eCommerce Day 2022 versammelte Retail Rockstars & Gamechanger in Wien

Mehr als 300 Teilnehmer beim Gipfeltreffen der heimischen eCommerce Branche. Austrian Trustmark Awards an Hornbach, Lampenwelt und Julius Meinl am Graben verliehen.

Beitrag: Handelsverband.

Am Mittwoch, 22. Juni, war es wieder soweit: Das Who is Who der heimischen Handelsbranche kam beim eCommerce Day des Handelsverbandes im Nordlicht Wien zusammen. HV-Präsident Stephan Mayer-Heinisch und HV-Geschäftsführer Rainer Will eröffneten die 22. Ausgabe des wichtigsten österreichischen Onlinehandelskongresses, Puls4-Anchor Werner Sejka moderierte charmant durch das Tagesprogramm. Die Themenpalette reichte von Influencer Marketing im eCommerce über neue Shopsysteme, Nachhaltigkeit als Megatrend und innovative Paymentlösungen bis hin zu Corporate Podcasts, Live Shopping und Retourenmanagement 3.0.Unter dem Kongressmotto #gamechanger sorgten phänomenale Branchenexperten mit ihren Keynotes, Best Practices, im Fireside Chat sowie bei den Podiumsdiskussionen für Begeisterung bei den mehr als 300 Teilnehmer. Live on Stage waren dieses Mal u.a. der YouTube-Star, Influencer und Kabarettist Michael Buchinger, Kunstgenie Marcin Glod, Influencerin Vada Müller sowie Warda Network-Gründer Eugen Prosquill. Die vier Youngster gaben in der Stammtisch-Runde spannende Antworten auf die Frage, wie “Rockstar-Marketing” in der Praxis funktioniert.

Post-Vorstandsmitglied Peter Umundum, Google Österreich-Chefin Christine Antlanger-Winter, shöpping-Geschäftsführer Robert Hadzetovic, Johannes Weinzierl (Hartlauer), Rainer Rauch (Mode Roth), Bernhard Moser(dm), Silvia Kollmann (Mercateo Unite), Eustachius Kreimer (Kastner & Öhler), Harald Gutschi (UNITO/Otto), Diana Cappel (SAP), Rainer Friedl (Emakina), Josef Grabner (LINK Mobility), Nick Holscher (Connected Retail by Zalando), Michael Jahn (FIEGE Austria), Sebastian Hörmann (Palmers), Nikolaus Köchelhuber (EY), Piotr Kwasniak (Mastercard), Christian Steinwender (Concardis Nets Group), Lili Pajer (Google Austria), Christian Pirkner (Blue Code), Michael Sahlender (Mirakl), Stefanie Ahammer (VISA), Lukas Wieser (MyFlexbox) und Wolfgang Ziniel (KMU Forschung Austria) sowie Isabel Lamotte (Handelsverband) rundeten das erstklassige Lineup ab. In der traditionellen Startup Session durften Franz Tretter (hello again), Markus Fallenböck (Userwerk), Manuel Messner (Mazing), Annabell Ocsofszki (Youbuyda), Bernhard Reiterer (SignD) und Paul Varga (Playbrush) pitchen was das Zeug hält. Ein Highlight der Veranstaltung war die Verleihung des heiß begehrten Austrian Trustmark Awards 2022 unter der Schirmherrschaft von Mastercard durch Piotr Kwasniak (Head of Business Development Digital, Mastercard) und Rainer Will für herausragende, innovative eCommerce- und Omnichannel-Lösungen.

  • Gewinner in der Kategorie “Best Mobile
  • Performance”: Julius Meinl am Graben.
  • Gewinner in der Kategorie “Best
  • Omnichannel Experience”: Hornbach.
  • Gewinner in der Kategorie “Best
  • Online Shop”: Lampenwelt.

Der Handelsverband und Mastercard gratulieren den drei Gewinnern herzlich.

Der eCommerce Day 2022 wurde großzügig unterstützt von den Platin-Sponsoren Österreichische Post, Salesforce, Sintra Consulting, Google & Mastercard sowie den Gold-Partnern Bluecode, Coeo, CRIF, DHL, Fiege, LINK Mobility, MyFlexbox, Nexi, OÖ Nachrichten, Visa und Zalando Connected Retail. (RED)

 

Quelle: LOGISTIK express Journal 3/2022


eCommerce & Logistik on tour

Die Blogtour des LOGISTIK express hat im Juni zwei wichtige Veranstaltungen besucht: den eCommerce Day 2022 in Wien und das VNL Logistik-Forum Wien. Beide Veranstaltungen hatten Top-Referenten zu bieten und die heimische Logistik-Elite war präsent. Wir haben einige Vertreter vor der Kamera gebeten und befragt.

Redaktion: Peter R. Nestler.

Der Handelsverband bat am 22. Juni zum eCommerce Day 2022 ins Nordlicht im Norden Wiens. Trotz der Hitze ließen sich die Onlinehandelsexperten nicht zwei Mal bitten – der Andrang war enorm. Mehr als 300 Teilnehmer zeigten sich beim Gipfeltreffen der heimischen eCommerce-Branche. Den ganzen Tag über gab es spannende Fachvorträge und Podiumsdiskussionen. Stephan Mayer-Heinisch, Präsident des Handelsverbandes und dessen Geschäftsführer Rainer Will eröffneten die 22. Ausgabe des wichtigsten österreichischen Onlinehandelskongresses, Werner Sejka von Puls4 moderierte durch das Tagesprogramm.

Die Themenpalette war breit gefächert und reichte vom Influencer Marketing im eCommerce über moderne Shopsysteme, das Thema Nachhaltigkeit als Megatrend und innovative Paymentlösungen bis hin zu Corporate Podcasts, Live Shopping und Retourenmanagement 3.0. Das Kongressmotto lautete dieses Mal #gamechanger – die Bedeutung von eCommerce ist bei vielen Leuten seit der Pandemie so richtig ins Bewusstsein gerückt. Der eCommerce Day hat das nochmals eindrucksvoll unterstrichen. Wir haben uns wohl gefühlt und sind aus dem Reden mit den Gästen gar nicht mehr nachgekommen. Der LOGISTIK express hat einige Teilnehmer vors Mikrofon gebeten: https://youtu.be/3ntkpoPtgVY

Mitreißend präsentierten sich auf der Veranstaltung der YouTube-Star, Influencer und Kabarettist Michael Buchinger, Kunstgenie Marcin Glod, Influencerin Vada Müller sowie Warda Network-Gründer Eugen Prosquill. Die vier Youngster gaben in der Stammtisch-Runde spannende Antworten auf die Frage, wie “Rockstar-Marketing” in der Praxis funktioniert. Unter den prominenten Gästen zu sehen waren: Post-Vorstandsmitglied Peter Umundum, Google Österreich-Chefin Christine Antlanger-Winter, shöpping-Geschäftsführer Robert Hadzetovic, Johannes Weinzierl (Hartlauer), Rainer Rauch (Mode Roth), Bernhard Moser(dm), Silvia Kollmann (Mercateo Unite), Eustachius Kreimer (Kastner & Öhler), Harald Gutschi (UNITO/Otto), Diana Cappel (SAP), Rainer Friedl (Emakina), Josef Grabner (LINK Mobility), Nick Holscher (Connected Retail by Zalando), Michael Jahn (FIEGE Austria), Sebastian Hörmann (Palmers), Nikolaus Köchelhuber (EY), Piotr Kwasniak (Mastercard), Christian Steinwender (Concardis Nets Group), Lili Pajer (Google Austria), Christian Pirkner (Blue Code), Michael Sahlender (Mirakl), Stefanie Ahammer (VISA), Lukas Wieser (MyFlexbox) und Wolfgang Ziniel (KMU Forschung Austria) sowie Isabel Lamotte (Handelsverband).

Ein Highlight der Veranstaltung war wieder die Verleihung des heiß begehrten Austrian Trustmark Awards 2022 unter der Schirmherrschaft von Mastercard durch Piotr Kwasniak (Head of Business Development Digital, Mastercard) und Rainer Will für herausragende, innovative eCommerce- und Omnichannel-Lösungen.

Die diesjährigen Award-Gewinner sind:

  • Gewinner in der Kategorie “Best Mobile Performance”: Julius Meinl am Graben.
  •  Gewinner in der Kategorie “Best Omnichannel Experience”: Hornbach.
  •  Gewinner in der Kategorie “Best Online Shop”: Lampenwelt.

 

Der Verein Netzwerk Logistik (VNL) lud am 19. Mai zum 29. Logistik-Forum Wien 2022 ein. Gastgeber war dieses Mal die Österreichische Post AG, das Treffen fand daher auch in der Konzernzentrale der Österreichischen Post in 1030 Wien statt und hatte das Hauptthema „Lieferketten in Turbulenzen: Wie bleiben wir wettbewerbsfähig?“ Dazu gab es hochinteressante Keynotes: „Turbulenzen in Lieferketten: die volkswirtschaftliche Perspektive“, dargebracht von Stefan Fink, Chief Economist bei KPMG Österreich,

„Die neue österreichische CO2-Steuer“, mit Harald Galla (Steuerberater, Partner LeitnerLeitner), topaktuell: „Geopolitische Einschätzung Russlands und der Ukraine – eine kurz und mittelfristige Perspektive“, mit Univ. Prof. Dr. Gerhard Mangott (Professor für internationale Beziehungen, Universität Innsbruck) sowie „Die aktuelle Lage am Öl- und Gasmarkt“ mit Siegfried Kiss (Head of Business Development, RAG Austria AG).

Abgerundet wurde das VNL Logistik-Forum 2022 mit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Wie bleiben wir wettbewerbsfähig? Was bedeuten die aktuellen Entwicklungen für SCM und Logistik?“. Zur Diskussion versammelten sich: Gerhard Mühlhans (RHI Magnesita), Claes Lindgren (IKEA), Alexander Till (Hafen Hamburg), Niklas Nitsch (Siemens), Stefan Huemer (Rexel); die Moderation übernahm Prof. Andreas Breinbauer (FH des BFI Wien).
Mehr auf www.vnl.at  (PN)

Eine weitere Top-Veranstaltung der Logistik gab es am 23. Und 24. Juni, den 27. Logistik Dialog 2022. Veranstalter BVL Bundesvereinigung Logistik lud diesmal zum Flughafen Wien in die nigelnagelneue Event Location Vienna International Airport City Space und tatsächlich folgten mehr als 800 Branchenvertreter der Einladung. Beeindruckend war gleich einmal die Fülle an Ausstellern, die der BVL rekrutieren konnte. Zu „rekrutieren“ passt auch der Caterer der Mittagsverpflegung, die wurde nämlich von der Bundesheer Logistikschule zur Verfügung gestellt: Gulasch aus der „Kanone“.

BVL-Präsident Dr. Roman Stiftner wachte wohlwollend über die Veranstaltung mit dem Slogan „Empowerment For Future“ und zeigte sich zufrieden über die zahlreiche Teilnahme. Schön zu sehen waren die viele persönlichen Gespräche zwischen den Keynotes, die sich an den Ständen anbahnten. Nach mehr als zwei Jahren Pause durch die Pandemie trifft sich die Branche wieder live. Wir haben uns wie viele andere auch den Weg durch die vielen Ausstellerstände gebahnt und jede Menge Spannendes gesehen: Menschen, Produkte, Lösungen – insgesamt eine großartige Leistungsschau der österreichischen Logisitikwirtschaft.

An beiden Tagen gab es eine Fülle an großartigen Vorträgen und Panels, der Zuschauerraum war dementsprechend zum Bersten voll. Die Themen reichten dabei von „Supply Chain Fitness Now Europe“ über „Circular Regional Value“, „Infrastruktur Fläche Nutzung“, „Cloud Crowd Share“ bis zum Special „Commerce Trend Service“. Durch die abschließende Fachausstellung „Alles Logistik“ führten schließlich gemeinsam Bundesministerin Dr. Susanne Raab und BVL-Präsident Dr. Roman Stiftner. Leider konnten wir nicht zur Networkingnight am zweiten Tag bleiben – dem Vernehmen nach war diese aber sehr unterhaltsam.

Die Stimmung in der Branche würden wir nach einer kurzen Befragung einiger Teilnehmer als gespannt, aber zuversichtlich bezeichnen. Dieses Build ergibt auch unsere am BVL Logistik-Dialog 2022 gedrehte Blogtour wieder: https://youtu.be/FPhCX-1KapQ

Zusammengefasst stellen wir fest: Es gibt zahlreiche Probleme – Krieg am Rande Europas, mangelndes Personal insbesondere bei den Frächtern, stark steigende Energie- und Treibstoffkosten, hohe Inflationsraten etc. Aber die Logistikbranche ist sich ihrer Bedeutung mehr denn je bewusst und stark gewillt, Lösungen anzubieten – im Sinne und für das Wohl aller!
Mehr auf www.bvl.at

Quelle: LOGISTIK express Journal 3/2022

 


KNAPP: WMS-Retrofit für EGLO Leuchten

Modulare Template-Lösung mit SAP® EWM by KNAPP in vier Zentrallagern.

Text: Redaktion

Lichtgeschwindigkeit. Das ist eine zutreffende Beschreibung für die überdurchschnittlichen  Wachstumsraten von EGLO Leuchten GmbH. Nicht nur das Geschäft und die Anzahl der Mitarbeitenden nehmen rasant zu, sondern auch die Logistikfläche. Um die logistischen Prozesse in einer harmonisierten SAP® End-to-End-Lösung zu vereinen, entschied sich der Weltmarktführer in dekorativer Wohn- und Außenbeleuchtung SAP® EWM by KNAPP in seinen vier Zentrallagern in Europa einzuführen. Die Implementierung des neuen Warehouse Management Systems erfolgte als Template-Lösung, um effizient auch etwaige zukünftige Standorte integrieren zu können.

Die EGLO Leuchten GmbH mit Sitz in Pill in Tirol ist weltweiter Marktführer für dekorative Wohnraum- und Außenbeleuchtung sowie Leuchtmittel mit Schwerpunkt auf LED. Das aktuelle Sortiment umfasst mehr als 4.000 Artikel Tendenz steigend. Knapp alle 2 Stunden wird bei EGLO eine Neuheit entwickelt. In den eigenen Produktionsstätten in China, Indien und Ungarn werden täglich rund 80.000 Leuchten gefertigt. Über die rund 70 Vertriebsgesellschaften und verschiedene Vertriebskanäle wie Baumärkte, Einzelhandel, Möbelgeschäfte, Onlineversandhändler und den eigenen Online-Shop finden sie schließlich ihren Weg zum Kunden.

Andreas Moser, Konzernleitung Logistik, EGLO Leuchten GmbH: Eine tragende Rolle in unserer Organisation und unserem stetigen Wachstum spielt die Logistik. Daher investieren wir laufend in die Optimierung unserer Produktions- und Lieferkette, perfektionieren Prozesse und bauen neue Lager. So haben wir ein durchgängiges Logistiknetzwerk mit hohem Liefer-Service-Grad aufgebaut. Um dafür eine harmonisierte SAP® End-to-End Lösung zu schaffen, haben wir uns für SAP® EWM by KNAPP entschieden. Durch die gemeinsame Realisierungsphase mit KNAPP bekam unser SAP®-Team das notwendige Know-how für den Betrieb und die Weiterentwicklung der Lösung.

Aus 3 macht 4 – Ein modulares SAP® EWM-Template für ein WMS-Retrofit- & Greenfield-Projekt
Im Blickfeld dieser Modernisierung standen zunächst die drei bestehenden Zentrallager in Pill, Österreich, Pásztó, Ungarn, und Oosterhout, Niederlanden. Im Rahmen eines Retrofit-Projektes sollte eine Ablöse von einem nicht von SAP stammenden Lagerverwaltungssystem mit SAP® EWM by KNAPP erfolgen. Ergänzend zu der Integration der Bestandsanlagen von unterschiedlichen Logistikautomatisierungsanbietern in SAP® EWM an den drei Standorten sollte die neue Warehouse Management Lösung auch mittels Prozessoptimierung Lagerplatz-Engpässe bei den Sortimentsumstellungen eliminieren. Der Go-Live der neuen Software musste zudem während des laufenden Betriebs erfolgen und im Zuge der Einführung das SAP®-Team von EGLO geschult werden. Durch die anhaltende überdurchschnittliche Geschäftsentwicklung musste EGLO darüber hinaus sein Lagernetzwerk erweitern. Mit einer Größe von vier Hektar an Lager- und Logistikfläche ist das neue Zentrallager in Magdeburg, Deutschland, das größte Fertigwarenlager des Unternehmens. Das automatische Hochregallager umfasst 66.000 Palettenstellplätze – ebenfalls gesteuert und verwaltet mit SAP® EWM inkl. MFS (Materialflusssteuerung).

Gerald Lassau, Geschäftsführer, KNAPP IT Solutions GmbH: Die logistischen Prozesse und Abläufe für das neue Lager in Magdeburg sowie die drei bestehenden Zentrallager wurden von uns eingehend analysiert. Es bot sich an, SAP® EWM by KNAPP als modulare Template-Lösung bei EGLO auszurollen. Diese Variante ermöglicht nämlich nicht nur eine effiziente Implementierung von SAP® EWM in den aktuellen vier Zentrallagern, sondern ist auch flexible und zukunftssicher, um auf Marktveränderungen sowie etwaige Erweiterungen im Standortnetzwerk von EGLO zu reagieren.

Schwerpunkt E-Commerce.
Das E-Commerce-Geschäft erfordert eine besondere Flexibilität der logistischen Prozesse, denn Versanddienstleister und Onlineshops haben individuelle Anforderungen an die Intralogistik. In der SAP® EWM Template-Lösung sind daher eigens angepasste Prozesse an den Vertrieb der jeweiligen Onlinehändler von der Auftragsanlage über das Kommissionieren bis hin zur Verpackung und den Versand realisiert.

Andreas Moser, Konzernleitung Logistik, EGLO Leuchten GmbH: Wir sehen uns gegenüber unserem Mitbewerb durch schnelle Reaktionen auf Marktveränderungen im Vorteil. Bereits 2017 haben wir eine E-Commerce taugliche Webseite etabliert. Zuerst nur als ein Webschaufenster angelegt, aktivierten wir im Februar 2020 die ersten Online-Shops für unsere Vetriebsniederlassungen. Keine Sekunde zu spät, denn unsere klassischen Hauptvertriebskanäle, der Fach- und Einzelhandel, fielen kurz darauf pandemiebedingt zum Teil für längere Zeit aus. KNAPP IT Solutions reagierte ebenso rasch und integrierte die neuen Prozesse für unsere Onlinevertriebskanäle in der SAP® EWM Template-Lösung.

24/7 Service über den Go-Live hinaus
Nach dem Go-Live der neuen Softwarelösung an den Standorten in Pill, Österreich, im Mai 2020 und Magdeburg, Deutschland, im März 2021, folgen die Niederlassungen in Oosterhout, Niederlanden, und Pásztó, Ungarn, 2022 und 2024. Die Zusammenarbeit mit EGLO endet aber nicht mit der Inbetriebnahme und anschließenden Hypercare-Phase. Alle vier Standorte werden darüber hinaus über den KNAPP 24/7 SAP® EWM Service Desk während der Bereitschaftszeit von 06:00 bis 23:00 durch das KNAPP eigene SAP® EWM Expertenteam in etwaigen Frage- und Problemstellungen betreut und unterstützt. (RED)

 


Quelle: LOGISTIK express Journal 2/2022

LogiMAT 2022 Fachmesse mit Vorlauf: Intralogistik aus erster Hand

Nur noch wenige Wochen trennen uns vom Start der Intralogistikmesse LogiMAT, die vom 31. Mai bis zum 2. Juni in Stuttgart stattfindet. Auch im zweiten Teil der dreiteiligen Serie präsentiert Logistik Express vorab die interessantesten Exponate aus zentralen Ausstellungsbereichen.

Die langjährigen Besucher der LogiMAT werden in diesem Jahr feststellen, dass sich der Charakter des Branchen-Events leicht verändert hat. Anders als früher finden die beliebten Foren nicht mehr in den Hallen, sondern ausschließlich im Eingangsbereich statt. Diese Corona-Schutzmaßnahme hat zur Folge, dass die Zahl der Fachvorträge während der drei Messetage deutlich gesunken ist.

Aus dieser Not machte der Veranstalter, die Münchner Euroexpo GmbH, eine Tugend.
Etliche Vorträge finden nun im Vorfeld der LogiMAT auf der digitalen Plattform LogiMAT.digital statt, die damit spürbar an Attraktivität gewonnen hat. Am 5. April stand zum Beispiel der LogPR-Thementag auf dem Programm. Hier ging es in zwölf moderierten Vorträgen um die Themen Automatisierung, Warehousemanagement und Disposition. Für potenzielle Besucher war das eine von vielen Möglichkeiten, sich gezielt auf die Messe vorzubereiten und einige der Top-Lösungen im Vorfeld zu betrachten. Apropos Top-Lösungen: Auch im zweiten Teil des Vorberichts stellen wir einige der herausragenden Exponate vor.

Handheld Germany stellt den neuen SP500X ScanPrinter vor. Die tragbare Scan-und-Druck-Lösung vereint 2D-Imaging, Tintenstrahldruck und drahtlose Kommunikation in einem Gerät. Der SP500X wurde für Logistikanwendungen mit hohen Volumina entwickelt, bei denen bei der Sortierung von Paketen manuell gescannt und etikettiert wird. Mit dem integrierten Drucker und Wi-Fi ist der SP500X echt mobil. Der SP500X verwendet eine patentierte Technologie von HP und druckt direkt auf Pakete und andere Oberflächen. Der leichte SP500X kann über 1.250 Scans und Ausdrucke pro Stunde erstellen. Er hat eine Lithium-Ionen-Batterie, die bis zu 5.000 Scans und Ausdrucke pro Ladung schafft. Die Druckerpatronen reichen für Tausende Ausdrucke. Die Batterie kann im laufenden Betrieb gewechselt werden, sodass Ausfallzeiten minimiert werden können. Durch die Wi-Fi-Kompatibilität lässt sich der SP500X ScanPrinter nahtlos in bestehende IT-Umgebungen integrieren und kommuniziert direkt mit den vorhandenen Back-End-System.

Das Supply Chain Technologieunternehmen Zetes präsentiert auf der LogiMAT in Halle 8, Stand A41 Innovationen für eine digitalisierte, vernetzte Lieferkette. Messebesucher erleben anhand von praxisnahen Anwendungsszenarien Supply Chain Management 4.0 zum Anfassen. So wird die Logistic Execution-Lösung ZetesMedea zur Digitalisierung von Lagerprozessen inklusive Voice-Kommissionierung und das RFID-/ImageID-Gate für eine kamerabasierte Palettenprüfung des Wareinein- und ausgangs zu sehen sein. Darüber hinaus sind Live-Demos des druckluftfreien Hochleistungs-Applikators MD 5000E zum ein-, zwei- oder dreiseitigen Etikettieren von Paletten in Kombination mit dem Packaging Execution System (PES) ZetesAtlas, des IND-Staplerterminals sowie der topaktuellen Mobilcomputer und Wearables führender Hersteller geplant.

Der Pick-by-Light-Spezialist KBS Industrieelektronik GmbH präsentiert ein neu entwickeltes Modul für die elektronische Füllstandüberwachung. Damit werden die Einsatzmöglichkeiten des KBS Systems um die elektronische Nachfüllsteuerung von Bereitstellregalen (e-Kanban) erweitert. Um die elektronische Nachschubermittlung zu erleichtern hat KBS einen Sensor entwickelt, der eine automatische Füllstanderfassung nahtlos in bestehende oder neue Pick-by-Light-Systeme integrieren kann. Die hierbei eingesetzte Technologie ermöglicht es, dass nur noch ein Sensor je Durchlaufkanal zur Füllstanderfassung erforderlich ist und Kabelführungen innerhalb des Durchlaufkanals entfallen. Der Behälter-Füllstand wird dabei durch den Sensor kontinuierlich berührungslos überwacht. Sobald sich nur noch eine definierbare Mindestanzahl an Behältern im Regal befindet, meldet dies der Sensor an die Nachschubsteuerung. In Kombination mit einem Put-to-Light-Modul kann der aktuelle Status angezeigt und der Nachfüllprozess optimiert werden, indem die leucht-
starke Blickfangleuchte visuell unterstützt und so den Nachfüllprozess beschleunigt und
Beschickungsfehlern vorbeugt.

Das Schweizer Familienunternehmen Kern AG hat sich dem leidigen Thema der übergroßen Pakete und dem Füllmaterial aus Plastik im Onlinehandel gewidmet und ein umweltschonendes Verpackungssystem entwickelt: PackOnTime 2box stellt maßgeschneiderte Pakete her, die ganz ohne Verpackungsmaterial auskommen. In einem vollautomatisierten Prozess wird die Ware ausgemessen und die Daten weitergeleitet. Aus recycelter Wellpappe stellt die Maschine ein passendes Paket her – und das im Sieben-Sekunden-Takt. Der nachhaltige Nutzen liegt auf der Hand: kleinere Pakete, weniger Volumen, weniger Lastwagen auf der Straße.

Das Robotikunternehmen Magazino zeigt erstmals öffentlich die serienreife Version des mobilen Roboters SOTO. Der vollständig autonom arbeitende Roboter automatisiert die Materialversorgung in der produzierenden Industrie und bringt Kleinladungsträger (KLT) vom Lager bis zur Montagelinie – ganz ohne manuelle Zwischenschritte. Der Roboter ist bereits in mehreren Pilotprojekten im Einsatz. SOTO kombiniert die elementaren Prozessschritte in einer einzigen, vollständig autonomen Lösung: die Aufnahme von unterschiedlich großen KLT, der autonome Transport von mehreren KLT von Quelle zu Senke sowie die Abgabe in Durchlaufregale auf unterschiedlichen Höhen. Das Einsammeln von Leergut sowie die Rotation von Kleinladungsträgern um 90° bis 180° gehören ebenfalls zum Fähigkeiten-Repertoire des neuen Roboters.

Mettler Toledo stellt erstmalig in Deutschland die Lösung TLD970 vor, mit der während der Fahrt die Abmaße von Paletten am Gabelstapler gemessen werden können. In Kombination mit der Waage TLF820, welche am Gabelstapler angebaut wird, entsteht so eine dynamische Messlösung für Volumen, Gewicht und ID. Damit können Spediteure ohne Zeitverlust während der Lagerumschlags prüfen, ob die vom Kunden angegebenen Maße und Gewichte stimmen. Denn mit jeder Palette, die ohne Kontrolle transportiert wird, können Umsatzverluste entstehen. Selbst kleinste Übermaße von Paletten können bei der Beladung von LKWs große Probleme hervorrufen und die gesamte Lade- und Routenplanung gefährden.

Das TLD970 von Mettler Toledo ist ein an der Hallendecke montiertes Messystem, dass die Abmaße von Paletten am Gabelstapler mit einer Fahrgeschwindigkeit von bis zu 15 km/h messen kann. Die Lösung ist so unauffällig integriert, dass man sie kaum bemerkt. Eine am Gabelträger montierte Waage vom Typ TLF820 und das Handscannersystem liefern zur Vervollständigung des Datensatzes das Gewicht und die ID der Palette. Ein optionales Staplerterminal führt den Fahrer durch den Messprozess und überträgt den Datensatz per WLAN an das übergeordnete IT-System des Anwenders.

Der Pick-by-Vision-Spezialist Picavi stellt den Lager-Mitarbeiter in den Fokus. Kernthema am Messestand ist neben neuen Funktionalitäten im Picavi-Ökosystem die Entwicklung einer intelligenten Analytik mit Hilfe neuronaler Netze zur Echtzeit-Optimierung im Lager. Die Lösung basiert auf einer Echtzeit-Datenerfassung mittels Datenbrille und der Nutzung dieser Daten zur Optimierung von Lagerprozessen und der Arbeitsplatzergonomie der Mitarbeiter. Picavi führt die Auswertung mit neuronalen Netzen durch. Auf dieser Basis erkennt das System eigenständig Optimierungspotenziale und schlägt konkrete Maßnahmen zur Verbesserung vor. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Erfassung von Bewegungsmustern und deren Optimierung für eine bessere Ergonomie im Lager. So können beispielsweise wiederkehrende Bewegungen, wie z.B. häufiges Bücken, erkannt und anschließend Maßnahmen zur gesundheitsfördernden Optimierung ergriffen werden.

Die KNAPP AG (Halle 3 auf Stand B05) zeigt neueste Technologien für die Automatisierung und Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette. KNAPP-Lösungen sind auf den jeweiligen Bedarf maßgeschneidert und basieren auf innovativen Technologien und modernster Software. Damit hilft KNAPP ihren Kunden, Wettbewerbsvorteile zu generieren und auszubauen. KNAPP versteht sich als Technologiepartner und bietet für jeden Schritt in der Wertschöpfungskette die richtige Automatisierung, Informationen und Serviceleistungen. Innovative Roboter und Software-Tools: KNAPP zeigt die neueste Generation seines mit künstlicher Intelligenz ausgestatteten Kommissionier-Roboters Pick-it-Easy Robot, Neuheiten rund um die autonomen mobilen Roboter Open Shuttles und das völlig neuartige Taschensorter-System AutoPocket, das erstmals in der Öffentlichkeit präsentiert wird. KNAPP-Software, die die Technologien zu intelligenten Systemen verbindet, und innovative Software-Tools zur Analyse und Optimierung des Anlagenbetriebs runden den Messeauftritt ab.

Seit September 2021 trägt BITO-Lagertechnik (Halle 6 / Stand C31) die TÜV-Zertifizierung „Klimaneutralen Unternehmen“ und stellt auf der LogiMAT ihre hohen Grundsätze hinsichtlich Umweltschutz bzw. nachhaltiger Ressourcenschonung vor. Mit dem Fahrerlosen Behältertransporter LEO Locative ermöglicht BITO-Lagertechnik den Anwendern, den innerbetrieblichen Transport von Behältern oder Waren auf ganz einfache Art und Weise zu automatisieren, ohne dafür die komplette Infrastruktur verändern zu müssen. Die LEO-Produktfamilie wächst und passt sich den verschiedenen Marktrends an. LEO custom beispielsweise eignet sich als variable FTS-Lösung für die einfache Automatisierung des Materialtransports in der Produktion und lässt sich je nach Einsatz um individuelle Aufbauten ergänzen. Das LEO-System ist in allen Ausführungen ein unkomplizierter Schritt in Richtung Industrie 4.0. Es funktioniert ohne W-LAN und IT und kann vom Nutzer problemlos selbst installiert und in Betrieb genommen werden. Auf der LogiMAT 2022 stellt BITO-Lagertechnik die neuesten Weiterentwicklungen der LEO-Familie vor und zeigt, wie sich das System unkompliziert in unterschiedliche Prozesse einbinden lässt.

Die TGW Logistics Group (Halle 5 / Stand C13) hat sich für das digitale Zeitalter mit modernen Technologien aufgestellt und zeigt als Systemintegrator das Spektrum seiner digitalen Services. Es umfasst den gesamten Lebenszyklus einer Anlage: von der Planung über die Realisierung bis zum laufenden Betrieb. Dabei stehen Innovationen im Fokus, die Unternehmen helfen, wettbewerbsfähiger zu werden.Der TGW-Stand setzt auf ein offenes Kommunikationskonzept. Neben Modulen, Systemen und Lösungen rücken auch Referenzprojekte mit namhaften Kunden in den Fokus, bspw. Coop, PUMA, Fource, Engelbert Strauss.

SSI Schäfer deckt diese komplexe Bandbreite ab und präsentiert auf der LogiMAT 2022, wie seine Kunden mit zukunftsfähiger Intralogistik einen Wettbewerbsvorteil erzielen. Auf dem Messestand in Halle 1 zeigt SSI Schäfer, wie kleinere und mittelständische Unternehmen Abläufe teilautomatisieren können – auf einfache Weise im Sinne von „Plug & Play“ und zu attraktiven Kosten. Im Ergebnis werden die Lager-, Transport- und Kommissionierprozesse beschleunigt, der vorhandene Raum effektiver genutzt und ergonomische Arbeitsabläufe garantiert. Bausteine dieser Lösungen sind unter anderem Fahrerlose Transportsysteme, Verschieberegalsysteme, Kanallager- Applikationen mit dem SSI ORBITER® und der Lagerlift SSI LOGIMAT®, die auf der Messe ausgestellt werden. Ein besonderes Highlight auf dem Messestand ist das Exponat zur Vertical Farming Lösung, die SSI Schäfer (Halle 1 D21) als offizieller Partner des Konsortiums des Deutschen Pavillons gerade erst auf der Expo 2020 in Dubai vorstellte. Die innovative wie nachhaltige Lösung wurde in Zusammenarbeit mit Infarm, dem schnell wachsenden Urban Farming Unternehmen mit weltweiter Präsenz, entwickelt und wird nun in Europa präsentiert.

Innovation ist nicht länger eine Option. Es ist eine Notwendigkeit, BEYOND zu gehen. Wir als Dematic freuen uns Ihnen mitteilen zu können, dass wir auch in diesem Jahr wieder an der führenden EMEA-Messe Logimat 2022 teilnehmen werden, die vom 1. März bis zum 2. Juni in Stuttgart, Deutschland, stattfindet. Zusammen mit einem neuen Standkonzept und spannenden Showcases werden wir in Halle 1, Stand 1B37 zu finden sein. Als Unternehmen mit einem starken sustainable und sehr digitalen Mind-Set, werden wir uns im Jahr 2022 auf den ganzheitlichen Ansatz unserer Lösungen > Services > Software konzentrieren, um die Zukunftsmärkte F&B, Grocery, General Merchandise, e-Com/e-Grocery und Durable Manufacturing fokussieren.

Seit 2003 ist Element Logic (Halle 1, Stand 1H21) AutoStore-Partner. Als weltweit erster offizieller AutoStore-Integrator hat Element Logic seither mehr als 150 AutoStore-Lager installiert und ist europaweit Marktführer für AutoStore-Lösungen in Europa. Element Logic, der weltweit erfolgreichste AutoStore-Distributor des vergangenen Jahres, präsentiert innovative Neuentwicklungen auf Basis bewährter Standards mit individuellem Zuschnitt. Das in Stuttgart vorgestellte Produkt- und Leistungsspektrum reicht ausgehend von einer kompletten AutoStore-Anlage mit automatisierter Behälterandienung über integrierte Einzelstückkommissionierung per Roboter bis hin zu Peripheriegeräten, Lagerverwaltungs- und Steuerungssoftware sowie umfassenden After-Sales-Services.

Das Unternehmen AM Logistic Solutions GmbH (Halle 1 / Stand B31) konzipiert und realisiert als Generalunternehmer Logistikprojekte, die sämtliche am Markt verfügbaren Intralogistiksysteme integrieren: Automatische Kleinteilelager (AKL), AutoStore, Co-Bots, autonome mobile Roboter (AMR), Regalbediengeräte und Shuttle. Fördertechnik, IT-Lösungen, Retrofit-Sanierungen sowie 24/7-Anlagenservice und Wartung runden das Leistungsportfolio ab. Die AM Logistic Solutions ist ein Tochterunternehmen der niederländischen Royal Reesink Gruppe und Teil der Reesink Logistic Solutions Division.

Wir bei Vanderlande kennen die Lagerautomatisierung in- und auswendig. Unser Fachwissen und unsere Erfahrung, die wir in den letzten 70 Jahren gesammelt haben, sind schlichtweg unübertroffen. Und all dieses Know-how steht Ihnen zur Verfügung. Lassen Sie sich von unseren Ingenieuren auf der LogiMAT von unseren Robotik- und autonomen Fahrzeuglösungen inspirieren und finden Sie heraus, warum wir der Meinung sind, dass diese innovative Technologie nicht isoliert funktionieren sollte, sondern wirklich in den Lagerfluss eingebettet werden muss. Entdecken Sie die neuesten Erkenntnisse über die einzigartige ADAPTO-Shuttle-Technologie von Vanderlande – unser automatisches 3D-Ein-/Auslagersystem mit integrierten Sortier- und Sequenzierungsfunktionen. Oder erfahren Sie, warum unsere adaptiven Taschensysteme, wie AIRPICK, die beste Lösung für Ihre Anforderungen sein könnten.

Die Fluxus Solutions GmbH (Halle 5, Stand C01) präsentiert auf der LogiMat 2022 zum ersten mal Lösungen und Dienstleistungen rund um die Themen Intralogisitk und Materialfluss. Zum Produktportfolio gehören das Paletten-Durchlaufregalsystem FXS Dynamics PFS, Paletten-Einschubregalsysteme FXS Dynamics PPS & FXS Dynamics TSS, Gefällerollenbahnen FXS Dynamics GRC, Karton-Durchlaufregalsystem FXS Dynamics CFS sowie das Shuttleregalsystem FXS Automation GRC und ein automatisches Palettenregalsystem FXS Automation APS.

Die IGZ Ingenieurgesellschaft für logistische Informationssysteme mbH untermauern ihre Intralogistik-Kompetenz für hochautomatisierte SAP-gesteuerte Intralogistik-Anlagen. So beteiligt sich IGZ an dem „LogiMAT Digital“-Event am 12. Mai mit dem Vortrag „Logistikplanung mit SAP Fokus“. Ebenso sind die SAP Ingenieure in Stuttgart vertreten in Halle 1 (Stand B25) und Halle 8 (Stand B47).  (RED)

 


Quelle: LOGISTIK express Journal 2/2022

LogiMAT Präsentationsplattform für modernste Software-Lösungen

Auf der LogiMAT 2022, Internationale Fachmesse für Intralogistik-Lösungen und Prozessmanagement, präsentieren die Software-Entwickler dem internationalen Fachpublikum ihr aktuelles Produktportfolio für zukunftsfähige, effiziente Intralogistik. Prägende Trends sind Cloudlösungen und die Einbindung moderner Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) und Robotic Process Automation (RPA).

In mitarbeiterintensiven Branchen wie der Logistik erschließen Automatisierung und Digitalisierung neue Möglichkeiten der Prozesseffizienz, Geschäftsentwicklung, Kundenbindung und Skalierbarkeit. Enabler dieser Erneuerungs- und Optimierungspotenziale sind die jeweils steuernden Softwaresysteme. Das Zusammenspiel von digitalen Technologien wie Cloud, Data Analytics, Augmented Reality oder Künstliche Intelligenz ermöglicht dabei die nächsten Schritte intelligenter Prozessautomatisierung, die Umsetzung datenbasierter Geschäftsmodelle und zusätzliche Faktoren der Wettbewerbsdifferenzierung. Welche Optionen die Software-Hersteller dabei mit ihrem aktuellen Produktportfolio für Intralogistik und Prozessmanagement bieten, zeigen die IT-Unternehmen auf der LogiMAT 2022 in den Hallen 6 und 8 auf dem Stuttgarter Messegelände. „Applikationen, Module und Systeme für schnelle Datenzusammenführung, -analyse und Prozessoptimierung, die die operativen Prozesse der Intralogistik und der Supply Chain verbessern“, konstatiert Messeleiter Michael Ruchty der EUROEXPO Messe- und Kongress-GmbH aus München. „Intelligente IT-Lösungen zur Bewältigung der aktuellen Marktanforderungen und zukunftsfähigen Ausrichtung der Unternehmen.“

Das nach den Anbietern von Fördertechnik- und Automatisierungssystemen zweitstärkste Ausstellerkontingent auf der LogiMAT 2022 kommt mit einem umfassenden Überblick über die jüngsten Entwicklungen bei Transportmanagement-, Lagerverwaltungs- (LVS) und Warehouse Management Systemen (WMS) sowie bei Zoll-, Versandabwicklungs- und Exportkontroll-Systemen nach Stuttgart. Zudem präsentieren zahlreiche Anlagenbauer, Systemintegratoren und Flurförderzeuge-Hersteller Systeme für das Flotten-, Ressourcen-, Yard- und Zeitfenstermanagement sowie Steuerungssoftware für ihre Geräte, Systeme und Anlagen. Darunter eine wachsende Zahl von Unternehmen, die eigenentwickelte LVS beziehungsweise WMS vorstellen oder sich als SAP-Implementierungspartner positionieren. Als bestimmende Trends für die Exponate, die zugleich den Investitionsbedarf in der Intralogistik markieren, zeigen sich:

  • die Einbindung von Methoden und Verfahren der Künstliche Intelligenz (KI)
  • der Einsatz von Simulationssoftware und Digitalen Zwillingen in unterschiedlichsten Anwendungen
  • Nachhaltigkeit/Ressourceneffizienz
  • Systeme, Module und Applikationen für Big Data und Analytics
  • smarte Lösungen aus der Cloud.

 

Vernetzte Daten analysieren.
Technologien wie Bilderfassung, KI und Robotik werden eingebunden, um durch Automatisierung von Rechenprozessen der Software selbst zur weiteren Optimierung der Systemleistungen beizutragen. So lassen sich durch Nutzung maschineller Lernmechanismen für koordinierte Prozesssteuerung etwa Kommissionierwege und -zeiten um bis zu 30 Prozent reduzieren. Künstliche Intelligenz (KI), Maschinelles Lernen (ML) und Robotic Process Automation (RPA) beschleunigen die Rechenprozesse. Das macht sie zu Technologien, die es Ingenieuren und Data Scientists ermöglichen, die riesigen Datenmengen einer vernetzten, digitalen Transformation zu strukturieren, zu analysieren und auszuwerten. „Vernetzte Intralogistiksysteme, die lernfähig sind und sich selbst optimieren können, werden schon in naher Zukunft eine große Rolle spielen“, betont Johann Steinkellner, CEO Central Europe bei TGW (Halle 5, Stand C13). Spezielle Algorithmen generieren dabei Mehrwert, indem sie etwa durch vorausschauende Analysen und daraus abgeleitete, belastbare Handlungsempfehlungen die operativen Prozesse der Intralogistik wie der Supply Chain optimieren.

So zeigt active logistics (Halle 6, Stand F61) das Tourenplanungssystem active smart tour mit integrierter KI. Das System soll die Tourenplanung beschleunigen. Dabei, so das Unternehmen, stellt die KI sicher, dass Terminzusagen und Kundenprioritäten erfüllt sowie ein Deckungsbeitrag erwirtschaftet wird. Sie laste vorhandenen Laderaum effektiver aus, kalkuliere effiziente Routen, verkürze mit ML die Fahrstrecken und verringere damit zugleich den CO2-Ausstoß. Sie überwacht zudem sämtliche Ankunftszeiten und vergibt kurzfristige Abholungen direkt an das naheliegendste Fahrzeug. Arvato Systems GmbH (Halle 8, Stand F55) stellt KI-basierte Anwendungen etwa für das Stammdatenmanagement vor. Zudem stehen smarte Applikationen zur Routenoptimierung oder Belieferungskonzepte mit (teil)autonomen Zustellungen im Fokus, die den CO2-Ausstoß insbesondere auf der letzten Meile reduzieren. Die Setlog GmbH (Halle 7, Stand C61) hat die kompletten Lieferketten im Blick und kommt mit neuen Tools für ihre Supply Chain Management (SCM)-Lösungen nach Stuttgart. Schwerpunkt des Messeauftritts bildet die erweiterte SCM-Software OSCA, die in fünf Lösungen mit erweiterten Tools demonstriert wird.

 

Simulationssoftware und digitale Zwillinge.
Zur Optimierung der innerbetrieblichen Transporte dient das Realtime Location & Recognition System der Logivations GmbH (Halle 8, Stand F05), das mit Machine Learning alle Materialflüsse und Staplerbewegungen tracken, automatisch buchen sowie Scan- und Identifikationsvorgänge automatisieren kann. Fahrerlose Transportsysteme und Staplerleitsystem verschmelzen, autonome Transportsysteme haben völlig neue Möglichkeiten für Navigation, Hindernisvermeidung und die Kollaboration mit Menschen. Auf Basis eines digitalen Zwillings sollen sich zudem vielfältige Anwendungen erstellen lassen. Die Artschwager + Kohl Software GmbH, (Halle 6, Stand D73), präsentiert erstmals auf der LogiMAT ihr Task und Transport Management System TAMAS, das eine Integration autonomer mobiler Transportroboter und Gabelstaplerflotten in den Produktionsbetrieb ermöglicht.

Eine eher ungewöhnliche Entwicklung kann das internationale Fachpublikum bei der e.bootis ag (Halle 8, Stand F41) in Augenschein nehmen: die Abbildung der Intralogistikprozesse in einem ERP-System. Erstmals zeigt das Unternehmen in Stuttgart die modular individualisierbare e.bootis-ERPII Suite. Sie bietet unter anderem mit Transportmittelverwaltung, automatisierter Versandabwicklung, Kommissionierung, Bestandsverwaltung, Fördertechniksteuerung und Nachverfolgung Lösungsbausteine für zahlreiche Anforderungen mittelständischer Unternehmen der Großhandels-, Industrie- und Dienstleistungsbranche. Ziel ist es, Geschäfts- und Logistikprozesse vom Wareneingang bis hin zur Inventur zu digitalisieren und zu automatisieren.

Auch bei der Planung und Leistungsauslegung automatisierter Anlage und den Abläufen im Logistikzentrum kommen vielfach Simulationssoftware und digitale Zwillinge zum Einsatz. Mit ihnen lassen sich bereits im Vorfeld die Anlagenauslegung und Prozesse exakt abbilden und überprüfen. Gleiches gilt etwa für die Planung und Gestaltung optimaler Lieferketten und alternativer Supply Chains. Dabei unterstützen Softwaresysteme mit umfassenden Analyse- und Simulationsfunktionen das Supply Chain Network Design. So erstellt etwa die Software ipolog (Halle 1, Stand F31) für verbesserte kollaborative Zusammenarbeit bei der Logistik- und Montageplanung ein digitales Modell als digitalen Zwilling der künftigen Anlage, in dem alle notwendigen Daten zusammenfließen. In ipolog werden unterschiedliche Szenarien aufgebaut, simuliert und gegenübergestellt. Das Planungsszenario kann zum besseren Verständnis in 3D visualisiert werden.

 

Cloud-Anwendungen für die digitale Transformation bei KMU.
Zentrale Systeme für die Verwaltung, Prozesssteuerung und Effizienz im Lager bilden die Lagerverwaltungs- und Warehouse Management Systeme. In diesem Softwarebereich sind zahlreiche Entwickler mit Neuerungen in Stuttgart. Parallel zeichnet sich ein Trend ab, die Systeme und Funktionalitäten weiter zu modularisieren und in frei kombinierbaren Zusammenstellungen sowie nach unterschiedlichen Abrechnungsmodellen aus der Cloud anzubieten. IT-Architekturen und -Anwendungen werden für die Cloud umgebaut und in die Cloud migriert oder auf die Nutzung Cloud-nativer Technologien ausgerichtet. Derartig Modelle aus der Cloud ermöglichen auch kleineren und mittelständischen Betrieben (KMU) Modernisierungen, Automatisierung und den komfortablen, finanziell überschaubaren Einstieg in die digitale Transformation.

Vor diesen Hintergründen präsentiert die Andreas Laubner GmbH (Halle 4, Stand B45) Innovationen rund um die automatische Datenerfassung sowie Lösungen für smarte und optimierte Prozesse zur Digitalisierung bei KMUs. Gezeigt wird unter anderem ein Modul mit Hard- und Software, das eine schnelle und unkomplizierte Implementierung von Transportrobotern über eine Cloud-Lösung ermöglicht. Die PureLoX Solutions GmbH (Halle 8, Stand D05) stellt als Neuerung die Warehouse-Management-Software plx.wmx vor. Eine neu entwickelte Software-Architektur auf einer Low-Code-Plattform ermöglicht Cloudfähigkeit sowie eine mobile Nutzung ohne Einschränkungen über Tablet und Smartphone. Gleichzeitig soll der Aufwand für Wartung, Anpassung und Weiterentwicklung gegenüber klassischen monolithischen WMS-Architekturen deutlich sinken. Die ABF GmbH (Halle 8, Stand D57) zeigt mit OneBase®MFT ein Lagerverwaltungssystem mit kontinuierlicher Materialverfolgung über sämtliche Transport- und Fördermittel via Real Time Location System (RTLS) sowie einer vollautomatischen, situationsadaptiven Materialflusssteuerung für innerbetriebliche Logistikprozesse.

Die PSI Logistics GmbH (Halle 8, Stand D70) hat gleich eine komplette Best-Practice-Lösung für den E-Commerce aufgelegt. Neben einem neuen, cloudbasierten Dienst PSIsrs für intelligente, proaktive und effiziente Routenplanung präsentiert das Unternehmen unter anderem eine branchenspezifisch vorkonfigurierte E-Commerce-Lösung des bewährten Warehouse Management Systems PSIwms. Das Best-Practice-Komplettpaket, das erstmals vorgestellt wird, ist cloudbasiert und speziell auf die für den E-Commerce und Omnichannel relevanten Prozesse und Arbeitsanforderungen ausgelegt. Die Branchenlösung erfordert keinen zusätzlichen Programmieraufwand und ermöglicht kurze Projektlauf- und Implementierungszeiten.

 

Sicherheit für die Kollaboration Mensch/Maschine.
Einen weiteren Aspekt für die Optimierung des Materialflusses zeigt die Panasonic Tochtergesellschaft, der Plattformlösungsanbieter Blue Yonder (Halle 6, Stand A71) mit ihrem Luminate-Portfolio. Es bietet KI-gesteuerte Supply-Chain-Lösungen aus der Cloud und soll KI-Supply Chains agiler machen. Die Supply-Chain-Spezialisten der Remira Group GmbH (Halle 8, Stand D17) haben als Exponat die Premiere von Statcontrol Cloud im Gepäck. Die Neuheit aus dem Bereich Warehousing ist nach Herstellerangabe die erste vollständig zertifizierte Software-as-a-Service-Lösung für Stichprobeninventur und soll Anwendern einen sofortigen ROI ab der ersten Inventur ermöglichen.

IT-Lösungen zur gesteigerten Autonomie und Sicherheit von Maschinen und Industrierobotern stehen im Mittelpunkt des Messeauftritts der Blaxtair Arcure S.A. (Halle 10, Stand H30). Das Unternehmen ist auf KI für die Bildverarbeitung in der Industrie spezialisiert. Die neue cloud-basierte Lösung „Blaxtair Connect“ erhöht die Sicherheit von Menschen in der Nähe von Maschinen und hilft Unternehmen dabei, das angestrebte Ziel „Null Unfälle“ zu erreichen, indem sie Kollisionsrisiken proaktiv managen und so drastisch reduzieren können.

„Insgesamt bietet die LogiMAT 2022 damit einen abwechslungsreichen Überblick über die jüngsten Anwendungsoptionen durch Integration modernster Technologien und hilfreicher IT-Werkzeuge in die IT-Infrastruktur der Unternehmen“, resümiert Messeleiter Ruchty. „Der aktuell von Tata Consultancy Services (TCS) und Bitkom Research veröffentlichte Trendstudie ‚Nachhaltig geht nur digital‘ zufolge setzen drei Viertel der Großunternehmen auf Big Data. Das heißt sie nutzen Software-basierte Analyseinstrumente“. Für KMU trifft dies nicht einmal für die Hälfte der Unternehmen zu. Es gibt also noch deutliche Potenziale bei Nutzergruppen und Anwendungen. Die Software-Unternehmen sind gefordert, marktgerechte Lösungen zu entwickeln, die die digitale Transformation und KI-Anwendungen weiter voranbringen. Das wachsende Angebot an Cloud-Lösungen sowie Systemen, Modulen und Applikationen für Big Data und Analytics wie sie auf der LogiMAT 2022 präsentiert werden, zeigt die richtige Richtung auf. Jetzt müssen die Anwender agieren.

 

Veranstalter: EUROEXPO Messe- und Kongress-GmbH
Joseph-Dollinger-Bogen 7, 80807 München, Tel.: +49 (0)89 32391-259
Fax: +49 (0)89 32391-246; www.logimat-messe.de | www.logimat.digital

 


Quelle: LOGISTIK express Journal 2/2022

Von digital bis nachhaltig. Die sechs wichtigsten Logistiktrends 2021

In der Wirtschaft hat sich in den letzten Jahren viel geändert: Stichworte sind Industrie 4.0 und Handel 4.0. Dazu gehören unter anderem immer kürzere Produktentwicklungszyklen, die Zunahme von Just-in-Time- und Kleinstserien-Fertigung sowie ein weiteres Voranschreiten der Arbeitsteilung – über Unternehmens- und Ländergrenzen hinweg.

Beitrag: Redaktion.

All diese Entwicklungen stellen die Unternehmenslogistik vor neue Herausforderungen. Sie muss sich nahtlos in die Supply Chain mit ihren immer enger getakteten Schritten integrieren, hochgradig automatisiert ablaufen und dabei dem Umwelt- und Klimaschutz Rechnung tragen. Auch die Logistik befindet sich in einem fundamentalen Wandel, wie die folgenden sechs Trends unterstreichen.

Logistik goes digital.
Die Digitalisierung sowohl der Lager- als auch der Transportlogistik ist in vollem Gange – und wird sich 2021 fortsetzen. Es geht darum, sämtliche Liefer- und Logistikvorgänge digital zu steuern, damit sie gleichzeitig flexibler zu handhaben sind und kosteneffizienter werden.

Die internen und externen Prozessteilnehmer gilt es, in einer interaktiven Supply Chain miteinander zu vernetzen, sodass sie bei Bedarf eingreifen können. Voraussetzung dafür sind ein steter Datenaustausch in Echtzeit, der zeit- und ortsunabhängige Zugriff auf die Informationen sowie eine hohe Transparenz über alle Prozessstufen hinweg.

Lohndienstleister auf dem Schirm haben.
Subcontracting ist im produzierenden Gewerbe gang und gäbe. Beispielsweise um Lastspitzen abzufangen oder um Spezialkompetenzen des Dienstleisters zu nutzen. Auch hier kommt es immer mehr darauf an, agiler zu reagieren und Unterbrechungen zu vermeiden. Hersteller sind deshalb darauf angewiesen, alle relevanten Informationen, beispielsweise die Fertigungsfortschritte beim Lohndienstleister, in Echtzeit zu erhalten. Etwa, indem man den Subcontractor über ein cloudbasiertes Tool in das eigene Logistikmodul einbindet.

Der ökologische Fußabdruck rückt stärker in den Fokus.
Umwelt- und Klimaschutz sind mittlerweile wichtige Entscheidungskriterien für Kunden. Unternehmen werden daher ihre Logistikprozesse nicht nur modernisieren, um Kosten zu senken, sondern auch, um damit zu werben. Denn besser aufeinander abgestimmte Transportwege bedeuten weniger Leerfahrten und eine optimierte Streckenführung. In der Folge sinkt die Verkehrsbelastung – die Reduzierung von Abgasen, CO2-Ausstoß und Energieverbrauch inklusive.

Mit Logistics Experience punkten.
Sehr erfolgreiche Online-Händler zeichnen sich zumeist durch einen hochwertigen Lieferservice aus. In ihrem Arbeitsalltag erwarten diese E-Commerce-Kunden – dann als B2B-Kunden – zunehmend die gleiche Betreuung in Form einer optimalen Logistics Experience.

Der smarte Kollege kommt ins Team.
Über elektronische Logistikprozesse entstehen enorme Datenmengen, die sich auf herkömmliche Weise nicht auswerten lassen. Es bedarf daher einer Software-Lösung, die auf KI (künstliche Intelligenz) basiert: Sie ist in der Lage, in Echtzeit große Datenmengen zu erfassen, anzureichern sowie zu analysieren. Zudem erkennen smarte Tools Zusammenhänge oder Muster in den Daten und liefern sehr zuverlässige Prognosen für künftige Entwicklungen.

Intra- und Transportlogistik verschmelzen.
Durch den akkuraten Abgleich beider Bereiche werden sowohl Produzenten als auch Handelsunternehmen ihre Lagerbestände auf das exakt benötigte Maß reduzieren und die Umschlagsgeschwindigkeit erhöhen. Gehen nur die genau benötigten Mengen an Materialien oder Produkten „just in time“ auf die Reise, dann verschlanken sich die Vorgänge in der Intralogistik deutlich. Eine Zwischenlagerung samt den nötigen intralogistischen Schritten entfällt.

Win-Win-Situation für alle.
Die fortschreitende Digitalisierung und die damit verbundenen Anforderung an Unternehmen machen vor dem Logistikbereich nicht halt. Im Gegenteil: Hier bieten die technologischen Möglichkeiten besonders große Hebel, um effizienter und nachhaltiger zu wirtschaften.

Diplom-Kaufmann Christoph Tieben arbeitet seit fast 20 Jahren im SAP-Umfeld. Mehr Informationen zu den aktuellen Tendenzen hin zu Logistik 4.0 finden sich in der Checkliste „Die 6 wichtigsten Trends in der modernen Logistik“. http://bit.ly/3jSV0M2 (RED)

Quelle: LOGISTIK express Ausgabe 1/2021

 

Dematic automatisiert Ersatzteillager von Röthlein Logistik

Schnelle Reaktionszeiten, eine punktgenaue Zustellung rund um die Uhr: Ersatzteillogistik gehört zu den anspruchsvollsten Aufgaben für einen Logistikdienstleister, denn sie ist ein wahrer Balanceakt.

Beitrag: Redaktion.

Unternehmen müssen stets die Waage zwischen schnellen Lieferungen und den Kosten für Lagerung und Versand der Komponenten halten. Dieser Herausforderung stellt sich die Röthlein Logistik GmbH, ein Joint Venture der BayWa AG und der Schäflein AG. Das Unternehmen hat sich auf die Ersatzteillogistik in der Landwirtschaft spezialisiert und liefert – im Notfall – sogar innerhalb von nur einer Stunde die benötigten Teile an seine Kunden. Der Logistikdienstleister hat dafür eine 14.000 Quadratmeter große Multi-User-Anlage in Röthlein bei Schweinfurt in Betrieb. Dort lagert das Unternehmen die Ersatzteile, während es gleichzeitig sämtliche E-Commerce-Bestellungen abgewickelt. Damit alle Komponenten innerhalb kürzester Zeit beim Kunden ankommen, hat der Intralogistikspezialist Dematic das Logistikzentrum mit einer maßgeschneiderten Automatisierungslösung ausgestattet.

Wenn ein Ersatzteil gebraucht wird, bedeutet dies beim Landwirt Alarmstufe Rot. Maschinen stehen still und es kommt zu Betriebsausfällen. Jede Minute kostet Unternehmen bares Geld. Daher ist die Lieferung von Ersatzteilen immer ein Wettlauf gegen die Zeit. Insbesondere in der Landwirtschaft, die wie kaum eine andere Branche saisonal geprägt und von äußeren Bedingungen wie dem Wetter abhängig ist, können selbst kurze Verzögerungen über Erfolg oder Misserfolg der Ernte entscheiden. Punktgenau muss jede Maschine Höchstleistungen vollbringen. Röthlein Logistik hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, Ersatzteile für die Agrarindustrie möglichst schnell zu liefern.

Das Sortiment des Logistikdienstleisters reicht dabei vom grammleichten Ring bis zum tonnenschweren Mähbalken eines Mähdreschers. Um die rund 96.000 verschiedenen Ersatzteile fachgerecht unterzubringen, hat Röthlein Logistik verschiedenste Lagerarten in seine Multi-User-Anlage integriert. Den Großteil nehmen ein Fachbodenlager mit 60.000 Stellplätzen und ein Automatisches Kleinteilelager (AKL) mit 18.000 Behältern ein. Darüber hinaus bietet ein Multishuttle-System Platz für 4.560 Behälter, das 10,5 Meter hohe Palettenhochregallager umfasst 6.000 Stellplätze, das Wabenlager weitere 10.000. Etwas weniger groß, aber nicht minder wichtig sind das Scheibenlager mit 800, ein Kragarmlager mit 200, ein Kabeltrommel- und Ablänglagerregal mit 32 bzw. 400 Stellplätzen sowie ein Gefahrstofflager mit 360 Aufnahmepositionen. Hinzu kommt ein 1.500 Quadratmeter großes Blocklager.

Automatisierungslösung steigert Warenumschlag um das Vierfache.
Damit der Materialfluss reibungslos ineinander greift, ist das Logistikzentrum von Röthlein Logistik umfassend mit Automatisierungstechnik von Dematic ausgerüstet. Die maßgeschneiderte Lösung besteht aus einem dreigassigen Miniload-AKL mit drei Dematic-RapidStore-Regalbediengeräten zur vierfachtiefen Behälterein- und Auslagerung. Hinzu kommt ein Dematic-Multishuttle-System mit 20 Shuttles, das als Pufferlager dient. Dank ihrer hohen Geschwindigkeit lagern die Shuttles bis zu 1.200 Artikel pro Stunde ein und aus.

Sechs Ware-zur-Person-Kommissionierplätze, die mit einem Pick-to-Light-System ausgestattet sind, und zwölf kombinierte Arbeitsplätze für den Warenein- und -ausgang komplettieren die Anlage. Für die Kommissionierung in den manuell betriebenen Lagerbereichen hat der Intralogistikspezialist zudem neun mobile Arbeitsstationen installiert. Verbindendes Element zu den Lagern ist die automatisierte Fördertechnik Dematic Modular Conveyor System (MCS). „Mit der Automatisierungslösung von Dematic haben wir unseren Warenumschlag um das Vierfache gesteigert“, bilanziert Michael Hunstock, Leiter des Logistikzentrums von Röthlein Logistik. Im Wareneingang werden pro Tag heute durchschnittlich 1.000 Positionen abgewickelt, im Warenausgang sogar 5.900. Zuvor liefen viele Prozesse manuell ab – zum Beispiel in zwei Außenlagern in Schweinfurt, die Röthlein Logistik nun in die Multi-User-Anlage integriert hat.

Service überzeugt.
Einer der Hauptgründe für die Automatisierung des Materialflusses lag laut Hunstock darin, Ersatzteillieferungen noch schneller und exakter durchführen zu können. „Dematic lieferte uns hierfür die komplette Technik aus einer Hand“, sagt er. „Neben dem Preis-Leistungs-Verhältnis hat uns vor allem das umfangreiche und zuverlässige Serviceangebot von Dematic überzeugt.“ Schließlich garantiert Röthlein Logistik selbst seinen Kunden einen 24-Stunden-Service an sieben Tagen in der Woche. Wer bis 16 Uhr bestellt, dessen Auftrag verlässt noch am selben Tag das Logistikzentrum. Bei sogenannten Sammelaufträgen mit einem größeren Volumen vereinbart das Unternehmen mit dem Kunden im Vorfeld einen festen Liefertermin. „Unsere sofortige Lieferfähigkeit liegt dank unseres breit gefächerten Lagerbestands bei 97,8 Prozent“, erzählt Hunstock. „Diese Kunden- und Serviceorientierung erwarten wir auch von unseren Dienstleistern – bei Dematic ist sie garantiert.“ Heute verlassen täglich bis zu 2.230 Versandstücke das Logistikzentrum in Röthlein. Für die schnelle Zustellung an den Kunden nutzt der Ersatzteillogistiker unterschiedliche Wege: den Nachtexpress-, Speditions- und Paketversand sowie Kuriere. Auch Selbstabholung ist möglich. „Dadurch sind wir für jede Anfrage und jeden Kundenwunsch gewappnet“, sagt Hunstock.

Software als Wegbereiter für den Erfolg.
Dreh- und Angelpunkt für die Leistung der Automatisierungslösung ist die passende Software. Bei Röthlein Logistik hat Dematic für die Steuerung der Anlage und des gesamten Materialflusses die Software SAP Extended Warehouse Management (EWM) mit Materialflusssystem (MFS) installiert, welche ohne Middleware direkt an die Mechatronik angebunden ist. Alle Automatisierungssysteme sind digital vernetzt. Für die gesamte Kontrolle und Steuerung des Auftragsdurchlaufs hat Röthlein Logistik einen eignen Control Tower. Mithilfe der Software stellen die Mitarbeiter des Ersatzteillogistikers dort sicher, dass bei der Lagerung und dem Transport der Waren alle Prozesse optimal aufeinander abgestimmt sind. „Unser Konzept sieht ein proaktives Supply Chain Management vor“, betont Hunstock. „Die Softwarelösung von Dematic unterstützt uns dabei.“ Dafür gibt sie beispielsweise automatisch Auskunft über die Lagerauslastung und hilft beim Monitoring sämtlicher intralogistischer Prozesse.

Expansion mitgedacht.
Röthlein Logistik ist auf Wachstum und noch umfangreicheres Materialhandling vorbereitet: Denn das Gewerbegebiet in Röthlein, in dem die Multi-User-Anlage steht, bietet enormes Expansionspotenzial. In der nächsten Ausbaustufe ist geplant, das Logistikzentrum um weitere 9.000 Quadratmeter zu erweitern. „Dort hätten wir dann die Möglichkeit, ein Hochregallager zu installieren“, sagt Hunstock. Bereits im vergangenen Jahr hat Röthlein Logistik in dem Gewerbegebiet ein zusätzliches, 10.000 Quadratmeter umfassendes Reifenlager in Betrieb genommen. Doch nicht nur flächentechnisch ist das Logistikunternehmen auf das weitere Wachstum vorbereitet. Auch die Automatisierungslösungen von Dematic lassen sich problemlos bei laufendem Betrieb erweitern. So kann das AKL beispielsweise mit wenigen Handgriffen um drei Gassen erweitert werden. „Die Skalierbarkeit der Dematic-Systeme bietet uns die Möglichkeit, diese genau auf die Anforderungen unseres Geschäfts anzupassen“, resümiert Hunstock. (RED)

Quelle: LOGISTIK express Ausgabe 1/2021

 

Aqipa realisiert mit Swisslog und trotzt damit der Pandemie

Ein wegweisendes Projekt: Aqipa realisiert sein neues automatisches Lager zusammen mit Swisslog und trotzt damit der Pandemie.

Beitrag: Redaktion.

Aqipa, Spezialist für Zubehör im Bereich Consumer Electronics, optimiert seit 2019 seine Materialflüsse mit einem vollautomatischen und robotergestützten Kompaktlagersystem. Partner bei der Planung und Umsetzung war Swisslog. Der erfahrene Intralogistik-Spezialist aus der Schweiz hat weltweit schon mehr als 200 AutoStore-Systeme installiert. Wie wichtig diese Installation für das Unternehmen ist, zeigt nicht zuletzt die Corona-Zeit.

Leidenschaft für Kopfhörer, Lautsprecher und Heimkino-Systeme, Förderer der Kult-Marken Pioneer, Onkyo oder Pure: Die Aqipa GmbH aus Kundl, Tirol, versteht sich als „Brand Accelerator“ im Consumer-Electronics-Bereich. Bekannt unter dem Namen „Aqipa Gear Guru“ unterstützt der vor 30 Jahren gegründete Spezialist für Elektronikzubehör die Einführung und das Wachstum von mehr als 20 Lifestyle-Marken – als Distributor, Vermarkter, Online-Händler und Versorger am Point of Sale. Die familiengeführte Firma geht weltweit weitreichende Kooperationen mit Herstellern ein, sorgt dafür, dass deren Elektronikprodukte in den Fachhandel geliefert werden, organisiert den stationären Vertrieb und agiert als Retailer im E-Commerce.

Effizienz wird durch Digitalisierung und Automatisierung erreicht.
Aqipa ist über die Zeit stetig gewachsen – und mit ihm die logistische Herausforderung. Mehr als 4,3 Millionen Produkte, über 216.000 Pakete und im Schnitt 7.700 Paletten handhabt das Unternehmen pro Jahr. Trotz dieser Mengen möchte es eine Liefergenauigkeit von 99,9 Prozent bei höchst möglicher Effizienz erreichen. Gründer und Geschäftsführer Christian Trapl unterstreicht: „Das ist nur durch Digitalisierung, Automatisierung und eine gewisse kritische Größe möglich.“ Aus diesem Grund hat Aqipa vor zwei Jahren den Startschuss für eine wegweisende Logistikinvestition im Sinne einer Erweiterung und Modernisierung gegeben: Gesamtheitlich geplant und realisiert durch Swisslog, ist 2019, ein Jahr nach Planungsstart, ein hoch modernes, vollautomatisches AutoStore-Lager plus Peripherie entstanden – ein wegweisendes Projekt im Handel und E-Commerce in Österreich.

Anforderungen an das neue Lager.
Das neue AutoStore-System, ist Teil einer Vergrößerung des Aqipa-Standorts Kundl und zugleich Ausdruck einer Zentralisierungsstrategie. Der Electronics-Distributor wollte logistische Prozesse an einem Ort komprimieren und damit wirtschaftlicher gestalten. Dazu wurden mehrere Außenlager in verschiedenen Ländern geschlossen und deren Kapazitäten am Hauptsitz des Unternehmens zusammengeführt.

Wichtige Anforderungen an das neue Lager waren Flexibilität und Skalierbarkeit sowie verlässliche Verfügbarkeit und Funktionssicherheit. Im Fokus stand zudem eine Logistikverdichtung mit hohem Raumnutzungsgrad gepaart mit einer Leistungssteigerung bei der Ein- und Auslagerung wie auch bei der Kommissionierung. Laut Trapl spielten neben der eigenen Rentabilität auch gestiegene Ansprüche der Kunden eine Rolle: „Der Konsument erwartet heute, dass im Internet bestellte Waren in weniger als 48 Stunden geliefert und jederzeit retourniert werden können.“

Lageraufbau: Viergeschossiges System.
Das Kompaktlager in Kundl besteht aus direkt angrenzenden Bereichen über vier Etagen: Im Erdgeschoss sind der Warennachschub und Versand sowie die Retourenabwicklung untergebracht, mit zehn Arbeitsplätzen, Behälterfördertechnik, Vertikalförderern, Kartonaufrichtern, Etikettierern sowie einer Wicklerstation inklusive Waage. Auf einer Mezzanine-Ebene im ersten Obergeschoss befindet sich die Versorgung und Entsorgung kommissionierter Pakete, ebenfalls mit horizontaler und vertikaler Fördertechnik sowie mit Kartonverschließern und Etikettierern. Im zweiten und dritten Obergeschoss schließlich steht der eigentliche AutoStore-Kubus inklusive Kommissionierarbeitsplätzen und einer benachbarten Fläche zur Bereitstellung von Leerkartons.

Schnelle Wechsel und kurze Wartezeiten.
Das System fasst 33.000 Behälter und wird von 31 AutoStore-Robotern bedient. Fünf Arbeitsplätze sind an den Kubus angeschlossen: Karussell-Ports mit je drei Behälterpositionen auf rotierenden Armen – eine in Entnahmestellung, eine für einen abgearbeiteten Behälter zum Abtransport durch die Roboter und eine für einen neuen Behälter in Wartestellung vor dem Entnahmeplatz. Diese Konstruktion erlaubt schnelle Wechsel und somit kurze Wartezeiten bei der Kommissionierung. Um einen sicheren Brandschutz zu gewährleisten und die empfindliche Lagerware zu schonen, ist das AutoStore-System bei Aqipa mit Hilfe von Stickstoff inertisiert. Bei der Steuerung sämtlicher Prozesse und Funktionen wie Lagerplatzverwaltung, Warenbewegungen, der Planung und Überwachung oder Inventur, kommt die Software SAP EWM (Extended Warehouse Management) zum Einsatz – spezifiziert und implementiert von Swisslog als langjährigem SAP-Partner.

Wettbewerbsfähigkeit sichergestellt.
Hauptziel der neuen Logistikstruktur bei Aqipa war ein anpassungsfähiges Konzept, das die Wettbewerbsfähigkeit und Wachstumsstrategie des Unternehmens über einen längeren Zeithorizont sicherstellt. Zusätzlich wurde ausdrücklich eine zügigere Abwicklung von Endkundenbestellungen beziehungsweise Kleinaufträgen insbesondere im E-Commerce sowie von Retouren angestrebt. Wie schnell sich diese Investition vor allem im zweiten Fall lohnte, wie wertvoll und notwendig sie war, zeichnete sich bereits im Frühjahr dieses Jahres ab: Die Corona-Pandemie sorgte für einen anhaltenden Peak im Online-Geschäft des „Gear Gurus“. Christian Trapl beschreibt: „Natürlich hat auch uns die Krise stark getroffen.“ Doch er ergänzt: „Vieles wurde in den letzten Monaten in unserer Branche beschleunigt.“ Der Geschäftsführer ist froh, rechtzeitig in den E-Commerce investiert zu haben. Zu dessen Abwicklung leistet das neue AutoStore-System nun einen maßgeblichen Beitrag. (RED)

Quelle: LOGISTIK express Ausgabe 6/2020

Das Zusammenspiel von Mensch und Maschine im Lager

Digitalisierung in der Intralogistik ist keine Zukunftsvision. Wir befinden uns mitten in der vierten Stufe der Industrialisierung: Themen wie IoT, Blockchain, Künstliche Intelligenz, smarte Roboter oder Schwarmintelligenz sind auch in der Lagerlogistik angekommen und erhöhen die Flexibilität und Effizienz von Prozessen.

Beitrag: Redaktion.

Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, IoT-Komponenten einzusetzen. Dabei den Überblick zu behalten ist schwer. Dieser Beitrag umreißt ausgewählte Digitalisierungsbereiche in der Lagerlogistik, erläutert eine standardnahe Integration mit SAP EWM anhand zweier Beispiele näher und liefert Argumente für die Digitalisierung von Lagerprozessen.

Logistik als Werttreiber.
Bisher als wertschöpfender Faktor unterschätzt, können Logistikprozesse heute durchaus als Werttreiber bezeichnet werden – als Faktoren für Wachstum und Effizienzsteigerung. Schon Sensorik und Technologien der automatischen Identifikation, autonome Transportmittel in Verbindung mit automatisierten Lagern und Umschlaginfrastrukturen ermöglichen eine weitgehende Selbststeuerung.

Smart Logistics.
Der Smart Logistics-Ansatz geht da noch einen Schritt weiter: Eine Maximale Transparenz der Logistikkette ermöglicht allen beteiligten Akteuren, auf Prozessabweichungen direkt und abgestimmt zu reagieren. Wichtig ist dabei, die Digitalisierung (intra-)logistischer Prozesse nicht mit deren Vollautomatisierung gleichzusetzen. Im Gegenteil: Es geht um die Vernetzung von Maschinen und Menschen und den Aufbau selbstgesteuerter „Regelkreise“, bestehend aus Sensoren, handelnden Menschen, operativen Maschinen, der Datenverarbeitung gesammelter Daten und der Rückmeldung an Mensch und Maschine.

Anwendungsbereiche von Smart Logistics in der Lagerumgebung:

Vorteile durch Kollaboration und den Austauch von Echtzeitdaten. 
Cloudbasierte Dienste für Echtzeit-Verkehrsdaten und dynamische Routenplanungen können beispielsweise die Kommissionier- und Bereitstellungsprozesse effzienter und termingerechter gestalten. Durch den Einsatz intelligenter Technologien können Wartungsarbeiten remote durchgeführt und gezielter vorausgesagt werden. Auch die Inventurphasen lassen sich optimieren. Der Einsatz von Drohnen oder einer App, welche die Zählung durch Bilderkennung unterstützt, lässt die Dauer der Inventur drastisch verkürzen. Wenn das manuelle Zählen per Hand vielleicht 2-3 Minuten je Artikel dauert, kann ein Foto binnen Sekunden die Zählmenge digital liefern. In einem Lager mit mehreren tausend Artikeln, lässt sich so die gesamte Inventur enorm verkürzen und produktiver gestalten.

Vorteil durch Automatisierung. 
Darüber hinaus werden Fahrerlose Transportsysteme (FTS) im Zuge der Digitalisierung von Lagerprozessen an Bedeutung zunehmen. Bei der Entwicklung der FTS spielt vor allem die rasante Entwicklung smarter Sensorik eine große Rolle. Durch die verbaute intelligente Sensorik lassen sich plötzliche Hindernisse schneller und besser erkennen und somit umfahren oder auf eine Räumung des Hindernisses warten. Der Ware-zum-Mann-Prozess lässt sich komplett neu definieren. Milk-Runs lassen sich zwischen Lager und diversen Arbeitsplätzen zukünftig über ein FTS abbilden. In Verbindung mit Wearables, wie einer Smartwatch oder Smart Glasses, kann der Mitarbeiter die Ankunft und die Beladung der ankommenden Transporte anzeigen und kann ggf. Tauschbehälter oder fertige Bauteile zur Übergabe bereitstellen.

S/4HANA und SAP EWM als Basis der Lagerdigitalisierung.
Das erhöhte Datenaufkommen durch die Verfügbarkeit von Live-Daten und die damit verbundene Aufbereitung, Auswertung und Darstellung, im optimalen Fall in Echtzeit, können durch die S4/HANA In-Memory-Technologie abgefangen werden. Für die Integration der Prozessdaten zur Prozessteuerung und Automatisierung von Nachfolgeschritten setzt leogistics in Digitalisierungsprojekten auf eine eigens entwickelte Standardschnittstelle.

Wie funktioniert die Integration mit SAP EWM?
Mit der eigens entwickelten Schnittstelle werden aktuell Protokollarten wie HTTP(S), WebSocket und TCP/IP unterstützt. Als Datenformate kommen JSON, Telegramm-Strings und XML zur Anwendung. Weitere Datenformate lassen sich problemlos integrieren. Je nach Anwendungsfall oder IoT-Komponente wird die Business Logic im SAP EWM ausprogrammiert. Zudem besteht die Möglichkeit, eingehende und ausgehende Nachrichten direkt an ein webbasiertes User Interface zu pushen – ohne zusätzliche Entwicklung. Somit lassen sich verschiedenste Endgeräte überwachen, wie zum Beispiel zur Prüfung auf LKW-Kennzeichen und Containernummern, Parkplatzbelegung vor dem Lagertor sowie der Einhaltung von Kühlketten.

Anbindung von externer Hardware und IoT Geräten an das SAP EWM.
Mittels SAP EWM und den entsprechenden Boardmitteln haben Anwender eine ganze Reihe von Automatisierungsmöglichkeiten. Dazu zählen unter anderem automatische Paternoster, Hochgeschwindigkeits-Sorter, Regalbediengeräte mit mehrfachen Lastaufnahmemitteln und Durchlagerung in die nächste Gasse, Pickroboter und Palettenwickler sowie Fahrerlose Transportsysteme. Einzig die Frage der Übernahme von Funktionen und die Tiefe der Integration mit der Hardware sollte vor Beginn der Integration mit allen Parteien definiert werden.

Anwendungsbeispiele:
Im hauseigenen leolab forscht und entwickelt leogistics an Themen, die im logistischen Umfeld einen Mehrwert liefern. Dazu zählen zum Beispiel ein auf einem ausgefeilten Algorithmus basierendes SAP EWM Reorganisationstool, der Einsatz von Chatbots und Sprachsteuerung und eine auf KI und Machine Learning basierende Zähl-App.

Inventur-Erleichterung durch Machine-Learning. 
Basierend auf neuronalen Netzen zählt diese App zum Beispiel die Anzahl von Rohren oder Stämmen oder jeglicher „angelernter“ Objekte anhand des Querschnitts oder der Form. Somit wird ein mühseliger, manueller und fehlerbehafteter Prozess durch digitale Unterstützung schneller und sicherer gestaltet. Produktivitätssteigerung: Unterstützung der Mitarbeiter bei zeitintensiven und fehleranfälligen Zählvorgängen.

Arbeitserleichterung durch Sprachassistenten.
Die standardnahe Integration von Alexa Sprachbefehlen mit SAP EWM wird durch Prozesscodes ermöglicht. Diese können einfach mit dem EWM Alexa Skill erweitert werden. Vordefinierte reale Dialoge machen das Freihand-Management des Lagers möglich. Durch Chatbots und nutzerzentrierte Bildschirmaufbauten und Hilfestellungen lassen sich Anlernphasen von Mitarbeitern verkürzen, Schulungen individuell durchführen oder es werden Systemneuerungen an den relevanten Stellen erläutert und führen die Mitarbeiter so zielgerichtet durch den Prozess. Die Digitalisierung der Logistikkette bleibt ein entscheidender Faktor für eine kostenoptimierte logistische Abwicklung. Die jüngste Herausforderung liegt hier in der Prozessoptimierung durch den Einsatz smarter Hardwarekomponenten und Algorithmen sowie deren reibungslose und direkte Integration mit SAP EWM.  (RED)

Quelle: LOGISTIK express Ausgabe 4/2019

 

Hat der Handel die Wichtigkeit von Transparenz in der Lieferkette erkannt?

Steigende Kundenansprüche tragen erheblich zu mehr Komplexität, Kosten und Überschuss in der Lieferkette von Einzelhändlern bei. Unternehmen führen flexiblere Retouren, schnellere Lieferungen und Informationen über den Lieferstatus in Echtzeit als Hauptgründe dafür an – was den unbestrittenen Bedarf nach mehr Transparenz in der Lieferkette verstärkt.

Beitrag: Redaktion.

Dies ergab eine aktuelle von Sapio Research für den Supply-Chain-Technologiespezialisten Zetes durchgeführte Umfrage, an der insgesamt 451 Entscheidungsträger aus dem Handel in Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Spanien teilnahmen. Mangelnde Transparenz beeinträchtigt die Performance von Unternehmen. Die meistgenannten Probleme sind übermäßige Bestände und höherer Überschuss, Umsatzeinbußen durch nicht verfügbare Produkte, Mangel an Echtzeitwarnungen, um gegen potenzielle Unterbrechungen vorzubeugen sowie die Möglichkeit, Retouren als verfügbaren Bestand zu identifizieren.



Die Umfrage zeigt, dass 94 Prozent der Befragten eine optimale Transparenz auf Ereignisse fehlen, die sich auf die Leistung ihrer Lieferkette auswirken. 87 Prozent stimmen zu, dass eine vollständig transparente Lieferkette mit Statusinformationen in Echtzeit Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen kann. Dagegen geben drei Viertel (71 Prozent) an, dass mangelnde Transparenz in der Lieferkette negative Auswirkungen auf das Geschäft hat.

Weitere wichtige Erkenntnisse der Umfrage 33 Prozent der Befragten äußerten, dass die enormen Datenmengen und der mangelnde Zugang zu Echtzeitdaten bei der Optimierung der Lieferkette eine Herausforderung darstellen. Die Zufriedenheit und Treue der Kunden sind wesentliche Ziele der Unternehmen. Es besteht Einigkeit darüber, dass sich beides durch Transparenz in der Lieferkette um über 30 Prozent verbessern ließe. 42 Prozent der Entscheidungsträger halten die Reduzierung von Überschuss für sehr schwierig. Angesichts der Vielzahl an Bereichen der Lieferkette mit akutem Handlungsbedarf, stellt sich die Frage, welchen Weg der Handel hier einschlagen soll.

Dazu Amir Harel, General Manager of Visibility Solutions bei Zetes: „Ziel der Transparenz ist letztendlich, die Kontrolle zu verbessern und Leistungspotenziale freizusetzen. Als Plattform für mehr Effizienz und Zusammenarbeit im Netzwerk kann sie einen Wandel herbeiführen. Ohne Transparenz wird es dem Handel schwerfallen, die großen Gewinne durch Verbesserungen bei Überschuss, Regalverfügbarkeit, Lieferantenleistung und Kundenbindung zu erzielen. Der Schlüssel liegt darin, die große Vision mit Pragmatismus zu verbinden.

Mit anderen Worten, es ist wichtig groß zu denken, aber klein zu beginnen und dann zu skalieren, wenn es um die Gewinne geht. Wenn Unternehmen die Lieferkettenprozesse genau kennen und wissen, wie sie physische und digitale Datenströme auf verschiedenen Systemen synchronisieren, lässt sich ein schneller ROI bei minimaler Technologieinvestition und Komplexität realisieren.“ (RED)

Quelle: LOGISTIK express Ausgabe 3/2019