auf der Südachse des Stuttgarter Messegeländes. „Die Auto-ID-Branche kommt in diesem Jahr mit so vielen Neuheiten und Premieren zur LogiMAT wie nie zuvor“, sagt Messeleiter Michael Ruchty, EUROEXPO Messe- und Kongress-GmbH München. „In allen Technologiebereichen, von den ORM mit neuen Sicherheitsetiketten, Druckern und Lesegeräten über neue Wearables für RFID- und neue Sensorik für RTLS-Lösungen und Transportüberwachung bis hin zu dynamischen Frachtvermessungslösungen präsentiert die Auto-ID-Branche auf der LogiMAT ein breites Spektrum an Neuentwicklungen für das Codieren, Erfassen und Vernetzen von Informationen.“

 

Digital geführte Kommissionierung mit geographischen Informationen.
Im Bereich der Etiketten stellt die Securikett Ulrich & Horn GmbH (Halle 4, Stand F81) als einen „positiven Beitrag zur Kreislaufwirtschaft“, so das Unternehmen, ihre um neuartige, papierbasierte Sicherheitsetiketten erweiterte Produktpalette vor. Die Plöckl Media Group GmbH (Halle 4, Stand C07) legt den Fokus bei ihren Exponaten neben verschiedenen Kennzeichnungslösungen insbesondere auf die Produktinnovation „InMould on Roll“, bei der die klassische Stapelverarbeitung ihrer patentierten InMould Etiketten durch eine kosten- und zeiteffiziente Lösung auf Rolle erneuert wurde. Für effizienten Etikettendruck „on the fly“ präsentiert die Toko Etikettier- und Drucksysteme GmbH & Co. KG (Halle 4, Stand B05) erstmals die Epson C6000 Serie. Der Inkjet-Drucker mit Etiketten-Spendefunktion (C6000Pe/C6500Pe) ermöglicht in vollautomatisierten Etikettieranlagen mehrfarbigen „just-in-time“-Etikettendruck. Dabei lassen sich fotorealistische Etikettenlayouts mit einer Druckauflösung von bis zu 1200 x 1200 dpi und Druckbreiten von vier und acht Zoll realisieren.

Die Optimierung von Durchlaufzeiten im Prozess bei gleichzeitiger Reduzierung der Fehlerpotenziale im Kommissioniervorgang verspricht die Applikation Digitalpicker, die im Rahmen der LogiMAT 2022 erstmals auf einer Messe gezeigt wird. Bei der Lösung der Indutrax GmbH (Halle 6, Stand D74) ist der Name Programm: Die Applikation ermöglicht eine papierlose und digital geführte Kommissionierung unter Verwendung von geographischen Informationen, eLabel, Pick-to-Light, Wearable-Barcode-Scanner und Tablets. Diese neuartige Form der Prozessunterstützung leitet Kommissionierende einfach und effizient durch die Bearbeitung ihrer Aufträge.

Tablets stehen auch beim Messeauftritt der Advantech Service-IoT GmbH (Halle 8, Stand F10) im Mittelpunkt. Als Produktneuheiten zeigt das Unternehmen das Fahrzeugterminal DLT-V7215 P+ mit unterbrechungsfreier Stromversorgung und Smart Sensor sowie das Industrietablet AIM-75S mit austauschbarem Akku. Das robuste 8“-Tablet ist für den Innen- und Außenbereich geeignete. Zusätzlich zu den WLAN-/LTE-Funktionen, die mobiles Computing ermöglichen, kann das GMS-zertifizierte AIM-75S optional mit Peripheriegeräten wie einem 1D/2D-Barcodescanner, LAN+COM, UHF-RFID und MSR-Modulen ausgestattet werden.

 

Datenerfassung mit Cloud-Anwendungen und KI-Applikationen.
Neue Systeme für effiziente Datenerfassung und -vernetzung stellen unter anderem die Mettler-Toledo GmbH (Halle 6, Stand F27), das Wäge- und Messtechnik-Unternehmen DEW – Waagen & Systeme (Halle 3, Stand D58), die Kaptura GmbH (Halle 6, Stand F68) und die Swiss Sort GmbH (Halle 5, Stand F47) auf der LogiMAT erstmals vor. Mettler-Toledo kommt mit dem neuen Messystem „TLD970“ nach Stuttgart. Das Messystem wird an der Hallendecke montiert und kann die Maße von Paletten messen, die von Gabelstaplern transportiert werden, die sich mit einer Fahrgeschwindigkeit von bis zu 15 km/h bewegen. Kombiniert mit einer am Gabelträger montierten Waage „TLF820“ von Mettler-Toledo und einem Handscannersystem entsteht eine dynamische Messlösung für Volumen, Gewicht und ID. Ein optionaler Touch-Screen-PC im Führerhaus des Gabelstaplers führt den Fahrer durch den Messprozess und überträgt den Datensatz per WLAN an das übergeordnete IT-System des Anwenders.

DEW – Waagen & Systeme zeigt als Premiere ein neu entwickeltes Volumen-Messsystem. Das System kombiniert Volumenmessung, Gewichtsmessung und das Abscannen von Artikeldaten, beispielsweise von Etiketten. Die DEW-Waagenanzeige „D 125“ mit Touchbildschirm führt alle erfassten Daten in einem Datensatz zusammen. Im Anschluss wird das Datenpaket in Echtzeit direkt in die Unternehmens-IT übertragen und automatisiert gespeichert, wobei die entsprechenden Datenfelder der Bildschirm-Maske automatisiert befüllt werden.

Die 3D-Laserscanner-Lösung „IMS360“ von Kaptura zielt auf automatisierte Artikelstammdatenerfassung. Dabei ermöglicht die Einbindung von 360°-Produktfotografie eine schnelle Datenerfassung und Wiedererkennung von Artikeln. Swiss Sort stellt mit „Procap“ ein komplettes Soft- und Hardwarekonzept für Sendungserfassung (OCR Maschinen- und Handschrift), Tracking (BCR), Redressbearbeitung und die Irrläuferbearbeitung vor. „Procap“ sorgt nach Herstellerangabe mit Live-Erfassungswerte von bis zu 600 Sendungen pro Stunde für deutliche Arbeitserleichterungen, Zeit- und Kostenersparnisse in der innerbetrieblichen Logistik.

Datenerfassung mit Cloud-Anwendungen und KI-Applikationen präsentieren unter anderem die Denso Wave Europe GmbH (Halle 4, Stand D65) mit komplexen und Cloud-basierten IoT-Datenmanagementsystemen sowie die Panasonic Marketing Europe GmbH (Halle 6, Stand A71). Panasonic kommt mit einer Visual Sort Assist (VSA) Lösung für automatisierte Objekterkennung zur LogiMAT 2022. Das System scannt bei der Warenanlieferung Barcodes oder Lieferantenadressen und projiziert Namen der Lieferanten, Priorität in der Fertigung oder Lagerplatz auf Pakete, die dann auf der Fördertechnik weitergeleitet werden. Parallel erfolgt ein Abgleich der erfassten Anlieferungsdaten mit den im ERP-System oder WMS hinterlegten Informationen. Darüber hinaus ist auf dem Panasonic-Messestand die Tochtergesellschaft Blue Yonder vertreten. Sie präsentiert mit ihrem „Luminate“-Portfolio KI-gesteuerte Supply-Chain-Lösungen aus der Cloud.

 

Neue Transponder für zuverlässige RFID-Anwendungen.
Jüngste Entwicklungen im RFID-Segment werden bei der Neosid GmbH & Co. KG (Halle 4, Stand D05) und bei der Bito-Lagertechnik Bittmann GmbH (Halle 6, Stand C31) gezeigt. Neosid präsentiert mit „NeoTAG“ einen neuen, kleinen Transponder mit hoher Reichweite für zuverlässige RFID-Auslesung selbst in Metallumgebungen. Der gesamte HF-Transponder ist in der Standardausführung als Inlay (ohne Gehäuse) auf einer Größe von 2,6 mm x 2,6 mm x 2,4 mm untergebracht. Zudem werden Versionen als Plug (im Einpressgehäuse), als Flag (zur Befestigung etwa mit Kabelbindern) oder in kundenspezifischen Bauformen angeboten. Bito kommt mit den Startups Tec4Med, TeDaLos und Qbing nach Stuttgart. Gemeinsam mit Bito-Lagertechnik stellen sie auf der LogiMAT 2022 die neuesten Entwicklungen und spannende Innovationen rund um das Thema Intralogistik vor. Entwickelte Lösungen wie intelligente Pharmatransportbehälter, die Möglichkeit zur digitalen Bestandsüberwachung in Kleinteilebehältern oder RFID-basierte Bestandüberwachung am Regal sind Features, die Bito-Lösungen weiter digitalisieren.

Abgerundet wird die Leistungsschau der Auto-ID-Branche auf der LogiMAT 2022 am dritten Messetag durch das Expertenforum „Digital Supply Chain – Gestaltung und Optimierung: AutoID-Technologien als Enabling Technologies“ in der LogiMAT-Arena im Atrium, Eingang Ost, das gemeinsam von der Fachzeitschrift ident und dem Fachverband AIM-D e.V. Das behandelte Themenspektrum für ergänzende Informationsvermittlung stellt die RFID-basierte Automatisierung sowie Transparenz und Digitalisierung der Lieferkette auf Basis von Echtzeitdaten in den Mittelpunkt. Zudem zeigen und erklären die Experten im Zuge des Forums effiziente und nachhaltige Nutzungs- und Businessmodelle mit Mehrwegbehälterlogistik. Ziel ist es, den Fachbesuchern Leistungsvermögen und Einsatzpotenziale der unterschiedlichen AutoID-Technologien für die Digitalisierung von Supply Chain, Logistik und Produktion aufzuzeigen.

„Die Identtechnik ist die unentbehrliche Grundlage für effiziente Lieferketten und Datenvernetzung wie auch für die zukunftsfähige Ausrichtung von Logistik und Produktion“, resümiert Messeleiter Michael Ruchty. „Mit den Exponaten der Aussteller und der fachkompetenten Informationsvermittlung im Expertenforum bietet die LogiMAT 2022 einen kompakten und gleichwohl vollumfänglichen Überblick über den aktuellen Stand der technologischen Entwicklungen im Bereich der Auto-ID und den Mehrwert, den sie im Rahmen der digitalen Transformation bieten. Wer darüber im Bilde sein will, darf einen Messebesuch in Stuttgart nicht versäumen.“

 

Veranstalter: EUROEXPO Messe- und Kongress-GmbH
Joseph-Dollinger-Bogen 7, 80807 München
Tel.: +49 (0)89 32391-259 | Fax: +49 (0)89 32391-246
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Quelle: LOGISTIK express Journal 2/2022

LogiMAT Präsentationsplattform für modernste Software-Lösungen

Auf der LogiMAT 2022, Internationale Fachmesse für Intralogistik-Lösungen und Prozessmanagement, präsentieren die Software-Entwickler dem internationalen Fachpublikum ihr aktuelles Produktportfolio für zukunftsfähige, effiziente Intralogistik. Prägende Trends sind Cloudlösungen und die Einbindung moderner Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) und Robotic Process Automation (RPA).

In mitarbeiterintensiven Branchen wie der Logistik erschließen Automatisierung und Digitalisierung neue Möglichkeiten der Prozesseffizienz, Geschäftsentwicklung, Kundenbindung und Skalierbarkeit. Enabler dieser Erneuerungs- und Optimierungspotenziale sind die jeweils steuernden Softwaresysteme. Das Zusammenspiel von digitalen Technologien wie Cloud, Data Analytics, Augmented Reality oder Künstliche Intelligenz ermöglicht dabei die nächsten Schritte intelligenter Prozessautomatisierung, die Umsetzung datenbasierter Geschäftsmodelle und zusätzliche Faktoren der Wettbewerbsdifferenzierung. Welche Optionen die Software-Hersteller dabei mit ihrem aktuellen Produktportfolio für Intralogistik und Prozessmanagement bieten, zeigen die IT-Unternehmen auf der LogiMAT 2022 in den Hallen 6 und 8 auf dem Stuttgarter Messegelände. „Applikationen, Module und Systeme für schnelle Datenzusammenführung, -analyse und Prozessoptimierung, die die operativen Prozesse der Intralogistik und der Supply Chain verbessern“, konstatiert Messeleiter Michael Ruchty der EUROEXPO Messe- und Kongress-GmbH aus München. „Intelligente IT-Lösungen zur Bewältigung der aktuellen Marktanforderungen und zukunftsfähigen Ausrichtung der Unternehmen.“

Das nach den Anbietern von Fördertechnik- und Automatisierungssystemen zweitstärkste Ausstellerkontingent auf der LogiMAT 2022 kommt mit einem umfassenden Überblick über die jüngsten Entwicklungen bei Transportmanagement-, Lagerverwaltungs- (LVS) und Warehouse Management Systemen (WMS) sowie bei Zoll-, Versandabwicklungs- und Exportkontroll-Systemen nach Stuttgart. Zudem präsentieren zahlreiche Anlagenbauer, Systemintegratoren und Flurförderzeuge-Hersteller Systeme für das Flotten-, Ressourcen-, Yard- und Zeitfenstermanagement sowie Steuerungssoftware für ihre Geräte, Systeme und Anlagen. Darunter eine wachsende Zahl von Unternehmen, die eigenentwickelte LVS beziehungsweise WMS vorstellen oder sich als SAP-Implementierungspartner positionieren. Als bestimmende Trends für die Exponate, die zugleich den Investitionsbedarf in der Intralogistik markieren, zeigen sich:

  • die Einbindung von Methoden und Verfahren der Künstliche Intelligenz (KI)
  • der Einsatz von Simulationssoftware und Digitalen Zwillingen in unterschiedlichsten Anwendungen
  • Nachhaltigkeit/Ressourceneffizienz
  • Systeme, Module und Applikationen für Big Data und Analytics
  • smarte Lösungen aus der Cloud.

 

Vernetzte Daten analysieren.
Technologien wie Bilderfassung, KI und Robotik werden eingebunden, um durch Automatisierung von Rechenprozessen der Software selbst zur weiteren Optimierung der Systemleistungen beizutragen. So lassen sich durch Nutzung maschineller Lernmechanismen für koordinierte Prozesssteuerung etwa Kommissionierwege und -zeiten um bis zu 30 Prozent reduzieren. Künstliche Intelligenz (KI), Maschinelles Lernen (ML) und Robotic Process Automation (RPA) beschleunigen die Rechenprozesse. Das macht sie zu Technologien, die es Ingenieuren und Data Scientists ermöglichen, die riesigen Datenmengen einer vernetzten, digitalen Transformation zu strukturieren, zu analysieren und auszuwerten. „Vernetzte Intralogistiksysteme, die lernfähig sind und sich selbst optimieren können, werden schon in naher Zukunft eine große Rolle spielen“, betont Johann Steinkellner, CEO Central Europe bei TGW (Halle 5, Stand C13). Spezielle Algorithmen generieren dabei Mehrwert, indem sie etwa durch vorausschauende Analysen und daraus abgeleitete, belastbare Handlungsempfehlungen die operativen Prozesse der Intralogistik wie der Supply Chain optimieren.

So zeigt active logistics (Halle 6, Stand F61) das Tourenplanungssystem active smart tour mit integrierter KI. Das System soll die Tourenplanung beschleunigen. Dabei, so das Unternehmen, stellt die KI sicher, dass Terminzusagen und Kundenprioritäten erfüllt sowie ein Deckungsbeitrag erwirtschaftet wird. Sie laste vorhandenen Laderaum effektiver aus, kalkuliere effiziente Routen, verkürze mit ML die Fahrstrecken und verringere damit zugleich den CO2-Ausstoß. Sie überwacht zudem sämtliche Ankunftszeiten und vergibt kurzfristige Abholungen direkt an das naheliegendste Fahrzeug. Arvato Systems GmbH (Halle 8, Stand F55) stellt KI-basierte Anwendungen etwa für das Stammdatenmanagement vor. Zudem stehen smarte Applikationen zur Routenoptimierung oder Belieferungskonzepte mit (teil)autonomen Zustellungen im Fokus, die den CO2-Ausstoß insbesondere auf der letzten Meile reduzieren. Die Setlog GmbH (Halle 7, Stand C61) hat die kompletten Lieferketten im Blick und kommt mit neuen Tools für ihre Supply Chain Management (SCM)-Lösungen nach Stuttgart. Schwerpunkt des Messeauftritts bildet die erweiterte SCM-Software OSCA, die in fünf Lösungen mit erweiterten Tools demonstriert wird.

 

Simulationssoftware und digitale Zwillinge.
Zur Optimierung der innerbetrieblichen Transporte dient das Realtime Location & Recognition System der Logivations GmbH (Halle 8, Stand F05), das mit Machine Learning alle Materialflüsse und Staplerbewegungen tracken, automatisch buchen sowie Scan- und Identifikationsvorgänge automatisieren kann. Fahrerlose Transportsysteme und Staplerleitsystem verschmelzen, autonome Transportsysteme haben völlig neue Möglichkeiten für Navigation, Hindernisvermeidung und die Kollaboration mit Menschen. Auf Basis eines digitalen Zwillings sollen sich zudem vielfältige Anwendungen erstellen lassen. Die Artschwager + Kohl Software GmbH, (Halle 6, Stand D73), präsentiert erstmals auf der LogiMAT ihr Task und Transport Management System TAMAS, das eine Integration autonomer mobiler Transportroboter und Gabelstaplerflotten in den Produktionsbetrieb ermöglicht.

Eine eher ungewöhnliche Entwicklung kann das internationale Fachpublikum bei der e.bootis ag (Halle 8, Stand F41) in Augenschein nehmen: die Abbildung der Intralogistikprozesse in einem ERP-System. Erstmals zeigt das Unternehmen in Stuttgart die modular individualisierbare e.bootis-ERPII Suite. Sie bietet unter anderem mit Transportmittelverwaltung, automatisierter Versandabwicklung, Kommissionierung, Bestandsverwaltung, Fördertechniksteuerung und Nachverfolgung Lösungsbausteine für zahlreiche Anforderungen mittelständischer Unternehmen der Großhandels-, Industrie- und Dienstleistungsbranche. Ziel ist es, Geschäfts- und Logistikprozesse vom Wareneingang bis hin zur Inventur zu digitalisieren und zu automatisieren.

Auch bei der Planung und Leistungsauslegung automatisierter Anlage und den Abläufen im Logistikzentrum kommen vielfach Simulationssoftware und digitale Zwillinge zum Einsatz. Mit ihnen lassen sich bereits im Vorfeld die Anlagenauslegung und Prozesse exakt abbilden und überprüfen. Gleiches gilt etwa für die Planung und Gestaltung optimaler Lieferketten und alternativer Supply Chains. Dabei unterstützen Softwaresysteme mit umfassenden Analyse- und Simulationsfunktionen das Supply Chain Network Design. So erstellt etwa die Software ipolog (Halle 1, Stand F31) für verbesserte kollaborative Zusammenarbeit bei der Logistik- und Montageplanung ein digitales Modell als digitalen Zwilling der künftigen Anlage, in dem alle notwendigen Daten zusammenfließen. In ipolog werden unterschiedliche Szenarien aufgebaut, simuliert und gegenübergestellt. Das Planungsszenario kann zum besseren Verständnis in 3D visualisiert werden.

 

Cloud-Anwendungen für die digitale Transformation bei KMU.
Zentrale Systeme für die Verwaltung, Prozesssteuerung und Effizienz im Lager bilden die Lagerverwaltungs- und Warehouse Management Systeme. In diesem Softwarebereich sind zahlreiche Entwickler mit Neuerungen in Stuttgart. Parallel zeichnet sich ein Trend ab, die Systeme und Funktionalitäten weiter zu modularisieren und in frei kombinierbaren Zusammenstellungen sowie nach unterschiedlichen Abrechnungsmodellen aus der Cloud anzubieten. IT-Architekturen und -Anwendungen werden für die Cloud umgebaut und in die Cloud migriert oder auf die Nutzung Cloud-nativer Technologien ausgerichtet. Derartig Modelle aus der Cloud ermöglichen auch kleineren und mittelständischen Betrieben (KMU) Modernisierungen, Automatisierung und den komfortablen, finanziell überschaubaren Einstieg in die digitale Transformation.

Vor diesen Hintergründen präsentiert die Andreas Laubner GmbH (Halle 4, Stand B45) Innovationen rund um die automatische Datenerfassung sowie Lösungen für smarte und optimierte Prozesse zur Digitalisierung bei KMUs. Gezeigt wird unter anderem ein Modul mit Hard- und Software, das eine schnelle und unkomplizierte Implementierung von Transportrobotern über eine Cloud-Lösung ermöglicht. Die PureLoX Solutions GmbH (Halle 8, Stand D05) stellt als Neuerung die Warehouse-Management-Software plx.wmx vor. Eine neu entwickelte Software-Architektur auf einer Low-Code-Plattform ermöglicht Cloudfähigkeit sowie eine mobile Nutzung ohne Einschränkungen über Tablet und Smartphone. Gleichzeitig soll der Aufwand für Wartung, Anpassung und Weiterentwicklung gegenüber klassischen monolithischen WMS-Architekturen deutlich sinken. Die ABF GmbH (Halle 8, Stand D57) zeigt mit OneBase®MFT ein Lagerverwaltungssystem mit kontinuierlicher Materialverfolgung über sämtliche Transport- und Fördermittel via Real Time Location System (RTLS) sowie einer vollautomatischen, situationsadaptiven Materialflusssteuerung für innerbetriebliche Logistikprozesse.

Die PSI Logistics GmbH (Halle 8, Stand D70) hat gleich eine komplette Best-Practice-Lösung für den E-Commerce aufgelegt. Neben einem neuen, cloudbasierten Dienst PSIsrs für intelligente, proaktive und effiziente Routenplanung präsentiert das Unternehmen unter anderem eine branchenspezifisch vorkonfigurierte E-Commerce-Lösung des bewährten Warehouse Management Systems PSIwms. Das Best-Practice-Komplettpaket, das erstmals vorgestellt wird, ist cloudbasiert und speziell auf die für den E-Commerce und Omnichannel relevanten Prozesse und Arbeitsanforderungen ausgelegt. Die Branchenlösung erfordert keinen zusätzlichen Programmieraufwand und ermöglicht kurze Projektlauf- und Implementierungszeiten.

 

Sicherheit für die Kollaboration Mensch/Maschine.
Einen weiteren Aspekt für die Optimierung des Materialflusses zeigt die Panasonic Tochtergesellschaft, der Plattformlösungsanbieter Blue Yonder (Halle 6, Stand A71) mit ihrem Luminate-Portfolio. Es bietet KI-gesteuerte Supply-Chain-Lösungen aus der Cloud und soll KI-Supply Chains agiler machen. Die Supply-Chain-Spezialisten der Remira Group GmbH (Halle 8, Stand D17) haben als Exponat die Premiere von Statcontrol Cloud im Gepäck. Die Neuheit aus dem Bereich Warehousing ist nach Herstellerangabe die erste vollständig zertifizierte Software-as-a-Service-Lösung für Stichprobeninventur und soll Anwendern einen sofortigen ROI ab der ersten Inventur ermöglichen.

IT-Lösungen zur gesteigerten Autonomie und Sicherheit von Maschinen und Industrierobotern stehen im Mittelpunkt des Messeauftritts der Blaxtair Arcure S.A. (Halle 10, Stand H30). Das Unternehmen ist auf KI für die Bildverarbeitung in der Industrie spezialisiert. Die neue cloud-basierte Lösung „Blaxtair Connect“ erhöht die Sicherheit von Menschen in der Nähe von Maschinen und hilft Unternehmen dabei, das angestrebte Ziel „Null Unfälle“ zu erreichen, indem sie Kollisionsrisiken proaktiv managen und so drastisch reduzieren können.

„Insgesamt bietet die LogiMAT 2022 damit einen abwechslungsreichen Überblick über die jüngsten Anwendungsoptionen durch Integration modernster Technologien und hilfreicher IT-Werkzeuge in die IT-Infrastruktur der Unternehmen“, resümiert Messeleiter Ruchty. „Der aktuell von Tata Consultancy Services (TCS) und Bitkom Research veröffentlichte Trendstudie ‚Nachhaltig geht nur digital‘ zufolge setzen drei Viertel der Großunternehmen auf Big Data. Das heißt sie nutzen Software-basierte Analyseinstrumente“. Für KMU trifft dies nicht einmal für die Hälfte der Unternehmen zu. Es gibt also noch deutliche Potenziale bei Nutzergruppen und Anwendungen. Die Software-Unternehmen sind gefordert, marktgerechte Lösungen zu entwickeln, die die digitale Transformation und KI-Anwendungen weiter voranbringen. Das wachsende Angebot an Cloud-Lösungen sowie Systemen, Modulen und Applikationen für Big Data und Analytics wie sie auf der LogiMAT 2022 präsentiert werden, zeigt die richtige Richtung auf. Jetzt müssen die Anwender agieren.

 

Veranstalter: EUROEXPO Messe- und Kongress-GmbH
Joseph-Dollinger-Bogen 7, 80807 München, Tel.: +49 (0)89 32391-259
Fax: +49 (0)89 32391-246; www.logimat-messe.de | www.logimat.digital

 


Quelle: LOGISTIK express Journal 2/2022