Am Puls der Zeit mit Dematic

Die Handtmann Group setzt auf ein schlagkräftiges Logistikzentrum mit Automatisierungslösungen von Dematic.

Beitrag: Redaktion.

Die Handtmann Gruppe beschloss das bestehende Logistikzentrum durch einen umfangreichen Neubau massiv zu erweitern. Nach einem intensiven Auswahlprozess wurde der Anbieter für Automatisierungstechnik Dematic mit der Konzeption und Umsetzung des Großprojekts betraut. Dematic realisierte eine Komplettlösung bestehend aus seinem Multishuttle-System, Behälterfördertechnik, einem Hochregal mit drei SR-U/1200 Regalbediengeräten und angeschlossener Palettenfördertechnik sowie einem umfassendem Software-Paket für das Warehouse Management System (WMS). Qualität und Präzision sind seit den Anfangsjahren feste Zutaten im Erfolgsrezept der Handtmann Unternehmensgruppe. Denn die Kundschaft ist anspruchsvoll und erwartet einwandfreie Anlagen von dem Biberacher Unternehmen.

Handtmann erweiterte im Laufe der Jahre sein Programm, verfügt über eine breite Diversifikation und ist heute ein Global Player mit Niederlassungen und Produktionsstätten auf der ganzen Welt. Was sich indes nicht geändert hat: Der Anspruch an die eigene Leistung ist gestern wie heute extrem hoch. Darum entschied man sich in Biberach auch erst nach sorgfältigen Abwägungen für die exakt passende Lösung, als es darum ging, das Logistikzentrum am Stammsitz der Handtmann Maschinenfabrik den gestiegenen Kapazitäten anzupassen.

Vor fast 150 Jahren als Messinggießerei gegründet, hat sich die Firmengruppe Handtmann im Laufe der Zeit zu einem weltweit agierenden System- und Anlagenbauer entwickelt. Heute erwirtschaftet die Gruppe mit knapp 4.000 Mitarbeitenden an 30 Standorten weltweit einen jährlichen Umsatz in Höhe von 820 Millionen Euro. Im Geschäftsbereich der Füll- und Portioniersysteme entwickelt und produziert die Albert Handtmann Maschinenfabrik zukunftsorientierte Anwendungslösungen für die Lebensmittelverarbeitung. Dabei nimmt sie eine internationale Spitzenstellung ein. Zu ihren Kunden zählen sowohl Handwerksbetriebe und Start-ups, als auch mittelständische Betriebe und industrielle Konzerne auf der ganzen Welt.

Die große Produktvielfalt des Maschinenbauers, stellt zugleich besondere Anforderungen an die Lagertechnik. Hinzu kommt, dass in den vergangenen Jahren die Volumina und der Durchsatz im Lager in Biberach an der Riß deutlich gewachsen sind. Um der Auftragslage und den gestiegenen Ansprüchen Rechnung zu tragen, war es notwendig geworden, das bestehende Palettenlager und das automatische Kleinteilelager (AKL) zu ersetzen, wie Georg Briegel, Bereichsleiter Produktion bei der Handtmann Maschinenfabrik GmbH, berichtet: „Unser Ziel war zum einen der Ausbau unserer Lagerkapazität. Zum anderen galt es, Prozesse zu
optimieren.“
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Implementierung im laufenden Betrieb.
Auf der Suche nach einer modernen Lösung entschied sich das Unternehmen für Dematic. Gemeinsam wurde ein neues Logistikzentrum auf einer Fläche von 6.000 Quadratmetern mit direktem Anschluss an die bestehende Produktionshalle neu konzipiert und angebaut. Dematic präsentierte daraufhin ein ganzheitliches Layout, bestehend aus einem Multishuttle-System und einem Hochregallager mit drei Regalbediengeräten sowie diverser Fördertechnik, die durch eine hauseigene Software-Lösung von Dematic gesteuert werden sollte. Die alte Anlage wurde nach der Fertigstellung des neuen Dematic Systems zurückgebaut. Das neue Intralogistiksystem wurde an der Schnittstelle des Neubaus in dem Bestandsgebäude fortgeführt und integriert, um nahtlos die reibungslose und effiziente Materialversorgung der Produktion von Handtmann zu gewährleisten.

Eine der größten Herausforderungen bei der Installation der Anlagen war die Vorgabe, die Lösungen während des laufenden Betriebs zu implementieren. Nach einer Planungs- und Bauzeit von insgesamt 30 Monaten war das neue Lager vollständig einsatzfähig. Zu Beginn ersetzte Dematic zunächst das vorhandene Palettenlager durch ein Hochregallager (HRL) und ergänzte dieses anschließend um ein großes Multishuttlelager, welches auf einer neu errichteten bauseitigen Stahlbetonbühne installiert wurde. Erneuert wurden zudem die Paletten- und Behälterfördertechnik sowie die Arbeitsplätze im Wareneingang, der Kommissionierung, der Qualitätskontrolle, des Ersatzteilversands und im Bereich der Produktionsversorgung. „Dadurch sind wir nun in der Lage, schnell auf Veränderungen zu reagieren und unseren innerbetrieblichen Materialfluss zu verbessern“, sagt Briegel. Im Vergleich zum vorherigen System erfolgt zum Beispiel die Ersatzteilversorgung bei Handtmann jetzt um ein Vielfaches schneller und erlaubt bis zu 3.800 Picks pro Tag.

Flexibel auf Anforderungen reagieren.
Das installierte HRL bietet nun Platz für 7.200 Paletten, die auf 25 Lagerebenen einfachtief in drei Gassen gelagert werden können. Durch die automatisierte Palettenlagerung sind bis zu 129 kombinierte Ein- und Auslagerungen– sogenannte FEM-Doppelspiele – möglich. Darüber hinaus fasst das neue, zweigassige Multishuttlelager rund 64.000 Behälter, die sich mit einem Gewicht von bis zu 30 Kilogramm auf 41 Lagerebenen verteilen. Dort sind 550 Doppelspiele möglich. Nach dem Eingang der Waren werden diese zunächst auf Behälter verteilt, die sodann automatisch zum Kleinteilelager transportiert und eingelagert werden. Um sicherzustellen, dass das zulässige Maximalgewicht von 30 Kilogramm je Behälter nicht überschritten wird, erfolgt eine automatische Gewichtskontrolle. Komplettiert wird das neue Logistikzentrum in Biberach an der Riß von vier Ware-zur-Person-Kommissionierplätzen, die mit einem Pick-by-Light-System ausgestattet sind. Hinzu kommen fünf Arbeitsplätze für den Wareneingang, sieben Arbeitsplätze für den Warenausgang, acht Plätze für die Qualitätsprüfung sowie einem für Rücksendungen und vier für interne Ein- und Auslagerungen. Verbindendes Element zwischen den Lagern ist das Dematic Modular Conveyor System (MCS), das die Güter automatisch transportiert. Bereits während der Planung wurde berücksichtigt, das Logistikzentrum bei Bedarf mühelos adaptieren zu können. In diesem Punkt bietet die Dematic Fördertechnik einen weiteren Vorteil: Dank seines modularen Aufbaus kann das System bei Bedarf in der Zukunft entsprechend erweitert werden.

Dematic Software für reibungslosen Warenfluss.
Die Steuerung und Bedienung der neuen Anlage erfolgt über die hauseigene Software von Dematic, wodurch die vorhandenen Lagerressourcen bestmöglich genutzt werden können. Die Lösung optimiert die Abläufe durch den Einsatz fortschrittlicher Analysemethoden und Algorithmen. Hierzu werden relevante Lager- und Unternehmensdaten in Echtzeit erfasst und mittels anwenderfreundlicher Dashboard-Übersichten auf PC, Laptop oder mobilem Endgerät angezeigt und in das vorhandene WMS eingespeist. Dadurch wird ein reibungsloserer Warenfluss innerhalb des Logistikzentrums sichergestellt. Briegel betont: „Dematic hat den Auftrag zu unserer vollsten Zufriedenheit erfüllt. Über den gesamten Prozess hinweg war die Zusammenarbeit kollegial und auf Augenhöhe. Aber das Wichtigste ist: Seitdem wir das neue Logistikzentrum in Betrieb genommen haben, sind wir deutlich effizienter und flexibler.“

LOGISTIK express Journal 4/2022

LogiMAT: Innovationen für das Codieren, Erfassen und Vernetzen

Eine Vielzahl von Premieren und innovativen Neuentwicklungen in allen Auto-ID-Technologiebereichen sowie einem ergänzenden Expertenforum zur weiterführenden Informationsvermittlung machen die LogiMAT 2022, Internationale Fachmesse für Intralogistik-Lösungen und Prozessmanagement, zur umfassenden Leistungsschau der Auto-ID-Branche.

Zuverlässige Kennzeichnung von Bauteilen für die Produktion, von Behältern im Lager- und Kommissioniersystem oder der Flurförderzeuge im Logistikzentrum – ohne Auto-ID, die Automatische Identifikation und Datenerfassung, geht in der Produktion und Logistik gar nichts. Kennzeichnung & Identifikation, Tracking & Tracing, Bestandsmanagement und Kommissionierung, Echtzeitortung, Condition Monitoring und Predictive Maintenance: Auto-ID-Technologien und ihre Kombination mit komplementären Technologiefeldern unterstützen die Automatisierung von Prozessen sowie eine zunehmend autonome Gestaltung, bei der Objekte jeglicher Art sich wechselseitig einander identifizieren und verifizieren. Für den AIM, Industrieverband für Automatische Datenerfassung, Identifikation (Auto-ID) und Mobile IT-Systeme, sind die Ident-Technologien „Enabling Technologies“ für die digitale Transformation von Supply Chain und Logistik, für die Steuerung, Automatisierung und Optimierung von Unternehmensprozessen und die intelligente Vernetzung von Informationen aus Produktion und Logistik, Transport und Verkehr. Denn Auto-ID-Technologien von der optischen Kennzeichnung und Identifikation über RFID- und RTLS-Lösungen bis hin zu Sensorik, Bluetooth und Vision Systemen ermöglichen alle Anwendungsbereiche, in denen Daten erhoben und ausgewertet werden.

Mit der kontinuierlichen Einbindung technologischer Neuerungen und entsprechender Weiterentwicklung der Produkt- und Lösungsangebote erschließen die Auto-ID-Lösungen Effizienzsteigerungen, steigern Prozesstransparenz und Optimierungspotenziale und unterstützen den technologischen Wandel sowie Entwicklung neuer Geschäftsfelder in den Unternehmen. Vor diesem Hintergrund blicken die Hersteller und Anbieter dieses diversifizierten Branchenspektrums durchweg positiv in die Zukunft. Dem letzten Branchen-Barometer des AIM zufolge erwarten nahezu 85 Prozent der befragten Unternehmen eine bessere oder zumindest gleichbleibende Marktentwicklung. Im zweistelligen Prozentbereich konstatieren die Unternehmen aller Technologiebereiche zudem eine verstärkte Nachfrage – von Unternehmen mit RFID-Lösungen erwarten dies 72 Prozent. Welche Innovationskraft und Lösungskompetenz der Auto-ID-Branche dabei zugrunde liegt, zeigen die internationalen Aussteller vom 31. Mai bis 2. Juni auf der LogiMAT 2022 in den Hallen 4 und 6 auf der Südachse des Stuttgarter Messegeländes. „Die Auto-ID-Branche kommt in diesem Jahr mit so vielen Neuheiten und Premieren zur LogiMAT wie nie zuvor“, sagt Messeleiter Michael Ruchty, EUROEXPO Messe- und Kongress-GmbH München. „In allen Technologiebereichen, von den ORM mit neuen Sicherheitsetiketten, Druckern und Lesegeräten über neue Wearables für RFID- und neue Sensorik für RTLS-Lösungen und Transportüberwachung bis hin zu dynamischen Frachtvermessungslösungen präsentiert die Auto-ID-Branche auf der LogiMAT ein breites Spektrum an Neuentwicklungen für das Codieren, Erfassen und Vernetzen von Informationen.“

 

Digital geführte Kommissionierung mit geographischen Informationen.
Im Bereich der Etiketten stellt die Securikett Ulrich & Horn GmbH (Halle 4, Stand F81) als einen „positiven Beitrag zur Kreislaufwirtschaft“, so das Unternehmen, ihre um neuartige, papierbasierte Sicherheitsetiketten erweiterte Produktpalette vor. Die Plöckl Media Group GmbH (Halle 4, Stand C07) legt den Fokus bei ihren Exponaten neben verschiedenen Kennzeichnungslösungen insbesondere auf die Produktinnovation „InMould on Roll“, bei der die klassische Stapelverarbeitung ihrer patentierten InMould Etiketten durch eine kosten- und zeiteffiziente Lösung auf Rolle erneuert wurde. Für effizienten Etikettendruck „on the fly“ präsentiert die Toko Etikettier- und Drucksysteme GmbH & Co. KG (Halle 4, Stand B05) erstmals die Epson C6000 Serie. Der Inkjet-Drucker mit Etiketten-Spendefunktion (C6000Pe/C6500Pe) ermöglicht in vollautomatisierten Etikettieranlagen mehrfarbigen „just-in-time“-Etikettendruck. Dabei lassen sich fotorealistische Etikettenlayouts mit einer Druckauflösung von bis zu 1200 x 1200 dpi und Druckbreiten von vier und acht Zoll realisieren.

Die Optimierung von Durchlaufzeiten im Prozess bei gleichzeitiger Reduzierung der Fehlerpotenziale im Kommissioniervorgang verspricht die Applikation Digitalpicker, die im Rahmen der LogiMAT 2022 erstmals auf einer Messe gezeigt wird. Bei der Lösung der Indutrax GmbH (Halle 6, Stand D74) ist der Name Programm: Die Applikation ermöglicht eine papierlose und digital geführte Kommissionierung unter Verwendung von geographischen Informationen, eLabel, Pick-to-Light, Wearable-Barcode-Scanner und Tablets. Diese neuartige Form der Prozessunterstützung leitet Kommissionierende einfach und effizient durch die Bearbeitung ihrer Aufträge.

Tablets stehen auch beim Messeauftritt der Advantech Service-IoT GmbH (Halle 8, Stand F10) im Mittelpunkt. Als Produktneuheiten zeigt das Unternehmen das Fahrzeugterminal DLT-V7215 P+ mit unterbrechungsfreier Stromversorgung und Smart Sensor sowie das Industrietablet AIM-75S mit austauschbarem Akku. Das robuste 8“-Tablet ist für den Innen- und Außenbereich geeignete. Zusätzlich zu den WLAN-/LTE-Funktionen, die mobiles Computing ermöglichen, kann das GMS-zertifizierte AIM-75S optional mit Peripheriegeräten wie einem 1D/2D-Barcodescanner, LAN+COM, UHF-RFID und MSR-Modulen ausgestattet werden.

 

Datenerfassung mit Cloud-Anwendungen und KI-Applikationen.
Neue Systeme für effiziente Datenerfassung und -vernetzung stellen unter anderem die Mettler-Toledo GmbH (Halle 6, Stand F27), das Wäge- und Messtechnik-Unternehmen DEW – Waagen & Systeme (Halle 3, Stand D58), die Kaptura GmbH (Halle 6, Stand F68) und die Swiss Sort GmbH (Halle 5, Stand F47) auf der LogiMAT erstmals vor. Mettler-Toledo kommt mit dem neuen Messystem „TLD970“ nach Stuttgart. Das Messystem wird an der Hallendecke montiert und kann die Maße von Paletten messen, die von Gabelstaplern transportiert werden, die sich mit einer Fahrgeschwindigkeit von bis zu 15 km/h bewegen. Kombiniert mit einer am Gabelträger montierten Waage „TLF820“ von Mettler-Toledo und einem Handscannersystem entsteht eine dynamische Messlösung für Volumen, Gewicht und ID. Ein optionaler Touch-Screen-PC im Führerhaus des Gabelstaplers führt den Fahrer durch den Messprozess und überträgt den Datensatz per WLAN an das übergeordnete IT-System des Anwenders.

DEW – Waagen & Systeme zeigt als Premiere ein neu entwickeltes Volumen-Messsystem. Das System kombiniert Volumenmessung, Gewichtsmessung und das Abscannen von Artikeldaten, beispielsweise von Etiketten. Die DEW-Waagenanzeige „D 125“ mit Touchbildschirm führt alle erfassten Daten in einem Datensatz zusammen. Im Anschluss wird das Datenpaket in Echtzeit direkt in die Unternehmens-IT übertragen und automatisiert gespeichert, wobei die entsprechenden Datenfelder der Bildschirm-Maske automatisiert befüllt werden.

Die 3D-Laserscanner-Lösung „IMS360“ von Kaptura zielt auf automatisierte Artikelstammdatenerfassung. Dabei ermöglicht die Einbindung von 360°-Produktfotografie eine schnelle Datenerfassung und Wiedererkennung von Artikeln. Swiss Sort stellt mit „Procap“ ein komplettes Soft- und Hardwarekonzept für Sendungserfassung (OCR Maschinen- und Handschrift), Tracking (BCR), Redressbearbeitung und die Irrläuferbearbeitung vor. „Procap“ sorgt nach Herstellerangabe mit Live-Erfassungswerte von bis zu 600 Sendungen pro Stunde für deutliche Arbeitserleichterungen, Zeit- und Kostenersparnisse in der innerbetrieblichen Logistik.

Datenerfassung mit Cloud-Anwendungen und KI-Applikationen präsentieren unter anderem die Denso Wave Europe GmbH (Halle 4, Stand D65) mit komplexen und Cloud-basierten IoT-Datenmanagementsystemen sowie die Panasonic Marketing Europe GmbH (Halle 6, Stand A71). Panasonic kommt mit einer Visual Sort Assist (VSA) Lösung für automatisierte Objekterkennung zur LogiMAT 2022. Das System scannt bei der Warenanlieferung Barcodes oder Lieferantenadressen und projiziert Namen der Lieferanten, Priorität in der Fertigung oder Lagerplatz auf Pakete, die dann auf der Fördertechnik weitergeleitet werden. Parallel erfolgt ein Abgleich der erfassten Anlieferungsdaten mit den im ERP-System oder WMS hinterlegten Informationen. Darüber hinaus ist auf dem Panasonic-Messestand die Tochtergesellschaft Blue Yonder vertreten. Sie präsentiert mit ihrem „Luminate“-Portfolio KI-gesteuerte Supply-Chain-Lösungen aus der Cloud.

 

Neue Transponder für zuverlässige RFID-Anwendungen.
Jüngste Entwicklungen im RFID-Segment werden bei der Neosid GmbH & Co. KG (Halle 4, Stand D05) und bei der Bito-Lagertechnik Bittmann GmbH (Halle 6, Stand C31) gezeigt. Neosid präsentiert mit „NeoTAG“ einen neuen, kleinen Transponder mit hoher Reichweite für zuverlässige RFID-Auslesung selbst in Metallumgebungen. Der gesamte HF-Transponder ist in der Standardausführung als Inlay (ohne Gehäuse) auf einer Größe von 2,6 mm x 2,6 mm x 2,4 mm untergebracht. Zudem werden Versionen als Plug (im Einpressgehäuse), als Flag (zur Befestigung etwa mit Kabelbindern) oder in kundenspezifischen Bauformen angeboten. Bito kommt mit den Startups Tec4Med, TeDaLos und Qbing nach Stuttgart. Gemeinsam mit Bito-Lagertechnik stellen sie auf der LogiMAT 2022 die neuesten Entwicklungen und spannende Innovationen rund um das Thema Intralogistik vor. Entwickelte Lösungen wie intelligente Pharmatransportbehälter, die Möglichkeit zur digitalen Bestandsüberwachung in Kleinteilebehältern oder RFID-basierte Bestandüberwachung am Regal sind Features, die Bito-Lösungen weiter digitalisieren.

Abgerundet wird die Leistungsschau der Auto-ID-Branche auf der LogiMAT 2022 am dritten Messetag durch das Expertenforum „Digital Supply Chain – Gestaltung und Optimierung: AutoID-Technologien als Enabling Technologies“ in der LogiMAT-Arena im Atrium, Eingang Ost, das gemeinsam von der Fachzeitschrift ident und dem Fachverband AIM-D e.V. Das behandelte Themenspektrum für ergänzende Informationsvermittlung stellt die RFID-basierte Automatisierung sowie Transparenz und Digitalisierung der Lieferkette auf Basis von Echtzeitdaten in den Mittelpunkt. Zudem zeigen und erklären die Experten im Zuge des Forums effiziente und nachhaltige Nutzungs- und Businessmodelle mit Mehrwegbehälterlogistik. Ziel ist es, den Fachbesuchern Leistungsvermögen und Einsatzpotenziale der unterschiedlichen AutoID-Technologien für die Digitalisierung von Supply Chain, Logistik und Produktion aufzuzeigen.

„Die Identtechnik ist die unentbehrliche Grundlage für effiziente Lieferketten und Datenvernetzung wie auch für die zukunftsfähige Ausrichtung von Logistik und Produktion“, resümiert Messeleiter Michael Ruchty. „Mit den Exponaten der Aussteller und der fachkompetenten Informationsvermittlung im Expertenforum bietet die LogiMAT 2022 einen kompakten und gleichwohl vollumfänglichen Überblick über den aktuellen Stand der technologischen Entwicklungen im Bereich der Auto-ID und den Mehrwert, den sie im Rahmen der digitalen Transformation bieten. Wer darüber im Bilde sein will, darf einen Messebesuch in Stuttgart nicht versäumen.“

 

Veranstalter: EUROEXPO Messe- und Kongress-GmbH
Joseph-Dollinger-Bogen 7, 80807 München
Tel.: +49 (0)89 32391-259 | Fax: +49 (0)89 32391-246
www.logimat-messe.de | www.logimat.digital

 


Quelle: LOGISTIK express Journal 2/2022

LogiMAT Präsentationsplattform für modernste Software-Lösungen

Auf der LogiMAT 2022, Internationale Fachmesse für Intralogistik-Lösungen und Prozessmanagement, präsentieren die Software-Entwickler dem internationalen Fachpublikum ihr aktuelles Produktportfolio für zukunftsfähige, effiziente Intralogistik. Prägende Trends sind Cloudlösungen und die Einbindung moderner Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) und Robotic Process Automation (RPA).

In mitarbeiterintensiven Branchen wie der Logistik erschließen Automatisierung und Digitalisierung neue Möglichkeiten der Prozesseffizienz, Geschäftsentwicklung, Kundenbindung und Skalierbarkeit. Enabler dieser Erneuerungs- und Optimierungspotenziale sind die jeweils steuernden Softwaresysteme. Das Zusammenspiel von digitalen Technologien wie Cloud, Data Analytics, Augmented Reality oder Künstliche Intelligenz ermöglicht dabei die nächsten Schritte intelligenter Prozessautomatisierung, die Umsetzung datenbasierter Geschäftsmodelle und zusätzliche Faktoren der Wettbewerbsdifferenzierung. Welche Optionen die Software-Hersteller dabei mit ihrem aktuellen Produktportfolio für Intralogistik und Prozessmanagement bieten, zeigen die IT-Unternehmen auf der LogiMAT 2022 in den Hallen 6 und 8 auf dem Stuttgarter Messegelände. „Applikationen, Module und Systeme für schnelle Datenzusammenführung, -analyse und Prozessoptimierung, die die operativen Prozesse der Intralogistik und der Supply Chain verbessern“, konstatiert Messeleiter Michael Ruchty der EUROEXPO Messe- und Kongress-GmbH aus München. „Intelligente IT-Lösungen zur Bewältigung der aktuellen Marktanforderungen und zukunftsfähigen Ausrichtung der Unternehmen.“

Das nach den Anbietern von Fördertechnik- und Automatisierungssystemen zweitstärkste Ausstellerkontingent auf der LogiMAT 2022 kommt mit einem umfassenden Überblick über die jüngsten Entwicklungen bei Transportmanagement-, Lagerverwaltungs- (LVS) und Warehouse Management Systemen (WMS) sowie bei Zoll-, Versandabwicklungs- und Exportkontroll-Systemen nach Stuttgart. Zudem präsentieren zahlreiche Anlagenbauer, Systemintegratoren und Flurförderzeuge-Hersteller Systeme für das Flotten-, Ressourcen-, Yard- und Zeitfenstermanagement sowie Steuerungssoftware für ihre Geräte, Systeme und Anlagen. Darunter eine wachsende Zahl von Unternehmen, die eigenentwickelte LVS beziehungsweise WMS vorstellen oder sich als SAP-Implementierungspartner positionieren. Als bestimmende Trends für die Exponate, die zugleich den Investitionsbedarf in der Intralogistik markieren, zeigen sich:

  • die Einbindung von Methoden und Verfahren der Künstliche Intelligenz (KI)
  • der Einsatz von Simulationssoftware und Digitalen Zwillingen in unterschiedlichsten Anwendungen
  • Nachhaltigkeit/Ressourceneffizienz
  • Systeme, Module und Applikationen für Big Data und Analytics
  • smarte Lösungen aus der Cloud.

 

Vernetzte Daten analysieren.
Technologien wie Bilderfassung, KI und Robotik werden eingebunden, um durch Automatisierung von Rechenprozessen der Software selbst zur weiteren Optimierung der Systemleistungen beizutragen. So lassen sich durch Nutzung maschineller Lernmechanismen für koordinierte Prozesssteuerung etwa Kommissionierwege und -zeiten um bis zu 30 Prozent reduzieren. Künstliche Intelligenz (KI), Maschinelles Lernen (ML) und Robotic Process Automation (RPA) beschleunigen die Rechenprozesse. Das macht sie zu Technologien, die es Ingenieuren und Data Scientists ermöglichen, die riesigen Datenmengen einer vernetzten, digitalen Transformation zu strukturieren, zu analysieren und auszuwerten. „Vernetzte Intralogistiksysteme, die lernfähig sind und sich selbst optimieren können, werden schon in naher Zukunft eine große Rolle spielen“, betont Johann Steinkellner, CEO Central Europe bei TGW (Halle 5, Stand C13). Spezielle Algorithmen generieren dabei Mehrwert, indem sie etwa durch vorausschauende Analysen und daraus abgeleitete, belastbare Handlungsempfehlungen die operativen Prozesse der Intralogistik wie der Supply Chain optimieren.

So zeigt active logistics (Halle 6, Stand F61) das Tourenplanungssystem active smart tour mit integrierter KI. Das System soll die Tourenplanung beschleunigen. Dabei, so das Unternehmen, stellt die KI sicher, dass Terminzusagen und Kundenprioritäten erfüllt sowie ein Deckungsbeitrag erwirtschaftet wird. Sie laste vorhandenen Laderaum effektiver aus, kalkuliere effiziente Routen, verkürze mit ML die Fahrstrecken und verringere damit zugleich den CO2-Ausstoß. Sie überwacht zudem sämtliche Ankunftszeiten und vergibt kurzfristige Abholungen direkt an das naheliegendste Fahrzeug. Arvato Systems GmbH (Halle 8, Stand F55) stellt KI-basierte Anwendungen etwa für das Stammdatenmanagement vor. Zudem stehen smarte Applikationen zur Routenoptimierung oder Belieferungskonzepte mit (teil)autonomen Zustellungen im Fokus, die den CO2-Ausstoß insbesondere auf der letzten Meile reduzieren. Die Setlog GmbH (Halle 7, Stand C61) hat die kompletten Lieferketten im Blick und kommt mit neuen Tools für ihre Supply Chain Management (SCM)-Lösungen nach Stuttgart. Schwerpunkt des Messeauftritts bildet die erweiterte SCM-Software OSCA, die in fünf Lösungen mit erweiterten Tools demonstriert wird.

 

Simulationssoftware und digitale Zwillinge.
Zur Optimierung der innerbetrieblichen Transporte dient das Realtime Location & Recognition System der Logivations GmbH (Halle 8, Stand F05), das mit Machine Learning alle Materialflüsse und Staplerbewegungen tracken, automatisch buchen sowie Scan- und Identifikationsvorgänge automatisieren kann. Fahrerlose Transportsysteme und Staplerleitsystem verschmelzen, autonome Transportsysteme haben völlig neue Möglichkeiten für Navigation, Hindernisvermeidung und die Kollaboration mit Menschen. Auf Basis eines digitalen Zwillings sollen sich zudem vielfältige Anwendungen erstellen lassen. Die Artschwager + Kohl Software GmbH, (Halle 6, Stand D73), präsentiert erstmals auf der LogiMAT ihr Task und Transport Management System TAMAS, das eine Integration autonomer mobiler Transportroboter und Gabelstaplerflotten in den Produktionsbetrieb ermöglicht.

Eine eher ungewöhnliche Entwicklung kann das internationale Fachpublikum bei der e.bootis ag (Halle 8, Stand F41) in Augenschein nehmen: die Abbildung der Intralogistikprozesse in einem ERP-System. Erstmals zeigt das Unternehmen in Stuttgart die modular individualisierbare e.bootis-ERPII Suite. Sie bietet unter anderem mit Transportmittelverwaltung, automatisierter Versandabwicklung, Kommissionierung, Bestandsverwaltung, Fördertechniksteuerung und Nachverfolgung Lösungsbausteine für zahlreiche Anforderungen mittelständischer Unternehmen der Großhandels-, Industrie- und Dienstleistungsbranche. Ziel ist es, Geschäfts- und Logistikprozesse vom Wareneingang bis hin zur Inventur zu digitalisieren und zu automatisieren.

Auch bei der Planung und Leistungsauslegung automatisierter Anlage und den Abläufen im Logistikzentrum kommen vielfach Simulationssoftware und digitale Zwillinge zum Einsatz. Mit ihnen lassen sich bereits im Vorfeld die Anlagenauslegung und Prozesse exakt abbilden und überprüfen. Gleiches gilt etwa für die Planung und Gestaltung optimaler Lieferketten und alternativer Supply Chains. Dabei unterstützen Softwaresysteme mit umfassenden Analyse- und Simulationsfunktionen das Supply Chain Network Design. So erstellt etwa die Software ipolog (Halle 1, Stand F31) für verbesserte kollaborative Zusammenarbeit bei der Logistik- und Montageplanung ein digitales Modell als digitalen Zwilling der künftigen Anlage, in dem alle notwendigen Daten zusammenfließen. In ipolog werden unterschiedliche Szenarien aufgebaut, simuliert und gegenübergestellt. Das Planungsszenario kann zum besseren Verständnis in 3D visualisiert werden.

 

Cloud-Anwendungen für die digitale Transformation bei KMU.
Zentrale Systeme für die Verwaltung, Prozesssteuerung und Effizienz im Lager bilden die Lagerverwaltungs- und Warehouse Management Systeme. In diesem Softwarebereich sind zahlreiche Entwickler mit Neuerungen in Stuttgart. Parallel zeichnet sich ein Trend ab, die Systeme und Funktionalitäten weiter zu modularisieren und in frei kombinierbaren Zusammenstellungen sowie nach unterschiedlichen Abrechnungsmodellen aus der Cloud anzubieten. IT-Architekturen und -Anwendungen werden für die Cloud umgebaut und in die Cloud migriert oder auf die Nutzung Cloud-nativer Technologien ausgerichtet. Derartig Modelle aus der Cloud ermöglichen auch kleineren und mittelständischen Betrieben (KMU) Modernisierungen, Automatisierung und den komfortablen, finanziell überschaubaren Einstieg in die digitale Transformation.

Vor diesen Hintergründen präsentiert die Andreas Laubner GmbH (Halle 4, Stand B45) Innovationen rund um die automatische Datenerfassung sowie Lösungen für smarte und optimierte Prozesse zur Digitalisierung bei KMUs. Gezeigt wird unter anderem ein Modul mit Hard- und Software, das eine schnelle und unkomplizierte Implementierung von Transportrobotern über eine Cloud-Lösung ermöglicht. Die PureLoX Solutions GmbH (Halle 8, Stand D05) stellt als Neuerung die Warehouse-Management-Software plx.wmx vor. Eine neu entwickelte Software-Architektur auf einer Low-Code-Plattform ermöglicht Cloudfähigkeit sowie eine mobile Nutzung ohne Einschränkungen über Tablet und Smartphone. Gleichzeitig soll der Aufwand für Wartung, Anpassung und Weiterentwicklung gegenüber klassischen monolithischen WMS-Architekturen deutlich sinken. Die ABF GmbH (Halle 8, Stand D57) zeigt mit OneBase®MFT ein Lagerverwaltungssystem mit kontinuierlicher Materialverfolgung über sämtliche Transport- und Fördermittel via Real Time Location System (RTLS) sowie einer vollautomatischen, situationsadaptiven Materialflusssteuerung für innerbetriebliche Logistikprozesse.

Die PSI Logistics GmbH (Halle 8, Stand D70) hat gleich eine komplette Best-Practice-Lösung für den E-Commerce aufgelegt. Neben einem neuen, cloudbasierten Dienst PSIsrs für intelligente, proaktive und effiziente Routenplanung präsentiert das Unternehmen unter anderem eine branchenspezifisch vorkonfigurierte E-Commerce-Lösung des bewährten Warehouse Management Systems PSIwms. Das Best-Practice-Komplettpaket, das erstmals vorgestellt wird, ist cloudbasiert und speziell auf die für den E-Commerce und Omnichannel relevanten Prozesse und Arbeitsanforderungen ausgelegt. Die Branchenlösung erfordert keinen zusätzlichen Programmieraufwand und ermöglicht kurze Projektlauf- und Implementierungszeiten.

 

Sicherheit für die Kollaboration Mensch/Maschine.
Einen weiteren Aspekt für die Optimierung des Materialflusses zeigt die Panasonic Tochtergesellschaft, der Plattformlösungsanbieter Blue Yonder (Halle 6, Stand A71) mit ihrem Luminate-Portfolio. Es bietet KI-gesteuerte Supply-Chain-Lösungen aus der Cloud und soll KI-Supply Chains agiler machen. Die Supply-Chain-Spezialisten der Remira Group GmbH (Halle 8, Stand D17) haben als Exponat die Premiere von Statcontrol Cloud im Gepäck. Die Neuheit aus dem Bereich Warehousing ist nach Herstellerangabe die erste vollständig zertifizierte Software-as-a-Service-Lösung für Stichprobeninventur und soll Anwendern einen sofortigen ROI ab der ersten Inventur ermöglichen.

IT-Lösungen zur gesteigerten Autonomie und Sicherheit von Maschinen und Industrierobotern stehen im Mittelpunkt des Messeauftritts der Blaxtair Arcure S.A. (Halle 10, Stand H30). Das Unternehmen ist auf KI für die Bildverarbeitung in der Industrie spezialisiert. Die neue cloud-basierte Lösung „Blaxtair Connect“ erhöht die Sicherheit von Menschen in der Nähe von Maschinen und hilft Unternehmen dabei, das angestrebte Ziel „Null Unfälle“ zu erreichen, indem sie Kollisionsrisiken proaktiv managen und so drastisch reduzieren können.

„Insgesamt bietet die LogiMAT 2022 damit einen abwechslungsreichen Überblick über die jüngsten Anwendungsoptionen durch Integration modernster Technologien und hilfreicher IT-Werkzeuge in die IT-Infrastruktur der Unternehmen“, resümiert Messeleiter Ruchty. „Der aktuell von Tata Consultancy Services (TCS) und Bitkom Research veröffentlichte Trendstudie ‚Nachhaltig geht nur digital‘ zufolge setzen drei Viertel der Großunternehmen auf Big Data. Das heißt sie nutzen Software-basierte Analyseinstrumente“. Für KMU trifft dies nicht einmal für die Hälfte der Unternehmen zu. Es gibt also noch deutliche Potenziale bei Nutzergruppen und Anwendungen. Die Software-Unternehmen sind gefordert, marktgerechte Lösungen zu entwickeln, die die digitale Transformation und KI-Anwendungen weiter voranbringen. Das wachsende Angebot an Cloud-Lösungen sowie Systemen, Modulen und Applikationen für Big Data und Analytics wie sie auf der LogiMAT 2022 präsentiert werden, zeigt die richtige Richtung auf. Jetzt müssen die Anwender agieren.

 

Veranstalter: EUROEXPO Messe- und Kongress-GmbH
Joseph-Dollinger-Bogen 7, 80807 München, Tel.: +49 (0)89 32391-259
Fax: +49 (0)89 32391-246; www.logimat-messe.de | www.logimat.digital

 


Quelle: LOGISTIK express Journal 2/2022

Klimawandel: Nachhaltige Logistik

Um eine starke Senkung der Emissionen bzw. eine CO2-neutrale Logistik zu erreichen, muss eine “Verkehrs- und Energiewende” stattfinden. Transport-Unternehmen und Logistiker werden langfristig nur durch eine nachhaltige Geschäftsausrichtung wettbewerbsfähig bleiben.

Redaktion: Dirk Ruppik.

Laut des Brundtland-Berichts (Our Common Future, 1987) ist „eine Nachhaltige Entwicklung eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht mehr befriedigen können.“ Carsten Deckert, Professor für Innovation und Produktionsmanagement an der Hochschule Düsseldorf, definiert die Aufgaben der Nachhaltigen Logistik wie folgt: „Bei Green Logistics werden die Logistikfunktionen Transport, Lagerung und Verpackung an den ökologischen Zielen der Nachhaltigkeit – Ressourceneffizienz und Umweltverträglichkeit – ausgerichtet.

Die Aufgabe der grünen Logistik besteht darin, die richtige Menge der richtigen Objekte am richtigen Ort zum richtigen Zeitpunkt in der richtigen Qualität zu den richtigen Kosten unter möglichst geringem Ressourcenverbrauch und möglichst geringen Emissionen zur Verfügung zu stellen.“

Die Nachhaltigkeit wird immer mehr zum Wettbewerbsvorteil. Eine zunehmende Zahl von Unternehmen hat erkannt, dass Nachhaltigkeit nicht nur das Betreiben von Risikomanagement bedeutet, sondern neue Chancen eröffnet, im sozialen, ökologischen und ethischen Bereich einen gewinnbringenden Wettbewerbsvorteil zu generieren. Dabei sind die Themenbereiche der Nachhaltigkeit weit gespannt und reichen von der Einflussnahme auf die Umwelt, den Arbeitsplatz, die Gesellschaft und Ökonomie bis hin zur Produktverantwortung. Einen großen Teil der Anstrengungen im Bereich Nachhaltigkeit machen Technologien zur CO2-Emissionseinsparung aus, um den Klimawandel zu verlangsamen.

Verkehrssektor muss bis 2050 Treibhausgase um 80 bis 95 Prozent senken.
Die Minderung der Kohlenstoffdioxid (CO2)Emissionen ist ein erklärtes Ziel nicht nur in der Transport- und Logistik-Branche, sondern auch der gesamten deutschen Wirtschaft. Bis 2050 will Deutschland weitgehend treibhausgas- bzw. CO2-neutral werden. Laut der Studie „Klimaschutzbeitrag des Verkehrs bis 2050“ des Umweltbundesamtes will die Bundesregierung die Treibhausgasemissionen über alle Sektoren bis 2050 um 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990 senken. Bis 2030 sollen sie um 40 bis 42 Prozent gegenüber 1990 reduziert werden. Der Beitrag des Verkehrssektors und die daraus abgeleiteten Handlungsoptionen wurden in der Studie untersucht.

In Deutschland wurden gemäß des Umweltbundesamtes (UBA) 2019 rund 805 Millionen Tonnen Treibhausgase freigesetzt – rund 54 Millionen Tonnen oder 6,3 Prozent weniger als 2018. Gründe für diese Entwicklung sind die erfolgreiche Reform des europäischen Emissionshandels, der niedrige Gaspreis, der Ausbau von Wind- und Sonnenenergie sowie die Abschaltung erster Kohlekraftwerksblöcke.

Die CO2-Emissionen des Verkehrssektors lagen in 2019 mit 163,5 Millionen Tonnen auf einem leicht höheren Niveau als im Vorjahr (+0,7 Prozent). Zwar kamen verbrauchsärmere Fahrzeuge auf den Markt, gleichzeitig nahm aber auch der Kfz-Bestand zu (+1,6 Prozent), sodass in der Summe mehr Benzin und Diesel verbraucht wurde. In 2020 sanken die Emissionen wegen der Lockdowns um 11,4 Prozent auf 146 Millionen Tonnen.

Verkehrs- und Energiewende vonnöten.
Um eine starke Senkung der Emissionen bzw. eine CO2-neutrale Logistik zu erreichen, muss eine “Verkehrs- und Energiewende” stattfinden. Die Verkehrswende umfasst Maßnahmen zur Verkehrsvermeidung, der Verkehrsverlagerung und der Effizienzsteigerung der Verkehrs- und Transportmittel. Letzteres schließt beispielsweise bessere Auslastungsgrade der Fahrzeuge, eine energetisch sparsamere Fahrweise und energieeffizientere Verkehrsmittel mit ein. Der Anteil des Schienengüterverkehrs kann gleichzeitig laut Studie bis 2050 im Vergleich zu heute auf mehr als das Zweieinhalbfache gesteigert werden.

Die gleichzeitig stattfindende Energiewende bedeutet die Ablösung von fossilen Energieträgern oder die Verwendung von CO2-armen Energieträgern. Die direkte Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energieträgern für den Antrieb von Elektromotoren soll zur Norm werden. Daraus folgt die Verdrängung von Verbrennungsmotoren. Da der Weg bis zum All-Electric Aircraft in der kommerziellen Luftfahrt noch sehr weit ist, muss man hier zunächst auf Energieträger wie synthetische Kraftstoffe und Wasserstoff setzen, die aus erneuerbaren Energien, vorzugsweise regenerativem Strom, hergestellt werden.

Die aus Strom erzeugten Kraftstoffe PtG (Power to Gas) und PtL (Power to Liquid) sind nur mit hohen Energieverlusten zu produzieren. Der Primärenergieverbrauch in 2050 steigt dadurch gegenüber 2005 um 36 Prozent (bezogen auf den Gesamtverkehr). Durch beide Techniken lassen sich Wasserstoff und Methan beziehungsweise flüssige Kraft- und Rohstoffe herstellen. Wenn der Strom aus erneuerbaren Energiequellen stammt, sind diese Kraftstoffe der Schlüssel für die Energiewende.
Die 95-prozentige Treibhausgaseinsparung hängt wesentlich von der Substitution konventioneller durch erneuerbare Kraftstoffe ab. Die Herstellung von PtG und PtL benötigt große Mengen erneuerbaren Stroms, der in diesen Mengen wirtschaftlich in Deutschland nicht produziert werden kann. Insbesondere PtL müsste zukünftig, wie heute Rohöl importiert werden.

Damit die Verkehrs- und Energiewende umgesetzt werden kann, sind u. a. Anreize zur Steigerung der Energieeffizienz z. B. über CO2- und Energieverbrauchs-Flottenwerte für Pkw sowie leichte und schwere Nutzfahrzeuge notwendig. Die Umschichtung der Fahrzeugflotte hin zu strombasierten Antriebssystemen sowie zur Schaffung der entsprechenden Ladeinfrastruktur muss ebenso gefördert werden. Weiterhin müssen Maßnahmen zur Vermeidung, Verlagerung und zur effizienteren Verkehrsabwicklung einschließlich des Ausbaus der notwendigen Verkehrsinfrastruktur durchgeführt werden.

Intralogistik muss zur Nachhaltigkeit beitragen.
Zur Gestaltung nachhaltiger Logistiksysteme und damit einer grünen Logistik kann neben dem Transportbereich vor allem die Intralogistik beitragen. Dabei stehen bei der umweltgerechten Gestaltung des Betriebes bzw. Lagers Energie-, Wärme- und Wassermanagement, die Nutzung von regenerativen Energien, Kraftstoffeinsparung im Fuhrpark, moderne Lagertechnik und effiziente Fördersysteme sowie leistungsfähige Software-
systeme im Mittelpunkt.

Maßnahmen als Unternehmen konkret umsetzen.
Eines der wichtigen Ziele der Nachhaltigkeit in der Logistik ist, CO2-neutral zu wirtschaften. Transport-Unternehmen und Logistiker werden langfristig nur durch eine nachhaltige Geschäftsausrichtung wettbewerbsfähig bleiben. Viele Logistiker laufen Gefahr, ohne klar bestimmte Nachhaltigkeitsziele bzw. CO2-Reduktions-Ziele ihre Wettbewerbsfähigkeit einzubüßen. Zentraler Grund für die betriebswirtschaftliche Relevanz der Nachhaltigkeit sind die fortwährend steigenden Energiepreise. Zudem fragen Kunden zunehmend nach nachhaltigen Dienstleistungen. Was können Logistik-Unternehmen nun tun, um CO2-neutral zu werden?

Einerseits müssen die eingesetzten Fahrzeuge energieeffizienter werden und außerdem muss mittelfristig der Umstieg auf Elektroantriebe erfolgen. Der Kraftstoffverbrauch kann u. a. durch die Vermeidung überflüssiger Transportwege (z. B. durch Transportwege-optimierung durch Künstliche Intelligenz), Fahrerschulungen zum Umgang mit Fahrzeugen (Senken des Kohlendioxid-Ausstoß um bis zu vier Prozent), Einsatz von Reifen mit kleinerem Rollwiderstand und ein regelmäßige Reifendruckkontrolle (Einsparungen bis zu sechs Prozent möglich) reduziert werden.

Weiterhin bietet sich die Optimierung der Anzahl der Niederlassungen, die Zusammenarbeit mit nachhaltigen Dienstleistern, die Nutzung klimaneutraler Transport- und Versandarten, die Vermeidung von Leerfahrten und eine optimierte verlustfreie Beladung von Transportfahrzeugen an, um Kohlendioxid zu reduzieren und die Umwelt zu schonen. Auch ganze Logistikzentren können energieeffizient gestaltet werden. Grundsätzlich wird ein energieeffizientes Logistikzentrum von zwei Säulen getragen:
• eine CO2-neutrale Energiebereitstellung (Nutzung regenerativer Energiequellen und überschüssiger Prozessenergie)
• eine effiziente Energienutzung (energieeffiziente Gebäudestruktur und Förder- bzw. Gebäudetechnik)

Dazu muss eine ganzheitliche Betrachtung der Energiebedarfe und Energiekreisläufe im Logistikzentrum erfolgen. Die Energieverbräuche und -kosten müssen genaustens aufgeschlüsselt werden. Neue technische Lösungen in den Teilbereichen der Fördertechnik und Gebäudetechnik leisten einen Beitrag zur Energieeffizienz. Das Logistikzentrum sollte schon bei Neubau ganzheitlich geplant werden. Neben den genannten Säulen ist auch die Sensibilisierung der Mitarbeiter für das Thema Klimaschutz ratsam, denn sie können dabei helfen, Energie einzusparen, wo es möglich ist. (DR)

 

LOGISTIK express Journal 5/2021

Schwerlastverschieberegalanlage mit 41.000 Paletten-Stellplätzen geht an Offergeld Logistik

Das im Hinblick auf Kapazität und Lagerdichte außergewöhnliche Verschieberegalsystem wird in eine Halle integriert, die der Logistikdienstleister in Dormagen neu errichtet hat, um mehrere Lager zu zentralisieren sowie die Prozesse bei steigender Durchsatzleistung zu straffen und effizienter auszurichten. Als Intralogistikpartner unterstützt SSI Schäfer Offergeld bei dieser Neuausrichtung und überzeugte mit einem exakt auf die Vorgaben und baulichen Gegebenheiten zugeschnittenen Lösungskonzept.

Beitrag: Redaktion.

Seit Gründung im Jahr 1924 ist die Offergeld-Gruppe parallel zu den Anforderungen der Kunden kontinuierlich gewachsen und heute europaweit mit 15 Niederlassungen vertreten. In optimierten Liefer- und Wertschöpfungsketten übernimmt der Logistikdienstleister Verantwortung für die oftmals hochsensiblen Prozesse seiner Kunden in den Bereichen Beschaffung, Lagerhaltung, Transport, Mehrwertdienstleistungen (VAS) und Distribution.

Langfristige Partnerschaft – perspektivisch geplant.
Minimierte Kosten, kurze Durchlaufzeiten, schlanke Prozesse und durchgängige Transparenz entlang der Lieferkette sind entscheidende Faktoren, die in die jeweils individuell konzipierten Logistiklösungen von Offergeld einfließen. Um die Abläufe in Zeiten wachsenden Kostendrucks und sich dynamisch verändernder Marktbedingungen weiter zu optimieren, zentralisiert der Dienstleister nun mehrere Lager am Standort Dormagen in einem 9.600 m² umfassenden Neubau. Die schnelle Reaktion auf die Anfrage und das vorgestellte Lösungskonzept waren unter anderem ausschlaggebend, SSI Schäfer mit der Lieferung und Installation der Schwerlast-Verschieberegalanlage zu beauftragen. „Als familiengeführtes Unternehmen bieten wir moderne Dienstleistungen aus einer Hand und punkten mit festen Werten und kurzen Entscheidungswegen. Diese Ausrichtung kennzeichnet auch SSI Schäfer, sodass beste Voraussetzungen für eine langfristig angelegte Partnerschaft gegeben sind“, sagt Philipp Kreuer, Prokurist der Offergeld Zentralverwaltung (OVZ) GmbH & Co. KG, Würselen. André Schmidt, Projektvertrieb SSI Schäfer, ergänzt: „Wir freuen uns, die weitere Expansion von Offergeld auf dieser Basis zunächst mit einem auf die aktuellen Erfordernisse zugeschnittenen Leistungsmodul unterstützen zu können, das bei gesteigerter Performance dazu beiträgt, Prozess- und Betriebskosten nachhaltig zu senken.“

Flexible Lösung mit hoher Lagerdichte – auf minimaler Fläche.
In einem ersten Schritt installiert SSI Schäfer in dem neuen Logistikzentrum eine Schwerlast-Verschieberegalanlage mit 41.000 Paletten-Stellplätzen für variierende Produkte, unter anderem aus der Industrie und dem Automotive-Sektor. Diese Lösung bietet im Vergleich zu stationär angeordneten Regalzeilen eine Platzersparnis von bis zu 45 %. Gleichzeitig wird durch den Einsatz der Verschieberegalanlage die Lagerkapazität um bis zu 90 % erhöht, da bedeutend weniger Verkehrsflächen erforderlich sind. Das System besteht aus fünf Blöcken, ist rund 125 m lang und 67 m breit. Die oberste Palette wird in einer Höhe von ca. 11 m abgesetzt. Auf diese Weise lässt sich eine besonders hohe Lagerdichte erzielen, die angesichts des begrenzt zur Verfügung stehenden Hallenvolumens auf Basis stationärer Regalzeilen nicht realisierbar ist. Auch die Prozess- und Energiekosten fallen moderater aus. Das modular aufgebaute Verschieberegalsystem ist skalierbar und lässt sich bei steigenden Kapazitätsanforderungen in Verbindung mit einem Anbau jederzeit erweitern.

Kurze Realisierungsdauer -dank Modulbauweise.
Mit der Schienenmontage und der Regaleinbringung wurde begonnen, die Inbetriebnahme ist im Oktober 2021 erfolgt. Im Rahmen  des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses prüft Offergeld Logistik parallel die Option, am Standort Dormagen ergänzend ein Fahrerloses Transportsystem (FTS) für Großladungsträger einzusetzen, das SSI Schäfer in Kombination mit einer Verschieberegalanlage exklusiv aus einer Hand anbietet. Auch die Zahl der autonom im Verbund agierenden Fahrzeuge kann bei steigenden Leistungsanforderungen flexibel aufgestockt werden. (RED)

 

LOGISTIK express Journal 5/2021

BLOGTOUR im Post-Logistikzentrum in Kalsdorf bei Graz

Die Anforderungen an die Paketlogistik sind seit Ausbruch der Pandemie deutlich gewachsen. Der Onlinehandel hat für einen ordentlichen Boom beim Versand von Paketen gesorgt. Auf unserer BLOGTOUR haben wir uns die Antwort der Österreichischen POST AG auf diese Herausforderungen angesehen und waren zu Gast beim neuen Post-Logistikzentrum in Kalsdorf bei Graz.

Beitrag: Peter Nestler.

Der Logistik Express wird künftig bei den Logistikern in Österreich einen Blick hinter den Vorhang wagen. Dazu wurde das Label BLOGTOUR geschaffen, das Informationen aus der Branche aus erster Hand fachlich aufarbeiten und für unsere Leser und Zuseher darstellen wird. Zuseher? Ja! Denn die BLOGTOUR erstellt von unseren fachlichen Logistikreisen auch professionelle Videoblogs. Diese gibt es auf der Website des Logistik Express zu sehen.

BLOGTOUR – bei der Post in Kalsdorf.
Unsere erste BLOGTOUR hat uns zur Österreichischen Post nach Kalsdorf bei Graz geführt. Dort wurde das Logistikzentrum Steiermark in 8041 Kalsdorf bei Graz im Jahr 2020 in Betrieb genommen. Es ist mit einer Fläche 25.000 Quadratmetern das derzeit größte seiner Art beim Branchenprimus Post AG und befindet sich unweit des Flughafens Graz in der Industriezeile 3, Objekt 20. Die Grundstücksfläche beträgt 91.500 Quadratmeter, die Produktionshalle allein nimmt davon 16.000 und die Zustellbasis 7.500 Quadratmeter verbaute Fläche ein. Rund 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verteilung sowie 190 in der Zustellung verarbeiten täglich rund 130.000 Sendungen. Diese werden im Sortierzentrum mit einer Geschwindigkeit von zurzeit 2,7 Metern pro Sekunde auf insgesamt 260 Sortierziele im Endausbau verteilt.

Logistik ist sauber und nachhaltig.
Angekommen am Standort offenbart sich uns ein sehr geordnetes Bild: Das neue Logistikzentrum der POST AG ist modern, übersichtlich und klar gegliedert. Auffällig ist insbesondere der groß dimensionierte Platz zum Laden von Elektrofahrzeugen, eine Busstation und die groß dimensionierte Photovoltaikanlage am Dach des Hauptgebäudes – alles Zeichen der Nachhaltigkeitsstrategie der Post in Österreich.

Auf unserer BLOGTOUR haben zwei Experten der Post durch die Anlagen geführt: Franz Leitner, Geschäftsfeldleiter Logistikzentren & Transport Matthias Hofmann, Geschäftsfeldleiter Strategische Netzwerkplanung & Steuerung. Sie haben mit uns gemeinsam einen Blick hinter die Kulissen geworfen und erklären den täglichen Arbeitslauf im Logistikzentrum Kalsdorf. „Es beginnt am Nachmittag, dann füllen sich die Hallen“, weiß Leitner.

Die Arbeit am Standort Kalsdorf beginnt bei der Annahme aller Sendungen. Diese stammen von Postfilialen, individuelle Abholungen bei Kunden oder von Post Partnern. Diese erste Welle heißt Vorlauf und geschieht wochentags bis etwa 18 Uhr. Nach dem Entladen erfolgt bis ca. 22 Uhr die Grobverteilung und der Hauptlauf mit der Verbringung in die österreichweiten Logistikzentren der Post (6 Briefzentren und 9 Paketzentren) bis etwa 2 Uhr früh. Dort geschieht die Feinverteilung bis ungefähr 4 Uhr, danach der Transport im Nachlauf bis etwa 5 Uhr früh. Erst dann erfolgt die Zustellung, die in den meisten Fällen bis 18 Uhr abgeschlossen ist.

„Das alles schaffen wir in einer sehr guten Qualität mit einer Zustellung von 97 Prozent der von uns beförderten Pakete mit Zustellung am nächsten Tag, bei den Spezialprodukten mittels Post Express entsprechend schneller – nämlich bis 13 Uhr am Folgetag“, verrät Leitner. Die Hallengröße der Sortieranlage in Kalsdorf umfasst 23.850 Quadratmeter und beherbergt zwei Quergutsorter Crossorter mit einer Lauflänge von je 1 Kilometer. Aktuell liegt die Systemleistung des Sorters der Firma Vanderlande von 15.000 TE pro Stunde. Der Ausbau auf eine Leistung von 25.000 TE/h ist aber bereits geplant, so Leitner.

Die Fördertechnik hat eine Länge von zwei Kilometer und erlaubt zunächst 12 Eingabelinien für LKW. Der Ausbau sieht noch weitere drei Eingabelinien auf insgesamt 15 vor. Sechs dieser Linien stehen für Kleinfahrzeuge zur Verfügung, zunächst fünf (später acht) Eingabelinien sind für Rollbehälter konzipiert, weiters stehen 24 (später 32) Zielrutschen für LKW als Matrixrutschen zur Verfügung, zusätzlich 57 Zielrutschen für Rollbehälter im Hauptgebäude und noch 27 Zielrutschen im Nebengebäude. Die Zusteller haben 110 (später 144) Pufferendstellen zur Verfügung und es gibt auch einen eigenen Sperrgutkreisel mit drei Eingabelinien.

„Stolz sind wir hier in Graz auch auf unseren Rapid Unloader, den wir mit der TU Graz gemeinsam entwickelt haben“ sagt Leitner. Dieser erhöhe die Effizienz im Logistikzentrum und reduziere die Belastung für Mitarbeiter durch das schwere Heben bei der Entladung der Paketen enorm.

Gelber Riese, ganz grün.
Die Post treibt neben dem Ausbau in der Logistik auch ihre Nachhaltigkeitsstrategie voran. Dazu haben wir uns auf der BLOGTOUR einiges ansehen können. An erster Stelle steht wohl das Herzstück der Strategie: die Photovoltaikanlage am Logistikzentrum in Kalsdorf. Dies sei bereits Standard auf allen Logistikzentren der Post, sagt Leitner. Weitere Eckpunkte dieser Grünen Logistik sind: Forschung für Pufferspeicher mit ausgeschiedenen Batterien der Post-Flotte, Ankauf von grünem Strom nur aus Österreich, aber auch die Errichtung von Fledermausnistplätzen, Krötentunneln, Bienenstöcken etc.

Für einen Logistiker wohl am wichtigsten ist aber der Fuhrpark. Hier geht die Österreichische Post Richtung E-Mobilität, verrät uns Matthias Hofmann. „Bereits heute haben wir etwa 2.000 E-Fahrzeuge auf der letzten Meile im Einsatz. Das reicht von Lastenfahrrädern, E-Mopeds über kleinere Pkw bis hin zu den Pakettransportern.“ Bis 2030 will die Post auf der letzten Meile CO2-frei unterwegs sein. Ab 2024 werden keine Verbrenner mehr neu in den Fuhrpark übernommen. Ende 2022 stehen bereits 3.000 E-Fahrzeuge im Dienst der Post AG. (PN)

Welche Fahrzeuge das sind, sehen Sie im Video zu unserer ersten BLOGTOUR: https://bit.ly/3tYOZ5B

 

Quelle: LOGISTIK express Journal 4/2021

IKEA Österreich fährt bald nur noch elektrisch

Der schwedische Möbelhersteller IKEA stellt seine Lkw-Flotte in Österreich schrittweise auf Elektromobilität um. Die EV-Truck-Flotte wurde nun im IKEA Logistikzentrum Strebersdorf vorgestellt – sie ist ein Teil der Nachhaltigkeitsstrategie der Schweden.

Beitrag: Peter Nestler.

Die soeben in Verkehr gebrachte neue Elektro-LKW-Flotte von IKEA besteht zunächst aus 30 Fahrzeugen. Durch den Umstieg auf die Elektrofahrzeuge können bereits im ersten Jahr rund 117.000 Lieferungen komplett emissionsfrei durchgeführt werden. Damit werde der CO2-Ausstoß um mehr als 300 Tonnen verringert, sagte Claes Lindgren, Country Customer Fulfillment Manager bei IKEA Österreich anlässlich der Vorstellung der Fahrzeuge in Wien/Strebersdorf.

Als internationales Unternehmen mit globaler Bedeutung sei sich IKEA seiner unmittelbaren Verantwortung gegenüber seiner Mitarbeitern, Kunden und dem Planeten bewusst. Daher sei das Logistikzentrum Strebersdorf mit modernster und nachhaltigster Technik ausgestattet und weise mit Europas größtem Eisspeicher sowie einer Photovoltaikanlage am Dach des Logistikgebäudes eine Reihe von Nachhaltigkeitsfeatures auf.

IKEA wolle die negativen Auswirkungen der eigenen Tätigkeit auf die Umwelt so gering wie möglich halten, daher der Umstieg auf die Elektrofahrzeug-Flotte. Mit dieser Neugestaltung einer klimafreundlicheren Lieferkette können nicht nur schädliche Emissionen eingespart, sondern auch die Ressourcen des Planeten geschont werden. Maimuna Mosser, Country Commercial Managerin bei IKEA Österreich dazu: „Klimaschutz lässt sich nicht aufschieben, daher arbeitet IKEA konsequent daran, Emissionen einzusparen und klimapositiv zu werden.“

Emissionsfreie Lieferung bei IKEA Österreich.
Bereits im Juni 2021 wurde das erste Quantron Elektrofahrzeug im Logistikzentrum Strebersdorf zur finalen Erprobung eingesetzt. Im Vorfeld wurden die bei Iveco gebauten Trucks in Zusammenarbeit mit der deutschen Quantron AG auf E-Mobilität umgerüstet. Quantron bietet IKEA kompakte EV-Trucks, die sich perfekt für den städtischen Straßenverkehr, aber auch hervorragend für längere Strecken eignen. Mit einer Reichweite von mindestens 170 km, einer Antriebsleistung von 100 kW und einer maximalen Ladeleistung von 70 kW sind die Elektrofahrzeuge ideal für Strecken zwischen dem Logistikzentrum Strebersdorf, anderen IKEA Standorten und Lieferadressen von Kunden ausgerüstet.

Andreas Haller, Vorstandsvorsitzender der Quantron AG über die Zusammenarbeit mit dem Möbelriesen: „Wir freuen uns, dass wir IKEA bei dem wichtigen Schritt in Österreich hin zu einer emissionsfreien Lieferung mit unserem Wissen und unserer Expertise unterstützen können.“

Damit der Beladevorgang so effizient und durchdacht wie möglich abläuft, wurde in Zusammenarbeit mit der österreichischen Firma Klampfer Elektroanlagen GmbH ein spezielles Konzept entwickelt. Am Logistikstandort Strebersdorf werden die LKW beim Beladen nicht nur mit neuer Ware gefüllt, sondern zugleich auch mit Energie für die nächste Tour geladen werden. Die Ladesäulen sind dazu passend jeweils dicht an den Laderampen installiert worden. Dieser Vorgang braucht zwar mehr Ladesäulen, spart aber Zeit und schont mit effizienter Energienutzung auch die Umwelt.

In Strebersdorf wurden insgesamt 28 Ladesäulen mit Schnellladefunktion und einer Leistung von bis zu 75 kW installiert. Mit der vollen E-Ladung kann ein EV-Truck pro Tag rund drei übliche Liefertouren fahren. „Der Strom kommt aus 100 Prozent erneuerbarer Energie sowie aus der Einspeisung der hier am Standort vorhandenen Photovoltaikanlagen,“ erklärt Lindgren.

Elektrokraft in Raum Wien.
IKEA Österreich hat es sich zum Ziel gesetzt, bis zum Ende 2021 in alle 23 Wiener Gemeindebezirken sämtliche seiner Lieferungen emissionsfrei durchzuführen. So wird im ersten Schritt auf die emissionsfreie Zustellmethode durch Elektrofahrzeuge bei Lieferungen vom Logistikzentrum in Wien Strebersdorf in alle 23 Wiener Gemeindebezirke und darüber hinaus im Umkreis von 30 Kilometern vom Logistikzentrum umgestellt. Das führt dazu, dass die emissionsfreie Zustellung auch von den Einrichtungshäusern Wien Nord und Vösendorf erfolgt. Im ersten Jahr handelt es sich somit insgesamt um rund 117.000 Lieferungen von Strebersdorf, die emissionsfrei durchgeführt werden. Das entspräche dann mehr als 65 Prozent aller IKEA-Zustellungen im Raum Wien. Umgerechnet summiert sich damit ein Volumen von 1,5 Millionen Straßenkilometern, das ergibt ein Äquivalent von mehr als 300 Tonnen Reduzierung an CO2-Ausstoß. Mit dieser enormen Einsparung an schädlichen Emissionen kommt IKEA seinem globalen Ziel, bis 2025 alle seine Lieferungen emissionsfrei durchzuführen, immer näher.

Projekte in der genannten Größenordnung, wie es die Umstellung auf eine emissionsfreie Lieferung im vorliegenden Fall ist, sind nur mit verlässlichen Partnern möglich: „Mit der Quantron AG und der G. Klampfer Elektroanlagen GmbH hat IKEA auf langjährige Partner gesetzt, auf die wir bereits jetzt zu 100 Prozent vertrauen können“, erläutert Claes Lindgren. Bereits in der Vergangenheit habe IKEA erfolgreich mit der G. Klampfer Elektroanlagen GmbH bei der Erstellung eines 3D-Gebäudemodells des kürzlich neu eröffneten innerstädtischen Verkaufsstandortes IKEA Wien Westbahnhof durch den gelben Robotorh und „Spot“ zusammengearbeitet. „Die Klampfer Elektroanlagen GmbH steht für eine zuverlässige Ladeinfrastruktur, hohe Ausfallssicherheit und große Witterungsbeständigkeit“, sagt Günther Hinterberger, CEO der G. Klampfer Elektroanlagen GmbH.

Deine Lieferung: 100 % elektrisch.
IKEA hat speziell für die E-Mission das Branding „Deine Lieferung: 100 % elektrisch“ geschaffen, welches auf den Elektrofahrzeugen steht. Damit möchte IKEA auf seine Mission, bis 2030 klimapositiv zu werden, aufmerksam machen. Dies soll auch andere Unternehmen inspirieren, es dem schwedischen Konzern bei den Unternehmenszielen zum Umweltschutz gleichzutun und auf eine umweltfreund-
lichere Zustellungsmethode umzusteigen. „Kunden sollen das Branding auf den Fahrzeugen wiedererkennen und gleichzeitig ein Bewusstsein für das wichtige Thema der emissionsfreien und CO2-neutralen Zustellung bekommen“, erklärt Claes Lindgren.

Über IKEA Österreich:
Seit über 40 Jahren ist das schwedische Möbelunternehmen IKEA mittlerweile auch in Österreich vertreten: In derzeit insgesamt sieben Einrichtungshäusern, einem Planungsstudio, zwei Logistikzentren, acht Abholstationen und diversen Services, wie zum Beispiel Click & Collect, sind zusammen rund 3.600 IKEA Mitarbeiter tätig.

IKEA formuliert seine Vision so: „Wir wollen einen besseren Alltag für die vielen Menschen schaffen, indem wir formschöne, funktionsgerechte, erschwingliche und qualitativ hochwertige Einrichtungsgegenstände anbieten, die mit Rücksicht auf Mensch und Umwelt produziert wurden. Mit jedem unserer Produkte versuchen wir das Zuhause zu einem noch besseren Platz zu machen.“ Nachhaltigkeit gehört vermehrt zur Firmenphilosophie von IKEA. Dazu gehören auch gesunde und nachhaltige Lebensmittel, die IKEA seinen Kunden und Mitarbeitern in den IKEA-
Restaurants, IKEA-Bistros und dem hauseigenen „Schwedenshop“ anbietet. Von nachhaltig beschafften Zutaten bis hin zu fleischlosen Optionen und lokal angebauten Produkten, die besser für den Planeten sind. (PN)

Quelle: LOGISTIK express Journal 4/2021

Logistikkonferenz „TWLogistik2021“ in Bremerhaven

Die „TWLogistik“ ist die traditionelle Logistikkonferenz des VdWT – Vereins der Wirtschaftsingenieure für Transportwesen, die seit Vereinsgründung 1983 jährlich in Bremerhaven stattfindet. Im vergangenen Jahr wurde dieses Veranstaltung Corona-bedingt durch eine Woche digitaler Vortragsabende substituiert. Nun im 37. Jahr fand diese nun wieder live vor Ort in Bremerhaven statt und war ausgebucht.

Redaktion: Bernd Kratz.

Ein Zeichen, dass einerseits die Logistiker sich mit Kollegen der Branche wieder persönlich austauschen möchten, andererseits weil hochaktuelle Themen erörtert wurden: Am ersten Tag präsentierten diverse Logistiker, wie Sie Corona bewältigt haben, der Folgetag fokussierte auf Nachhaltigkeit und Digitalisierung unter der Fragestellung: „Smarte Logistik = Digitalisierung + Nachhaltigkeit. Geht diese Formel auf?“

Corona kam ohne Vorankündigung, so dass sich die Branche schnell auf die neue Situation einstellten musste. Dieses bestätigte auch Fokke Fels, Vorstandsvorsitzender der L.I.T. AG, ein Logistikunternehmen mit über 3.000 LKW. „Anfangs haben wir uns mit adäquaten Maßnahmen gut an neuen Gegebenheiten anpassen können, doch dann kamen die  Auswirkungen des Brexit und der Fahrermangel. Schwierig wurde es dann, als komplette Branchen und damit auch das Transportvolumen von heute auf morgen wegbrach.“ Dieses konnte auch Christian Distelkamp aus der Geschäftsleitung der abat AG bestätigen.

„Als die Automobilbranche anfangs komplette Werke schließen musste und kurz danach auch die Verwaltungen, lagen unsere Beratungsaufträge erst einmal auf Eis“. Auch das Havariekommissariat Battermann & Tillery musste schnell auf „die anfangs ohne Vorwarnung 30 % niedrigere Auftragslage reagieren“, so der Geschäftsführer Nico Nöldner. Stefan Schröder, Geschäftsführer Gesellschafter der LNC konnte anfangs „Business as usual“ betreiben, musste wenig später aber auch auf virtuelle Formate umstellen, was er kurzerhand durch die Etablierung eines eigenen digitalen Studios professionalisierte. Demgegenüber konnte sich die Oskar Schunck GmbH, so Regionalleiter Martin Heisig „vor Arbeit nicht retten – Versicherungsfälle in nicht geahntem Ausmaß und Fragestellungen, welche Schadensfälle in einem völlig neuen Umfeld versichert seien“. Ganz anders beschrieb Dr. Christian Mießen, INFORM GmbH die Situation: Während Künstliche Intelligenz in vielen Bereichen der Logistik zunehmend effizient genutzt werden kann, war dieses System in der Pandemie hilflos „Es fehlten jegliche Erfahrungsdaten, auf die KI hätte referenzieren können“.

Bernd Kratz, 1. Vorsitzender des VdWT resümierte, dass in solchen Notlagen „Jammern keine unternehmerische Aktivität sei“ und stellte damit auch einen Appell an anwesende Dozenten und Studenten, die Fähigkeiten zum innovativen sowie flexiblen Denken und Handeln in die akademische Ausbildung zu integrieren.

Der Folgetag startete mit Konzepten der Nachhaltigkeit, praktiziert in der Metropolregion NordWest. Dr. Claudia Schilling, Senatorin der Freien Hansestadt Bremen zeigte die Zukunft von Wasserstoff im Hafen als Teil des Green Deals auf, gefolgt von innovativen Konzepten für nachhaltige Logistik- und Versorgungsstrukturen. In diesem Zusammenhang stellte Prof. Dr. Benjamin Wagner vom Berg vor, wie durch das von ihm an der Hochschule Bremerhaven initiierte Projekt “NaCL – Nachhaltige Crowd Logistik” einerseits Sendungen umweltfreundlich zum Empfänger gelangen, andererseits mit dem Nachfolgeprojekt “R3 – Resilient Regional Retail” ein Schritt gegen das Aussterben der Innenstädte gegangen wird – der anfänglich theoretische Ansatz von NaCL wurde bereits im vergangenen Jahr in Bremerhaven erfolgreich in die Praxis umgesetzt. Hyways for Future – Gasspeicherkonzepte und klimaneutraler Lastenverkehr mit Wasserstoffantrieben – hiervon sind Burkhard Oppmann, Geschäftsführer und CSO der FAUN-Gruppe sowie André Engbrecht, EWE GASSPEICHER überzeugt.

Bernd Kratz führte in den nächsten Themenblock: „Aktuell erleben wir in Deutschland eine Paketflut, vorrangig getrieben durch den eCommerce, die auch nach den Corona-bedingten Lockerungen und Öffnungen im stationären Handel nicht abebbt. Studien erwarten weiterhin Zuwachsraten im 2- stelligen Prozent-Bereich – und zwar jährlich“. Dieses stellt die KEP-Branche weiterhin vor hohe Herausforderungen, nicht nur bundesweit, sondern auch in der Metropolregion Nord-West. Jan Fitzner veranschaulichte bildlich, wie er als Geschäftsführer der CitiPost Nordwest dem Verkehrskollaps, Parkplatzmangel, Lärm, Schadstoffbelastung mit Digitalisierung und „Micro Hubs“ auf der letzten Meile begegnen möchte.

Marko Schlüter, Geschäftsführer der Hermes Germany hat eine klare Vision der CO2-freien Paketzustellung. „Mit Green Delivery Berlin haben wir eine Blaupause geschaffen, die auch auf andere Städte ausgerollt werden wird; dabei gilt es, die unterschiedlichen Module, aus denen das Konzept besteht, für die jeweilige Situation vor Ort/die Gegebenheiten der Städte individuell zusammenzusetzen“.

Einen digitalen Weg beschreitet Tiramizoo aus München: Mit der neuen Strategie einer Routenoptimierung und damit CO2-Reduzierung auf Basis einer SaaS-Plattform konnte das Unternehmen in den letzten 2 Jahren ein starkes Wachstum generieren. „Des Weiteren sind Tochtergesellschaften für Singapur, Malaysia und Polen als auch ein Ausbau der Aktivitäten in Europa hinzugekommen“, so Martin Sträb, CEO der Tiramizoo GmbH. Inwieweit werden Logistikzentren nachhaltig designed? Hier zogen die die Referenten des letzten Diskussionsblocks ein einheitlich positives Resümee. Die BLG Handelslogistikk betreibt seit kurzem ein neues Logistikzentrum für PUMA in Unterfranken. „Hier in Geiselwind setzen wir Maßstäbe im Bereich Automatisierung, Flexibilität, Skalierbarkeit und Nachhaltigkeit“, so Danilo Georg, Director Operations. Peter Bimmerman präsentiert das Auto-Store-System als eine nachhaltige Variante, da „deutlich weniger umbauter Lagerraum benötigt wird und dieser muss weder beleuchtet, belüftet und in der Regel auch nicht geheizt werden“. Sebastian Girle, Head of National Innovation bei Kühne + Nagel stellte einige Beispiele seiner Sustainable Packing Initiative vor: Packing on Demand, nachhaltige Füllmaterialien, etc. „Alleine durch unser Projekt Folienoptimierung sparen wir an 34 Kontraktlogistikstandorten jährlich 400 Tonnen Folien“.

Aber auch die zu Beginn der Pandemie komplett eingestellte und nun wieder anlaufende Kreuzschifffahrt wurde – wenngleich auch keine direkt logistische, aber unter Umweltgesichtspunkten stark in der Kritik stehendes Branche – nicht außer Acht gelassen. Prof. Dr. Dr. Alexis Papathanassis als langjähriger Insider dieser Branche überraschte hier mit einigen detaillierten Daten – schließlich stellt die Kreuzschifffahrt konkret für Bremerhaven, dem Ort der TWLogistik, einen wesentlichen Wirtschaftsfaktor dar. Vor diesem Hintergrund nahmen zahlreiche Teilnehmer der Veranstaltung dann die Gelegenheit wahr, mit einer alten Kogge, der „Ubena von Bremen“ einige Stunden auf die Weser hinauszufahren – teilweise mit gehissten Segeln völlig CO2-neutral. (BK)

 

Quelle: LOGISTIK express Journal 4/2021

LOGISTIK express Journal 4/2021

Der Herbst ist voll mit Messen & Events und auch wir starten mit dem ECOMLOG21 mit weiteren Services & Leistungen. LOGINSIDER – Business Podcast, BLOGTOUR –  B2B Kurzfilm, BLOGJOBS – Videoclip für Lehrbetriebe und Unternehmen. Und falls Sie unser crossmediales Presseservice und Jobservice noch nicht kennen, nutzen – so kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Gespräch. Holen Sie sich Ihren Wettbewerbsvorteil sowie Informationsvorsprung mit Ihrer ZEITSCHRIFT EPAPER APP LOGISTIK express. Bleiben Sie darüber hinaus mit unserer APP – MJR MEDIA WORLD allzeit bestens informiert.

 

INHALT 4/2021

03  Inhalt / Editorial / Impressum
04  Unsere Zukunft wird echt abgefahren
08  Arbeitskräftemangel auf Rekordniveau: 20.000 offene Stellen
10  Boom des Onlinehandels geht weiter
12  Die Zukunft des Einkaufens ist automatisiert
14  Tag des Handels 2021: EU-Kreislaufwirtschaftspaket
16  ECOMLOG21: „Automatisierung in nicht gekanntem Ausmaß“
22  Die Königsdisziplin des E-Commerce: Intralogistiklösungen Lebensmittelhandel
26  China: Veränderte Technologietrends durch Covid
28  RetailCX schafft digitale Erlebnisse im stationären Handel
30  Smarte Automatisierung optimiert E-Commerce Fulfillment
32  eGrocery Start-up Matsmart investiert in eine klimafreundliche Lagerlogistik
34  Neue Märkte = neue Herausforderungen
36  Digitalisierung und Reduktion der Treibhausgase ergänzen sich
38  Re:Think – mit dem 28. Österreichischen Logistik-Tag
43  CargoServ & LogServ „20 Jahre Logistik vom Feinsten“
50  BLOGTOUR im Post-Logistikzentrum in Kalsdorf bei Graz
52  IKEA Österreich fährt bald nur noch elektrisch
56  Logistikkonferenz „TWLogistik2021“ in Bremerhaven – und ausgebucht!
60  Greater Bay Aera (GBA) Transformation Infrastruktur / Neue Technologien
64  Warum lernen Menschen nicht aus der Vergangenheit?

 

LOGISTIK express Journal 4/2021

Österreichische Post: Gelber Riese mit grünem Herzen

Die Pandemie hat den Umbau in der Paketlogistik erheblich beschleunigt: Ein deutlicher Zuwachs beim Onlinehandel sorgte für mehr Arbeit bei der Österreichischen Post AG. Diese begegnet den Anforderungen mit Investitionen und einem grüneren Weltbild. Post-Vorstand Peter Umundum beantwortet unsere Fragen.

Redaktion: Peter Nestler.

Der Weg war vorgezeichnet: Zusätzlich zum allgemeinen Anstieg im E-Commerce hat der Onlinehandel nach Ausbruch der Pandemie mit ihren beschränkenden Maßnahmen weltweit im Jahr 2020 stark zugenommen. Die Ausgaben der heimischen Konsumenten im so genannten Distanzhandels wurden auch im Vorjahr überwiegend vom E-Commerce getragen und erreichten 2020 mit 8,7 Mrd. Euro einen neuen Rekordwert. Von insgesamt 8 Mrd. Euro Online-Umsatz fallen bereits 1,2 Mrd. Euro auf den Mobile Commerce. Das bedeutete im Vorjahr einen massiven Zuwachs von plus 50 Prozent.

Diese Warenströme wollen auch an die Konsumenten gebracht werden. Branchenprimus Österreichische Post AG zeigt sich durchwegs vorbereitet. Als österreichischer Marktführer in der Paketlogistik hat das Unternehmen im Jahr 2020 insgesamt 166 Mio. Pakete transportiert – über 30 Prozent mehr als im Jahr zuvor (127 Mio. Pakete). Auch heuer für 2021 wird mit einem Mengenzuwachs im zweistelligen Prozentbereich gerechnet. Vorbereitung ist dabei alles. Und die Post ist gut vorbereitet auf das Mengenwachstum. Dafür sorgen Erweiterungen in der Logistik und strategische Partnerschaften beziehungsweise Kooperationen. Seit August 2019 stellt die Post unter anderem auch DHL-Pakete in Österreich zu. Allein das hat der Post noch einmal rund 20 Mio. Pakete mehr gebracht.

Das Briefgeschäft sei dagegen im Zuge der Digitalisierung weiter rückläufig, berichtet Peter Umundum, Vorstand Paket & Logistik bei der Österreichischen Post. Dennoch gebe es auch hier Bereiche, die sogar ein gewisses Wachstum aufweisen. So habe das Volumen an größeren Briefen im Zuge der steigenden E-Commerce-Aktivitäten in Österreich ebenfalls zulegen können.

Der österreichische Handel gehört bei diesen Wachstumstrends im Pakethandel nicht zu den Gewinnern. „Jedes zweite Paket kommt aus dem Ausland und die großen Internethändler haben auch pandemiebedingt ordentlich zugelegt“, weiß Peter Umundum Mit einer Österreichbrille betrachtet, habe der heimische Handel da durchwegs einigen Aufholbedarf, fügt er an. Die Post leistet mit dem Onlineportal shöpping ihren eigenen Anteil dazu. „Wir haben im vergangenen Jahr deutlich über 1000 Anbieter auf shöpping dazugewonnen. Somit sind dort nun insgesamt 1800 Händler und über 3 Millionen Produkte vertreten“, so Umundum. Das über das Portal generierte Umsatzvolumen habe sich 2020 verdreifacht.

Noch ist das 2017 gestartete Projekt der Post im Aufbau : „Wir verdienen derzeit noch nichts damit“ sagt Umundum. Es handle sich um ein klassisches skaliertes Geschäft, das weiteres Wachstum brauche, um für den Betreiber auch wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Somit müssen weitere Anbieter und auch Abnehmer dazukommen. Ein erfolgreicher Schritt sei die Kooperation mit der 7Ventures, dem Investment-Arm von Österreichs führender Privat-TV-Gruppe ProSieben Sat.1PULS4.

Für den Konzern insgesamt ist Umundum operativ sehr zuversichtlich, ein wirtschaftlich erfolgreiches Geschäftsjahr 2021 abliefern zu können. „Da hilft uns natürlich das Wachstum im Pakethandel im Zuge der Pandemie schon“, sagt Umundum. Gleiches gelte für die Auslandsbeteiligungen der Post, lässt er durchblicken. Eine Erweiterung der Geschäftsfelder sei für die Post derzeit nicht geplant, etwa komme ein Ausbau in den Bereich Supply Chains für die Post aktuell nicht infrage.

Dafür entwickelt die Post neue Modelle gemeinsam mit dem Handel in Österreich. 2020 wurde mit dm drogerie markt eine kombinierte Kommissionierung gestartet. Wenn Kunden beim dm drogerie markt online Produkte bestellen, bietet der Drogerie-händler die Abwicklung der Bestellung seinen Filialen an. Wurde das Paket in der Filiale kommissioniert, so erteilt die Filiale dann der Post einen Abholauftrag, diese holt das Paket in der Früh ab, bringt es in ein nahegelegenes Verteilzentrum und stellt es am nächsten Tag bereits zu.

Alles, was nicht in der Filiale kommissioniert wird, geht in die zentrale Kommissionierung, die die Post Systemlogistik für dm drogerie markt übernimmt. Der Vorteil für die Handelskette ist, dass durch dieses flexible Konzept Online-Bestellungen noch schneller abgewickelt werden und Leerläufe in den Filialen sinnvoll genutzt werden

Ein weiteres spannendes Projekt habe man gemeinsam mit dem Onlinehändler zalando entwickelt. Wenn dort online bestellt wird, gibt zalando die Kommissionierung der Ware teilweise an Handelspartner, die in Österreich sitzen, weiter. Im Grunde laufen diese Prozesse ähnlich ab wie mit dm drogerie markt, „aber sie sind etwas breiter gedacht, weil es ein größeres Produktspektrum und unterschiedliche Handelspartner gibt“, so Umundum. Das klinge einfach, habe aber durchaus seine Herausforderungen in der Mengensteuerung, weil man ja nie wisse, kommen da 10 Pakete daher, 100 oder 500“, beschreibt Umundum die Anforderungen an die Post als Logistikpartner. „Das sind schon Handelskonzepte, die auch für den österreichischen Handel Chancen für die Zukunft eröffnen. Es muss allerdings auch die IT im Zusammenspiel der Lagersysteme gut integriert und entwickelt sein, um mit den Systemen der Post zu harmonieren“, weiß Umundum.

Amazon wird zum Mitbewerber.
Internethandelsriese Amazon knabbert der Post allerdings in Österreich Teile dieses Kuchens wieder weg. Besonders in den Ballungszentren haben die Amerikaner begonnen, die Zustellung mittels eigener Logistik zu erledigen. Zuletzt wurden in Wien gleich zwei Verteilzentren in Betrieb genommen. Amazon ist nach wie vor einer unserer größten Kunden und wird das auch bleiben, davon gehe ich aus. Das Unternehmen wird aber zugleich auch Mitbewerber, nachdem er gerade seine Netze aufbaut“, sagt Umundum. Strategische Überlegungen? Betriebswirtschaftliches Kalkül? Was treibt Amazon bei diesen Überlegungen an? „Ich bin mir gar nicht sicher, ob Amazon da immer ganz genau rechnet“, meint Umundum.

Vielmehr gehe er davon aus, dass dies ein eher strategischer Zugang sei, der in der Konzernzentrale entschieden wurde. Die Eigenzustellung sei ganz einfach ein Trend, der vor einigen Jahren in den USA begonnen habe, dann in Großbritannien nachgezogen wurde und nun schön langsam auch auf andere Länder ausgerollt werde.

Gefährdet sei das Zustellvolumen der Post durch diesen Move von Amazon hin zur Eigenzustellung aber nicht, lässt Umundum durchblicken. Zum einen erledigen die Amazonen dieses Geschäft nur in Ballungsräumen selbst, wo dies einfacher möglich sei. Zum anderen sei so eine Entwicklung bei anderen Versandhändlern nicht absehbar. „Bei anderen großen Händlern sehe ich diese Entwicklung nicht. Die Otto-Gruppe hat Bemühungen in diese Richtungen mit Hermes ja damals nach zwei, drei Jahren wieder eingestellt“, so Umundum.

Anders als in den Auslandsmärkten der Post. So baue in der Türkei ein großer Händler gerade sein eigenes Versandnetz aus. Insgesamt hat die Post die zunehmenden Paketmengen (+30% zum Vorjahr) nach eigenen Angaben gut abgewickelt. „Wir sind im Jahr 2020 auf eine Erstzustellungsquote von 94 Prozent gekommen“, ist Umundum stolz. Das heißt, dass 94 Prozent der gelieferten Pakete beim ersten Zustellversuch tatsächlich an der Zieladresse abgegeben werden konnten. Immerhin konnte diese Quote damit gegenüber dem Vorjahr nochmals um 2,5 Prozentpunkte gesteigert werden.

Um diese Quote weiter hochzuhalten, überlegt sich die Post auch alternative Zustellmethoden. „Wir wollen die Erstzustellquote sukzessive weiter erhöhen“, lässt Umundum durchblicken. Im „Kampf gegen den gelben Zettel“ testet die Österreichische Post einen neuen Service – die Vorzimmer-Zustellung. In Kooperation mit der A1 Telekom Austria AG und Nuki Home Solutions GmbH wird Empfängern erstmals die Möglichkeit angeboten, Pakete auch bei Abwesenheit direkt in die eigenen vier Wände geliefert zu bekommen. „Wir haben sehr gute Vertrauenswerte in der Bevölkerung. Gerade deshalb haben wir auch bereits über 800.000 Abstellgenehmigungen österreichweit, mit der uns die Menschen bereits in ihren Garten oder etwa ihre Garage lassen, um ein Paket abzustellen.

Mit der Vorzimmer-Zustellung gehen wir hier einen Schritt weiter und stellen auch dort zuhause zu, wo eine Abstellgenehmigung nicht möglich ist“, erklärt der Post-Vorstand. Das Pilotprojekt mit 100 Test-Kunden in Wien, Graz und Niederösterreich findet im Zeitraum Juli bis Dezember statt. Dafür wird die Eingangs-tür der Sendungsempfänger mit einem „Nuki Smart Lock“ ausgestattet. Damit erhält der Zusteller die Berechtigung, die Wohnungstür mittels eines mobilen Gerätes zu öffnen. Eine Bodenmatte im Vorzimmer markiert den Platz, an dem das Paket abgestellt werden soll. Hat der Kunde zudem Smart Home Geräte von A1 installiert, kann er , die Zustellung live oder bis zu 72 Stunden im Nachhinein per Video nachverfolgen. Sollte eine Vorzimmer-Zustellung nicht möglich sein, kommt der normale Zustellprozess zur Anwendung – eine Abgabe in einer Post Empfangsbox, eine Hinterlegung in einer Filiale oder bei einem Post Partner. „Während die Erstzustellquote im ländlichen Raum gegen 100 Prozent geht, richtet sich diese neue Zustelllösung vor allem an Interessierte in städtischen Gebieten, wo die Rate noch darunter liegt,“ erklärt Umundum.

Logistikzentren massiv ausgebaut.
„Im Zuge unseres mehrjährigen Ausbauprogramms investieren wir rund eine halbe Milliarde Euro in den Ausbau unserer Logistikkapazitäten“, so der Post-Vorstand. „Allein bis 2022 schaffen wir damit zusätz-liche 30 Prozent an Sortierleistung.“ 2020 hat die Post insgesamt 143 Mio. Euro (CAPEX) investiert.“ Damit will das Unternehmen mit den zu-nehmenden Mengen Schritt halten und die eigene Leaderposition in Österreich absichern. Die Post als Konzern ist in acht Ländern tätig und das genannte Wachstum findet auch in den anderen Ländern in ähnlichem Ausmaß statt. „In der Türkei hat es sogar ein überdurchschnittliches Wachstum gegeben. Dort ist das Volumen der beförderten Pakete von ebenfalls rund 127 Mio. Paketen auf 188 Mio. angesprungen“, sagt Umundum.

Die neuen, größeren oder ausgebauten.
Logistikzentren der Post sind dabei strategisch über ganz Österreich verteilt. In Allhaming in Oberösterreich entsteht das derzeit modernste Logistikzentrum Österreichs. Die Post erweitert ihr seit 2014 bestehendes Paketzentrum im Bezirk Linz-Land um eine Grundstücksfläche von ca. 125.000 m², mehr als 700 bestehende Arbeitsplätze werden dadurch gesichert, mit Betriebsstart kommen 200 neue dazu.

Die Sorterleistung wird sich dann auf 33.000 Pakete pro Stunde belaufen – bisher waren es 10.500 pro Stunde. Garantiert wird dies durch den Einsatz hochmoderner Quergurtsorter. In Vomp wird inzwischen das Projekt Logistik-zentrum Tirol umgesetzt. Auf einer 100.000 m² großen Grundstücksfläche, von der rund 30.000 m² verbaut werden, entstehen ein Brief- und Paketzentrum mit integrierter Zustellbasis sowie Büroflächen für den Overhead. Investor dieses Projekts ist die Firma Derfeser – die Post investiert für Sortiermaschinen bis zu 25 Mio. Euro. Aus heutiger Sicht ist mit einer Inbetriebnahme im Herbst 2021 zu rechnen.

Schon früher wurde das Paketverteilzentrum in Wolfurt in Vorarlberg erweitert, auch damit werden 30 neue Arbeitsplätze geschaffen. Etwa 27 Mio. Euro nimmt die Post AG für diesen Ausbau in die Hand. Durch die Erweiterungen sowie Modernisierungen am insgesamt 40.000m² großen Standort, die während des laufenden Betriebes durchgeführt werden, erhöht sich die Verteilkapazität von 4.500 Paketen auf 8.000 Pakete pro Stunde. Die Fertigstellung ist im 4. Quartal 2021 geplant.

Ebenfalls neu in Betrieb genommen wurde im Vorjahr der erweiterte Standort in der Steiermark. Mit Juli 2020 hat das größte Paket-Logistik-zentrum der Österreichischen Post in Kalsdorf bei Graz seinen Betrieb aufgenommen. Auf dem fast 170.000 Quadratmeter großen Grundstück sorgen rund 370 Mitarbeiter für die Verteilung von Paketen. Außerdem erfolgt die Zustellung für den Großraum Graz von hier aus. Die Leistungsdaten des Paket-Logistikzentrums sprechen für sich: In der ersten Ausbaustufe ermöglichen die Anlagen eine Sortierleistung von 13.500 Paketen pro Stunde, dafür sorgt eine Förderanlage mit einer Gesamtlänge von rund zwei Kilometern.

Gelb wird grün.
Der zunehmenden Bodenversiegelung durch große, horizontal angelegte Produktionsanlagen begegnet die Post mit durchwegs ökologischem Antrieb: „Wir haben zum Beispiel gerade für den Standort in Allhaming zwar ein großes Grundstück verwertet, kommen aber dennoch auf eine Aufforstungsquote von 1,3“, ist Umundum stolz.

„Das Logistikzentrum in Allhaming soll auch in puncto Nachhaltigkeit ein Vorzeigeprojekt sein“, so Umundum. Dort setzt die Post insbesondere auf Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit. So wird am Dach des Logistikzentrums eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von rund 500 kWp installiert, die nicht nur das Zentrum, sondern auch die am Standort betriebene E-Flotte der Post versorgt. Für eine möglichst effiziente und nachhaltige An- und Abreise der Mitarbeiter wird ein betriebliches Mobilitätsmanagement umgesetzt, das Werksbusse, Fahrgemeinschaften, die Nutzung von Fahrrädern sowie Stellplätze mit Ladestationen für E-Autos und E-Bikes beherbergt. Die Grünflächen rund um das Logistikzentrum werden mit Fokus auf Biodiversität angelegt und umweltfreundlich bewirtschaftet. Am neuen Areal wird darüber hinaus ein Biotop angelegt, Nistkästen aufgehängt sowie Wildbienen angesiedelt. Zudem kommt die Post in Österreich bereits auf mehr als 20 Prozent des gesamten Fuhrparks mit E-Fahrzeugen. Man sieht: Die Post denkt und agiert durchaus nachhaltig. Die Post bleibt zwar weiterhin gelb, sie wird aber innerlich dennoch grüner. Neben dem Ausbau der Photovoltaikanlangen setze man auf einzelnen Standorten auf Biodiversität. In Wien beherbergt die Post sogar Bienenstöcke und unterstützt deren Lebensraum. Gelb wird also grün.

Bereits seit 2011 stellt die Österreichische Post alle Sendungen innerhalb Österreichs CO2-neutral zu und war damit Vorreiter unter den Postgesellschaften. Das nächste Ziel ist eine CO2-freie Zustellung bis zum Jahr 2030, was bedeutet, dass bis dahin auf der letzten Meile ausschließlich E-Fahrzeuge oder Fahrzeuge mit alternativen Antrieben im Einsatz sind. Dieses Ziel wird in der steirischen Landeshauptstadt schon deutlich früher erreicht – bereits ab September 2021 wird die gesamte Postzustellung in Graz emissionsfrei erfolgen. Dann werden auch Pakete im Stadtbereich Graz CO2-frei zugestellt. Gesamt werden dann in Graz rund 160 E-Fahrzeuge für die Post im Einsatz sein.

Post ist ein Jobmotor.
Durch die Ausweitungen der Kapazitäten gilt die Österreichische Post als der größte Jobmotor im Lande in der Logistikbranche. Der Mitarbeiter-Stand betrug am Ende des 1. Quartals im Geschäftsjahr 2021 insgesamt 17.917. Bei der Post läuft eine Joboffensive. Denn der Boom beim E-Commerce sowie die sich verändernden Ansprüche der Konsumenten bringen einen richtigen Job Aufschwung in der KEP-Branche. Als einer der renommiertesten Dienstleister in der Zustellbranche sucht die Österreichische Post, ob in der Zustellung, den Logistikzentren, den Filialen, aber auch in der IT und im Management. Ziel der wirtschaftlichen Anstrengungen der Post mit dem Ausbau von Logistikzentren und Zustellbasen, sei es, „immer stärker integriert zu operieren und zuzustellen“, verrät Umundum. (PN)

QUELLE: LOGISTIK express Ausgabe 3/2021