LOGISTIK express Journal 5/2022

Wir steigern das Bruttosozialprodukt…
Ein turbulentes Jahr neigt sich dem Ende zu und mit großen Schritten gehen wir dem Jahr 2023 entgegen, das sich nicht wohlwollender präsentieren wird. Denn die Inflation ist gekommen, um zu bleiben. Lesen Sie jetzt unsere 5. LOGISTIK express Ausgabe und holen Sie sich Ihre News & Zeitschriften App – MJR MEDIA WORLD für Ihren Informationsvorsprung.

LE 5/2022

03  Inhalt / Editorial / Impressum
04  Kann wirklich Interventionismus die Rettung sein?
08  Rohstoffnachfrage: Verfügbarkeit steht über allem
12  Krise beschleunigt Digitalisierung und Omnichannel-Integration
16  Omnichannel als Chance für den lokalen Handel
20 Die erste eCommerce-Landkarte für Österreich
24 TECH DAY 2022: Gipfeltreffen der heimischen Retail-Tech-Szene
28 eCommerce boomt, aber Österreich hat (fast) nichts davon
32 Wie viel Energie uns Kaufentscheidungen kosten und wie KI helfen kann
36 KNAPP ist Technologie-Partner für effiziente E-Commerce-Logistik
40 Pick-Buddies – die neue Welt der kollaborativen Lager-Roboter
44 Cyber Days – Effizientes Omnichannel Fulfillment auch in Peak-Zeiten
48 Von Anfang an richtig: Ganzheitliche Fabriksplanung
52 IDIH Logistikreise unterstützt durch die logistic-natives ein voller Erfolg
56 Auf die Terminals kommt es an
60 In allen Häfen war Österreich
64 Zentralverband Spedition & Logistik setzt auf Kontinuität
66 Großteil der Deutschen blickt düster in die Zukunft
68 Energie- und Rohstoffpreise für einige Unternehmen ein Betriebsrisiko
70 Taiwan-Konflikt: 6 Maßnahmen gegen Lieferengpässe bei Mikrochips
72 Vielfältige Krisen machen Österreichs Finanzvorständen zu schaffen
74 Kapitalmarktausblick 2023: Zwischen Resilienz und Rezession
78 Digitale Diktatur – Digitalisierung der Währungen
82 Vielen Dank für Ihr Interesse an unseren Leistungen & Services

Langfristige Investitionssicherheit mit AutoStore von Element Logic

Multichannel-Unternehmen Greendonkey schafft Platz und automatisiert mit einer AutoStore-Anlage von Element Logic. Das automatisierte Lager- und Kommissioniersystem ist mit dem Lagerverwaltungssystem eManager optimal in die IT-Architektur von Greendonkey mit dem ERP-System Tricoma eingebunden und sorgt für zuverlässige Kommissionierung und schnelle Versandbereitstellung.

Beitrag: Redaktion.

In Nagold, 25 Kilometer südwestlich von Stuttgart, hat sich mit der Greendonkey GmbH in den vergangenen zehn Jahren eines der am schnellsten wachsenden MultiChannel-Unternehmen der Fahrradbranche etabliert. Greendonkey ist die Dachmarke für das Radzentrum Nagold und dessen Online-Handel. In einem ehemaligen Autohaus bietet das Ladengeschäft auf mehr als 1.500 Quadratmetern Verkaufs- und Ausstellungsfläche alles, was Fahrradfahrer benötigen. Neben 800 vorrätigen Fahrrädern und hochwertigen E-Bikes führender Hersteller zählen dazu unter anderem Fahrradhelme, Fahrradteile und -zubehör, Sets, Werkstattverpackungen und Fahrradbekleidung sowie Fahrradträger, Kinderfahrradanhänger und sonstiges Zubehör. Parallel wurden im Internet eigene Online-Shops eingerichtet.

Inzwischen betreuen die 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Radzentrums 14.000 feste Kunden. Zudem verzeichnet die Adressdatenbank von Greendonkey mehr als 700.000 Online-Kunden. Insgesamt schreibt das 2011 gegründete Unternehmen zweistellige Millionen-Umsätze. „Mit unseren verschiedenen Vertriebskanälen decken wir vom Endkunden bis zum B2B Kunden alles ab“, erklärt Unternehmensgründer und Geschäftsführer Falko Borkhart das rapide Wachstum. „Als 2020 die Pandemie begann, war der Online-Handel für uns noch weit weg. Dann haben wir unser ganzes Personal im Online-Handel eingesetzt. Im August hatten wir schon 800 Sendungen verschickt. Heute schreiben wir 70 Prozent unseres Umsatzes mit dem Online-Handel, die Hälfte davon über den eigenen Webshop. Und wir sind technisch so aufgestellt, dass wir weiteres Wachstum stemmen können.“

Digitalisierung und Automatisierung der Geschäftsprozesse.
Die rasant positive Unternehmensentwicklung brachte Greendonkey allerdings zunehmend an die Grenze seiner Lagerkapazitäten. Vor diesem Hintergrund vertiefte Borkhart die Digitalisierung und Automatisierung der Geschäftsprozesse. Als übergeordnetes ERP-System wurde bereits 2013 das Warenwirtschaftssystem „Tricoma“ implementiert. „Tricoma ist schnell einsetzbar und bietet verschiedene Schnittstellen, sowohl zu den Handelsplattformen im Netz als auch zu intralogistisch Automatisierungssystemen“, erklärt Borkhart. „Nebenbei nehmen uns die Automatismen viel Arbeit ab.“ Diese Erfahrungen wurden mit einer im Januar 2022 in Betrieb genommene AutoStore-Anlage auch auf die Intralogistikprozesse der Lagerung und Kommissionierung behälterfähiger Artikel übertragen. Den Auftrag für Anlagenlayout und Projektrealisierung erhielt der Systemintegrator Element Logic, der erste offizielle AutoStore-Integrator.

Greendonkey-Unternehmensgründer und Geschäftsführer Falko Borkhart: „Die Entscheidung für die AutoStore-Anlage fiel hinsichtlich Effizienz und Flexibilität mit Blick auf unsere Bestandsimmobilie und die Skalierbarkeit der Anlage nach einem Vergleich mehrerer Automatisierungsoptionen“

Das automatisierte Kleinteilelager- und Kommissioniersystem AutoStore zählt zu den markantesten Erfolgsgeschichten der Intralogistik in den vergangenen 20 Jahren. Weltweit sind inzwischen annähernd tausend der robotergestützten Anlagen installiert. Allein Element Logic, weltweit erfolgreichster AutoStore-Distributor des Jahres 2020 und 2021, hat inzwischen mehr als 200 AutoStore-Lösungen realisiert. Die Kombination aus Automatisierung der Intralogistik-Prozesse, Flexibilität einer durchgängig skalierbaren Komplettlösung und kompakter, energieeffizienter Anlagentechnik gelten als Erfolgsfaktoren des Systemkonzeptes. Anders als in herkömmlichen Automatisierten Kleintelelagern (AKL) werden die Behälter in den modular konzipierten AutoStore-Anlagen zur Kleinteilelagerung in Schächten übereinandergestapelt und von kleinen Robotern, sogenannten Robots, ein-, um- und ausgelagert. Die Behälterstapel werden in einem standardisierten, bis zu 6,20 Meter hohen Aluminium-Raster, dem sogenannten Grid, gelagert. Auf dessen Oberfläche arbeiten die Robots, heben die Behälter mit den gewünschten Waren an, übergeben sie an integrierte Arbeitsstationen, den sogenannten Ports, und stapeln die Behälter nach der Kommissionierung wieder in der Anlage ein.

Als Füll- und Kommissionierstationen sind Karussell-Ports für höhere Lagerdurchsätze, Conveyor-Ports für geringere Durchsätze und Relay-Ports für maximale Durchsätze verfügbar. Mit einer um 60 bis 70 Prozent verbesserten Raumausnutzung gegenüber herkömmlichen AKL-Lösungen erzielen AutoStore-Anlagen bei minimalem Flächenbedarf so die höchste Lagerdichte. Dabei lässt sich das Anlagenlayout exakt auf jedwede bauliche Gegebenheit angepassen – und es ist bei wachsendem Leistungs- oder Kapazitätsbedarf durch zusätzliche Robots, Ports oder Behälter-Schächte mühelos skalierbar. „Hoch verdichtete Lagerung, minimaler Flächenbedarf und eine schnelle, fehlerfreie Kommissionierung ohne Laufwege“, fasst Joachim Kieninger, Director Strategic Business Development Element Logic Deutschland, zusammen. „Bei einem Energiebedarf von durchschnittlich 100 Watt je Robot pro Stunde weisen AutoStore-Anlagen zudem den geringsten Energieverbrauch unter den AKL-Lösungen auf.“ Faktoren, die mit den wachsenden Anforderungen an Reaktionszeiten und Prozesseffizienz durch den stark wachsenden Online-Handel und die Pandemie die Nachfrage nach AutoStore-Anlagen in den vergangenen Jahren weiter gefördert haben.

Schnelle Projektrealisierung.
So auch bei Greendonkey. Angepasst an die Rahmenbedingungen der niedrigen Raumhöhe von lediglich 3,30 Metern in der Bestandsimmobilie konzipierte Element Logic für den Omnichannel-Händler eine exakt zugeschnittene automatisierten AutoStore-Anlage. „Nachdem Lagergröße und Dynamik der Anlage definiert waren, haben wir Layout und Konzeption festgelegt und bereits nach wenigen Wochen mit der Installation begonnen“, veranschaulicht Kieninger. „Durch die modularen Komponenten und unsere Plug-and-Play-Software eManager war die Projektrealisierung schnell abgeschlossen.“

Greendonkey-Unternehmensgründer und Geschäftsführer Falko Borkhart: „Die kompakte Anlage bietet uns auf minimaler Grundfläche ein Maximum an Lagerkapazität und die automatisierten Prozesse entlasten die Mitarbeiter bei gesteigerter Performance.“

Auf einer Grundfläche von lediglich 105 Quadratmetern bietet die AutoStore-Anlage bei Greendonkey 2.125 Behälterstellplätze zur Kleinteilelagerung. Achtfach übereinander stehen die 330 Millimeter hohen Behälter in dem Schächten des Aluminium-Rasters. Auf der Grid-Oberfläche sorgen sechs Robots der R5-Serie für koordinierten, auftragsgerechten Zugriff auf die Behälter. Die Behälter aus der Anlage präsentieren die Roboter an drei integrierten Arbeitsplatz-Modulen. Diese sind platzsparend als Conveyer-Ports ausgeführt.

Schnittstelle für koordinierte Prozessabfolgen.
Die Einbindung der AutoStore-Anlage in die Logistikprozesse des Online-Shops, des stationären Geschäftes und der angeschlossenen Fahrradwerkstatt erfolgte in enger Zusammenarbeit von Element Logic mit Greendonkey und den ERP-Spezialisten von Tricoma. Über eine standardisierte Schnittstelle wurde das Tricoma-Warenwirtschaftssystem (WMS) mit dem eManager von Element Logic verbunden.

Das Lagerverwaltungssystem von Element Logic ist speziell auf die Bedürfnisse der Autostore-Technologie zugeschnitten. Für besondere Aufgaben wie etwa Express-Sendungen oder Multi-Aufträge aus unterschiedlichen Lagerbereichen wurden im WMS die individuellen Prozesse für die Anlagensteuerung definiert. Nach wenigen Testläufen konnte die Bestückung der Anlage erfolgen. Innerhalb von sechs Woche waren alle entsprechenden Produkte eingelagert. „Im Zusammenspiel von WMS und eManager hat sich die Anlage schnell bewährt“, urteilt Kieninger.

So unterstützen die optimierten Prozesse der AutoStore-Anlage bei Greendonkey nicht allein die schnelle, fehlerfreie Auftragsfertigung im weiter wachsenden Online-Handel. Die Anlage dient auch zur Verarbeitung auftragsbezogener Großhandelsbestellungen. Die entsprechenden Artikellieferungen kommen in Mischpaletten und Mischkartons in Nagold an. An den Ports der Anlage werden die Artikel in Behälter umgepackt, chaotisch eingelagert und umgehend auftragsbezogen wieder kommissioniert und an den Versand übergeben.

Joachim Kieninger, Director Strategic Business Development Element Logic Deutschland: „Die AutoStore-Anlage kommt sowohl als Lager- und Kommissioniersystem wie auch als Auftragspuffer und Sortiermaschine zum Einsatz.“

Inzwischen verlassen jeden Monat rund 50.000 Sendungen das Greendonkey-Zentrallager am Standort Nagold. „Zuverlässige Kommissionierung und schneller Versand zählen zu den Schlüsselfaktoren unseres Online-Handels“, resümiert Greendonkey-Geschäftsführer Borkhart. „Mit der AutoStore-Anlage von Element Logic unterstützt uns dabei ein effizientes Automationssystem. Seine Skalierbarkeit und Flexibilität bietet uns langfristige Investitionssicherheit bei weiterem Unternehmenswachstum. Wir sind mit dem Projektverlauf und den Ergebnissen sehr zufrieden.“

SoMe-Zeilen: 
Multichannel-Unternehmen Greendonkey automatisiert Auftragsfertigung mit einer AutoStore-Anlage von Element Logic. Das automatisierte Lager- und Kommissioniersystem bietet auf 105 m2 und einer Deckenhöhe von lediglich 3,3 m Platz für 2.125 Behälter und sorgt mit sechs Robots und drei Ports für zuverlässige Kommissionierung und schnelle Versandbereitstellung. (RED)

Gakten und Zahlen: Greendonkey

  • Gründungsjahr 2011
  • eines der am schnellsten wachsenden MultiChannel-Unternehmen der Fahrradbranche
  • mehr als 1.500 Quadratmetern Verkaufs- und Ausstellungsfläche in Nagold
  • 14.000 feste Kunden des Radzentrums
  • mehr als 700.000 Online-Kunden
  • AutoStore-Anlage:
  • Grundfläche 105 qm
  • 2.125 Behälterstellplätze
  • 330 mm Höhe
  • achtfach gestapelte Behälter
  • 6 AutoStore-Robots R5
  • 3 Conveyor-Ports
  • Lagerverwaltungssystem eManager von Element Logic mit Schnittstellenanbindung zum WMS

 

LOGISTIK express Journal 4/2022

KNAPP präsentiert sich als Technologiepartner für intelligente Wertschöpfungsketten

Auf der Intralogistik-Leitmesse LogiMAT 2022, von 31. Mai bis 2. Juni in Stuttgart, zeigt KNAPP neueste Technologien für die Automatisierung und Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette. Messe-Highlights: Neueste Roboter-Technologie und Software Cloud-Services, die Besucher in Halle 3 auf Stand B05 live erleben können.

KNAPP-Lösungen sind auf den jeweiligen Bedarf maßgeschneidert und basieren auf innovativen Technologien und modernster Software. Damit hilft KNAPP ihren Kunden, Wettbewerbsvorteile zu generieren und auszubauen. KNAPP versteht sich als Technologiepartner und bietet für jeden Schritt in der Wertschöpfungskette die richtige Automatisierung, Informationen und Serviceleistungen.

Innovative Roboter und Software-Tools.
KNAPP zeigt die neueste Generation seines mit künstlicher Intelligenz ausgestatteten Kommissionier-Roboters Pick-it-Easy Robot, Neuheiten rund um die autonomen mobilen Roboter Open Shuttles und das völlig neuartige Taschensorter-System AutoPocket, das erstmals in der Öffentlichkeit präsentiert wird. KNAPP-Software, die die Technologien zu intelligenten Systemen verbindet, und innovative Software-Tools zur Analyse und Optimierung des Anlagenbetriebs runden den Messeauftritt ab.

Pick-it-Easy Robot: Einer der alles kann Pick-it-Easy Robot bietet nicht nur die automatische Einzelstück-Kommissionierung, sondern auch das Umpacken vorkommissionierter Artikel aus Batch-Behältern in Hängefördertechnik- und Sorter-Systeme. Verschiedene Greifer kombiniert mit auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierter Objekterkennung und Greifpunktbestimmung machen eine zuverlässige Handhabung von Artikeln mit unterschiedlichen Eigenschaften möglich. Höchstleistung im Team mit dem Taschensorter-System: Pick-it-Easy Robot übernimmt die vollautomatische Befüllung von Sortertaschen und eröffnet neue Möglichkeiten zur Gestaltung von intralogistischen Prozessen. Aus der Kombination von KI-gesteuertem Roboter, schneller Sortertasche und effizienten Lagersystem entsteht eine innovative Automatisierungslösung für E-Commerce- und Omnichannel-Anwendungen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Breites Artikelspektrum und automatische Artikelcode-Identifikation, hohe Leistung und das 24/7, sowie Kosteneffizienz und geringe Fehlerkosten.

AutoPocket: Taschensorter System für Hochleistungsbetrieb.
Das neue Taschensorter-System kann an jeder beliebigen Stelle im Lager Waren automatisch und punktgenau abgeben, ohne dabei die Geschwindigkeit zu reduzieren oder anzuhalten. RFID-Technoloige ermöglicht eine 100-prozentige Verfolgbarkeit, eindeutige Identifizierung und jederzeit Zugriff auf jeden Artikel im System. Im Zusammenspiel mit dem vollautomatischen Kommissionier-Roboter Pick-it-Easy Robot bietet AutoPocket intelligentes Zero-Touch-Handling für Hochleistungsanwendungen.

Open Shuttle: autonome mobile Roboter für mehr Flexibilität im Lager Open Shuttles sind autonome mobile Roboter (AMR), die Unternehmensbereiche schnell und einfach miteinander verbinden und mit Waren, Rohstoffen und Komponenten versorgen. Die VDA 5050-fähigen Open Shuttles transportieren unterschiedlichste Ladungsträger. Dabei werden Aufträge intelligent auf die Flotte verteilt. Neu im Produktportfolio ist das Open Shuttle Fork, ein Transportroboter für den automatisierten Paletten-Transport.

Dank der speziellen Kinematik des Fahrzeugs ist ein besonders platzsparender Einsatz möglich. Open Shuttle Fork kann einfach in bestehenden und auch herstellunabhängigen Mischflotten eingesetzt werden. Eine weitere Neuheit aus diesem Bereich ist der Open Shuttle Store. Open Shuttle Store ist ein besonders flexibles und schnell einsetzbares automatisches Lagersystem mit mobilen Robotern. Durch das intelligente Systemdesign und die Modul-Bauweise ist das Lagersystem jederzeit in Bezug auf Stellplätze oder Leistung skalierbar, anpassbar und erweiterbar. Es ist schnell einsetzbar und kann einfach in Betrieb genommen werden. Gesteuert werden die autonomen mobilen Roboter mit dem intelligenten Flottenkontrollsystem KiSoft FCS. Mit dem Digital Twin können Anpassungen und Anwendungen vorab einfach simuliert und per Mausklick ins Echtsystem übertragen werden.

KiSoft Cloud: Cloud-basierte Serviceplattform für Big Data-Anwendungen.
Mit KiSoft Cloud bietet KNAPP eine umfassende Serviceplattform für einen zukunftsweisenden Logistikbetrieb. Sie stellt Kunden alle Daten und ausgewählte Services in nur einer Infrastruktur gebündelt zur Verfügung. So sind alle Betriebsdaten einer oder mehrerer Anlagen zentral gespeichert und jederzeit bereit für die Weiterverarbeitung. Daten können für unterschiedlichste Anwendungen einfach genutzt werden. Zudem unterstützt KiSoft Cloud vielfältige KI-Anwendungen wie maschinelles Lernen, insbesondere Deep Learning zum Trainieren von neuronalen Netzen. Hardware- und Software-Support, IT-Security, Datensicherheit sowie Schnittstellen zwischen Anwendungen sind out oft the box sichergestellt, unabhängig vom Anbieter der Software oder der Automatisierung.

KiSoft Analytics: Mit smarter Software die richtigen Entscheidungen für Lager und Supply Chain treffen.
KiSoft Analytics ist ein strategisches Tool zur Analyse und Visualisierung von Daten in der Supply Chain. Langzeitstatistiken, Prognosen und Benchmarkings helfen, gezielte Entscheidungen bei komplexen Abläufen zu treffen, Veränderungen im Business früh zu erkennen oder die Supply Chain zu optimieren. Die Logistik-App für Smartphone und Desktop eignet sich ideal für Executives, Logistik Manager, Supply Chain Manager oder Operations Teams.

redPILOT: Effizientes Ressourcen-Management.
Die redPILOT Operational Excellence Solution ist eine modulare Software-Lösung, die Logistikbetreiber dabei unterstützt, ihre Logistiksysteme zu jeder Betriebsstunde am optimalen Limit zu betreiben. Der Einsatz zum nachhaltigen Ressourcen-Management ist vielseitig – einerseits unterstützt das Software-Modul CMMS (kurz für Operational Maintenance Modul) die strukturierte und planmäßige Durchführung von Instandhaltungsmaßnahmen im technischen Anlagenbetrieb. Andererseits optimieren die weiteren Module den operativen Betrieb der Logistikanlage, unter anderem durch die automatisierte Mitarbeitereinsatzplanung und Optimierung basierend auf dynamischer Engpasserkennung. (RED)

Quelle: LOGISTIK express Journal 3/2022


eCommerce Day 2022 versammelte Retail Rockstars & Gamechanger in Wien

Mehr als 300 Teilnehmer beim Gipfeltreffen der heimischen eCommerce Branche. Austrian Trustmark Awards an Hornbach, Lampenwelt und Julius Meinl am Graben verliehen.

Beitrag: Handelsverband.

Am Mittwoch, 22. Juni, war es wieder soweit: Das Who is Who der heimischen Handelsbranche kam beim eCommerce Day des Handelsverbandes im Nordlicht Wien zusammen. HV-Präsident Stephan Mayer-Heinisch und HV-Geschäftsführer Rainer Will eröffneten die 22. Ausgabe des wichtigsten österreichischen Onlinehandelskongresses, Puls4-Anchor Werner Sejka moderierte charmant durch das Tagesprogramm. Die Themenpalette reichte von Influencer Marketing im eCommerce über neue Shopsysteme, Nachhaltigkeit als Megatrend und innovative Paymentlösungen bis hin zu Corporate Podcasts, Live Shopping und Retourenmanagement 3.0.Unter dem Kongressmotto #gamechanger sorgten phänomenale Branchenexperten mit ihren Keynotes, Best Practices, im Fireside Chat sowie bei den Podiumsdiskussionen für Begeisterung bei den mehr als 300 Teilnehmer. Live on Stage waren dieses Mal u.a. der YouTube-Star, Influencer und Kabarettist Michael Buchinger, Kunstgenie Marcin Glod, Influencerin Vada Müller sowie Warda Network-Gründer Eugen Prosquill. Die vier Youngster gaben in der Stammtisch-Runde spannende Antworten auf die Frage, wie “Rockstar-Marketing” in der Praxis funktioniert.

Post-Vorstandsmitglied Peter Umundum, Google Österreich-Chefin Christine Antlanger-Winter, shöpping-Geschäftsführer Robert Hadzetovic, Johannes Weinzierl (Hartlauer), Rainer Rauch (Mode Roth), Bernhard Moser(dm), Silvia Kollmann (Mercateo Unite), Eustachius Kreimer (Kastner & Öhler), Harald Gutschi (UNITO/Otto), Diana Cappel (SAP), Rainer Friedl (Emakina), Josef Grabner (LINK Mobility), Nick Holscher (Connected Retail by Zalando), Michael Jahn (FIEGE Austria), Sebastian Hörmann (Palmers), Nikolaus Köchelhuber (EY), Piotr Kwasniak (Mastercard), Christian Steinwender (Concardis Nets Group), Lili Pajer (Google Austria), Christian Pirkner (Blue Code), Michael Sahlender (Mirakl), Stefanie Ahammer (VISA), Lukas Wieser (MyFlexbox) und Wolfgang Ziniel (KMU Forschung Austria) sowie Isabel Lamotte (Handelsverband) rundeten das erstklassige Lineup ab. In der traditionellen Startup Session durften Franz Tretter (hello again), Markus Fallenböck (Userwerk), Manuel Messner (Mazing), Annabell Ocsofszki (Youbuyda), Bernhard Reiterer (SignD) und Paul Varga (Playbrush) pitchen was das Zeug hält. Ein Highlight der Veranstaltung war die Verleihung des heiß begehrten Austrian Trustmark Awards 2022 unter der Schirmherrschaft von Mastercard durch Piotr Kwasniak (Head of Business Development Digital, Mastercard) und Rainer Will für herausragende, innovative eCommerce- und Omnichannel-Lösungen.

  • Gewinner in der Kategorie “Best Mobile
  • Performance”: Julius Meinl am Graben.
  • Gewinner in der Kategorie “Best
  • Omnichannel Experience”: Hornbach.
  • Gewinner in der Kategorie “Best
  • Online Shop”: Lampenwelt.

Der Handelsverband und Mastercard gratulieren den drei Gewinnern herzlich.

Der eCommerce Day 2022 wurde großzügig unterstützt von den Platin-Sponsoren Österreichische Post, Salesforce, Sintra Consulting, Google & Mastercard sowie den Gold-Partnern Bluecode, Coeo, CRIF, DHL, Fiege, LINK Mobility, MyFlexbox, Nexi, OÖ Nachrichten, Visa und Zalando Connected Retail. (RED)

 

Quelle: LOGISTIK express Journal 3/2022


Ukraine-Krieg und Inflation lassen Handelsumsätze um -14% einbrechen

Bundesweite Händlerbefragung: 75% der Betriebe kämpfen mit Lieferverzögerungen, 41% mit Personalmangel. Enorme Preissteigerungen in Beschaffung sind die Herausforderung für Einzelhändler.

Beitrag: Rainer Will.

Der Ukraine-Krieg und die pandemiebedingten Kapazitätseinschränkungen in Asien haben die Preise in ganz Europa in die Höhe getrieben. Die aktuelle Teuerungswelle hat sich wie prognostiziert verfestigt und stellt zu-nehmend für alle Handelsformate und Warengruppen eine existenzielle Herausforderung dar. Hinzu kommt ein Personalmangel von historischem Ausmaß: Rund 20.000 offene Stellen können allein im Einzelhandel nicht zeitnah besetzt werden. Wie es den heimischen Händlerinnen und Händlern – vom KMU bis zum filialisierten Konzern – derzeit geht, hat der Handelsverband in einer Blitzumfrage analysiert.

Händlerbefragung – die Ergebnisse stimmen besorgniserregend: Die österreichischen Händler erwarten für das Gesamtjahr 2022 (im Vergleich zu 2019) einen Umsatzverlust von -14% aufgrund des Ukraine-Kriegs und der Inflation.

75% der heimischen Händler verzeichnen aktuell Lieferverzögerungen bzw. -engpässe. 41% haben derzeit mit Personalmangel zu kämpfen. Bei 15% aller Betriebe ist deshalb nur ein eingeschränkter Betrieb(bis hin zu Filialschließungen) möglich. Ein Fünftel der Branche leidet unter verstärkter Personalfluktuation.

Der Umsatz in Q2/2022 ist gegenüber Q2/2021 um durchschnittlich -8% zurückgegangen. Die Kundenfrequenz in Q2/2022 hat sich gegenüber Q2/2021 um -12% reduziert. Als größte Herausforderungen nennen die Händler die enormen Preis- und Kostensteigerungen (in Beschaffung, Logistik, etc.) sowie Beschaffungsengpässe & Lieferverzögerungen im Einkauf.

Der Handel steckt in einem Dilemma.
Die Ergebnisse der Befragung zeigen deutlich, welche massiven Folgen die Teuerungswelle auf den österreichischen Handel hat, Einerseits legen die Beschaffungspreise immer mehr zu und andererseits gehen die Umsätze der Händler durch die Kaufkraftreduktion immer deutlicher zurück. Die Kundenfrequenz ist zuletzt um 12 Prozent eingebrochen. Selbst beim Kauf von Lebensmitteln gibt es inzwischen spürbare Verschiebungen. Zwei Drittel der Konsumentinnen und Konsumenten achten bewusst darauf, wie viel sie für den täglichen Einkauf ausgeben und greifen vermehrt zu günstigeren Produkten. Aufgrund der Inflation treten immer mehr Wechselkäufer auf, die statt zu Bio eher zu konventionellen Produkten greifen müssen.

Die Crux für den Handel: Einerseits müssen Waren so teuer wie noch nie beschafft werden, andererseits ist bereits jeder zweite Österreicher gezwungen, sich finanziell einzuschränken. Die Inflation frisst sich von den Geringverdienern bis in den Mittelstand hinauf und verfestigt sich immer mehr in weiten Teilen der Bevölkerung.

Mietvertragsgebühr abschaffen und regionalen Handel entlasten!
Vor diesem Hintergrund ist das dreistufige Anti-Teuerungspaket der Bundesregierung ein wichtiges Signal. Die strukturellen Entlastungen zur Stärkung der Kaufkraft treten zwar später als erhofft in Kraft, aber insbesondere die Abschaffung der kalten Progression und der Startschuss für die Senkung der Lohnnebenkosten sind langjährige Kernforderungen des Handelsverbandes, die nun Stück für Stück umgesetzt werden. Klar ist aber auch, dass wir weiterhin auf Platz 3 der EU-Staaten mit den höchsten Lohnnebenkosten bleiben werden, daher hoffen wir auf weitere Schritte in diesem Bereich. Die Erhöhung des Klimabonus auf 500 Euro ist ebenso sinnvoll wie die Zusatzzahlung zur Familienbeihilfe und die Möglichkeit für Arbeitgeber, ihren Beschäftigten eine Mitarbeiterprämie von 3.000 Euro steuerfrei auszubezahlen.

Eine gezielte Entlastung von mitarbeiterintensiven KMU-Betrieben mit regionaler Wertschöpfung durch deren Betriebsstätte in Österreich steht seit langem aus: Daher erneuert der Handelsverband seine Forderung nach einer Abschaffung der Mietvertragsgebühr. Diese umgangssprachlich als “Papierverbrauchssteuer” bezeichnete Gebühr aus der Zeit Maria Theresias ist Gift für den Beschäftigungs- und Wirtschaftsstandort Österreich und kostet heimische Händler tausende Euro im Jahr, noch bevor diese überhaupt den ersten Euro verdienen können. Damit werden lenkungspolitisch genau jene Geschäftsmodelle belastet, die wir eigentlich unterstützen sollten. Ein Unikum, denn innerhalb der EU ist Österreich der letzte Nationalstaat, der eine solche Abgabe einfordert.

Über die Befragung:
Die Corona-Blitzumfrage des Handelsverbands fand von 14. bis 20. Juni 2022 statt. 172 Handelsbetriebe (39 stationäre Händler, 16 reine Online-Händler und 117 Omnichannel-Händler) aller Größenklassen aus dem Kreis der über 4.500 Mitglieder des Handelsverbandes haben an der Online-Befragung zu den Auswirkungen des Ukraine-Krieges und der Inflation teilgenommen. (RW)

Quelle: LOGISTIK express Journal 3/2022


Omnichannel Readiness Index: 60% empfinden Online-Shopping inspirierend

Handelsverband, Google und MindTake präsentierten die fünfte Ausgabe des Reports zur Digitalisierung des heimischen Handels. Hornbach Gesamtsieger. Thalia punktet bei Channel Integration.

Beitrag: Isabel Lamotte.

Gekommen, um zu bleiben: Neue Online-Services, die sich pandemiebedingt etabliert haben, werden auch nach Corona weiter
ausgebaut. Nachhaltigkeit und Regionalität sind den Konsumenten wichtig und Online-Shopping gilt als inspirierend. Dies sind zentrale Ergebnisse des fünften Omnichannel Readiness Index (ORI), der die Kunst beleuchtet, Online- und Offline-Vertriebskanäle zu verbinden. Dafür wurden 1.000 Konsumenten befragt und 44 führende österreichische Einzelhändler auf Herz und Nieren untersucht.

„Der Kundenansprache vor dem Kauf kommt höchste Priorität zu. 60% der befragten Online-Käufer empfinden Online-Shopping als inspirierend, 40% sogar als Spaß und Entspannung. Um den Kaufentscheidungsprozess optimal zu unterstützen, erwarten sich die Kunden zielgruppengerechten Content und einen Onlineshop, der als digitaler Zwilling der Wunschfiliale fungiert und das Sortiment gespiegelt abbildet. Die Trends reichen von Appointment-Shopping über Showrooming bis zu virtueller Live-Beratung“, bilanziert Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes, die Ergebnisse des ORI, dem digitalen Benchmark des österreichischen Handels.

Zielgruppengerecht emotional kommunizieren.
94 Prozent der befragten Händler bieten im Webshop zusätzlichen Content an, etwa Ratgeber-Texte, Videos, Expertentipps oder Look-Fotos – und neuerdings auch verschiedene Live-Formate. Das trägt Früchte: Knapp zwei Drittel der Konsumenten empfinden
Online-Shopping als inspirierend. Insbesondere die jüngeren Zielgruppen assoziieren damit neben Inspiration auch Spaß, Unterhaltung und Entspannung. Dennoch sind viele sehr pragmatische Potenziale im Omnichannel Retailing noch zu heben. 80 Prozent der Konsumenten wünschen sich etwa, den genauen Tag der Lieferung eines Produktes vor der Bestellung zu kennen – dies erfüllen nur 13 Prozent der analysierten Händler.

78 Prozent der Konsumenten wollen die angezeigten Produkte im Webshop auf eine einzige Filiale einschränken können, um so gezielt – wie vor Ort im Laden – shoppen zu können, doch nur 19 Prozent der Händler nutzen ihre Bestandsdaten für einen solchen Filter. Das sind immerhin 7 Prozentpunkte mehr als im vergangenen Jahr.

New Ways of Shopping.
Ein besonderes Augenmerk wurde im ORI 2022 auf neue Formate gelegt. Aus der Not geboren beispielsweise war das Shoppen nach Terminvereinbarung – um die Zahl der Kunden im Geschäft pandemiebedingt zu kontrollieren. Die daraus entstandene Tugend heißt nun Appointment Shopping. Konsumenten können bei einem Händler online oder telefonisch einen Termin für den Einkauf in der Filiale vereinbaren. Während dieses Termins steht ein Berater exklusiv zur Verfügung. Optional können Kunden auch vorab schon Wünsche bekannt geben, sodass das Personal für den Termin gewisse Waren für die Begutachtung bereitstellen kann. Knapp die Hälfte der befragten Händler bietet Appointment Shopping bereits an, jeder zehnte Konsument hat das Angebot bereits genutzt und jeder Dritte gibt an, es wahrscheinlich wahrzunehmen.

Ebenfalls auf dem Vormarsch ist das Konzept des Showroomings. Händler lagern nur wenige Stücke eines Artikels in der Filiale und nutzen den Platz stattdessen, um ein breites Angebot zu zeigen, zum An- und Ausprobieren. Der gewünschte Artikel wird dann nicht mitgenommen, sondern später nach Hause zugestellt. Dies finden 45 Prozent der Kunden attraktiv, mehr als die Hälfte der Händler praktizieren Showrooming bereits in ausgewählten Filialen oder planen ein solches Angebot.

Bei den Händlern noch schleppend entwickelt sich das Scan & Go Modell, bei welchem Kunden in der Filiale mittels App ein Produkt selbst scannen und online bezahlen – und sich damit das Anstellen an der Kassa ersparen. 39 Prozent der Kunden würde dies wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich nutzen, in der Zielgruppe der 18-29-jährigen sogar mehr als die Hälfte. Allerdings bieten dies nur 14 Prozent der befragten Händler zumindest in ausgewählten Filialen an. Einige planen ein entsprechendes Service, aber mehr als die Hälfte der Händler gibt an, dass dies derzeit kein Thema für sie ist.

Beliebt bei Handel und Konsumenten sind auch Live-Formate. Ein Drittel der Händler, bietet Live-Beratung im Online-Shop an, zum Beispiel in Form einer Video-Konferenz, um Produkte vorzuführen oder eine Küchenplanung anzubieten. Ein Viertel der befragten Händler hat sich schon am virtuellen Live-Shopping versucht – ein Livestream, bei welchem Personen (z.B. Influencer) Produkte testen und weiterempfehlen. Konsumenten können per Chat Fragen zu den Produkten stellen, welche Ihnen direkt live beantwortet werden. Dieses Format finden 21 Prozent der Konsumenten spannend, allen voran Bewegtbild-verwöhnte 18-29-jährige (33 Prozent).

“Wir sehen vor allem in der jüngeren Zielgruppe (Gen Z), dass sie zu Marken eine Verbindung aufbauen möchten. Sie wollen inspiriert werden, eine Geschichte erzählt bekommen und „brand love“ aufbauen. Hierfür sind visuelle Bewegtbild-Formate besonders gut ge-
eignet. Um sich für die Zukunft zu wappnen, gilt es, diese Zielgruppe heute für sich zu gewinnen, da sie bis 2030 etwa 16% der privaten Ausgaben ausmachen werden,” so Lili Pajer, Retail Lead bei Google.

Nachhaltigkeit und Regionalität: Bitte gut sichtbar im Online-Shop.
Dass Händler nachhaltig agieren, ist für zwei Drittel der Konsumenten wichtig, etwa durch nachhaltige Zustellung oder ökologische Produkte und Verpackungen. Auch Regionalitätsbemühungen werden hochgeschätzt. Darauf haben die befragten Händler Antworten: 76 Prozent setzen auf ein Angebot nachhaltig zertifizierter Produkte, 65 Prozent praktizieren aktiv Verpackungsreduktion, 62 Prozent optimieren ihre Lieferketten – und 60 Prozent der analysierten Händler zeigen dies gut sichtbar im Webshop auf einer Nachhaltigkeitsseite.

Hornbach ist Gesamtsieger, Thalia erreicht 100% im Bereich Channel Integration.
Den ORI-Gesamtsieg hat sich 2022 Hornbach gesichert, gefolgt von Kastner&Öhler und Gigasport. Der Omnichannel Readiness Index bringt aber auch Kategorie-Sieger hervor: Thalia hat zum zweiten Mal in Folge die vollen 100% in der Omnichannel-Königsdisziplin „Channel Integration“ erreicht. Der Buchhändler bietet maximale Flexibilität bei der Kaufabwicklung, und das völlig vertriebskanalunabhängig und nahtlos, Click & Collect, Reserve & Collect, Retoure online bestellter Waren in der Filiale, Abholstationen für 24/7 Abholung, rasche Bereitstellung der Click & Collect Waren, und dies stets kostenlos.

„Zusätzlich ist es besonders spannend zu analysieren, welche Händler sich in Hinblick auf ihr Omnichannel-Angebot im Vergleich zur Vorjahres-Studie besonders positiv ent-wickelt haben. In diesem Jahr zählen Libro, dm, Hartlauer, Ikea und Intersport zu den Top-Aufsteigern, weil sie etliche – von Kunden gewünschte – Features nun zusätzlich anbieten. Es freut uns immer wieder zu sehen, dass der Omnichannel Readiness Index ein etabliertes Tool ist, mit dem Händler aktiv an ihren Potenzialen arbeiten“, so Martina Oberrauch, Studienleiterin und Senior Research Consul-tant bei MindTake Research.

Diese Händler legen die Messlatte: ORI Branchensieger:innen.

  • Wohnen, Einrichten & Heimwerken:
  • Hornbach (78%)
  • Fashion & Accessoires: Kastner & Öhler (76%)
  • Sport: Gigasport (75%)
  • Bücher & Papierbedarf: Libro (73%)
  • Drogerie: Marionnaud (68%)
  • Computer & Elektro(nik): Hartlauer (68%)
  • Lifestyle & Hobby: Tchibo (68%)
  • Lebensmitteleinzelhandel: Billa (68%)

ORI Kategoriesieger:

  • Mobile Friendliness: Deichmann (99%)
  • Transparenz & Vertrauen: Billa (86%)
  • Personalisierung, Loyalty und Sharing: Hornbach (86%)
  • Flexible Kontaktmöglichkeiten: Kastner & Öhler, Gigasport (77%)
  • Payment, Fulfillment & Returns: Kastner & Öhler, Gigasport (84%)
  • Wegweiser in die Filiale: Interspar, dm, Palmers, Hartlauer (99%)
  • Channel Integration: Thalia (100%)

Die Studien und Benchmarks des Handelsverbandes werden allen Handelsverband-Mitgliedern kostenfrei zur Verfügung gestellt. Für KMU Händler ist die HV-Mitgliedschaft im Rahmen von www.kmu-retail.at kostenfrei. (IL)

 

Quelle: LOGISTIK express Journal 3/2022


eCommerce & Logistik on tour

Die Blogtour des LOGISTIK express hat im Juni zwei wichtige Veranstaltungen besucht: den eCommerce Day 2022 in Wien und das VNL Logistik-Forum Wien. Beide Veranstaltungen hatten Top-Referenten zu bieten und die heimische Logistik-Elite war präsent. Wir haben einige Vertreter vor der Kamera gebeten und befragt.

Redaktion: Peter R. Nestler.

Der Handelsverband bat am 22. Juni zum eCommerce Day 2022 ins Nordlicht im Norden Wiens. Trotz der Hitze ließen sich die Onlinehandelsexperten nicht zwei Mal bitten – der Andrang war enorm. Mehr als 300 Teilnehmer zeigten sich beim Gipfeltreffen der heimischen eCommerce-Branche. Den ganzen Tag über gab es spannende Fachvorträge und Podiumsdiskussionen. Stephan Mayer-Heinisch, Präsident des Handelsverbandes und dessen Geschäftsführer Rainer Will eröffneten die 22. Ausgabe des wichtigsten österreichischen Onlinehandelskongresses, Werner Sejka von Puls4 moderierte durch das Tagesprogramm.

Die Themenpalette war breit gefächert und reichte vom Influencer Marketing im eCommerce über moderne Shopsysteme, das Thema Nachhaltigkeit als Megatrend und innovative Paymentlösungen bis hin zu Corporate Podcasts, Live Shopping und Retourenmanagement 3.0. Das Kongressmotto lautete dieses Mal #gamechanger – die Bedeutung von eCommerce ist bei vielen Leuten seit der Pandemie so richtig ins Bewusstsein gerückt. Der eCommerce Day hat das nochmals eindrucksvoll unterstrichen. Wir haben uns wohl gefühlt und sind aus dem Reden mit den Gästen gar nicht mehr nachgekommen. Der LOGISTIK express hat einige Teilnehmer vors Mikrofon gebeten: https://youtu.be/3ntkpoPtgVY

Mitreißend präsentierten sich auf der Veranstaltung der YouTube-Star, Influencer und Kabarettist Michael Buchinger, Kunstgenie Marcin Glod, Influencerin Vada Müller sowie Warda Network-Gründer Eugen Prosquill. Die vier Youngster gaben in der Stammtisch-Runde spannende Antworten auf die Frage, wie “Rockstar-Marketing” in der Praxis funktioniert. Unter den prominenten Gästen zu sehen waren: Post-Vorstandsmitglied Peter Umundum, Google Österreich-Chefin Christine Antlanger-Winter, shöpping-Geschäftsführer Robert Hadzetovic, Johannes Weinzierl (Hartlauer), Rainer Rauch (Mode Roth), Bernhard Moser(dm), Silvia Kollmann (Mercateo Unite), Eustachius Kreimer (Kastner & Öhler), Harald Gutschi (UNITO/Otto), Diana Cappel (SAP), Rainer Friedl (Emakina), Josef Grabner (LINK Mobility), Nick Holscher (Connected Retail by Zalando), Michael Jahn (FIEGE Austria), Sebastian Hörmann (Palmers), Nikolaus Köchelhuber (EY), Piotr Kwasniak (Mastercard), Christian Steinwender (Concardis Nets Group), Lili Pajer (Google Austria), Christian Pirkner (Blue Code), Michael Sahlender (Mirakl), Stefanie Ahammer (VISA), Lukas Wieser (MyFlexbox) und Wolfgang Ziniel (KMU Forschung Austria) sowie Isabel Lamotte (Handelsverband).

Ein Highlight der Veranstaltung war wieder die Verleihung des heiß begehrten Austrian Trustmark Awards 2022 unter der Schirmherrschaft von Mastercard durch Piotr Kwasniak (Head of Business Development Digital, Mastercard) und Rainer Will für herausragende, innovative eCommerce- und Omnichannel-Lösungen.

Die diesjährigen Award-Gewinner sind:

  • Gewinner in der Kategorie “Best Mobile Performance”: Julius Meinl am Graben.
  •  Gewinner in der Kategorie “Best Omnichannel Experience”: Hornbach.
  •  Gewinner in der Kategorie “Best Online Shop”: Lampenwelt.

 

Der Verein Netzwerk Logistik (VNL) lud am 19. Mai zum 29. Logistik-Forum Wien 2022 ein. Gastgeber war dieses Mal die Österreichische Post AG, das Treffen fand daher auch in der Konzernzentrale der Österreichischen Post in 1030 Wien statt und hatte das Hauptthema „Lieferketten in Turbulenzen: Wie bleiben wir wettbewerbsfähig?“ Dazu gab es hochinteressante Keynotes: „Turbulenzen in Lieferketten: die volkswirtschaftliche Perspektive“, dargebracht von Stefan Fink, Chief Economist bei KPMG Österreich,

„Die neue österreichische CO2-Steuer“, mit Harald Galla (Steuerberater, Partner LeitnerLeitner), topaktuell: „Geopolitische Einschätzung Russlands und der Ukraine – eine kurz und mittelfristige Perspektive“, mit Univ. Prof. Dr. Gerhard Mangott (Professor für internationale Beziehungen, Universität Innsbruck) sowie „Die aktuelle Lage am Öl- und Gasmarkt“ mit Siegfried Kiss (Head of Business Development, RAG Austria AG).

Abgerundet wurde das VNL Logistik-Forum 2022 mit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Wie bleiben wir wettbewerbsfähig? Was bedeuten die aktuellen Entwicklungen für SCM und Logistik?“. Zur Diskussion versammelten sich: Gerhard Mühlhans (RHI Magnesita), Claes Lindgren (IKEA), Alexander Till (Hafen Hamburg), Niklas Nitsch (Siemens), Stefan Huemer (Rexel); die Moderation übernahm Prof. Andreas Breinbauer (FH des BFI Wien).
Mehr auf www.vnl.at  (PN)

Eine weitere Top-Veranstaltung der Logistik gab es am 23. Und 24. Juni, den 27. Logistik Dialog 2022. Veranstalter BVL Bundesvereinigung Logistik lud diesmal zum Flughafen Wien in die nigelnagelneue Event Location Vienna International Airport City Space und tatsächlich folgten mehr als 800 Branchenvertreter der Einladung. Beeindruckend war gleich einmal die Fülle an Ausstellern, die der BVL rekrutieren konnte. Zu „rekrutieren“ passt auch der Caterer der Mittagsverpflegung, die wurde nämlich von der Bundesheer Logistikschule zur Verfügung gestellt: Gulasch aus der „Kanone“.

BVL-Präsident Dr. Roman Stiftner wachte wohlwollend über die Veranstaltung mit dem Slogan „Empowerment For Future“ und zeigte sich zufrieden über die zahlreiche Teilnahme. Schön zu sehen waren die viele persönlichen Gespräche zwischen den Keynotes, die sich an den Ständen anbahnten. Nach mehr als zwei Jahren Pause durch die Pandemie trifft sich die Branche wieder live. Wir haben uns wie viele andere auch den Weg durch die vielen Ausstellerstände gebahnt und jede Menge Spannendes gesehen: Menschen, Produkte, Lösungen – insgesamt eine großartige Leistungsschau der österreichischen Logisitikwirtschaft.

An beiden Tagen gab es eine Fülle an großartigen Vorträgen und Panels, der Zuschauerraum war dementsprechend zum Bersten voll. Die Themen reichten dabei von „Supply Chain Fitness Now Europe“ über „Circular Regional Value“, „Infrastruktur Fläche Nutzung“, „Cloud Crowd Share“ bis zum Special „Commerce Trend Service“. Durch die abschließende Fachausstellung „Alles Logistik“ führten schließlich gemeinsam Bundesministerin Dr. Susanne Raab und BVL-Präsident Dr. Roman Stiftner. Leider konnten wir nicht zur Networkingnight am zweiten Tag bleiben – dem Vernehmen nach war diese aber sehr unterhaltsam.

Die Stimmung in der Branche würden wir nach einer kurzen Befragung einiger Teilnehmer als gespannt, aber zuversichtlich bezeichnen. Dieses Build ergibt auch unsere am BVL Logistik-Dialog 2022 gedrehte Blogtour wieder: https://youtu.be/FPhCX-1KapQ

Zusammengefasst stellen wir fest: Es gibt zahlreiche Probleme – Krieg am Rande Europas, mangelndes Personal insbesondere bei den Frächtern, stark steigende Energie- und Treibstoffkosten, hohe Inflationsraten etc. Aber die Logistikbranche ist sich ihrer Bedeutung mehr denn je bewusst und stark gewillt, Lösungen anzubieten – im Sinne und für das Wohl aller!
Mehr auf www.bvl.at

Quelle: LOGISTIK express Journal 3/2022

 


LogiMAT Präsentationsplattform für modernste Software-Lösungen

Auf der LogiMAT 2022, Internationale Fachmesse für Intralogistik-Lösungen und Prozessmanagement, präsentieren die Software-Entwickler dem internationalen Fachpublikum ihr aktuelles Produktportfolio für zukunftsfähige, effiziente Intralogistik. Prägende Trends sind Cloudlösungen und die Einbindung moderner Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) und Robotic Process Automation (RPA).

In mitarbeiterintensiven Branchen wie der Logistik erschließen Automatisierung und Digitalisierung neue Möglichkeiten der Prozesseffizienz, Geschäftsentwicklung, Kundenbindung und Skalierbarkeit. Enabler dieser Erneuerungs- und Optimierungspotenziale sind die jeweils steuernden Softwaresysteme. Das Zusammenspiel von digitalen Technologien wie Cloud, Data Analytics, Augmented Reality oder Künstliche Intelligenz ermöglicht dabei die nächsten Schritte intelligenter Prozessautomatisierung, die Umsetzung datenbasierter Geschäftsmodelle und zusätzliche Faktoren der Wettbewerbsdifferenzierung. Welche Optionen die Software-Hersteller dabei mit ihrem aktuellen Produktportfolio für Intralogistik und Prozessmanagement bieten, zeigen die IT-Unternehmen auf der LogiMAT 2022 in den Hallen 6 und 8 auf dem Stuttgarter Messegelände. „Applikationen, Module und Systeme für schnelle Datenzusammenführung, -analyse und Prozessoptimierung, die die operativen Prozesse der Intralogistik und der Supply Chain verbessern“, konstatiert Messeleiter Michael Ruchty der EUROEXPO Messe- und Kongress-GmbH aus München. „Intelligente IT-Lösungen zur Bewältigung der aktuellen Marktanforderungen und zukunftsfähigen Ausrichtung der Unternehmen.“

Das nach den Anbietern von Fördertechnik- und Automatisierungssystemen zweitstärkste Ausstellerkontingent auf der LogiMAT 2022 kommt mit einem umfassenden Überblick über die jüngsten Entwicklungen bei Transportmanagement-, Lagerverwaltungs- (LVS) und Warehouse Management Systemen (WMS) sowie bei Zoll-, Versandabwicklungs- und Exportkontroll-Systemen nach Stuttgart. Zudem präsentieren zahlreiche Anlagenbauer, Systemintegratoren und Flurförderzeuge-Hersteller Systeme für das Flotten-, Ressourcen-, Yard- und Zeitfenstermanagement sowie Steuerungssoftware für ihre Geräte, Systeme und Anlagen. Darunter eine wachsende Zahl von Unternehmen, die eigenentwickelte LVS beziehungsweise WMS vorstellen oder sich als SAP-Implementierungspartner positionieren. Als bestimmende Trends für die Exponate, die zugleich den Investitionsbedarf in der Intralogistik markieren, zeigen sich:

  • die Einbindung von Methoden und Verfahren der Künstliche Intelligenz (KI)
  • der Einsatz von Simulationssoftware und Digitalen Zwillingen in unterschiedlichsten Anwendungen
  • Nachhaltigkeit/Ressourceneffizienz
  • Systeme, Module und Applikationen für Big Data und Analytics
  • smarte Lösungen aus der Cloud.

 

Vernetzte Daten analysieren.
Technologien wie Bilderfassung, KI und Robotik werden eingebunden, um durch Automatisierung von Rechenprozessen der Software selbst zur weiteren Optimierung der Systemleistungen beizutragen. So lassen sich durch Nutzung maschineller Lernmechanismen für koordinierte Prozesssteuerung etwa Kommissionierwege und -zeiten um bis zu 30 Prozent reduzieren. Künstliche Intelligenz (KI), Maschinelles Lernen (ML) und Robotic Process Automation (RPA) beschleunigen die Rechenprozesse. Das macht sie zu Technologien, die es Ingenieuren und Data Scientists ermöglichen, die riesigen Datenmengen einer vernetzten, digitalen Transformation zu strukturieren, zu analysieren und auszuwerten. „Vernetzte Intralogistiksysteme, die lernfähig sind und sich selbst optimieren können, werden schon in naher Zukunft eine große Rolle spielen“, betont Johann Steinkellner, CEO Central Europe bei TGW (Halle 5, Stand C13). Spezielle Algorithmen generieren dabei Mehrwert, indem sie etwa durch vorausschauende Analysen und daraus abgeleitete, belastbare Handlungsempfehlungen die operativen Prozesse der Intralogistik wie der Supply Chain optimieren.

So zeigt active logistics (Halle 6, Stand F61) das Tourenplanungssystem active smart tour mit integrierter KI. Das System soll die Tourenplanung beschleunigen. Dabei, so das Unternehmen, stellt die KI sicher, dass Terminzusagen und Kundenprioritäten erfüllt sowie ein Deckungsbeitrag erwirtschaftet wird. Sie laste vorhandenen Laderaum effektiver aus, kalkuliere effiziente Routen, verkürze mit ML die Fahrstrecken und verringere damit zugleich den CO2-Ausstoß. Sie überwacht zudem sämtliche Ankunftszeiten und vergibt kurzfristige Abholungen direkt an das naheliegendste Fahrzeug. Arvato Systems GmbH (Halle 8, Stand F55) stellt KI-basierte Anwendungen etwa für das Stammdatenmanagement vor. Zudem stehen smarte Applikationen zur Routenoptimierung oder Belieferungskonzepte mit (teil)autonomen Zustellungen im Fokus, die den CO2-Ausstoß insbesondere auf der letzten Meile reduzieren. Die Setlog GmbH (Halle 7, Stand C61) hat die kompletten Lieferketten im Blick und kommt mit neuen Tools für ihre Supply Chain Management (SCM)-Lösungen nach Stuttgart. Schwerpunkt des Messeauftritts bildet die erweiterte SCM-Software OSCA, die in fünf Lösungen mit erweiterten Tools demonstriert wird.

 

Simulationssoftware und digitale Zwillinge.
Zur Optimierung der innerbetrieblichen Transporte dient das Realtime Location & Recognition System der Logivations GmbH (Halle 8, Stand F05), das mit Machine Learning alle Materialflüsse und Staplerbewegungen tracken, automatisch buchen sowie Scan- und Identifikationsvorgänge automatisieren kann. Fahrerlose Transportsysteme und Staplerleitsystem verschmelzen, autonome Transportsysteme haben völlig neue Möglichkeiten für Navigation, Hindernisvermeidung und die Kollaboration mit Menschen. Auf Basis eines digitalen Zwillings sollen sich zudem vielfältige Anwendungen erstellen lassen. Die Artschwager + Kohl Software GmbH, (Halle 6, Stand D73), präsentiert erstmals auf der LogiMAT ihr Task und Transport Management System TAMAS, das eine Integration autonomer mobiler Transportroboter und Gabelstaplerflotten in den Produktionsbetrieb ermöglicht.

Eine eher ungewöhnliche Entwicklung kann das internationale Fachpublikum bei der e.bootis ag (Halle 8, Stand F41) in Augenschein nehmen: die Abbildung der Intralogistikprozesse in einem ERP-System. Erstmals zeigt das Unternehmen in Stuttgart die modular individualisierbare e.bootis-ERPII Suite. Sie bietet unter anderem mit Transportmittelverwaltung, automatisierter Versandabwicklung, Kommissionierung, Bestandsverwaltung, Fördertechniksteuerung und Nachverfolgung Lösungsbausteine für zahlreiche Anforderungen mittelständischer Unternehmen der Großhandels-, Industrie- und Dienstleistungsbranche. Ziel ist es, Geschäfts- und Logistikprozesse vom Wareneingang bis hin zur Inventur zu digitalisieren und zu automatisieren.

Auch bei der Planung und Leistungsauslegung automatisierter Anlage und den Abläufen im Logistikzentrum kommen vielfach Simulationssoftware und digitale Zwillinge zum Einsatz. Mit ihnen lassen sich bereits im Vorfeld die Anlagenauslegung und Prozesse exakt abbilden und überprüfen. Gleiches gilt etwa für die Planung und Gestaltung optimaler Lieferketten und alternativer Supply Chains. Dabei unterstützen Softwaresysteme mit umfassenden Analyse- und Simulationsfunktionen das Supply Chain Network Design. So erstellt etwa die Software ipolog (Halle 1, Stand F31) für verbesserte kollaborative Zusammenarbeit bei der Logistik- und Montageplanung ein digitales Modell als digitalen Zwilling der künftigen Anlage, in dem alle notwendigen Daten zusammenfließen. In ipolog werden unterschiedliche Szenarien aufgebaut, simuliert und gegenübergestellt. Das Planungsszenario kann zum besseren Verständnis in 3D visualisiert werden.

 

Cloud-Anwendungen für die digitale Transformation bei KMU.
Zentrale Systeme für die Verwaltung, Prozesssteuerung und Effizienz im Lager bilden die Lagerverwaltungs- und Warehouse Management Systeme. In diesem Softwarebereich sind zahlreiche Entwickler mit Neuerungen in Stuttgart. Parallel zeichnet sich ein Trend ab, die Systeme und Funktionalitäten weiter zu modularisieren und in frei kombinierbaren Zusammenstellungen sowie nach unterschiedlichen Abrechnungsmodellen aus der Cloud anzubieten. IT-Architekturen und -Anwendungen werden für die Cloud umgebaut und in die Cloud migriert oder auf die Nutzung Cloud-nativer Technologien ausgerichtet. Derartig Modelle aus der Cloud ermöglichen auch kleineren und mittelständischen Betrieben (KMU) Modernisierungen, Automatisierung und den komfortablen, finanziell überschaubaren Einstieg in die digitale Transformation.

Vor diesen Hintergründen präsentiert die Andreas Laubner GmbH (Halle 4, Stand B45) Innovationen rund um die automatische Datenerfassung sowie Lösungen für smarte und optimierte Prozesse zur Digitalisierung bei KMUs. Gezeigt wird unter anderem ein Modul mit Hard- und Software, das eine schnelle und unkomplizierte Implementierung von Transportrobotern über eine Cloud-Lösung ermöglicht. Die PureLoX Solutions GmbH (Halle 8, Stand D05) stellt als Neuerung die Warehouse-Management-Software plx.wmx vor. Eine neu entwickelte Software-Architektur auf einer Low-Code-Plattform ermöglicht Cloudfähigkeit sowie eine mobile Nutzung ohne Einschränkungen über Tablet und Smartphone. Gleichzeitig soll der Aufwand für Wartung, Anpassung und Weiterentwicklung gegenüber klassischen monolithischen WMS-Architekturen deutlich sinken. Die ABF GmbH (Halle 8, Stand D57) zeigt mit OneBase®MFT ein Lagerverwaltungssystem mit kontinuierlicher Materialverfolgung über sämtliche Transport- und Fördermittel via Real Time Location System (RTLS) sowie einer vollautomatischen, situationsadaptiven Materialflusssteuerung für innerbetriebliche Logistikprozesse.

Die PSI Logistics GmbH (Halle 8, Stand D70) hat gleich eine komplette Best-Practice-Lösung für den E-Commerce aufgelegt. Neben einem neuen, cloudbasierten Dienst PSIsrs für intelligente, proaktive und effiziente Routenplanung präsentiert das Unternehmen unter anderem eine branchenspezifisch vorkonfigurierte E-Commerce-Lösung des bewährten Warehouse Management Systems PSIwms. Das Best-Practice-Komplettpaket, das erstmals vorgestellt wird, ist cloudbasiert und speziell auf die für den E-Commerce und Omnichannel relevanten Prozesse und Arbeitsanforderungen ausgelegt. Die Branchenlösung erfordert keinen zusätzlichen Programmieraufwand und ermöglicht kurze Projektlauf- und Implementierungszeiten.

 

Sicherheit für die Kollaboration Mensch/Maschine.
Einen weiteren Aspekt für die Optimierung des Materialflusses zeigt die Panasonic Tochtergesellschaft, der Plattformlösungsanbieter Blue Yonder (Halle 6, Stand A71) mit ihrem Luminate-Portfolio. Es bietet KI-gesteuerte Supply-Chain-Lösungen aus der Cloud und soll KI-Supply Chains agiler machen. Die Supply-Chain-Spezialisten der Remira Group GmbH (Halle 8, Stand D17) haben als Exponat die Premiere von Statcontrol Cloud im Gepäck. Die Neuheit aus dem Bereich Warehousing ist nach Herstellerangabe die erste vollständig zertifizierte Software-as-a-Service-Lösung für Stichprobeninventur und soll Anwendern einen sofortigen ROI ab der ersten Inventur ermöglichen.

IT-Lösungen zur gesteigerten Autonomie und Sicherheit von Maschinen und Industrierobotern stehen im Mittelpunkt des Messeauftritts der Blaxtair Arcure S.A. (Halle 10, Stand H30). Das Unternehmen ist auf KI für die Bildverarbeitung in der Industrie spezialisiert. Die neue cloud-basierte Lösung „Blaxtair Connect“ erhöht die Sicherheit von Menschen in der Nähe von Maschinen und hilft Unternehmen dabei, das angestrebte Ziel „Null Unfälle“ zu erreichen, indem sie Kollisionsrisiken proaktiv managen und so drastisch reduzieren können.

„Insgesamt bietet die LogiMAT 2022 damit einen abwechslungsreichen Überblick über die jüngsten Anwendungsoptionen durch Integration modernster Technologien und hilfreicher IT-Werkzeuge in die IT-Infrastruktur der Unternehmen“, resümiert Messeleiter Ruchty. „Der aktuell von Tata Consultancy Services (TCS) und Bitkom Research veröffentlichte Trendstudie ‚Nachhaltig geht nur digital‘ zufolge setzen drei Viertel der Großunternehmen auf Big Data. Das heißt sie nutzen Software-basierte Analyseinstrumente“. Für KMU trifft dies nicht einmal für die Hälfte der Unternehmen zu. Es gibt also noch deutliche Potenziale bei Nutzergruppen und Anwendungen. Die Software-Unternehmen sind gefordert, marktgerechte Lösungen zu entwickeln, die die digitale Transformation und KI-Anwendungen weiter voranbringen. Das wachsende Angebot an Cloud-Lösungen sowie Systemen, Modulen und Applikationen für Big Data und Analytics wie sie auf der LogiMAT 2022 präsentiert werden, zeigt die richtige Richtung auf. Jetzt müssen die Anwender agieren.

 

Veranstalter: EUROEXPO Messe- und Kongress-GmbH
Joseph-Dollinger-Bogen 7, 80807 München, Tel.: +49 (0)89 32391-259
Fax: +49 (0)89 32391-246; www.logimat-messe.de | www.logimat.digital

 


Quelle: LOGISTIK express Journal 2/2022

Die vier größten Hürden der Digitalisierung im stationären Handel

Das jährliche Arbeitsprogramm der Union für europäische Normung für 2022 definiert Postdienste als strategische Priorität der europäischen Normung.

Gastbeitrag: Ralf Haberich, CEO der Shopgate GmbH.

Mithilfe digitaler Technologien und Omnichannel-Services können Händler ein persönlicheres In-Store Erlebnis für ihre Kunden kreieren. Das bietet dem Einzelhandel enorme Chancen. Gelingt es Retailern, durch die Verbindung von Onlineshop und stationärem Filialgeschäft Mehrwerte für ihre Kunden zu erzeugen, können sie ihre Ladenfrequenz erhöhen, Retouren reduzieren, Lagerumschlagszeiten verringern und Up- und Cross-Selling-Potenziale erschließen. Dabei gilt es vier Hürden zu meistern.

1. Hürde: Zu viel auf einmal wollen.
Für die Digitalisierung des stationären Handels gibt es keine Blaupause, an der sich Retailer orientieren können. Stattdessen gibt es Dutzende digitale Angebote, die das Kundenerlebnis im physischen Geschäft verbessern. Sie alle klingen attraktiv – welche davon zu den Bedürfnissen der eigenen Kunden passen, ist vielen Händler oftmals nicht klar. Es gibt unzählige Möglichkeiten, die digitale Transformation anzugehen. Manche Händler fühlen sich von der Optionsvielfalt überfordert. Dabei muss die Digitalisierung kein Rundumschlag sein, der alle Systeme auf einmal in die interne Prozess- und IT-Landschaft integriert. Sinnvoller ist ein schrittweises Vorgehen. So können Händler – auch ohne Onlineshop – mit einem Pilotprojekt starten, das mit Blick auf die Prozesse und die Bedürfnisse der Kunden am aussichtsreichsten erscheint. Auf diese Weise nähern Händler sich sukzessive ihrem Ziel.

2. Hürde: Zu knappe Ressourcen.
Der Einzelhandel steht unter hohem Kostendruck und das nicht erst seit den immer wiederkehrenden Lockdowns. Händler sind von Umsatzeinbußen und sinkenden Besucherzahlen betroffen. Daher agieren manche von ihnen zurückhaltend, wenn es um Investitionen in die digitale Zukunft geht. Sie fürchten sich davor, da ihre Ressourcen knapp sind. Es ist nachvollziehbar, wenn Entscheider jede Ausgabe genauestens überdenken. Der Omnichannel-Handel entwickelt sich aber mehr und mehr zum Standard, der die Kaufgewohnheiten von Kunden bestimmt. Daher ist es notwendig, die Digitalisierung im stationären Handel voranzutreiben. Der Kundschaft ist es egal, wie die Prozesse im Hintergrund aussehen. Für sie zählt nur das Einkaufserlebnis in Verbindung mit bestmöglichem Komfort und Service. Deshalb sind Angebote – wie etwa Click & Reserve/Click & Collect oder Ship from Store – empfehlenswert. Kunden profitieren nicht nur von einer schnelleren Verfügbarkeit von Produkten, sondern auch geringeren Lieferkosten.

3. Hürde: Zu aufwendige Prozesse.
E-Commerce und das stationäre Filialgeschäft sind in vielen Unternehmen immer noch klar getrennt. Allerdings sind Änderungen im Prozessablauf und Mindset zum erfolgreichen Omnichannel-Handel nötig, begleitet durch sorgfältiges Change Management. Und das bereitet manchen Entscheidern Sorgen. Sie fürchten, dass es schwerfallen könnte, App und mobiles Endgerät im Kundengespräch zu nutzen, weshalb sie auf die Einführung eines neuen Systems verzichten. Aber: Die Digitalisierung des stationären Handels bietet Potenzial, Prozesse durch Software zu verbessern. Etwa in den Bereichen Inventory-Management und Lagerumschlagshäufigkeit: Bekommt eine der Filialen eine bestimmte Blusen-Kollektion nicht verkauft, haben sie mit einem geeigneten Tool die Möglichkeit, diese Situation bequem zu lösen. Bestellt ein Kunde eine der Blusen im Onlineshop, kann der Händler den Artikel direkt von der Filiale aus verschicken. Auch die Filialen profitieren: Durch transparente Warenbestände und schnell zugängliche Produkt- und Kundeninformationen in einer Lösung, kann das Team die Kunden besser beraten. Die Voraussetzung: Mitarbeiter sind im Umgang mit solchen Tools zu schulen, wobei es inzwischen intuitiv erlernbare Apps gibt.

4. Hürde: Zu aufwendige Integrationen.
Die Digitalisierung des stationären Handels erfordert neue Software, die in bestehende IT-Landschaften zu integrieren ist. Diese Aufgabe wirkt auf manche Entscheider abschreckend. Sie fürchten, dass sich die neuen Systeme negativ auf den IT-Kosmos des Unternehmens auswirken und sie schlimmstenfalls technische Ausfälle verursachen. Das kann schnell teuer werden: Steht der Onlineshop für eine Weile nicht zur Verfügung, führt das zu frustrierten Kunden und Umsatzeinbußen. Bei der Suche nach den passenden Software-Angeboten sollten Retailer berücksichtigen, welche Folgen die Systemeinführung für die IT hat. Dieser Punkt ist im Gespräch mit potenziellen Dienstleistern explizit anzusprechen. Ratsam ist, sich am Ende für die Lösung zu entscheiden, die sich so einfach wie möglich in die bestehende IT-Landschaft integrieren, im schlimmsten Fall aber auch wieder unkompliziert entfernen lässt. (RED)

Quelle: LOGISTIK express Journal 1/2022

 

Die Zukunft des (E)Commerce als Game-Changer

Die Pandemie hat den E-Commerce beflügelt. Den gesamten E-Commerce? Grenzüberschreitender E-Commerce und digitaler Lebensmittelhandel als Game-Changer.

Beitrag: Walter Trezek.

Die Pandemie hat das Wachstum des E-Commerce nach Schließungen oder Einschränkungen im stationären Handel weiter beflügelt, davon ausgenommen war der grenzüberschreitende E-Commerce. Vor der Pandemie war der grenzüberschreitende E-Commerce das mit Abstand am schnellsten wachsende Marktsegment mit doppelt so hohen Wachstumsraten wie der inländische E-Commerce. Obwohl die Grenzen innerhalb Europas während der Pandemie weitgehend für Paketdienste offen blieben, lag die Herausforderung in der Einstellung des Flugverkehrs.

Der starke Rückgang des grenzüberschreitenden E-Commerce wurde durch die Postdienste verursacht: Im Gegensatz zu Express- und Paketzustellern waren die Postgesellschaften von Annullierungen der normalerweise für Postsendungen genutzten Passagierflüge betroffen. Die Statistiken des Weltpostvereins (UPU) sprechen eine klare Sprache: der grenzüberschreitende Verkehr zwischen benannten Postbetreibern ist gegenüber 2019 immer noch um ca. 40% zurückgegangen, jener der Express- und Paketzustelldienste stark gestiegen. In der EU wird diese Entwicklung durch neue Regelungen noch verschärft: Während das Import-One-Stop-Shop (IOSS)-Modell für Marktplätze und gewerbliche Paketdienste eine Entlastung zu bieten scheint, sind die Kunden der Postgesellschaften von einer Vielzahl, teils intransparenter, länderspezifischer und oft unerschwinglich hoher Zusatzgebühren, die sich negativ auf das Geschäft auswirken,
betroffen.

Wachstum des digitalen Lebensmitteleinzelhandels, seine Auswirkungen auf E-Commerce, Logistikmodelle und den stationären Handel.
Eine weitere Entwicklung war das starke Wachstum des digitalen Lebensmitteleinzelhandels. Die Lieferung von Lebensmitteln an Endverbraucher und der Ausbau der dazugehörigen Logistikinfrastruktur, für eine schnelle Lieferung, hauptsächlich in städtischen Gebieten, wurde durch Restaurantschließungen weiter stimuliert. Allein in den USA stieg der digitale Lebensmittel- und Getränke- Einzelhandel von 2019 bis 2021 um 2/3 (von 13 auf 21 Milliarden USD). Es wird erwartet, dass der digitale Lebensmitteleinzelhandel das am schnellsten wachsende E-Commerce-Marktsegment bleibt, obwohl der Gesamtanteil des digitalen Lebensmitteleinhandels am gesamten Einzelhandel vergleichsweise gering ist (etwa 5 % in den USA, 2021), sogar weniger als 2 % in Europa.

Neue Herausforderungen für die Geschäftsmodelle der Marktplätze und Zustellung.
Kundenerwartungen wurden durch den marktbeherrschenden online Händler in Europa geprägt. Verbraucher erwarten jetzt von jedem Händler Amazon-Serviceniveau. Dies bleibt eine Herausforderung für viele, insbesondere den stationären Handel, der zunehmen auf online-zu-offline (O2O), besser bekannt als “Omnichannel”, umstellt. Das Kernlogistikprogramm von Amazon – “Prime” – ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor und hat die Lieferung am nächsten Tag zum Standard gemacht. Die Logistikinfrastruktur von Amazon ist darauf ausgelegt, dieses Serviceniveau kostengünstig zu erfüllen. Außerhalb Chinas konnte kein Wettbewerber mit diesem Modell mithalten. Das derzeitige Geschäftsmodel des E-Commerce ist durch das exponentielle Wachstum des digitalen Lebensmitteleinzelhandels unter Druck geraten.

Die Kundenerwartungen ändern sich: Lieferung am nächsten Tag reicht nicht mehr.
Die Pandemie hat eine sehr interessante Entwicklung ausgelöst: Im Jahr 2020 wuchs der E-Commerce-Umsatz von Amazon um 21 % lag damit deutlich unter dem Marktdurchschnitt von 32 %. Im Gegensatz dazu erzielte Walmart ein Umsatzwachstum von 44%, unter anderem aufgrund der Nutzung seiner Filialen als Mikrologistik-Hubs. In städtischen Gebieten hat Walmart damit begonnen, seine lokal verfügbaren Produkte (30.000 – 140.000 Artikel, die über 90% des gesamten Online-Bestellvolumens abdecken) innerhalb eines Lieferfensters von 2 bis 3 Stunden an Kunden im Umkreis von wenigen Kilometern, um einen Standort zu liefern. Dazu werden entweder eigene Ressourcen oder Zustelldienste auf der letzten Meile genutzt, die dem Modell der Lebensmittellieferdienste folgen. Der stationäre Einzelhandel hat damit die Liefererwartungen der Verbraucher geändert. Bei diesem O2O-Dienstleistungsangebot können Online-Marktakteure, die sich auf ein Logistikmodell ohne dichtes Netz lokaler Mikro-Hubs verlassen, nicht konkurrieren.

Neue Logistikmodelle revolutionieren Kundenerwartungen.
In der Vergangenheit war die Umsetzung des O2O Modells eher einseitig: Während schnell wachsende, erfolgreiche Online-Händler ihre digitalen Ressourcen, Marketingstrategien und Finanzkraft dazu nutzten, Einzelhandelsgeschäfte zu eröffnen oder zu erwerben (oft nur Showrooms), haben klassische stationäre Händler es bisher weitgehend versäumt, digitale Warenwirtschaft und Kundenservice zu implementieren, um ihre Märkte vor ihren reinen Online-Konkurrenten zu schützen.

Das neue O2O-Logistikmodell für den Einzelhandel verändert Kundenerwartungen.
Die Lebensmittellieferung hat jedoch, stark stimuliert durch COVID, ein neues Logistikmodell hervorgebracht: Stark nachgefragte Produkte werden jetzt online im stationären Einzelhandel bestellt und innerhalb von 60 bis 120 Minuten an die Kunden geliefert. Dieses Modell betrifft nicht den Lebensmittelhandel, das Grundsortiment des Einzelhandels von 4.000 bis 15.000 Artikeln ist betroffen.

Digitalisierung verbindet Intra- und Extralogistik.
Die Filialzustellung war noch nie die Herausforderung für den stationären Handel. Doch während die Intralogistik und Filialversorgung für den stationären Handel vollständig digitalisiert und hocheffizient ist, hinken Kundenservice und Convenience bisher hinterher und erfüllen nicht die Kundenerwartungen, die Online-Marktplätze mit ihren B2C-E-Commerce-Extralogistiklösungen versprechen.

Die Kenntnis der lokalen Kundenpräferenzen, verbunden mit einem lokalen Einzugsgebiet, kann der stationäre Handel auf ein hocheffizientes Extralogistikmodell mit Outlets als Micro-Hubs anwenden, das den B2C-Lieferoptionen reiner Online-Player überlegen ist. Durch die gleichzeitige Umwandlung von Outlets in Micro-Hubs ist ihr Wert massiv gestiegen. Outlets sind kein reiner zusätzlicher Vertriebskanal mehr, sondern ein zentraler und unverzichtbarer Bestandteil des Logistikmodells, um stark nachgefragte Waren über bereits bestehende lokale Lieferstrukturen bereitzustellen.

Diese Entwicklung ist in einigen Märkten, z. B. Südostasien, noch weiter fortgeschritten und wurde von Walmart in den USA erfolgreich übernommen, getestet und ausgerollt. Als Reaktion darauf sind große Logistikanbieter und Marktplätze dabei, städtische Mikro-Hub-Infrastrukturen zu übernehmen, oder auch aufzubauen. Sie könnten aber gegenüber dem stationären Handel, der bereits (theoretisch) die Top-Lagen besitzt, im Nachteil sein. (WT)

 

LOGISTIK express Journal 5/2021